Geschichtslosigkeit · augustine · ·


Sonett · Forum für Literatur & Germanistik
 

 
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      augustine



Geschichtslosigkeit

   29.07.2007, 19:30



Dahin führt kein Erinnern uns zurück,
als ungeteilt wir waren, eins und alles,
und selig immerfort und keines Falles
gewärtig, welcher etwa hieße: Glück.

Es läuft nur vorwärts ab, das Lebensstück,
und schichtet voller Gleichmut Tag auf Tag.
Doch dies Geschichte, wachsend, dies befrag,
bewusst geworden; dorthin lenk' den Blick zurück.

In reiner Gegenwart zu leben, sei genug?
Da täuschst du dich, begehst an dir Betrug.
Denn was du bist, das bist du nur – geschichtet.

Geschichte, das Geschichte, ist dein Grund.
In diesem Wissen wird dein Leben rund.
Und das All-Eine: sternenfern, gedichtet.

 

      Schreibtisch



Das All-Eine ist ein Morgenstern in dir

   29.07.2007, 22:19 / 3 x geändert



Guten Abend, augustine...

zu Strophe 1: Erinnern führt nicht zurück ins All-Eine, aber
in achsokurzenvielzukurzen Momenten -
mir fallen zwei ein, spontan, wenn ich kramte, mehr..
- im JETZT -was immer das ist-
hatte ich es schon. Nicht als Zustand,
aber als ...Brise? ja, vielleicht...
Das große Aber folgt auf den Fuß...
der "Widersacher", sagt Moreno, erscheint sofort
nach solchen Momenten der Wahrhaftigkeit
Klammer auf -offtopic
jaja, ich weiß und höre dein Schnauben
ich dürfe so ein Wort gar nicht im Munde
und in der Taste...aber sei ohne Sorge,
ich darf...ja, auch wegen Jesus und der präsentischen Eschatologie...
Jesus als der Christus, nicht wahr
Klammer zu

Strophe 2:
vorwärts, gewiss, aber nicht in einer Geraden,
sondern eher in einer Spirale, die
von Zeit zu Zeit sich wie ein Kreis anfühlt...
war ich an diesem Punkt nicht schon einmal?
Ich und ...holen uns so lange wieder,
bis wirs "haben",
erkenne ich die Punkte
also bin ich mir meiner Geschichte bewusst
und befrage sie,
kanns weitergehen,
so lese ichs.

Strophe 3:
Ja, ist genug, denn
hast du den Augenblick, hast du alles:
Gestern, heute, morgen-
die ganze geschichtete Geschichte,
das Voher und das Wohin gibt es nicht ohne das Jetzt und Hier.
Ohne das Woher gibts kein bewußtes HIER...
und umgekehrt...also beides...müssen nicht ausspielen gegeneinander...

Strophe 4:
Der Grund: Joh irgendwo...das findest du schneller als ich...
und: das All-Eine ist ein Stern in dir, leuchtend,
ein Morgenstern.

In dieser deutschsprachigen gedichtleeren Zeit hier
wirklich ein Grund -
wenn ichs könnte,
setzte ichs kursiv, nur VHS hat grad Sommerpause,
also denk dir bitte den GRUND hier kursiv-
zur Freude, dein Sonett.
Weil deine Worte hier die Kraft haben, die Klarheit und Präsens,
Sehnsucht zu wecken: Es trifft, mitten hinein, ins Zentrum...

Entschuldige, dass ich nur zum Inhalt was sage,
die Formfragen können andere besser.

Schreibtisch grüßt

P.S.: ne, gar nicht Joh, sondern 1. Kor 3,11

 

