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zuppanova
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Die Nackte in Nachbars Garten!
Nacktschneckenscheusal voll Tücke und Gier
fraß 1 von 2 Pflänzchen, die waren von ear
mit sorgender Hand in die Erde gegeben,
und sollten alsbald bei fruchtendem Streben
mit glanzdunkelglatten Auberginen beglücken:
bei Tische die hungrigen Mägen entzücken!
Nun war 1 dahin. - "Nehm ich Rache mit Bier,
oder streue ich Giftkorn? Ach, unmöglich! Weh mir,
dass ich Schuld auf mich lüde durch herzloses Morden!
Lieber warte ich doch, bis es dunkel geworden:
dann trage ich listig - um Mitternacht! -
die Nackte zum Nachbarn - ha! So wird’s gemacht!"
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ein dankeschön an ear für die vorgabe mit "Vergebliche Liebesmueh?"

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ear
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Liebe zuppa, auch dein Gedicht ist hervorragend, ich bewundere dein ‘Nacktschneckenscheusal’ und die ‘glanzdunkel glatten Auberginen, sowie die geniale Loesung , dem ‘Nachbarn ein Geschenk zu machen’.
Auch ich moechte nicht zur Moerderin werden. Mein/Schneck oder Schneckin….o weh, ich erinnere mich daran, sie sind ja Beides, Hermaphroditen und im Nu ist’s geschehen, sie werfen mit Sperm herum, benutzen sogar Apophallation und das Ergebnis sind ewige Weibchen!
Eine Schnecke voller Wasser, so wie ich es bin. Ihnen wachsen abgerissene Fuehlerpaare nach, wie den Drachen und Schlangen in der Mythologie neue abgeschlagene Koepfe nachwuchsen. Unglaublich! Ihr Schleim ist zweifach tauglich, vor allem aber gegen Abrutschen. Nichts als Vorteile einem Menschen gegenueber. Ich muss ein Woertchen reden mit unserem Igel und unseren Froeschen: Schnecken duerfen nicht einfach vernichtet werden.
Ich habe beschlossen, der Schnecke/dem Schneckerich eine Petersilienpflanze zu schenken, damit sie nicht verhungern. Was fuer Wunder der Natur. Kein Wunder, dass sich Hermann Loens so fuer sie begeisterte……ear.

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Jolante
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08.08.2007, 18:49 / 2 x geändert
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Oh, zuppa, du Sprachmächtige ! Wie habe ich mich an deinem Schneckengedicht erfreut ! Es ist einfallsreich und witzig, kommt so listig/lustig daher und gibt einem doch auch zu denken im Sinne von: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füge deinem Nachbarn zu." Das Reimen brauchst du nicht mehr zu üben, das schüttelst du doch locker aus der Tastatur !
Und dir, ear, sei Dank für die kleine Philosophie. Gibt es eigentlich irgend etwas, das du (noch) nicht weißt ?
Liebe Grüße
Jolante

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zuppanova²
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serv.s ear und Jolante,
freut mich, dass ihr an der schnell aufgesetzten schneckendramolette spass habt.
apophallation, ear - was das sei, hab ich nachschauen müssen: noch nie gehört davon. bei meinen recherchen über den vorgang bin ich auf texte gestoßen, welche von maschinenübersetzungssystemen aus dem englischen ins deutsche übertragen wurden. diese texte sind teilweise so absurd komisch, dass es beinah schon literarische qualität hat - mit/an/in sprache spielen, sprache spülen, wortzersetzung, wörterversetzung ... also, vielleicht poste ich davon auch noch etwas, leicht überarbeitet, als fortsetzung zu den schneckengedichten. schaumeramal ...
. . . . . . . .lg, zuppa

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rollerball
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09.08.2007, 14:31 / 1 x geändert
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Was man bei LO nicht alles lernen kann! Nicht nur der Unterhaltungswert, auch das Bildungspotential scheint unerschöpflich, wenn man neue Vokabeln wie Apophallation kennenlernt - wieder eine Bildungslücke gestopft, doch auch eine neue Quelle für Albträume aufgetan: Mann kann gar nicht vorsichtig genug sein und sollte dafür sorgen, dass die Partnerin immer schön satt ist ...

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zuppanova²
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„Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“
ja, es ist doch was dran an den sprichwörtern -
wegen: gestopfte bildungslücke als neue alptraumquelle, mein ich ...
lg, zuppa.

