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gregor libkowsky
mmazzurro
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arisia (Gast)
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04.04.2007, 00:10 / 10 x geändert
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... und immer wieder Apokalypse
Immer wieder Krieg auf der Welt,
Immer noch Hunger.
Die Seuchen ziehen mit den Vogelschwärmen,
und unersättlich* streift der Tod durch die Lande.
Wer wollte da noch bezweifeln,
daß die Reiter mitten unter uns sind.**
* “ungesättigt” durch “unersättlich” ersetzt
* “weilen” durch “sind” ersetzt

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lost
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arisia, was mir nicht gefällt, ist: dass die Reiter "weilen".
ihr "weilen" geht zwar gut mit dem "bezweifeln" zusammen,
als Assonanz, aber - weilen Reiter? entspricht es den apokalyptischen Reitern,
zu weilen? was, wenn du schriebest: "mitten unter uns sind"?
es wäre dann auch die letzte Silbe betont, also männlich,
der apokalyptisch-reiterischen Männlichkeit angemessen.
gut gefällt mir: "Die Seuchen ziehen mit den Vogelschwärmen".
ein ganz realer Bezug ist herzustellen, zugleich bleibt es ein Bild.
eine schöne Balance.
regards a.m., lost.

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ear
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Krankheit, Hunger, Krieg und Tod waren Symbole in Duerers 'Apokalyptischen Reitern'. Du bringst noch das Aktuelle der Seuchen verbreitenden Vogelschwaerme hinzu und vielleicht einen Hinweis, auf die tuerkischen Truthaehne in Norfolk.
Ja, lost hat recht, mit dem fehlenden maennlichen Reim wirkt dein Gedicht noch besser.L. G. ear

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Jolante
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Dir ist ein aussagestarkes Gedicht gelungen, das mich auch in seiner Gestaltung anspricht. Ich finde, lost hat Recht mit seinem Vorschlag, das "weilen" durch "sind" zu ersetzen. Ich persönlich würde auch die zweite Zeile erweitern: "Immer noch Hunger und Katastrophen". Der Rhythmus bliebe dennoch gewahrt.
Gruß Jolante

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arisia (Gast)
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08.04.2007, 10:51 / 4 x geändert
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hi, lost, ear und Jolante,
erst einmal lieben Dank für eure Kommentare und die Kritik.
Ich habe das letzt Wort “weilen” nun wieder durch “sind” ersetzt, so hatte ich es schon in der
vorletzten Fassung. “Sind” ist stärker, eine harte Kandenz, setzt einen Punkt zum Punkt.
Ich ging wochenlang mit dem Text schwanger, hatte ihn in mehreren Spielarten, - Prosa, sehr
längliches Gedicht in freien Rhythmen, kürzeres Gedicht in Reimen, - ausgearbeitet, aber alles
blieb unbefriedigend.
An der Zeile -
“Die Seuchen ziehen mit den Vogelschwärmen”
biß ich mich aber fest, bis ich nach langem Ringen und vielem vielem Streichen dann zu
der jetztigen Fassung gelangte. [mit sind am Ende].
Dann machte ich mich an die Bearbeitung noch anderer Gedichte, und der allgmeinen
Veränderungswut fiel auch leider das SIND, zum Opfer, die Assonanz hat mich plötzlich
überfallen, wie lost schon anmerkte, was letztendlich dem Text aber nicht bekommen ist,
das ist zu schwach, zu schwamming.
Sie SIND da, die Reiter, PUNKT.
Weshalb ich jetzt auch noch das Fragezeichen am Ende durch einen Punkt ersetzte.
liebe Grüße und frohe Ostern
arisia
P.S.
hm, Jolante, die Kastrophen würden den Hunger verwaschen, den Satz schwächen.
Ich hatte in den vorherigen Formen auch schon die Katastrophen drin, aber es geht
mir doch mehr um den Hunger, den heute von Menschen gemachten Hunger, denn
an Nahrungsmitteln für eine weltweite Versorgung mangelt es ja nicht, zum einen.
Zum anderen will ich wegen der vier Reiter ja auch bei den vier dazuge-
hörigen Begriffen bleiben, “Krieg, Hunger, Krankheit [respektive in älteren Texten
Pest, was gut mit Seuchen zu ersetzten ist,] und Tod.
nochmals Grüße
arisia

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ferdi
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"Sind" statt "weilen" gefällt, und "Katastrophen" haben im Text nichts zu suchen, finde ich :)
Wenn überhaupt, würde ich ihn noch etwas straffer formulieren:
... und immer wieder Apokalypse
Immer wieder Krieg auf der Welt,
Immer noch Hunger.
Die Seuchen ziehen mit den Vogelschwärmen,
und ungesättigt streift der Tod durch's Land.
Wer wollte noch bezweifeln,
daß die Reiter unter uns sind.
Aber dieser Verzicht auf "da" (wahlweise "noch" - mich stört das gemeinsame Auftreten, zu viel Füllwörter aun einer Stelle), "mitten", und den Plural "Landes" ist sicherlich nur ein Ausdruck persönlichen Geschmacks.
Insgesamt ein stimmiges Werk :)
Ach ja: Bei "ungesättigt" denke ich automatisch an "Fettsäuren", nicht an den Tod. Ist das mein persönliches Problem?!