      augustine²



das All-Eine ist gedichtet

   01.08.2007, 23:11 / 2 x geändert



Da hab' ich erst nachdenken müssen, schreibtisch, wie denn antworten.
Denn einerseits hab' ich natürlich zu danken dafür, dass du dich so ausführlich mit dem Sonett befasst hast! (Andere hat's ja, scheint's, abgeschreckt; entweder meckert sie, die augustine, oder sie schreibt so tiefgründigen Kram, den wir ja so langsam kennen...)
Und hier stimmt sie dir nicht zu, schreibtisch, überhaupts nicht!
Denn: es gibt Einvernahmen von Texten, hier also dieses Gedichts, die einfach nicht stimmen. Eine christliche Deutung ist schlicht falsch.
Einerseits sagt das die Überschrift.
Dann sagt das der Brgriff des All-Einen. Der ist nicht christlich, sondern pan(en)theistisch. Wenn überhaupt ein transzendentaler Horizont (nötig ist er nicht), dann dieser. Und in jedem Fall ist er "gedichtet" - erdacht.
Es ging mir wirklich 'bloß' um die zunehmende Geschichtslosigkeit unserer Zeit, und das sowohl im Leben des einzelnen; man kann sich eben nicht erinnern an die Zeit, da das Ich sich noch nicht aus der Mutter-Kind-Einheit herausdifferenziert hatte. Es ging ihm gut da, "selig" ist mir dafür eingefallen, aber den Ausdruck "Glück" kann man, scheint mir, nur nach der Herauslösung aus dieser Einheit gebrauchen, weil er sein Gegenteil voraussetzt. Das entsteht nur durch Schicht um Schicht von Erfahrung: das Geschichte des je eigenen Lebens und das des gesellschaftlichen Lebens, ganz gleich, welchen räumlichen oder zeitlichen Ausschnitt wir annehmen.
Darum kann auch der "Grund" nicht christlich vereinnahmt werden (1. Kor. 3,11 - eine dieser für mich schrecklichen wahrheitsbehauptenden Stellen). Den Begriff "präsentische Eschatologie" habe ich neu gelernt.
Ohne das Vorher gibt's kein bewusstes HIER. D'accord. Umgekehrt nicht d'accord. Oder das bedürfte noch des Versuchs einer genaueren Argumentation.

Jetzt hör' ich aber auf (durchaus in dem Bewusstsein, noch etwas schuldig geblieben zu sein): Es gibt Blow up. Da sterben nun* 2 von diesen ganz Großen innerhalb von 2 Tagen ...

Folgt Fortsetzung? Gute Nacht. augustine

*pardon; sollte heißen: nun; konnte auch wegbleiben

 

      Schreibtisch



RE: das All-Eine ist gedichtet

   01.08.2007, 23:28 / 2 x geändert



augustine: Vereinnahmung....
da dachte ich tatsächlich auch schon dran...
dass es sein könnte, dass
ich dein Sonett (miss-) gebrauche,
um mein Eigenes hineinzutragen.
Das muss ich noch einmal neu bedenken.

Aber natürlich gibt es das All-Eine auch in der christlichen Tradition und Überlieferung und nicht nur in der mystischen Lesart:
Christus ist ja der All-Eine schlechthin.(aus meiner christlichen Warte betrachtet und mit Rilke, jawoll) Jesus als der Christus meine ich.

1. Kor 3, 11 ist ein Vers, der nur Wahrheit beinhaltet,
wenn ich sie denn unter den Füßen spüre...
will sagen: es darf kein dogmatischer Satz sein, kein Axiom, sondern er wirkt nur, kann nur seine Wirkkraft entfalten, wenn ich ihn in einer Form kursiverfahrenkursiv habe.

Das "bloß" glaube ich nicht, bzw. es trägt eben unausgesprochen, vielleicht unbeabsichtigt,
alles andere in sich. Glaube ich.

Das mit dem blow up habe ich leider nicht verstanden.
Hast Du Marquardt gelesen?
Gute Nacht wünscht der Schreibtisch
(auch viel schuldig geblieben)
du schreibst:
Ohne das Vorher gibt's kein bewusstes HIER. D'accord. Umgekehrt nicht d'accord. Oder das bedürfte noch des Versuchs einer genaueren Argumentation.
- genauere Argumetation wird folgen. Das ist wirklich eine Frage, die mich sehr interessiert und beschäftigt...eine schöne Frage, weil sie mehr Fragen als Antworten birgt.

 

      Elise



RE: Geschichtslosigkeit

   01.08.2007, 23:51



Es steht mir nicht zu, das hierher zu schreiben, ich weiß, und doch … Blow Up: da geht es (denke ich) darum, was die Wirklichkeit ist - und insofern passt der Verweis doch sehr gut, wie ich finde ... was ist, zum Beispiel, die Wahrheit eines Textes? Das, was die Autorin hineingeschrieben hat, oder das, was eine Leserin herausgelesen hat, oder noch etwas anderes ... ?