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lost
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interessiert las ich, ear, dein "Lob des Schneckenwesens".
und du, Jolante, kamest mir zuvor: wollte doch selbst anmerken,
das lyrische Ich habe wohl den kategorischen Imperativ nicht richtig verstanden.
das Schopenhauer’sche Moralprinzip "neminem laede, immo omnes,
quantum potes, iuva" ist immerhin partiell, nämlich dem Tier gegenüber,
umgesetzt vom lI im Quelltext. was aber ist mit dem Nachbarn?
Schopenhauer übrigens meint auch: Mitleid mit Tieren hängt mit der Güte
des Charakters so genau zusammen, dass man zuversichtlich behaupten darf,
wer gegen Tiere grausam ist, könne kein guter Mensch sein.
(Grundlage der Moral, §19)
erwähnen muss ich unbedingt noch dies:
der Titel des Gedichtes, zuppa, weckt Erwartungen (bei mir),
welche keine der beiden Strophen befriedigt.
best, lost.

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zuppanova²
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Ja-du-lieber-Herre-lost, beim schleimüberzogenen Zünglein des preiswürdigen Hermaphroditus von Untersulzberg!
Soll ich vorhersehen können, welche Erwartungen ein Titel bei dir weckt - und die dann auch noch befriedigen? Naahnaah, der Schuh ist mir zu eng.
lg, zuppa.

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lost
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schon gut, schon gut, nehme alles zurück und Abstand - stellte mir "die Nackte in Nachbars Garten" wohl zu rosapinkfleischfarben vor, beeinflusst von anderen threads ...
ps
rollerball, sollte mann die Gründung einer Selbsthilfeorganisation zum Schutze apophallationsbedrohter Männer in Erwägung ziehen? oder wäre dies eine zu aufgeregte Geste?

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Gretchen
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Ach ja, zufällig über paar Reime von Wilhelm Busch gestolpert - und da fiel mir doch tatsächlich das mit den Nacktschnecken hier wieder ein, woll ...
Die Schnecken
Wilhelm Busch
Rötlich dämmert es im Westen,
Und der laute Tag verklingt,
Nur daß auf den höchsten Ästen
Lieblich noch die Drossel singt.
Jetzt in dichtbelaubten Hecken,
Wo es still verborgen blieb,
Rüstet sich das Volk der Schnecken
Für den nächtlichen Betrieb.
Tastend streckt sich ihr Gehörne.
Schwach nur ist das Augenlicht.
Dennoch schon aus weiter Ferne
Wittern sie ihr Leibgericht.
Schleimig, säumig, aber stete,
Immer auf dem nächsten Pfad,
Finden sie die Gartenbeete
Mit dem schönsten Kopfsalat.
Hier vereint zu ernsten Dingen,
Bis zum Morgensonnenschein,
Nagen sie geheim und dringen
Tief ins grüne Herz hinein.
Darum braucht die Köchin Jettchen
Dieses Kraut nie ohne Arg.
Sorgsam prüft sie jedes Blättchen,
Ob sich nichts darin verbarg.
Sie hat Furcht, den Zorn zu wecken
Ihres lieben gnädgen Herrn.
Kopfsalat, vermischt mit Schnecken,
Mag der alte Kerl nicht gern.
. . . . . . . . . . . Gretchen grüßt
. . . . . . . . . . . . . . . . . .  -> Der Eich (klick!)

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Jochen18
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Eine rechte Sprachwende in gretchens Schaffen. Hat sie doch hier zum ersten Mal die 1 als Eins verwendet. Vorher hieß es z. B. 1 Schwänzchen und das war falsch. Man mag das für unwesentlich halten, aber im Pantheon geht es am Ende nur noch um so etwas.
Danke also - in Bezug auf die Werk-Vita - fürs Ausgraben.

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Jochen18
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23.11.2011, 20:09 / 1 x geändert
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Statt 'ear' (ist nun wirklich zuwenig ewigkeitsbezogen) ein 'mir' einsetzen.
Was unsere Sprache uns ermöglicht, ist schon wunderbar. "glanzdunkelglatten Auberginen" - traumhaft.

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zuppanova²
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ein "mir" zu nehmen. Falls eines (gewiss galaktisch fernen) Tages die Nacktschneckenreimerei auf Ewigkeitsbezug (= Allgemeinverständlichkeit) hin umfrisiert werden müssen sollte, komme ich gerne auf Deinen Vorschlag zurück. Danke.
Beliebt waren sie, wie man auch bei Busch sieht, ja nie, die Schnecken.
Dass Gott erbarm ...
. . . . . . . .Freitägliche Grüße: zuppa

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