wie wirklich? · augustine · ·


Einsamkeit · Forum für Literatur & Germanistik
 

Neue Beiträge   |   Registrierung   |   Lesungen Literatur auf YouTube - Gedichte - Forum für Literatur und Germanistik  |   dradio   |   Archiv   |   l o g i n

 
~ Startseite
kafkaesk
~ Neue Beiträge
~ Beiträge suchen
Literatur
~ Prosa
~ Gedichte
~ Diskussionen
~ Literaturwissenschaft
Literatur
~ Leseliste
~ Forenliste
~ Gäste-Chat
Literatur
~ Impressum

  Online
gregor libkowsky

  Lesungen

  Piep, piep, piep...

  Aktuelle Themen

Dichte Reime

welt

Zwei Gedichte

Enjambements in Heyms Berlin III

G7sus4 (12-string) --> für chantal

Reise durch lit-on

Vatnajökull (prisma)

Achrad (6)

Trahisa (5)

Letzte Nacht

Straße

Glück ^^ Meine schönsten Aporismen !!!!!!!

Feierabendland

Mein Buchhändler

Ein Dogma

Distanz

in die nacht

Jahrestage

Der Musik Laden Faden II

Hausarbeit


 

      augustine



wie wirklich?

   06.07.2007, 20:39 / 6 x geändert



Der Mensch bedürfe des Menschen sehr,
Den Spruch führst du gerne im Munde.
Er klingt ja so ehern, klingt so hehr
Und trägt von viel Bildung die Kunde.

Du verwahrst ihn mit andern in einem Buch,
Und immer mal schmückt einer Briefe.
So stehst du bei manchem im feinen Ruch:
Du dächtest an ihn aus der Tiefe.

Doch ist es nicht so. Der Mensch, der du bist,
Er hilft nur dann, wenn's ihm beliebt.
Das heißt: deine Nächstenliebe, sie ist
Des Öfteren, sagen wir: recht getrübt.

Ich hätte ja einmal dich sehr gebraucht,
Hätt' deiner bedurft, hab' drum gerungen.
Doch bliebest du leider Madame Durchlaucht,
Hast dein eigenes Lied nur gesungen.

Das bleibt so. Ich weiß: Die Zitate vom Buch,
Es sind die Zitate. Nichts weiter.
Und kommt einmal wieder ein solcher Spruch –
Ich les ihn. Zerreiß ihn. Nichts weiter.

 

      Jolante



RE: wie wirklich?

   10.07.2007, 19:30 / 4 x geändert



"Der Mensch bedürfe des Menschen sehr", an diesem hehren Spruch entzündet sich die bittere Abrechnung eines lyrischen Ichs mit einem DU, das seinen wohlgesetzten Worten in der Regel keine guten Taten folgen lässt, das heißt: keine persönliche Zuwendung, keine praktische Hilfeleistung, wie auch immer. Es gibt wohl nur wenige beneidenswerte Menschen, die diese Erfahrung noch nicht machen mussten, auch ich könnte ein Lied davon singen.
Dein klar gegliedertes Fünf-Strophen-Gedicht, augustine, kommt diesmal in Reimen daher, recht ungewohnt bei dir. Es hat`s aber in sich. Das lyr.Ich führt dem Du ohne Selbstmitleid oder gar sentimentale Überempfindlichkeit vor Augen, was es von dessen "gebildeten" Sprüchen hält, die es sorgsam in einem Buch verwahrt und per Gelegenheit an den Mann bzw. an die Frau bringt. In der letzten Strophe wird das noch einmal schön verdichtet. Hier kommt eine abwinkende, melancholisch gefärbte Ironie zum Ausdruck, die mich auch an Heine oder wenn ich es ein bisschen tiefer hänge, an Erich Kästner denken lässt. Es könnte aus seiner "Lyrischen Hausapotheke" stammen, ist aber dennoch ganz unverkennbar "augustinisch". Schön !

LG Jolante

 

      zuppanova



RE: wie wirklich?