Elis (... dazwischengeflüstert ...).

 

      Elise



RE: Geschichtslosigkeit

   02.08.2007, 09:01



"Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus."
Lautet so der Bibelvers, um den es geht?

Wenn ja, dann finde ich eine Aussage wie:

" 1. Kor 3, 11 ist ein Vers, der nur Wahrheit beinhaltet,
wenn ich sie denn unter den Füßen spüre...
will sagen: es darf kein dogmatischer Satz sein, kein Axiom, sondern er wirkt nur, kann nur seine Wirkkraft entfalten, wenn ich ihn in einer Form kursiverfahrenkursiv habe.
"

nun ... gewagt: welcher Hexe, welchem Heidenkind, welchem noch nicht alleinseliggemachten und also zu missionierenden Unternegermenschen hat die Kirche je die Wahl gelassen, ob sie oder er oder es die Wahrheit der Bibel schon spürt unter den dreckigen (Hexe) schwarzen (Neger) Fußsohlen? Die Scheiterhaufen brannten in der Regel, ehe das armselige angezündete "ich", das oben festgebunden war, eine Chance hatte, die Wirkkraft von 1. Kor 3, 11 "in einer Form erfahren zu haben." Dieser Vers war (ist ?) Dogma, Axiom - und wurde so auch benutzt. Das sollte nicht schöngeschminkt werden, finde ich, mit einem 2007 endlich gefühlten "darf nicht sein".

Diese Anmerkung musste ich machen. Es tut mir leid.

Elis.

 

      Schreibtisch



RE: Geschichtslosigkeit

   02.08.2007, 12:19



Hi Elise, danke für die dazwischengeflüsterte Erklärung und was die Traditionsgeschichte, Wirkweise, den kirchlichen Missbrauch dieses Satzes anbelangt, stimme ich Dir zu und bin froh, dass Du es deutlich gesagt hast. Bei mir ist es so, dass ich Jahre gebraucht habe um mich an kirchlichen Sünden abzuarbeiten und immer zuerst das Schlimme gesehen habe, was durch Kirchenmacht mit Hilfe von vermeintlich biblischer Rückendeckung geschehen ist. Jetzt versuche ich, den Versen ihre positive Kraft zurückzugeben. Auch eine Form von Wiedergutmachung, die Worte können schließlich nichts dafür. Dabei rückt das Geschichtliche manchmal etwas an den Rand. Du hast es wieder würdigend danebengestellt, wo es hingehört, - danke.
Bei dem Korinthervers ist es so, dass ich mit meiner Deutung zuerst meine Sehnsucht nach so einem Textverständnis auszudrücken versuchte. Ich möchte gerne, dass es so ist, wie ichs beschrieben habe und es entspricht auch meiner Erfahrung. Dass es viele andere Erfahrungen mit diesem Vers gibt, weiß und erlebe ich auch. Wiedermal beides eben. Schönreden möchte ich nicht. Aber auch keine Defizitorientierung.

Und das was wir grad machen, ist für mich auch der praktische Vollzug von dem, was ich meinte aus deinem, augustine, Gedicht verstanden zu haben...das Hier und Jetzt erleben und verstehen wollen und dabei dann hilfreich in diesem Fall an das noch wirkende Gestern erinnert zu werden, durch Elise. Innerhalb von präsentischer
Eschatologie kommt dann paradoxerweise Gestern, Heute, Morgen zusammen.

Da muss ich aber noch einmal genauer hingucken,
was da mein hineinwünschendes Lesen ist.
Daran arbeite ich noch und möchte nicht vorschnell sein, sonst wirds wieder Pipmädchen, nehme also dein Gedicht, augustine und unsere Gedanken dazu mit ins Wochenende.

