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      wohlgesonne



Gottlos

   19.09.2007, 06:31 / 3 x geändert



In Raum und Zeit und Zeit und Raum,
im Traum, so weit ich fallen kann,
stehst du vor mir, mein stiller Stern,
und wartest wie der Schwarze Mann
in Kindheitstagen, wenn ich krank,
in Wolken schwebend fiebrig lag.

Mit großen Augen -
schauend.

Und wenn die Zeit gekommen ist,
und niemand fragt, wie oder wann,
geh ich dahin, woher ich kam.

Zurück ins Nichts -
vertrauend.



(c) verwirrt von wohlgesonne

 

      Jolante



RE: Gottlos

   06.10.2007, 11:05 / 2 x geändert



Hallo, wohlgesonne,
keine Ahnung, ob du eine Sie oder ein Er und angesichts deiner schwankenden Identitäten und oft scheinbar hirnlosen Einlassungen als Autor ernstgenommen werden willst. Wie auch immer: dieser Text gefällt mir in Form und Inhalt so gut, dass ich ihn in meine Forumsgedichtesammlung aufgenommen habe. Die Aussage des Gedichts überzeugt mich durch die schlichte Schönheit seiner Sprache und Bilder. Irgend jemand, ich komme nicht darauf wer, hat einmal gesagt, dass das Gute immer einfach, das Einfache aber nicht immer gut ist. Da scheint was dran zu sein.

Liebe Grüße
Jolante

 

      wohlgesonne²



RE: Gottlos

   25.10.2007, 06:05



In der letzten Woche hat die Freundin eines guten Freundes von einem Moment zum anderen 'uns' verlassen. Herzinfarkt mit 53.

Ich frage mich inzwischen, ob nicht das schlichte Leben in seiner unübertroffenen Klarheit jede Poesie übertrifft.

P.S.

Mir fiel da gerade noch was auf: Ich bin ein Er und will nicht ernst genommen werden, nein. Trotz 'hirnloser Einlassungen'.

 

      augustine



RE: Gottlos

   25.10.2007, 18:28 / 1 x geändert



Hab' wieder was gelernt, wohlgesonne, bei dem diesmal am Ende der Nacht/am sehr frühen Morgen ziemlich gemäßigt herausgeschleuderten Vierfachen, und das ist sogar erfreulich. (Deshalb schreibe ich auch hier und nicht in "wohl oder übel".)
Du hast einige Fragen von Jolante beantwortet, sieh mal an.
Also 1): du bist ein Mann.
2) Du möchtest NICHT ernst genommen werden. Schriebst du jedenfalls. Ich frage mich, ob das nicht ein sehr sprechender Verschreiber ist, glaube es eigentlich. Denn: Jolante schrieb doch von "scheinbar" (sonst würde sie geschrieben haben: 'anscheinend' - so genau ist eine wohl verstandene und benutzte Sprache) "hirnlosen Einlassungen". Das heißt: sie hat die Möglichkeit offen gelassen, dass deine Einlassungen sich vielleicht nur öfter so lasen, als seien sie h. Du aber schreibst: nicht ernst genommen willst du werden "trotz" jener Einlassungen, mit denen du deinen Einlass hier ja sehr einlässlich bestritten hast. Trotz solcher würde man dich aber ernst nehmen müssen/dürfen und nicht nicht. Dies trotz des nachgeschobenen "nein".
3) Sprache verändert sich immer. Das iss nu nix Neues.
4) Poesie und Leben: vielleicht unterscheiden sie sich durch eine potenzielle Unsterblichkeit der ersteren; die gibt's sonst im Leben nur bei den Einzellern. - Wann ist Leben je klar? Außer vielleicht in Momenten des Glücks.
5) Dies zuletzt: Du teilst hier/uns den Tod, den unerwarteten, einer Freundin eines Freundes mit.
Mann, wohlgesonne, das tatest du doch nicht, weil du NICHT ernst genommen werden möchtest!!
augustine mit Gruß.

Die letzten fünf Zeilen deines Gedichts hier oben - bewähren sie sich in diesem unerwarteten Tod, der anscheinend auch dich be-trifft?

 

      wohlgesonne²



RE: Gottlos

   31.10.2007, 03:37 / 2 x geändert



Dezemberine (letzter Monat im Jahr):

1) Ich bin ein Mann, ja.

2) Und ich möchte nicht ernst genomen werden, und Du bestärkst mich. Ich mag hin und wieder hirnlos sein, vielleicht auch jetzt - aber das bestimme ich selbst.

3) Sprache - für'n Arsch heuzutage

4) Das Leben ist nicht halbwegs das, was ans Leben Glaubende denken.

5) Nein, ich bin unernst, lies es einfach nur als Anregung.


Es dauert eh nicht lang.

 

      wohlgesonne²



RE: Gottlos

   30.04.2008, 05:20 / 2 x geändert



An augustine.

Da ist kein 'unerwarteter' Tod. Er be-trifft mich nicht.

Er trifft uns, zielsicher.


Jolante:

Und irgendwer hat mal gesagt, dass, wenn eine Aussage logisch ist, sie das unabhängig ist von ihrem Ursprung.


__________________________

doppelposting zusammengefügt. Elise

 

      wonnemond



Gottlos

   27.09.2008, 05:49



Das war John Carpenter in 'Dark Star'.




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