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Erik
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Gute Nacht...
Ein schöner Text, der nicht zu arg ins Detail geht. Gerade der erste Absatz baut mir ein schönes, idyllisches Bild in der Vorstellung auf. Auch diese erste Kirchenerfahrung klingt angenehm, wohl so, wie sie immer sein sollte. Eine Gemeinschaft im Gottesdienst und das bisschen Traurigkeit (Drehorgelmann), das wohl dazu gehört. Wozu sonst all das Hoffen?!
Der Satz von Oma wirkt härter, er zerschneidet ein wenig das schöne Bild durch das "unbedingt in eine Kirche etc.". Oma hat da schon einen etwas anderen Blick auf das Ganze.
Immer wieder der Gemeinschaftsgedanke, gerade das Kleben der Texte an die Außenseite der Tür gefällt mir. Und die ehrliche Aussage vom Nichts-Wissen. Oft sind die ersten Erfahrungen mit Gott bzw. Glaube schwieriger und von einer anderen Faszination als bei diesem Text.
Was bleibt mir zu sagen, außer dass der Text gut geschrieben ist und ein abgeschlossenes Bild im Kopf bildet?!
Gruß
Erik

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augustine
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Liebe Sabine,
die Himmelsrichtung ist Norden, aber sie ist auch die Himmels-Richtung.
Da ist die Erinnerung einer Erwachsenen an eine Kindereinsamkeit, an eine Statue vor einer Kirche (doch kaum ein Kruzifix, davor hätte ein Kind Angst gehabt, nicht?), die ein Vater hätte sein können und nicht (wie der Vater?) weglief; jedenfalls einer, der auf der Seite des Kindes war. Wenn es auf eine Mauer stieg, konnte es ihm in die Augen sehen. (Was sah es da?) Hat das Kind etwas auf die Zettel geschrieben? (Ist das evtl. ein Einschub der Erwachsenen in Gedanken an die Gebetszettel, die in die Mauerritzen der Klagemauer in Jerusalem geschoben werden? und die Kastanien: wie die Steine, die Juden auf Gräber legen? - hab' ich übrigens übernommen, ist ein schöner Ritus, finde ich.) Das Kind hat sich in einen katholischen Gottesdienst geschlichen. Die Oma bringt dann - damit das ganze künftig aber evangelisch wird -, Vaterunser und Glaubensbekenntnis. Das Kind versteht's noch nicht, aber fühlt sich, mit diesen Texten an seiner Tür (bringt es sie mit dem Mann an der Nordseite der Kirche in Verbindung?), beschützt.
Diesen Text finde ich erfreulich nüchtern, aber mit schönen Erinnerungen oder Einfällen (wie z. B. auch dem traurigen Drehorgelmann). Eine Geschichte auch darüber, warum Menschen glauben (wollen) - irgendwie denn doch Kind sein, und dafür braucht's dann einen all-mächtigen Vater, der sich kümmert.
Vom Glaubensbekenntnis hab' ich auch eine Kindheitserinnerung. Ich hatte nämlich (ev. aufgewachsen) eine katholische Kinderfreundin, etwa 2 Jahre älter als ich, die ich sehr bewunderte; es gab dafür auch 'objektive' Gründe. Mit ihr saß ich unter unserm Esszimmertisch unter einer weit herunter hängenden Decke, und das Religionsthema kam auf. Was das denn sei, katholisch? Da sagte sie das Credo auf, deutsch natürlich. Und ich konnte es auch schon auswendig, auf evangelisch. Und der Vergleich ergab: das ist ja eigentlich dasselbe! Und warum gab's das also, evangelisch und katholisch? (Mehr wussten wir damals sicher beide nicht.) Waren wir nicht klüger mit unserer Erkenntnis als Benedetto Ratzinger??
Liebe Grüße von augustine

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ear
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Von der Nordseite, wo es ungemuetlich kalt war,holte sich das Lyrische Ich einen Beschuetzer, die Vaterfigur einer Statue, welche es beschenkte. Die kindliche Vertrautheit wurde ihr entzogen, als die Oma sie zur Gemeinschaft der Glaeubigen der “oppositionellen” evangelischen Kirche mitnahm und bei der Einfuehrung der wichtigsten Texte half, obgleich diese zum Grossteil unverstaendlich blieben. Durch augustines Beitrag wissen wir, dass Kinder imstande sind , wenn sie aelter werden, die geringen Unterschiede zu erkennen.
Ob sie an Ratzinger heranreichen, moechte ich dahingestellt lassen.
Mich wuerde interessieren, wie das Lyrische Ich sich aus der Sicht einer Erwachsenen,-- nicht als Kindheitserinnerung,--zu den beiden genannten Kirchen verhaellt (positiv oder ablehnend) und wenn es positiv sei, auf welche Weise ihr ein Gemeinschaftsgefuehl erhalten blieb.
Der Text ist stimmig gehalten , beruehrend in der einfach kindlichen Schilderung , ear.

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Schreibtisch²
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Hi Erik, augustine, ear,
danke für euer Lesen und Kommentieren. Ich kann gar nicht viel dazu sagen.
Auf den Punkt bringen, oder an manchen Punkten mal "scharfstellen", das versuche ich...
und möchte gerne versuchen noch ein paar Stationen zu ergänzen. Da mischt sich Erlebtes, Gefundenes, Erfundenes. Die Stationen stehen hier aber zum "auseinandernehmen"... das ist ja klar, will ich aber trotzdem eben noch mal gesagt haben...erzählen üben ist sozusagen das Oberthema und da danke ich euch für eure Rückmeldungen, weil ich so merke, wo ich es noch genauer darstellen möchte, wo noch geschliffen werden muss.
Mal gucken wie das so weitergeht mit der Kirche, evangelisch und katholisch und dem traurigen Mann am Kreuz und "seinem" LI.
herzlich, Schreibtisch
...habe oben an zwei Stellen noch etwas ergänzen müssen

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