Grüße vom Schreibtisch

 

      Jolante



RE: Geschichtslosigkeit

   03.08.2007, 12:54 / 3 x geändert



Liebe augustine,
ich habe lange gezögert, einen Kommentar zu deinem Sonett zu schreiben. Fraglos spricht es mich an durch die strenge Schönheit seiner Form und die unwiderlegbare Weisheit seiner Aussage. Diese Aussage bringt zwar keine neue Erkenntnis, jedoch zeigt sie sich hier in einem neuen Gewand und mit einer Poesie, die ich als "augustinisch" wertschätze. Der christliche Aspekt, den Schreibtisch ins Spiel gebracht hat, interessiert mich bei diesem Gedicht nur am Rande. Den Kern der Aussage sehe ich in der Zeile "Denn, was du bist, das bist dur nur - geschichtet." Erst in reiferen Jahren erkennt man die volle Bedeutung dieser "Gewichtung".
Warum aber habe ich mir so viel Zeit gelassen für diesen Kommentar? Es ist so, augustine: Seit du "Brachland" von windflug zum Anlass für einen Rundumschlag nahmst, die Gepflogenheiten des Kommentierens im Forum zu kritisieren, fühle auch ich meine bisherige Unbefangenheit schwinden. Du legst die Messlatte sehr hoch, das ist an sich nicht falsch. Was mich stört, ist der anmaßend oberlehrerhafte Ton. Ich erwähne dies nur deshalb, weil du in deinem Kommentar an Schreibtisch u.a. schreibst: "...entweder meckert sie, die augustine, oder sie schreibt so tiefgründigen Kram, den wir ja so langsam kennen...". - Tiefgründig, ja, auf viele deiner Texte trifft das zu. Deine Kommentare sind jedoch oft ähnlich durchwachsen wie die vieler Anderer, finde ich, und ich hoffe, dass du mir diese Bemerkung nicht übel nimmst.

LG Jolante

 

      augustine²



RE: Geschichtslosigkeit

   04.08.2007, 09:48 / 1 x geändert



Liebe Jolante,
etwas erschrocken bin ich über das, was mein Text zu Brachland bei dir ausgelöst hat. Ich kopiere ihn hier hinein:

________________________________________________________________________
Es gibt hier Texte, die zu schnell vergessen, zu selten gelesen wurden. Dieser gehört dazu - ein kleines Juwel. Das ist das eine.
Das andere ist: beim Suchen sah ich, dass du gestern Geburtstag hattest, liebe windflug. Ein kleines Geschenk kann dies Wieder-Heraufholen dann auch sein und ein Dank dafür, dass du uns geblieben bist, die leise, aber wichtige, weil immer auf die Sache bezogene Stimme von einer, die sich an allfälligen Streitigkeiten und Aufgeblasenheiten nicht beteiligt, sie sicher auch erlitten hat.

Sei herzlich gegrüßt! augustine
___________________________________________________________________________
_

Ich kann auch jetzt nicht erkennen, wodurch er dir die Unbefangenheit beim Kommentieren genommen haben soll. 'Allfällige Streitigkeiten und Aufgeblasenheiten' - etwas anderes kann ja das nicht sein, was du "Rundumschlag" nennst. Aber Streitigkeiten hat es doch gegeben, das ist eine Tatsachenfeststellung, und wird es wieder geben; "Aufgeblasenheiten" ist eine subjektive Bewertung mancher Kommentare, ja, aber auch die ist erlaubt.
Das andere Zitat steht hier oben. Und auch mal mich ein bisschen verspotten (so war es gemeint) ist doch erlaubt. Das findest du oberlehrerhaft?
Das einzige, was nicht erlaubt sein sollte, ist Dürftigkeit. Wir beide finden aber doch wahrscheinlich etwa dieselben Texte dürftig und dieselben gut. Jedenfalls empfand ich das bisher so.

Auch dies Forum hat ja mittlerweile eine Geschichte. Das ist naturgemäß unvermeidlich, und es wundert mich nur, wie kurz sie erst ist, aber wie lang sie mir schon vorkommt. Bei elises speak sense - Faden (ja, ich weiß noch, wie ich mich zuerst gegen diesen Text gesträubt habe und wie gut dann die Auseinandersetzung darüber wurde) wurde mir das sehr klar. Und eben auch, wie Kommentatoren, die zusammen oder auch gegeneinander schreiben zum Grundtext, wenn es jeweils mit Gründen ist, der Autorin/dem Autor weiterhelfen und einander ja auch.
Wer aber nur seine Texte hier einstellt und sich um die der anderen nicht kümmert, der verweigert sich doch dem "Ganzen". Ist es wieder oberlehrerhaft, das dann, jetzt, hier, eigennützig zu nennen?