   11.07.2007, 15:08



grüsse euch alle.

gleich beim allerersten lesen drängte sich mir auf: das lyr.Ich ist eine tochter, die zu ihrer mutter (lyr.Du) spricht. dies schreibe ich natürlich ganz unter dem vorbehalt, dass die bilder, die in mir beim lesen entstehen, mehr mit mir selber als mit dem rezipierten text zu tun haben (können).

in der letzten strophe das gedoppelte "nichts weiter" zusammen mit "zerreiß ihn" unterstreicht die endgültigkeit des bruches zwischen lyrIch und lyrDu, wie ich finde: hier arbeiten auch die laute (das t in weiter, das ß in zerreißen) dem inhalt sehr gut zu.
einen focus würde ich gern legen auf dieses
<<
Ich hätte ja einmal dich sehr gebraucht,
Hätt' deiner bedurft, hab' drum gerungen.
>>
was für eine situation war das? worum ging es? an diesem punkt könnte ein neuer plot entstehen, so etwas wie eine abbiegung. übrigens war mir nicht entgangen, dass du an der stelle etwas verändert hast, augustine, und genau das, was du verändert hast, war mir als nicht-logisch aufgefallen gewesen. die andere veränderung, aus der "Menschin" eine "Madame" zu machen, empfinde ich auch als verbesserung.

lg, die nachmittagszuppa.

 

      augustine²



RE: wie wirklich?

   11.07.2007, 23:28



Liebe Jolante, liebe zuppa -
danke Euch für Eure Kommentare und das Reinknien in den Text zuvor; dir, Jolante, noch extra dafür, dass dir tatsächlich Heine bei meinem Versuch eingefallen ist. Der Vergleich ist zu großartig. Trotzdem: ich gestehe, als in meinem Kopf sich um die Rede "Der Mensch bedarf des Menschen sehr" mehr zu arrangieren begann, hatte ich Heineschen Tonfall im Hinterkopf...
zuppa: Tochter/Mutter - liegt nahe, so zu denken; aber nein: es war eine Situation mit einer Freundin (einer älteren aber, das ist wahr, die ich innerlich über lange Jahre sicher in Anteilen auch zur Mutter gemacht hatte; insofern ist das, was du schreibst, nicht falsch).

Ach, es ist immer problematisch, die Themen aus dem eigenen Leben zu holen. Und mit dem Hinweis darauf ist eigentlich ja auch nichts erklärt. Und vielleicht sollte man's lassen. Oder wenigstens nicht 'erklären'. - Was meint Ihr?

Liebe Grüße und eine gute, entspannte, Schlaf schenkende Nacht. augustine

 

      Elise



RE: wie wirklich?

   12.07.2007, 00:32



Hallo, augustine!

Zunächst: doch, ich finde, man kann und darf sich erklären. Ob man es soll, weiß ich ja nicht, aber ich finde es interessant zu erfahren, unter welchen Gedanken etwas zu Papier (bzw. auf den Bildschirm ... ) gebracht wurde.

Und nun sage ich: mein Schwerpunkt beim Lesen war gar nicht so sehr die Beziehung zwischen lyrischem Ich und lyrischem Du, sondern das, was über den Umgang mit "dem Wort" ausgedrückt ist in dem Text, und mich machte es betroffen, wie die Worte in ein Buch gesperrt und gesammelt werden wie aufgespießte Schmetterlinge, und nur tote Zettel werden gereicht, statt die Sprache lebendig hinausfliegen zu lassen in den Raum der Kommunikation.
Ich füge noch zwei Zitate an, um vielleicht etwas deutlicher werden zu lassen, was ich ausdrücken wollte.

Die wirksamsten Drogen der Menschheit sind natürlich die Worte. (Rudyard Kipling)

Worte sind wild, frei, unverantwortlich und nicht zu lehren. Natürlich kann man sie einfangen, einsortieren und sie in alphabetischer Reihenfolge in Wörterbücher stecken. Aber dort leben sie nicht. (Virginia Woolf)

Abendliche Grüße von Elis.
Und auch ich wünsche eine Schlaf schenkende Nacht rundum.

 

      augustine²



RE: wie wirklich?

   12.07.2007, 15:48



Liebe elis - ja, was du schreibst über die Worte, das betrifft wirklich das Gedicht. Zwar stimmt es zu sagen: der für mich einmal so schrecklich erlebte Wider-Spruch zwischen An-Spruch und Sprach-Losigkeit, den ich bis heute nicht vergessen habe, der mich auch (endlich) um meine sicher projektive Bewunderung dieser Freundin gebracht hat, der hat das Gedicht ausgelöst.
Aber ich habe es gesehen, d.h. ich war wirklich dabei (und das war erst vor 2 Jahren), dieses Büchlein, in das sie in meinem Beisein etwas eintrug, was ich gerade gesagt hatte. Bis dahin hatte ich über viele Jahre die Vorstellung, sie könne eben viel auswendig, es fiele ihr im passenden Moment ein, oder es steckten Zettel in Büchern oder dergleichen - aber dass da eine ein Büchlein holt mit Sprüchen und was Passendes raussucht für einen Briefschluss, das fand ich schauerlich.
Aber schlimmer war das Erleben, das ich im 1. Absatz angedeutet habe.
Danach hat es eine monatelange briefliche Auseinandersetzung gegeben, die nichts an Einsicht brachte. Dann, und auch das war ein langer innerer Prozess, konnte ich ihr verzeihen. (Ich schreibe das nicht, um mich zu rühmen, sondern um zu sagen: ich habe mit dem Verzeihen die projektive Erwartung loslassen können und ein Stück Freiheit gewonnen. Narben bleiben. Die Szene mit dem Büchlein war danach, beim ersten Wiedersehen.)
Danke, elis, dass du mir durch dein Lesen und Bedenken zu dieser Antwort den Anlass gegeben hast.)
augustine

