Vatnajökull (prisma) · Elise · ·


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      Elise



Vatnajökull (prisma)

   30.05.2007, 00:00



prisma

weit von hier in einem lichtdurchfluteten raum
ein riesiger kubus aus glas
mit wasser vom gletscher Vatnajökull gefüllt.
wasser: opak. die partikel im wasser:

sie sinken.
setzen sich ab. sediment.
einst wird das milchige wasser
ganz klar sein: der gläserne kubus ein prisma:

es flutet das licht hinein und hindurch
und hinaus. so klärt sich:
erklärt sich:
die zeit.

 

      augustine



RE: Vatnajökull (prisma)

   03.06.2007, 00:03



Ich las das Gedicht nun schon mehrmals, aber ich komme nicht recht weiter.
Hier also meine Verständnisbrocken - vielleicht macht jemand anders weiter:

es gibt:
einen lichtdurchfluteten Raum
einen Kubus aus Glas, der zum Prisma wird (also lichtdurchlässig, lichtbrechend)
darin Gletscherwasser vom Wassergletscher, opak (undurchsichtig)

es gibt nicht: Menschen - obwohl ja irgendwer den Kubus gemacht und befüllt haben muss; wie??
das ist "weit von hier" - märchenweit?

die Partikel im Wasser sinken, setzen sich ab als Sedimente, das Wasser wird klar, das Licht kann hindurchfluten; das nutzt nichts zu sagen, es ist bloß Nach'erzählung'
vielleicht kann man die Sinkgeschwindigkeit von Sedimenten messen, abhängig von ... (keine Ahnung);
so klärt/erklärt sich "die zeit" ?? die zeit, die den Menschen noch bleibt, bis die Gletscher geschmolzen sein werden?

einigermaßen ratlose Grüße, elis, diesmal, von augustine

 

      ear



RE: Vatnajökull (prisma)

   04.06.2007, 07:26



Liebe Elise, viel Dunkel bleibt mir, aber einen kleinen Versuch mache ich:
Da der Vatnajoekull einen groesseren Teil Icelands bedeckt, wird ihm als Gletscher besondere Aufmerksamkeit gegeben. Gletscher liegen in Iceland ueber Vulkanen, welche gelegentliche kurze Ausbrueche haben.
Von den Faroer Islands soll man den Vatnajoekull-Gletscher sehen koennen, auf Grund einer atmosphaerischen Refraktion.
Koennte der Gletscher selbst das ‘Prisma’ sein mit lichtbrechender Fraktion ? Denn von den Faroer Islands soll der Gletscher sichtbar sein. Der Vulkan unter Vatnajoekull gilt als sehr aktiv. Sedimente sinken, sie bleiben fuer Forschung als ‘Zeit’ erkennbar . Ich vermute, dass der Grund des starken Schmelzens nicht Klimawechsel, sondern die grosse Aktivitaet des Vulkans ist.

 

      windflug



RE: Vatnajökull (prisma)

   10.06.2007, 14:51



Hallo Elise,

dein Vatnajökull gibt Rätsel auf und beschäftigt mich jetzt schon seit geraumer Zeit. Ein paar Gedankensplitter dazu:
Da ist einmal ein Kunstwerk, ein großer gläserner Kubus gefüllt mit Schmelzwasser aus einem riesigen Gletscher in Island, unter dem ein mächtiger Vulkan rumort. Zwei besondere Orte: Island, das ich mir immer als nicht ganz angekommen in der heutigen Zeit vorstelle, ein Gebiet, in dem Menschen irgendwie Randfiguren bleiben, der ganz von Natur und Mythologie und ihren rätselhaften Kräften beherrscht wird, und dann dieser Ort "weit von hier", der "lichtdurchflutete raum", in dem sich der Kubus befindet. Zuerst dachte ich, es könnte sich um ein tatsächlich existierendes Kunstwerk handeln, aber ich habe nichts gefunden. Ich könnte mir jedoch ein solches Werk vorstellen als Reflexion über: Zeit.
Zeit als langsames Absinken von Partikeln, die ein Sediment bilden. Ich muss an die Entstehung von Fossilien denken - im Sediment lagert das Gedächtnis der Welt. Bei diesem Prozess entsteht aber noch etwas anderes. Das Wasser klärt sich, wird durchlässig für Licht. "so klärt sich: erklärt sich: die zeit". Ich sehe hier eine sehr positive, optimistische Sicht auf das Wirken von Zeit. Wenn wir abwarten, die Trübungen sich absetzen lassen, klären sich Dinge, reinigt sich vieles von allein. Das Problem ist nur, dass immer wieder von Neuem der Bodensatz aufgewirbelt wird. Aber das Bild des riesigen Kubus, der ganz allmählich zum lichtbrechenden Prisma wird, irgendwo auf der Welt, ist ein ganz starkes, wie immer bei dir so lange poliert und "effiliert", bis nur noch das Wesentliche stehen bleibt und immer noch Rätsel offen lässt.

