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augustine
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20.07.2007, 21:50 / 1 x geändert
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Die BIBLIOTHEK DEUTSCHSPRACHIGER GEDICHTE gratuliert den 103 Preisträgern
des 10. Gedichtwettbewerbs! Über den ersten Platz und 500 Euro freut sich
Harald Woschitz aus Berlin, dessen Einsendung "taunus, cinemascope" mit
seiner sprachlichen Gestaltung, Originalität, Bildhaftigkeit und seinem
Inhalt die höchste Jurywertung erzielte.
taunus, cinemascope
gegenlicht nadeln gittern bilden chiffren
es beginnt mit einem aus
und aufatmen von kiefern fichten
oh täler weit das modern aufgeblendet
ein schnitt im weiltal ein zoom auf
kiesforellen im flussbett ohne fließen
vogelstimmen drosseln aus dem off
schwenk auf rasthof medenbach a3
federweiße fliesen rückblenden
in die tage in denen alle bäume
ihre eigenen namen hatten
die wahrheit - metapher nur, scherbengrün
von der tonspur ein entrauschtes schweigen
über all den stillgefrästen wipfeln
weit weit oh höhen täler und totale
im abspann immerhin echte gräser
gehen uns unter die haut
wachsen über alle fragen the end
Eben gefunden; vielleicht eine Qualitätsdiskussion wert. Oder sollte es möglichst bald wieder gelöscht werden?? augustine
Literaturwettbewerbe allgemein gute Zusammenstellung: http://www.uschtrin.de/preise.html

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Marcel Frank
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Ist das die ehemalige, eherne "Nationalbibliothek" ? Habe zuletzt die Preisträger 2001 o.ä. gelesen und das war brutal schlecht, man gab sich offenbar kaum Mühe zu verbergen, dass die (w)ho(h)le Veranstaltung eine einzige Gelddruckmaschine sei (Schreibkurse, ein paar Hundert Piepen für geschmeichelte Eitelkeiten usf.).
Diesen Text hier finde ich sehr stimmig. Das Hirn macht mit. Ich komme rhythmisch bei "das" (V. 4) nicht mit und sperrig "die wahrheit", zu bunt und abgehoben ist mir noch "von der tonspur ein entrauschtes schweigen", das fällt ganz aus dem Rahmen des Texts (auch wenn es "Akustik" gibt, "vogelstimmen" und so), "uns" ist überflüssig & "fragen" ein bisschen viel für den taunus. - aber das sind nur so Mini-Empfindungen, es entsteht kein konsequenter Widerwille gg. diesen Text, dessen Durchdachtheit doch nicht umständlich herbeidiskutiert werden müsste. Ich finde ihn zu gut, als dass er in diesen "miesen Bändchen" der Nationalbibliothek erscheinen müsste. Immerhin: Durch deren aufdringliches Marketing kommt man an diesen unaufdringlichen Text.
500 EUR für 1 Gedicht freilich ist ein guter Kurs.
m

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