 

      Elise



RE: wie wirklich?

   12.07.2007, 18:27



Hallo augustine,

vielen Dank für die offene und ausführliche Antwort auf meinen Beitrag, die für mich den Text abrundet und ergänzt. Was du von der Befreiung aus der Projektion und daraus folgendem Verzeihenkönnen sagst, meine ich sehr gut zu begreifen.

Viele Grüße von Elise.

 

      augustine²



RE: wie wirklich?

   12.07.2007, 23:16 / 1 x geändert



Lieber rollerball,
du hast dir die Mühe gemacht, privatim das Metrum durchzugehen - danke!

Trotzdem habe ich von deinen Vorschlägen nur zwei übernommen:
I,4: "Und trägt" (statt: "Expediert" - ich hab' da geschwankt zwischen dem erstgesetzten Wort, das ZU anspruchsvoll sein SOLLTE vom Sinn her, und zugleich hat es mich selbst gestört durch den steifen Klang; mit deinem Vorschlag bin ich aus dem Schneider, und der Vers selber ist noch steif genug (wie er sollte)

III,3: "deine Nächstenliebe" (statt: "deine Liebe zum Menschen"); "Mensch" - was sich auf die Überschrift auch beziehen soll - kommt in der Tat schon vor in der Strophe, und das genügt.

Zweimal (III,2 und IV,2) treffen Hebungen aufeinander. Das lass ich so; eine vielleicht etwas großartige Erklärung ist: da treffen auch die beiden unterschiedlichen Erwartungen bzw. Haltungen aufeinander und bilden eine Zäsur.

Das Metrum sollte sein ein 4-hebiger Trochäus mit Auftakt und mit 1- oder 2-silbiger Senkung. An vier Stellen, finde ich. nehmen deine Einfügungen dem Text die ja beabsichtigte Schärfe und machen zudem das Metrum hakelig.

Es ist schön, wenn ein Text auch so wahrgenommen wird! augustine - hab' eine gute Nacht!

 

      augustine²



RE: wie wirklich?

   27.07.2007, 05:48 / 2 x geändert



Sieh' mal einer an, was der Schiller so geschrieben hat ...

Ich kam erst eben, da der Schlaf mich floh,
auf die Idee, nach dem Zitat zu suchen.
Und bin erstaunt, von wem es ist und wo
zu finden; hier durch die Hintertür der ganze Kuchen:

DIE WELTWEISEN [=Philosophen]

Der Satz, durch welchen alles Ding
Bestand und Form empfangen,
Der Kloben, woran Zeus den Ring
Der Welt, die sonst in Scherben ging,
Vorsichtig aufgehangen,
Den nenn ich einen großen Geist,
Der mir ergründet, wie er heißt,
Wenn ich ihm nicht drauf helfe--
Er heißt: Zehn ist nicht Zwölfe.

Der Schnee macht kalt, das Feuer brennt,
Der Mensch geht auf zwei Füßen,
Die Sonne scheint am Firmament,
Das kann, wer auch nicht Logik kennt,
Durch seine Sinne wissen.
Doch wer Metaphysik studiert,
Der weiß, daß, wer verbrennt, nicht friert,
Weiß, daß das Nasse feuchtet
Und daß das Helle leuchtet.

Homerus singt sein Hochgedicht,
Der Held besteht Gefahren,
Der brave Mann tut seine Pflicht
Und tat sie, ich verhehl es nicht,
Eh noch Weltweise waren;
Doch hat Genie und Herz vollbracht,
Was Lock' und Des Cartes nie gedacht,
Sogleich wird auch von diesen
Die Möglichkeit bewiesen.