Liebe Grüße
windflug

 

      zuppanova



RE: Vatnajökull (prisma)

   13.06.2007, 16:08



Serv.s Elis.

Hab ein Experiment gemacht mit deinem Text, indem ich ihn einem mir bekannten Mathematiker + Physiker vorlas, welcher ganz unempfänglich für lyrische Schwingungen sofort das Phänomen der Lichtgeschwindigkeit einerseits und das der Sedimentbildungsgeschwindigkeit andererseits aufgriff und mich belehrte, die Lichtgeschwindigkeit c betrage knapp 300.000km/sec (im Vakuum; im Wasser dann nur noch rund 225.000km/sec), so dass das Licht die Erde in jeder Sekunde so und so oft umrunde, nämlich ungefähr 300.000km geteilt durch 42.000km, und das Licht komme folglich jeden Tag 300.000km mal 60 mal 60 mal 24, also (im Kopf ausgerechnet) 26 Milliarden km weit (wohin? wohin rennt denn das Licht dauernd?).

Er, der Physiker, sagte dann weiter auch einiges über Einstein und Zeit und Relativität und über Teilchen (nicht: Partikel!), was aber hier nicht wiedergegeben werden muss. Nur das:
Sinkende Partikel (nicht: Teilchen!), verglichen mit dem pfeilschnellen Licht, seien - nun, langsam; langsamer als die langsamste Schnecke, und eigentlich könne man das gar nicht vergleichen.

Da hast du also, Elise, den Menschen (der in diesem Text ja nur indirekt als mutmaßlicher Hersteller von mit partikelreichem Gletscherwasser gefüllten, in lichtdurchfluteten Räumen weit weg von hier sich befindenden, riesigen Glaskubussen auftaucht) zwischen ein sehr "schnelles" und ein eher "langsames" physikalisches Phänomen gestellt - indirekt, wie gesagt - wobei die Geschwindigkeit beider Phänomene ohne die Wahrnehmung durch den Menschen doch gar nicht existierte. Oder?

Auf jeden Fall steht der Text richtig unter ‚Philosophie’.
Man käme "mit der Zeit" leicht von Mike Sandbothe [link] (den ich ein wenig geschwätzig find, wahrscheinlich wissenschaftsbetriebsbedingte Wortkränkeleien) über Heidegger rückwärts zu Kant --- wenn nur die Zeit nicht immer so knapp wär ... meint halt
die zuppa.

 

      Elise²



RE: Vatnajökull (prisma)

   17.06.2007, 00:40



Hallo, ihr vier,
danke euch für die Kommentare hier.

augustine, wir haben uns ja schon per eMail ein wenig ausgetauscht.

ear, dass du zum Gletscherwasser das Vulkanfeuer hinzufügst,
gefällt mir sehr gut. Solche Polaritäten, solche Spannungen - ein Vulkan
unter dem Gletscher, der diesen zum Schmelzen bringt - das ist eine Sache,
die mich sofort anspricht. Vielleicht eine Idee, darüber zu schreiben.

windflug, deine Vermutung war doch richtig. Ja, es gibt ein solches Kunstwerk,
Roni Horn, eine New Yorker Künstlerin (link) hat in Island (das ist: "weit von hier")
eine "Bibliothek des Wassers" geschaffen.
Davon hatte ich gelesen, und dachte darüber nach, und mir fiel "Zeit" dazu ein.
Das Bild, das ich immerzu im Kopf hatte dazu, das wollte ich beschreiben,
in Worte bringen. Das war der Auslöser.
Ich bin erfreut, dass du es herausgelesen hast.

zuppa, dein Kommentar ist so ... vieldeutig? ... ich weiß
nicht - wahrscheinlich verstehe ich ihn einfach nicht.
Dennoch dankeschön.

