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ear
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Vergebliche Liebesmueh?
Ich pflanzte zwei Auberginen,
Sie sollten als Nahrung dienen,
Doch was ich vor kurzem entdeckt:
Ein fraessiges Tier Eins verschleckt.
Nichts blieb von der zarten Pflanze,
Das Schneckenvieh frass das Ganze!
Wie schuetz ich die Letzte, die Eine,
Besitze der Waffen, ach, keine!
Hab weder ein Bier-- noch Gifte,
Vielleicht gibt es helfende Wichte?…
Ich habe bis spaet in die Nacht
Die Letzte, noch ‘lebend’ bewacht.

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Jolante
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07.08.2007, 14:48 / 1 x geändert
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Liebe ear,
da ist dir eine originelle kleine Satire gelungen, und ich finde, deine Liebesmühe war nicht vergeblich. Dennoch habe ich überlegt, dass es der Aubergine keinen Unterschied macht, ob sie von der Schnecke gefressen wird oder als erlesenes Gemüse auf unserem Teller landet. Und die Schnecke ? Sie wird gerettet, oder ?
Das Gedicht hat mich gereizt, ein wenig herumzubasteln. Das Ergebnis ist nicht als Verbesserungsvorschlag gemeint, eher als Spielart.
Ich pflanzte zwei Auberginen,
Die sollten als Nahrung dienen.
Doch wie ich vor kurzem entdeckt`,
Hat Schleimtier Eine verschneckt.
Wie schütze ich nun die Zweite,
Hab keine Waffen zum Streite.
Weder Gifte noch Bier
Stehn zur Verfügung mir.
Es gibt keine helfenden Wichte,
Auch keine Beschwörungsgedichte.
Drum hab ich bis spät in die Nacht
Die Letzte, noch "lebend", bewacht.
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Herzlich grüßt
Jolante

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ear²
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Liebe Jolante, das Kompliment geht an dich zurueck fuer deine vollendete Version. Besonders gelungen ist Zeile vier und damit danke ich dir, ear.

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zuppanova
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serv.s ear.
einen ganz kleinen garten hab ich ja auch, der wuchert in alle richtungen, und grad eben, da ich dies schreibe, hätt ich lust, eine (lange) liste zu machen von den (un)kräutern, pflanzen und pflänzchen, die mittlerweile dort angesiedelt sind. eines auf jeden fall haben sie alle gemeinsam: sie schmecken den schnecken nicht. auf diese weise hab ich das leidige problem gelöst.
nun muss ich noch sagen, dass es mir wie Jolante geht, und ich möchte gern versuchen, auch eine version dieses schneckengedichts zu basteln, wenn du erlaubst, ear - einfach so, zum spass, und um das reimen ein wenig zu üben. vielleicht poste ich morgen meinen entwurf -
dankend für die anregung mit lg: die (etwas erschöpft) abendrundfliegende zuppa.

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ear²
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Liebe zuppa, ich bin begeistert ueber Deine kommende neue Version des Schneckengedichtes. Vielleicht finden sich noch mehr 'Schneckengedichte in spe' irgendwo?
Unser kleiner Garten ist auch pure Wildnis, mit Kraeutern und Wildpflanzen aller Art, die ich alle liebe. Ich fuerchte nur, dass deshalb die Schnecke so versessen war auf eine 'Abwechselung.
Oh, liebe Jolante, ich vergass zu erwaehnen, dass der erste Schneckerich, oder die erste Schnecke noch lebt, wohlgenaehrt.
Es gibt weiterhin unversehrt die Zweite Auberginenpflanze, deren Same aus Italien kommt, von der letzten Reise. Also war's ein ganz besonders gehegter, geliebter Same!
Voller Erwartung des Kommenden, ear.

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zuppanova
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serv.s ear, tatsächlich ist etwas zustande gekommen (siehe hier).
in vielen gesprächen mit gartenbegeisterten menschen hab ich ja die unterschiedlichsten vorgehensweisen bei der nacktschneckenbekämpfung kennengelernt: es gibt ganz brutale leute, die zerschneiden die schnecken mit scharfen gartenscheren, und andere, die streuen salz über die schnecken, japfuiteufel, und mildere leut gibts gottseidank auch, welche die viecher einsammeln und wohin-auch-immer forttragen - die letzte variante (schneckenwegtragen) hab ich versucht einzubauen in meiner gedichtversion.
lg über die see, zuppa.
bei uns regnets heut übrigens, und es sind viele nacktschnecken unterwegs, bei dem (für sie) herrlichen wetter!

