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09.07.2007, 14:20 / 5 x geändert
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In den Zeitungen werden die Veranstaltungen zur El Gore Anregung mit viel Kritik beantwortet. In anderer, sehr kleiner Weise erlebten meine Tochter Lois und ich Sonntag, den 8. Juli 2007 in London.
Es sollte um 7 Uhr ein grosser Doppeldeckerbus uns 74 Saenger nach London bringen. Wir waren alle puenktlich da, aber der Bus kam erst 45 Minuten spaeter. Eine Zeit , die wir zu Gespraechen nutzten, aber die Stimmung war etwas ‘trueb’, denn Stehen , das wussten wir, wuerde noch reichlich auf uns warten waehrend des Tages.
Dann ging es los. Es war eine gemuetliche Fahrt durch den sonnigen Morgen nach London. Wir schafften es, trotz des morgentlichen Extra-Verkehrs bis 11 Uhr in der Royal Albert Hall zu sein. Direkt gegenueber liegt Kensington Gardens mit einem monumentalen , von Gold strotzenden Denkmal fuer Prinz Albert. Der Park ist sehr gross, wir hatten in einer der Pausen Gelegenheit , die wunderschoenen Anlagen zu durchwandern.
Unser Tag dort galt der Unterstuetzung der Alzheimer Society. Jeder von uns spendete etwa £ 40 , um daran teilzunehmen., jedes Programm kostete wenigstens £4.
Brian Kay ist ein sehr beliebter, Top-Musiker, Saenger, Dirigent. Die sehr guten Solisten waren Catherine Hopper (Mezzo-Sopran), Andrew Staples (Tenor) und Paul Carey Jones (Bariton). Wir alle waren der sogenannte “The Really Big Chorus” mit etwa 2000 Saengern und als Semi-Chorus wirkten die Oriel Singers. Es spielte das English Festival Orchestra.
In diesem Fall also mehr Musiker als Publikum. Die Saenger sitzen wie Publikum auf ansteigenden Reihen, die Albert Hall ist in dunklem Rot ausgestattet. Es gibt fuenf Raenge, wie bei einem Amphitheater. Der Dirigent in der Mitte, umgeben vom Orchester und den Solisten. Also sehr gute Sicht, wo immer man sitzt. Die Akustik war gut .
Alle Saenger des riesigen Chores kamen von Choeren in Buckinghamshire, Surrey, Bradford,, Oxfordshire, South Wales, Edinburgh,, Durham, Doncaster, Shropshire, Nottingham, Hampshire, Devon, Dorset, Norfolk und Suffolk.
Um die Stimmlagen sichtbar zu markieren, sollten die Soprane, Part 1,2,3 etwas Blaues tragen, die Altisten , Part 1,2 etwas Rotes , die Tenoere Kravatten, die Baesse etwas Dunkles.
Dieser Riesenchor “The Really Big Chorus” ist eine nationale Institution. (Jetzt werden vom”Concerts from Scratch” sogar Uebersee-Tourneen angeboten: fuer gesangsbegeisterte Saenger bestimmt ein interessantes, aber kostspieliges Angebot. z. B. im September : Roman Rendevous, oder im Oktober: eine Seefahrt von Athen ueber Istanbul, Constantza,Odessa,Sevastopol, Yalta,Varna und Dikeli bis zum Schwarzen Meer, im November:Capetown , um Haydns Schoepfung zu singen, oder Dezember: Haendels Messias in der Albert Hall.)
Diese Art von Konzerten existieren bereits seit 30 Jahren in der Albert Hall, um Charities zu unterstuetzen..
“The Dream of Gerontius” wurde 1900 komponiert. Es basiert auf einem Gedicht von Cardinal Newman, die ersten sehr erfolgreichen Auffuehrungen wurden in Deutschland gemacht.
Es geht um Gerontius, seine Gespraeche mit dem Schutzengel, welcher ihn begleitet auf dem Wege zu Gott, den Attacken der Daemonen und den Preis Gottes, ‘Praise of the Holiest’, in sehr gesanglichen Teilen, und einem fast an Wagners Ausdrucksstaerke gemahnenden Orchesterteil. Der Schutzengel nimmt Abschied von der Seele des Gerontius, ‘as it is consigned to purgatory.’
Die Dramatik wurde leider deutich in dem Ohnmachtsanfall einer aelteren Saengerin in unserer Gruppe., ‘Take me away’ waren gerade die Worte des Gerontius,als es passierte. Es stoerte fuer einige Zeit unsere Konzentration, bis ein Sanitaeter die Dame behandelt hatte, sodass sie den Saal unter Hilfestellung verlassen konnte. Natuerlich wurde der Zwischenfall nur von uns direkt Betroffenen bemerkt, das Konzert ging unvermindert weiter..
Edward Elgar lebte bis 1934, es ist eines seiner tiefgefuehlten und erlebten Chorwerke.
Die Heimfahrt durch das erleuchtete London mit den angestrahlten Gebaeuden ( Marble Arch, Westminster Abbey, Houses of Parliament, Big Ben), der Themse mit dem ‘London Eye’ (Riesenrad), den erleuchteten Bruecken, den Schiffen und den sich spiegelnden Lichtern auf dem Fluss, war besondes gut zu sehen von meinem Fensterplatz im Doppeldecker. Lois, meine Tochter, blieb in London , fuer eine Woche weiter bschaeftigt mit dem Schneiden der Scherenschnitte des kommenden Nussknacker-Buches nach E.T.A. Hoffmanns Erzaehlung.
Fuer Lois und mich war der Tag ein besonderes Erleben . Wir Beiden sangen zusammen im Sopran, Part 2/3. Fuer kurze Momente strahlten wir uns an und lachten noch nachtraeglich ueber die sehr witzigen Bemerkungen des versierten Dirigenten und Saengers Brian Kay. Seine natuerliche Art, grosse Menschenmengen anzusprechen und nicht zu ermueden, ist das Zeichen eines Profis. Er ist hier in England sehr beruehmt und ueberall verehrt und geliebt.
Dies war unser Beitrag in etwas anderer Form zur “Verhuetung” einer schlimmen Krankheit, die Millionen von Menschen befaellt, ear.

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