Im Leben gilt der Stärke Recht,
Dem Schwachen trotzt der Kühne,
Wer nicht gebieten kann, ist Knecht;
Sonst geht es ganz erträglich schlecht
Auf dieser Erdenbühne.
Doch wie es wäre, fing der Plan
Der Welt nur erst von vorne an,
Ist in Moralsystemen
Ausführlich zu vernehmen.

"Der Mensch bedarf des Menschen sehr
Zu seinem großen Ziele,
Nur in dem Ganzen wirket er,
Viel Tropfen geben erst das Meer,
Viel Wasser treibt die Mühle.
Drum flieht der wilden Wölfe Stand
Und knüpft des Staates daurend Band."
So lehren vom Katheder
Herr Puffendorf und Feder.

Doch weil, was ein Professor spricht,
Nicht gleich zu allen dringet,
So übt N a t u r die Mutterpflicht
Und sorgt, daß nie die Kette bricht
Und daß der Reif nie springet.
Einstweilen, bis den Bau der Welt
Philosophie zusammenhält,
Erhält sie das Getriebe
Durch Hunger und durch Liebe.

 

      Younis der Poet



RE: wie wirklich?

   20.09.2007, 22:45



Den Spruch führst du gerne im Munde.
Der Mensch bedürfe des Menschen sehr,
Und trägt von viel Bildung die Kunde
Er klingt ja so ehern, klingt so hehr

Und immer mal schmückt einer Briefe.
Du verwahrst ihn mit andern in einem Buch,
Du dächtest an ihn aus der Tiefe.
So stehst du bei manchem im feinen Ruch:


Lg,younis

 

      augustine²



RE: wie wirklich?

   27.09.2007, 14:10 / 1 x geändert



Das Zitat, auch die zusammengestoppelten zitierten Zeilen, mit deiner Unterschrift versehen, ist ein Plagiat, begreifst du das? Plagiat heißt: sich fremde Texte aneignen und sie für eigene ausgeben.
Verschwinde.
augustine

 

      Younis der Poet



RE: wie wirklich?

   28.09.2007, 22:42 / 1 x geändert



Ich hätte ja einmal dich sehr gebraucht,
Hätt' deiner bedurft, hab' drum gerungen.
Doch bliebest du leider Madame Durchlaucht,
Hast dein eigenes Lied nur gesungen
.das bist du und das hast du geschrieben.......

i dont know what to say , i did read your text my way and theres no need to be rude and impolite ,and i dont know you , if you want to be a good wrieter you must play your part within the social society becouse your word is you .

thank you very much for your understanding.


younis

 

      augustine²



RE: wie wirklich?

   29.09.2007, 00:19



Du bist leider so tumb, dass es schon mitleiderregend ist, und auf Englisch nicht weniger.
1) Wenn ich oder wer auch immer irgendwas geschrieben habe/hat, so bin ich nicht identisch mit diesem Text, Herr "Poet". Da du mich außerdem, wie du selbst sagst, nicht kennst, kannst du logischerweise auch nicht sagen: "das bist du".
2) Wenn du in der Tat offenkundig nicht weißt, was zu sagen sein könnte - ja, da sag' doch einfach nichts.
3) Lesen kannst du, wie du willst und kannst, aber das (Un-)Verständnis, das sich offenkundig daraus bei dir ergibt, solltest du gleichfalls bei dir behalten, jedenfalls bei meinen Texten.
4) Der Rest ist schlichtweg Unsinn.

Ich meine es ernst; ich verbitte mir weitere Kommentare zu meinen Texten. augustine

 

      wohlgesonne



RE: wie wirklich?

   29.09.2007, 02:44 / 2 x geändert



Younis ist *freiwillig zensiert vom Autoren*. Dass Du auf ihn reagierst, verwundert mich.

Ich find Deinen Text nicht übel, nicht auf den Olymp der Du-bist-nicht-bei-mir-Texte gehörend, aber mit Sprachgefühl und lokaler Originalität ausgestattet.

Erinnerte mich thematisch irgendwie an Hesses 'Bei Nacht', da kann man sich gipfelmäßig orientieren. Ich darf es wohl leider nicht hier zitieren.

Fazit: augustine gut bis inspirierend, Younis doof (und meiner Ansicht nach auch so gewollt), Hesse 'rules' - Gruß an lost.

 

      Younis der Poet



RE: wie wirklich?

   29.09.2007, 11:53



Du bist wer "du" bist
Ich bin anders..............................................

 

      Elise



RE: wie wirklich?

   29.09.2007, 19:15



Weitere Diskussionen darüber, wer der bessere Mensch sei bzw. wie man ein besserer Mensch wird, bitte per PN.
Elise.