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lost
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wenig Gutes hört man allgemein über diese Nacktschnecken (aus eigener Erfahrung kann ich nicht sprechen, aber ich weiß, was Rosa und ihre Freundinnen sagen). für Menschen scheinen sie nicht essbar zu sein, oder? wären sie es, so könnte man sich die von ihnen verzehrten Pflanzen gleichsam auf Umwegen doch noch einverleiben, und ein gewisser Rachedurst dürfte ebenfalls gestillt werden.
btw - könnte nicht auch hier wieder die Theodizee ins Spiel gebracht werden: warum, wieso, wozu schuf Gott diese Schnecken? als Prüfung für den Menschen (Pädagogisierung)? Rosa sagte mir, gewisse Enten ernährten sich von ihnen - also vielleicht deshalb, als Nahrung für andere Tiere (Instrumentalissierung)? wegen des ästhetischen Kontrastes ("das Gute schätzt nur, wer das Schlechte kennt")? aus schierem Übermut (Lust und Wille und Kraft zur Entfaltung - bei Gott! wäre das nicht ein allzu anthropomorph gedachtes Gotteswesen ...)? aus Sehnsucht (Gottes nach irgendwas ...)?
wie auch immer: diese Schnecken wollen ausgehalten werden. glaube ich.
best regards, lost.

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Klaus
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09.08.2007, 14:41 / 1 x geändert
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Liebe ear,
gerade erst zurückgekommen, habe ich dein Schnecken-Samen-Werk
entdeckt - köstlich (hoffentlich hier nicht für die und die Schnecken).
Unsere Gartenschnecken sind Feinschmecker, sie verschmähen das
angebotene Bier, vielleicht weil es von Aldi war?
Beim Nächtenmal werde ich ihnen einen Grand Cru vorsetzten, evtl.
mit einem kleinen Lorbeerblatt? Oder in gelockertem Weißbrot getränkt?
LG Klaus

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ear²
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Waehrend der letzten vier Tage hatten wir Hausbesuch aus Bahrain, waren unterwegs, deshalb mein verspaetetes Reagieren auf eure interessanten Beitraege.
Ich kann noch nachtragen, dass die meisten Schnecken Vegetarier sind, die sich auch von abgestorbenen Pflanzenteilen ernaehren. Eine ganze Anzahl lebt unteridisch, sie lieben Nachtarbeit und Feuchtigkeit.
Erstaunt war ich ueber die Anzahl ihrer Feinde: Enten, wie du, lost, schon von Rosa berichtetest, dann Sing-Voegel, Tausendfuessler und neben Igel und Froeschen sind es Kroeten und einige Kaefer.
Mein Versuch mit der Petersilien-Ersatzpflanze hat bisher Erfolg gebracht : fast nur noch Stengel, ich werde am Montag eine weitere von Lidl oder Aldi besorgen muessen.
Waere es vielleicht ein neues Hobby fuer Jemanden, der kein Vegetarier ist? Waere Escargots-Zuechten in eurem Garten moeglich? Mit Petit-Gris oder Gros Gris? In Holzkaesten, isoliert gegen Kaelte, guter Ventilation und einer Diaet aus u. a. Soja, Sonnenblumenkernen, Weizenmehl, Vitaminen: alles fein zermalen?
Ich muss gestehen, dass ich vor der Wende 1999-2000 eine Escargots-Begeisterte war.
Als ich meinem zukuenftigen Mann 1980 das erstemal ‘Escargots-Essender –Weise’ in einem sehr schoenen Franzoesischen Restaurant begegnete, hasste er Escargots. Trotzdem heirateten wir ein paar Monate spaeter, aber seit sieben Jahren sind wir Vegetarier.
Klaus, ich waere interessiert zu hoeren, ob Grand Cru mit gelockertem Weissbrot funktioniert. Aldi, Biere wurden vermieden……, vielleicht muessten sie ganz langsam daran gewoehnt werden.
Man sollte lost’s Anregung zum ‘aesthetischen Kontrast’ und zur ‘Instrumentalisierung’ nachgehen:
z. B. Kroete-Schnecke. Und ja, man muss vorsichtig feststellen, wieviel ‘Hunger’ noch vorhanden ist, um unwiderrufliche Verletzungen zu vermeiden, wie rollerball schrieb.
Ich bin gespannt auf zuppas maschinenuebersetzte Artikel. Diese Maschinen sind eine Fundgrube der verruecktesten Aussagen.
Es gibt raffinierte Rezepte und fundierte Zuechtungshinweise fuer Weinbergschnecken Zuechter: helix.aspera.info
Lancien forum des heliciculteurs.

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zuppanova
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serv.s ear,
weinbergschnecken leben viele in meinem garten - auf die idee, sie zu züchten, wär ich nie gekommen, aber nun, da du davon erzählst ... wer weiss ... - ja, und gegessen hab ich auch noch nie eine (jessas!). aber die leeren escargots-häuser, die sammeln wir ein und färben sie mit wasserfarben: dann legen wir die häuschen wieder ins freie, an einen bestimmten halbverwucherten platz, wo auch viele gesammelte nordsee-muscheln liegen, und sie verlieren dort die farbe allmählich und verwittern: vllt. etwas wie ein nachahmen von Andy-Goldsworthy-aktionen?
lg, die abendzuppa.