Gute Nacht allen, Elis.

 

      ear



RE: Vatnajökull (prisma)

   17.06.2007, 07:18 / 2 x geändert



Liebe Elie, , endlich kam deine fiebrig erwartete Erklaerung in der Ausstellung der Amerikanerin Roni Horn-, fuer mich eine Neuentdeckung.
Dank fuer den NZ Artikel.
Island als Inspiration:jede der erwaehnten Photo-Serien in ihrer Vielfalt verzerrend, eine 'Obsession'. Dann das 'Wasser' selbst in ihrer 'Bibliothek der 24 Gletscherwassersaeulen'. Die durch sie hindurch zu sehenden Menschen und die verzerrte Landschaft- und immer wieder 'traumhafte Szenen' mit Wasser, dem teuersten Kleinod der Welt in seinen vielfaeltigen Erscheinungen.
Elise, das war ein Stueck 'Zauberei' von dir. Sehr bereichernd fuer mich, danke, ear.

 

      Elise²



RE: Vatnajökull (prisma)

   18.06.2007, 00:38



Liebe ear,
das freut mich, was du schreibst. Eigentlich dachte ich mir insgeheim, dass der Hinweis auf Roni Horn gerade dir gefallen könnte.
Liebe Grüße zur späten Nacht, Elise.
PS: Danke dir für die ermutigende PN ... ach ...

 

      augustine



RE: Vatnajökull (prisma)

   27.06.2007, 19:47 / 1 x geändert



Nochmal ich zu diesem Gedicht, elis, mehr mit weiteren Fragen als mit Verstehen:
1) es steht unter Philosophie; warum nicht unter Surrealismus? denn surreal ist sie doch, diese Vorstellung von einem Kubus irgendwo weit weg, den ein, dieser Gletscher angefüllt hat
2) wenn er ihn immer weiter anfüllt, läuft der Kubus immerzu über, dann kann sich nichts klärend setzen; wenn der Gletscher aber überhaupt schmilzt - warum sollte er aufhören?
3) natürlich habe ich auch nachgelesen über die Geologie des Vatnajökull, also auch vom Vulkan darunter gelesen, fand ihn aber im Text nicht wieder und ließ dann eine Spekulation; jetzt kommt aber doch eine: bräche er aus, wäre alles zerstört
4) ein Kubus ist eine vollkommene geometrische Form; warum lässt du ihn mit Gletscherwasser gefüllt sein und auf einem Vulkan stehen??
5) auch die Kaaba in Mekka ist ja ein Kubus, übrigens vor-islamisch (wie auch Allah; da hatte er auch eine Gefährtin, Allat ... ); ich kann keine Verbindung herstellen zu dem Glas-Kubus hier, aber hab' immer mal wieder daran gedacht
6) hast du auch das gemeint: DIE Geschichte ist auch DAS Geschichte, und so klärt sich alle/jede Geschichte irgendwann einmal - wenn man ihr surreales Abbild nicht auf Gletschern errichtet über Vulkanen ...
augustine, die (du hast es eben gelesen) öfter an dich denkt; vielleicht hast du es sogar gemerkt ...

 

      mmazzurro



Vatnajökull (prisma)

   02.02.2012, 21:54 / 1 x geändert



also: vatna (isländisch) heißt ja zu deutsch Wasser, und jökull (isländisch) Gletscher. Der Name des größten isländischen Gletschers rührt, neben dem ohnehin vielen Schmelzwasser, das ganze Flüsse speist, eben von immer wieder vorkommenden, verhehrenden Fluten und Überschwemmungen in den Vorländern, wie sie infolge von Vulkanausbrüchen unter dem Gletscher und dem dadurch bedingten raschen Abschmelzen großer Eismassen auftreten.