 

      Elise



RE: wie wirklich?

   29.09.2007, 20:16 / 1 x geändert



@ wohlgesonne
Zitieren, da hast du recht, besser nicht (70-ger-Jahre-Regel). Aber du kannst einen Link zu dem von dir erwähnten Hesse-Gedicht setzen, so zum Beispiel, oder du greifst einzelne Stellen heraus und begründest oder erläuterst etwas genauer, warum der eine Text dich an den anderen erinnert.

 

      wohlgesonne



RE: wie wirklich?

   06.10.2007, 02:39 / 6 x geändert



Als Erstes nehme ich meinen 'persönlichen Angriff' auf Younis zurück - Dieser ist einer meiner hunderten, wenn nicht tausend Persönlichkeiten zuzuschreiben (-> Steppenwolf), zudem drogenbeeinflusst (->Naked Lunch). Die Verantwortliche entschuldigt sich.

Da ich im Grunde ein flinker Kopf bin (was PCs betrifft), aber hier - wie immer - betrunken, erfasse ich die Link-Technik im Augenblick nicht, möchte aber darauf hinweisen, dass das von Elise verbundene Gedicht nicht das ist, was ich meinte.

Ich meinte 'Bei Nacht' und kenne es von Hesses 'Aus Indien'. (Der berühmte Band, in dem er beschrieb, wie ihm auf der Reise sau-übel wurde.)

 

      Suum cuique



RE: wie wirklich?

   19.11.2007, 22:01 / 4 x geändert



Hallo Augustine,

bezugnehmend auf Deine "harsche" Kritik an meinem Gereimten - ich verzichte für Dich jetzt mal auf "Gedicht" - möchte Ich Dir anhand Deines Werkes aufzeigen, was ich meine, wenn ich sage, das auf "Schöndichtung" manchmal verzichtet werden kann. Ich meine aus Deinem Gedicht herauszulesen, das Dir das Mitzuteilende in diesem Moment wichtiger war als wirklich gute "Reime". Da musste einiges passen. Ich erhebe den Anspruch auf einer höheren Ebene zu spielen nicht, deshalb feindet mich Deine Kritik - und Deine Aufforderung zur Herausnahme meines Beitrages auch nicht an. Ich bin amüsiert.

Ich lese aus Deinem Gedicht die Aufarbeitung des Verlassenwerdens und der tiefen Enttäuschung durch einen Mann, der eine andere Frau Dir vorzog (kurzer Prosa-Satz). Das schmerzt und mehr noch der Gedanke, dass der Partner das Versprochene Dir gegenüber nicht leisten konnte/wollte. Deshalb die Herabsetzung der anderen Frau und die Negierung der Versprechen (der Treue) deines Partners. Fertig aus. Da hättest Du ruhig mal Ars..... sagen können und richtig Gummi geben. Für Dich und Deine Seele.

Ich hoffe Du hattest eine gute Begleitung in der Zeit und stehst jetzt wieder fest mit Freude im Leben. Lob für das Werk oder für Deine Stärke als Frau kann ich nicht ableiten. Shit happens, every day. Das Du den "Engländer" so abgewatscht hast, find ich ebenfalls amüsant. Er würde bestimmt die selben Zeilen in Deinen Blog schreiben um zu sagen, das das sein Werk ist...... So ein Quatsch. Er hat für meinen (ganz persönlichen Geschmack) die Sätze ins bessere gedreht (Metrum?)... geht besser ins Blut. Du hast aber recht. Es ist Dein Gedicht und das macht man nicht.

Wenn ich das sagen darf, ohne Dir und den Anderen zu nahe zu treten, lobt ihr euch gegenseitig schon recht gehörig und bewegt euch auch in der Beurteilung in poetischen Ebenen als ginge es um den Preis des feschesten Dichters dieses Forums (Welt.... All) zum Teil echt HURZ-Dichtung.

Ist ja auch OK, wenn es denn die Seele pflegt und Spaß macht.

Ich hoffe, ich störe in diesem Forum nicht, vielleicht findet Ihr diese Form der Kritik ja aber auch anregend. Ich habe viel Spaß, bei mehr oder minder guten Texten und z.T. sehr lustigen Lobhudelungen und Vergleichen (Kafka, Brecht und Hesse). Kinder, das ist ein eigener Planet hier. Ich verspreche auch neue Werke... ist da noch Gelassenheit...




Views heute: 5.768 | Views gestern: 4.482 | Views gesamt: 5.487.809