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Bananenfisch
mmazzurro
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Elise
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wortkette(n)
wortketten geheftet gesteckt (zusammen)
die finger an dornen dir blutig (gestochen)
wochenlang auf dem boden (gehockt)
buchstabenzweige um dich (gesammelt):
dürrästchenreisig gekrümmtes vergrautes fahltrocken
(vom baum längst gestorben) die kunst (so versucht)
filigranlettern (brechen sie an-fang von neuem und wieder
an dornen die finger) finde und binde lebendig
noch einmal ein einziges letztes ein neues
ein filigran
wort.

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augustine
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Liebe Elis,
wir hatten ja lange (sag' ich: "wochenlang"?) nichts mehr Eigenesvon dir gelesen und erst in letzter Zeit wieder. Inzwischen hat ein lyr. Ich am Boden gehockt und sich die Finger blutig gestochen an dem Material, aus dem die Buchstaben --> Wörter/Worte sind, das ja da war, aber ihm "dürr" und "vergraut" vorkam und "fahltrocken" und das daher brach. Aber das Lyr. Ich zerbrach nicht daran und fing wieder neu an, selbst um den Preis neuer Verletzungen.
Nur ein einziges, nur ein letztes Wort? Das glaube ich nicht. Schon "filigran" und "wortkette" sprechen dagegen, und der Text selbst, der viele neue Wörter enthält, filigrane, in ihrer Aussagekraft sich selbst bewahrheitende Worte, die sich doch schon hier zur Kette verbunden haben.
(Dass dies ein Quickie sei, 3-5 min., glaub ich nicht recht. Die Vorlaufzeit im Denken, Notieren, Verbinden ist sicher länger gewesen. Oder?)
Ein bisschen was möchte ich vorschlagen, vielleicht zu ändern: die Klammern enthalten fast alle PPPs (Partizip Perfekt Passiv), nur "zusammen" ist keins und könnte wegbleiben ohne Aussageverlust. Und die lange Klammer nach "Filigranlettern" brauchte es eigentlich auch nicht.
Uns allen, dir sowieso, wünsche ich weitere filigrane Wortketten von dir.
Liebe Grüße ausgustine

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first flush
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das gedicht funktioniert für mich.
obwohl ich keine sofortigen assoziationen mit dem topos hatte,
erschloss es sich mir.
beim ersten durchlesen erschien es mir als ein in sich stimmiges, von einer
zarten traurigkeit sprechendes gedicht und beim zweiten lauten
lesen glaubte ich, die stimmung ganz erfasst zu haben,
also für mich erfasst zu haben...
die verbformen in den klammern sind partizipien II, also
die formen die man benutzt, um das perfekt und plusquamperfekt zu bilden
und gerade die funktionieren gut, um "zustände" ausdrücken,
eine großartige grammatische konstruktion.
ein wunderbares gedicht -
umso großartiger, weil es ein quickie ist!

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Elise²
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Hallo first flush - und willkommen hier:
danke dir für deinen Kommentar. Ich würfle ein wenig, und stecke die Wortkette um. Wie ist es damit:
buchstabenzweige um dich (gesammelt)
wochenlang auf dem boden (gehockt)
die finger an dornen dir blutig (gestochen)
wortketten geheftet gesteckt (zusammen)
dürrästchenreisig gekrümmtes vergrautes fahltrocken
(vom baum längst gestorben) die kunst (so versucht)
filigranlettern (brechen sie an-fang von neuem und wieder
an dornen die finger) finde und binde lebendig
ein einziges letztes ein neues ein filigran wort.
Hallo augustine,
ein wenig musst ich lachen, als ich das las: "Dass dies ein Quickie sei, 3-5 min., glaub ich nicht recht" - ja, diese Wortkette wuchs in meinem Kopf einige Tage, dann hab ich sie aber in einer Quickie-Aktion zusammengeheftet, weil ich dachte: besser wird es nicht (mehr). "Quickie mit kleinem Vorspiel", so vielleicht ... ?
Deine Vorschläge: mit den PPP hast du schon recht - die Klammern ... vielleicht zu gekünstelt - ich kann es nicht entscheiden. Allerdings: ich will die Assonanz von zusammen und gesammelt, das weiß ich.
Viele Grüße, Elise.

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