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Elise
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Guten Abend -
was ich hätte sagen wollen, ist bereits gesagt.
Da du es ansprichst, ferdi: "ungesättigt" lag auch mir
ein wenig im Magen, wenn ich den Text las. Es ist, von
den Fettsäuren abgesehen, ein 'negativer' Ausdruck.
Ich würde eher versuchen, einen 'positiven' zu verwenden,
könnte sein "beutelüstern", "opfergierig", "lebenschlingend",
am Ende wohl gar "menschenfressend" ---
irgendwie so. Kann hier natürlich nur Sachen anbieten, die
meinem Sprachfeld entspringen, aber vielleicht wird doch
verständlich, was ich meine.
Und für Straffung bin ich auch immer ... meistens ...
Abendlichtgrüße von Elise.

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arisia (Gast)
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02.05.2007, 08:47 / 4 x geändert
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hi, ferdi und elise,
ich habe die letzten Tage immer wieder am “ungesättigt” geknabbert.
Deine Vorschläge Elise passen insoweit nicht, weil ich das “immer hungrige”, das “niemals satt werdende” des Todes ausdrücken will. Hunger kommt aber im Text schon mal vor, so daß nur “hungrig” eine Wiederholung wäre, und mir auch zu schwach im Ausdruck.
Heute morgen kam mir dann ein Wort zugeflogen, etwas altertümlich, daß auch evtl. seltsame Assoziationen wecken könnte. aber das ausdrücken würde, was ich meine, nämlich
nimmersatt
also
“und nimmersatt streift der Tod durch die Lande”
was haltet ihr davon?
Ich habe es mir jetzt nochmal laut vorgelesen, irgendwie befriedigt es mich dennoch nicht richtig. “ungesättigt” paßt einfach lautmalerisch und melodisch besser in den Text als “nimmersatt”, evtl. müßte man im Geiste die Werbesprüche eben außen vor lassen. Die Werbung verarbeitet so viel Vokabular, frau kann nicht auf alles was die Werbung bringt Rücksicht nehmen, und deswegen nicht in Texten verweden. hm
durch “die Lande” habe ich deswegen gewählt, weil ich den Plural betonen möchte, mir “durch die Länder” aber zu prosaisch wäre und “Welt”, was passend wäre, aber auch schon im Text vorkommt.
Bei den, wie du schreibst, Füllwörtern ferdi, bin ich noch am Überlegen, es geht um den Sprechfluß, aber nicht nur.
“Da” ist nicht als Füllwort gemeint, sondern als Verkürzung von
“in dieser Situation jetzt”, und “mitten” dient zur Vestärkung, würde beim mündlichen Vortrag auch das betonte Wort der Zeile sein.
hm, hm, hm, alles gar nicht so einfach
vielleicht hat ja noch jemand Ideen dazu.
nachdenkliche Grüße
arisa

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windflug
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Hallo arisia,
warum nimmst du nicht "unersättlich" - es ist vom Klang her ähnlich, aber es erscheint mir stärker als "ungesättigt". Den Rest des Gedichtes finde ich sehr eindrücklich, Füllwörter ohne Funktion entdecke ich nicht. Ich hätte mich eher gemeldet, hatte aber den Beiträgen der anderen nichts Neues hinzuzufügen.
Liebe Grüße aus dem Trainingsraum
windflug
P.S. Der Trainingsraum ist eine neue Einrichtung an unserer Schule, wo Schüler, die keine Regeln einhalten können, über ihr Verhalten nachdenken können. Die Zunahme massiver Störungen ist für mich auch eine Erscheinungsform der Apokalypse.

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Jolante
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Hallo, arisia,
ich finde windflugs Änderungsvorschlag hervorragend. Schade, dass ich nicht selbst draufgekommen bin. Dass die "Katastrophen" nicht reinpassen, leuchtet mir ein. Das Gedicht ist es wert, sich weiter mit ihm zu beschäftigen.
Liebe Grüße
Jolante

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Elise
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Oh ja, diesen Vorschlag von windflug finde ich auch gut,
das könnte ich mir hier vorstellen.
Liebe Grüße aus einem Büroraum, mittagspausierend,
Elise.
(Büroräume können durchaus auch apokalyptisch wirken ... )

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arisia (Gast)
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02.05.2007, 20:44 / 3 x geändert
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hi, windflug, jolante und elise,
danke euch für die nochmalige Rückmeldung, und ganz besonders dir, windflug.
“Unersättlich”
ist genau das Wort, daß ich gesucht habe. Manchmal sieht frau den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Ich werde es gleich ändern.
offtopic -
auch in der Schule von zwei meiner Enkel gibt es seit ein paar Monaten einen Trainingsraum, das ist auch bitter nötig.
Die in den 70igern so propagierte antiautoritäre Erziehung war ja überwiegend eher “keine Erziehung”, und die Kinder von damals, ohne Erziehung, haben heute Kinder. Ja, und das müssen wir jetzt ausbaden. seufz
liebe Grüße
arisia glücklich zu dem gesuchten Wort gekommen zu sein

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