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ear²
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12.08.2007, 07:44 / 1 x geändert
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Liebe zuppa, deine Kinder und du , ihr macht so etwas Schoenes wie das Bemalen der einzigartigen Schneckenhaeuser und beobachtet das langsame Sich-Veraendern: das ist eine ‘Environmental Art’, so wie sie ueberall in der Welt geschaffen wird.
Andy Goldsworthy kam von der Scholle, arbeitete als Bauer und wuchs auf in einer Landschaft, die selbst schon fast eine Skulptur darstellt.
Er benutzt alles, was er findet, von Steinen, ueber Blumenblaetter, Zapfen, bis hin zu toten Dingen, auf die er natuerlich staendig stoesst. Um das Verwelken, Verwesen und Vergehen festzuhalten in seinen Skulpturen setzt er seine Photographie ein, haelt den Hoehepunkt fest.
Was du machst in deiner Familie und was Goldsworthy, J.Beuys, R. Gascoigne, H.deVries und andere machen ist umweltfreundlich, bereichernd. Schenkst du uns mal eine Photographie eurer Kunstwerke?
Leute wie Christo und Smithson mit ihren gegen die Umgebung gerichteten, zerstoerenden Aktionen stossen mit Recht auf Protest und Ablehnung.

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zuppanova
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ohmei, ear, von "kunstwerk" kann man ja nicht sprechen bei unseren schneckenhausfärbereien (allerdings geht es ja auch nicht um vorzeigbare ergebnisse, sondern um die lust am tun: spieltrieb, gestaltungsdrang, der wunsch, die "welt" zu "ordnen" - oder zu "schmücken" - wodurch solche aktionen letztendlich motoviert sind, darüber lässt sich spekulieren ...) - aber schau:
so etwa sieht das aus (schlecht + schlampig fotografiert, leider) - hier stecken sie auf rainfarnstengeln, die häuschen.
Goldsworthy ist mir sympathisch, was er macht, gefällt mir (kann sein auch deshalb, weil ich selbst in einer einöde aufgewachsen bin, wo man eher pflanzen zu gesprächspartnern hat als menschen), auch bestaune ich die geschicklichkeit seiner hände sowie die geduld und gelassenheit, ja, vllt. sogar demut, die er bei seinen aktionen zeigt. dennoch würde ich ihn Christo oder Smithson gegenüber nicht so polarisieren: ich denke, jeder von ihnen drückt bestimmte verknüpfungen von menschlicher existenz und umwelt aus, jeder gibt auf seine art und mit anderem schwerpunkt oder blickwinkel gleichnisse vom wirken des menschen. die reaktion auf das jeweilige künstlerische schaffen ist dann auch abhängig von der eigenen sozialisation.
aber es fehlt mir an solidem wissen in diesem bereich, um fundiert argumentieren zu können.
lg, zuppa.
hier noch ein wenig mehr LandArt zum anschauen, für die, die’s interessiert.

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ear²
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Solche super-schnelle Response ist fantastisch, zuppa. In deiner guten Photographie steckt eine Komposition besonderer Art. Deutlich sind die Farbnuancen zu erkennen und die Farnstengel halten ihre Kroenungen hoch in die Luft. Im Vordergrund der Baumstamm mit den beiden eng beieinander liegenden Schneckenhaeusern, dahinter links violette Wildpflanzen, sie geben eine in sich geschlossene Atmosphaere des Geborgenen.
Deine Kinder und du, ihr habt wirklich ‘geschmueckt’, ‘gestaltet’ und sehr kreativ ‘gespielt’.
Mir gefaellt die etwas erhoehte dunklere Schnecke auf dem dickeren Aste. Sonne spiegelt sich auf dem jungen Farnkraut und mir scheint, ihr habt selbst die verwelkenden Farne noch zu neuer Form gebogen.
Du identifizierst dich so nett mit Goldsworthy und eure gemeinsame ‘Einoede’ ist voller Kreativitaet, voller Leben, auch wenn es an Menschen sonst mangelt. Was er als Profi und ihr als ‘Amateure’ leistet, ist schmueckend . Auch ich sehe in Goldsworthy den behutsam schaffenden, Zeit mitspielen-
lassenden Kuenstler, waehrend mir Smithson durch die Zerstoerung der Natur durch Bulldozer unlieb ist, ebenso wie Christo, der glaubt mit dem Verpacken von Gebaeuden, Bruecken etwas Grosses zu schaffen. Fuer mich sind das nur Spielereien des Paketaufreissenwollens.
Vielen Dank fuer die sehr gute Link, die du anbietest. Dir und deinen Kindern herzlichen Dank.ear.

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