Die Erklärung der Gletschermilch, so heißt nun mal im geologischen Sprachgebrauch das infolge Feinteilen trübe Schmelzwasser quasi aller Gletscher, geschieht hier im Gedicht sehr umständlich. Die Sedimentation der Feinteile, es handelt sich überwiegend um Tonpartikel mit einer Korngröße kleiner 0,002 mm, also 2 µ, geschieht eigentlich erst in quasi stehendem Wasser, sogenanntem Stillwasser, wie es ein See darstellt. Aus den Mecklenburger Seen und manchen Alpenseen und vielen anderen Seen mehr sind ja solche Seetone bekannt.

Wenn Du Licht durch ein solch trübes Wasser in einem Glaskubus sendest, dann wird ein Teil des Lichtes absorbiert an den Feststoffpartikeln, ein Teil wird gebrochen, und zwar in diesem Fall meist mehrfach infolge der vorwiegend ungeordneten Ausrichtung der Feinpartikel im Wasser.

Die Erklärung der Zeit damit erscheint mir sehr weit hergeholt.

Und, dass der Kubus, also ein Würfel, ohne ersichtlichen Grund, zu einem Prisma wird, stimmt nun mal überhaupt nicht.

Was Du wohl sagen wolltest, liebe Elise, ist eben die Faszination der Lichtbrechung in der Gletschermilch, der große Gletscher Vatnajökull als Naturschönheit an sich, und vermutlich den Faktor Zeit, versinnbildlicht durch das langsame Absetzen, Sedimentieren, der Feinteile über quasi sehr lange, schon geologische Zeiträume?

Nur sprachlich erklärt mir der Text, ich deute ihn mal als Gedicht (?) viel zuviel und entwickelt die Bilder und Stimmungen nicht durch die Sprache, den Klang, den Rhythmus, die Wortwahl ... z.B. absetzen oder riesig oder gefüllt oder erkläret sich sind sehr unlyrische Worte für das Wecken von Gefühlen, Bildern im Leser. So wirkt es doch sehr bemüht oder angestrengt. Und Prisma ist ein sehr ungeschickter Titel, finde ich, der funzt nicht.

Warst Du schon einmal auf Island an einem Gletscher dort oder an einem Schmelzwasserfluss oder einem See? Sonst ürdest Du das erhabene Gefühl, das Erlebnis sicher schlichter, einfacher und klarer ausdrücken!

Ich mach mal einen Vorschlag für die Stimmung, wie ich sie mir vorstellen könnte:

[weit von hier, kann man ganz weglassen, das ist Island für uns immer] in einem lichtdurchfluteten raum
ein [riesiger, ein reines Füllwort für etwas großes, der Vatnajökull ist groß, sehr groß, das muss ich nicht noch erklären] kubus aus glas
mit [wasser vom gletscher, warum nicht sofort hier die Gletschermilch?] Vatnajökull gefüllt.
wasser: opak. die partikel im wasser:

sie sinken.
setzen sich ab. sediment.
einst wird das milchige wasser
ganz klar sein: der gläserne kubus ein prisma:

es flutet das licht hinein und hindurch
und hinaus. so klärt sich:
erklärt sich:
die zeit.

usw....

das würde dann in etwa zu:



in einem lichtdurchfluteten raum
ein kubus aus glas
darin deine gletschermilch Vatnajökull
opak
sinkt sie in die zeit
wird klar
wird licht
das flutet

durch mich
und alle zeit



? so auf die Schnelle fürs Erste ?

Liebe poetische Grüße
werner

 

      Elise²



Vatnajökull (prisma)

   03.02.2012, 08:51



Zitat:
z.B. absetzen oder riesig oder gefüllt oder erkläret sich sind sehr unlyrische Worte für das Wecken von Gefühlen, Bildern im Leser

Hallo mmazzurro,
ich glaube nicht an "(un)lyrische Worte für das Wecken von Gefühlen, Bildern im Leser".
Ich glaube an das große Chamäleon.