Niemand kann alles sorgsam kommentieren, und (finde ich) man sollte das um Himmels willen auch nicht versuchen. Meistens ist es aber doch mit dem ersten/zweiten Lesen klar: da spricht mich was an, das lese ich noch mehrmals, dazu möchte ich auch schreiben. Das ist eine gefühlsmäßige Vorweg-Entscheidung und als solche gut. Denn alles ist ja auch noch eine Frage der Zeit, die jede/r hat.

Jolante, es ist gut, dass du geschrieben hast, was dich stört. Etwas irritiert bin ich doch noch immer.
Herzliche Grüße von augustine

PS: Da fallen mir die Vogel-Brüder ein. Hans-Jochen hatte den "Oberlehrer" ja gepachtet, weil er immerzu Akten unterm Arm hatte; SPD er, CDU Bernhard V. Politische Kultur hatten sie immer, Toleranz haben sie gelebt. Nun haben sie als alte Herren zusammen ein Buch geschrieben: Aus der Vogelperspektive. Ist das nicht gut?

PS 2: Du meintest das, was ich anlässlich Brachland in 'lesen/wiederlesen/wieder lesen' geschrieben habe!! Das kam tatsächlich erst mit einer Zeitverzögerung herauf. Aber auch dort: durfte ich das nicht schreiben?
Bitte, Jolante, lass dir doch nicht durch solche Meinungsäußerung die Unbefangenheit geraubt sein.
a.

 

      Jolante



RE: Geschichtslosigkeit

   04.08.2007, 13:42 / 1 x geändert



Liebe augustine,
ich danke dir für deine ausführliche und zurechtrückende Stellungnahme zu meinem Kommentar. Natürlich habe ich mich nicht auf die von dir oben zitierte Passage bezogen. Mich störte eher folgende Aussage: "Gelesen werden aber auch hier mehr die Beiträge, an die sich schnellfertige, onanistisch die eigenen Eitelkeiten befriedigende Kommentare anhängen (können). Ich denke, das ist ein struktureller Mangel.......
Zum hochgestochenen neuen Forumstitel und Unterzeile passen die oftmals nichts als plauderhaften Schwänze nicht.
Den Kommentar noch wieder zum eigenen Kunstwerk zu machen, das können hier (nach meiner subjektiven Meinung und sicher nicht in jedem Beitrag) zuppa, Gretchen, elis und lost. Marcel kann/könnte es auch, nur müsste er dann seine Kommentare auf Verständlichkeit hin durchkämmen......", usw.

Beim Wiederlesen wundere ich mich selbst über meine vermutlich einer akuten Überempfindlichkeitsphase geschuldeten Betroffenheit. Um es salopp zu sagen, ich habe gewackelt, bevor ich geschubst wurde. Lassen wir`s gut sein. Allergische Reaktionen auf (gefühlt) autoritäres Verhalten kann ich aber auch künftig nicht ganz ausschließen !:)

Versöhnliche Grüße
von Jolante

 

      rollerball



RE: Geschichtslosigkeit

   05.08.2007, 12:09 / 1 x geändert



Ob es möglich oder auch nur ratsam ist, ohne persönliche oder nationale Geschiche zu leben? Ich neige in fernöstlichem Fatalismus eher dazu, im Hier und Jetzt zu leben, Vergangenes ruhen zu lassen und nicht zu viel über die Zukunft zu spekulieren. Allerdings haben mir Erfahrungen wie die Technik der Familienaufstellung (Hellinger) gezeigt, dass wir alle Glieder einer unzerreißbaren Kette aus Vor-u. Nachfahren sind, deren Schicksale auf geheimnisvolle Weise über viele Generationen hinweg miteinander verknüpft sind.
Ob man aus Geschichte etwas lernen kann? Manche Aspekte der Weltpolitik scheinen dafür zu sprechen, manche dagegen. Mir fällt dazu auch gerade der legendäre österreichische (Ab-) Kanzler Bruno Kreisky ein, der einmal auf eine dumme Journalistenfrage nur grantig brummte: Lernen Sie Geschichte, ja?
Zum Sonett selbst ist nur anerkennend festzustellen, dass es makellos gebaut ist, mit einer wirklich originellen Wortschöpfung (?) bzw. dem überraschenden neutralen Gebrauch des Wortes Geschichte, was den interessanten Aspekt des Aufeinander-Schichtens von Erlebnissen und Ereignissen (wie bei einer Ausgrabung) bewusst macht.




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