Womöglich ist mmazzurro nicht der Richtige ("Leser") für dieses Gedicht.

Elise

 

      Felix



   03.02.2012, 14:49 / 1 x geändert



(Eine gerechte Elise würde ihr Werk löschen.) delete!

Eine selbstgerechte Elise würde ihr Werk löschen.

 

      Elise²



@Felix

   03.02.2012, 16:26



Wie Du weißt, sind Kurzkommentare, Offtopic-Beiträge und Spam nicht erwünscht.
Elise

 

      augustine



vatnajökull

   03.02.2012, 17:11 / 2 x geändert



Ich glaube, ich sehe mehr als vor Jahren.

Es könnte ein Traum sein, den dies Gedicht in Worte fasst. Insofern bleibe ich bei 'Surrealismus'.
Aber denke nun: mit diesem Material, mit diesen Bildern vom sich klärenden Wasser wird das Umgehen mit aktuellem Erleben und vorweggenommener Erinnerung daran vorgeführt. Das Wasser erst trübe, dann geklärt in dem Licht, in dem auch der trübe Kubus schon stand: ein lyrisches Zeichen für diese aus Erleben sich speisende Zuversicht, dass man schlimme Erfahrungen hinter sich lassen kann. Dabei kommt es auf genaue geologische Begrifflichkeit vielleicht nicht an.-

Die Übersetzung des Titel-Begriffs habe ich damals offenbar nicht nachgeschlagen; die jetzt zu finden, war mir hilfreich.

Und, ja, es gefällt mir, dass die Formel vom "hungrig umtänzeln" des Ursprungstextes, ursprünglich eine, die MF eingefallen war und seitdem doch immer mal wieder zitiert wurde, auch hier wieder erscheint.

augustine

 

      Jochen18



Vatnajökull (prisma)

   03.02.2012, 21:27 / 2 x geändert



Das Wort "Wasser" kommt so oft vor, dass es (das Wort und das Zeilenbrüchige) mich doch recht anödet. Ich empfehle gretchens blauen Sack.

 

      Gretchen



Nur Große kriegen Dr. Benns!

   03.02.2012, 23:37



Zitat:
Das Wort "Wasser" kommt so oft vor, dass es (das Wort und das Zeilenbrüchige) mich doch recht anödet. Ich empfehle gretchens blauen Sack. Kurzerhand.

Was?
Nix da!
Meinen schönen blauen -> Dr. Benns (klick it <-) kriegen NUR die GANZ GROSSEN BERGE, die Riesen, die Neuntausender der Hobbylyrik, die mit den langen Regen(fällen) in den langen Alleen und dem nassen Asphalt auf den staubigen Feldwegen deiner Kindheit und der disparat gekünstelten -> Abgedroschenheit im Krähengenäst (sic, ne ita) über dir. Also, was ich sagen will: Ein Dr. Benns für so einen kleinen Vatnajökulloderwas mit seinen vier (1, 2, 3, 4) winzigen Wassern --- das wäre doch direkt Perlen vor die Sau, oder?


. . . . . . . . . . . Gretchen grüßt

. . . . . . . . . . . . . . . . . . -> Zur Endmuräne (sic!)



mmazzurro schreibt: >> weit von hier, kann man ganz weglassen, das ist Island für uns immer <<

Hm. Diese Wendung, mit der das Gletschergedicht beginnt, "weit von hier", die sollte nicht fehlen, das ist imho so eine Art magische Formel, so wie die Märchen immer mit "Es war einmal ..." beginnen. Das öffnet einen zusätzlichen Raum hinter den Worten, das w-e-i-t-et; ist auch vllt. so etwas wie ein Wurmloch, das einen ruckzuck nach Ganzwoandershin transportiert. Also, da würd ich nix weglassen ... dasselbe gilt für "riesig": Die Größenangabe ist (zugleich auch) eine Metapher. So summasummarum finde ich augustines Ansatz schon deutlich überzeugender als den von mister mmazzurro. Um die Naturschönheit(en) Islands geht es wohl eher nicht. Die sind hier Mittel zum Zweck, Vehikel, aber nicht Thema. Glaube ich.




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