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Online
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gregor libkowsky
mmazzurro
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Gerd
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21.03.2007, 21:40 / 3 x geändert
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die Beete der Nacht
verströmen
Deinen Duft
Zartbitterrose
leicht
gleitet
Dein Schleier hin
öffnen sich
Deine warmen Quellen
so
trink ich Dich ganz
vom
zarten Saum
Deiner Lippen
schmilzt
in
Deinen Augen
der letzte Schnee

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augustine
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Lieber Gerd, ich wollte erst mehrfach gelesen haben, ehe ich schrieb. Wollte auch nachgelesen haben, was ich vermutete: 'Beet' und 'Bett' sind EIN Wort und (hübsch, deshalb verkneife ich es mir nicht, hier zu schreiben: die gemeinsame idg. Wortwurzel bedeutet: graben, stechen). Das hast Du aber sicher gewusst. Es zu schreiben kommt mir fast etwas grob vor angesichts des so zarten wie kräftigen Gespinstes Deines Gedichts. 'zartbitter' erklärt sich selbst daraus; vielleicht ist das Wort doch nicht ganz glücklich gewählt, weil natürlich jeder zuerst an die entsprechende Schokolade denkt - vielleicht soll er/sie das aber? Auf den streichelnden 'ei'-Laut beim leichten Hin-gleiten-lassen der leichten letzten Bekleidung wäre noch hinzuweisen, dann nur noch auf eins, und das ist eine Frage: "schmilz" als Aufforderung, oder fehlt ein 't' (nur: bei Dir fehlen eigentlich nie Buchstaben)? - An die Stelle der EISBLUMEN ist eine lebendige ROSE getreten ...
Wie schön, dass Du wieder hier bist. Und welche schöne Leichtigkeit dies Gedicht hat.
Ganz herzlich augustine

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Gerd²
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Liebe augustine,
vorab eine kurze Antwort zum kleinen "t". Ich habe nach dem Einstellen noch ein wenig an der Form gebastelt. Dabei hat sich das kleine "t" offensichtlich in den noch warmen Falten eines Leinenabsatzes versteckt. Nun ist der kleine Widerspenst wieder da. Ich danke Dir.
Herzliche Grüße
Gerd

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ear
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Mit Aquarellfarben muesste dein Gedicht gestaltet werden, um die Atmosphaere der waehrend der Nacht so viel staerker duftenden Buesche einzufangen. Ich sehe in dem Titel ‘Zartbitterrose’ nichts Suesses oder Suessliches, sondern die vielseitigen Aspekte der Liebe.
Alles ist ‘in Fluss’: vom ‘gleitenden Schleier’, den ‘warmen Quellen’ bis hin zum ‘letzten schmelzenden Schnee’.L.G.ear

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Jolante
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Hallo Gerd,
ich bin immer wieder überrascht von der Feingliedrigkeit deiner erotischen Gedichte. Sie zergehen einem auf der Zunge. Aber damit habe ich in diesem Falle auch ein kleines Problem. Sieh es mir nach, auch ich bin ein Opfer der allgegenwärtigen Werbung. Bei "zartbitter" denke ich sofort an Milka, "die zarteste Versuchung, seit es Schokolade gibt." Wenn du aber gerade diese Wirkung beabsichtigt hast, dann ist das wiederum sehr pfiffig.
Gruß Jolante

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arisia (Gast)
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hi, Gerd,
zuerst fällt mir die Wiederholung des Titels auf, der sich im Textzusammenhang
zur Ansprache wandelt, damit wird der Zusammenhang klar.
Das Bildfeld, das du für dein Gedicht benutzt bleibt durchgehend in der Natur
verhaftet,
”Beete der Nacht”,
“leicht
gleitet
Dein Schleier hin”
erinnert an Nebelschleier
“warme Quellen” an Geysire,
der “zarte Saum Deiner Lippen”
korrespondiert mit dem Rand der Beete,
abgerundet wird alles vom
“letzten Schnee”.
Da der Schnee trotz seines Weiß Seins metaphorisch zur Nacht gerechnet wird,
schließt sich hier der Bogen von der ersten zur letzten Zeile.
Mir gefällt die schwebende Leichtigkeit, mit der du diese Bilder verknüpfst.
Eine schöne Hommage an eine Liebe.
liebe Grüße
arisia

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augustine
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28.03.2007, 08:35 / 2 x geändert
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zu ears und arisias Kommentaren:
Ich wundere mich, warum einem erotischen Gedicht nicht seine Eigenart gelassen werden kann:
* zum Verständnis der Metapher "Beete der Nacht", die duften, braucht man doch nicht die doppelte Bemühung einer anderen Kunst (des Aquarells) und nicht die der blühenden Büsche in der Nacht; es kommt mir vor, als würde das Gedicht, das doch aus sich selber spricht, in seiner eigenen Sprache nicht als zulänglich angesehen
* der "gleitende Schleier" - was hat er mit fortgleitenden Nebelschleiern zu tun? was die "warmen Quellen", o Gott, mit Geysiren? Saum der Lippen, dieser, mit dem Rand von Beeten?
Natürlich stammt erotisch-sexuelle Metaphorik aus der Natur. Aber das wissen wir doch alle.
Eine andere Überlegung ist: dürfen, vielleicht müssen nicht Gedichte eines Autors auch in Verbindung mit anderen dieses Autors gelesen werden? Dann hätte das Schmelzen des letzten Schnees eine Verbindung zu den Eisblumen im vorigen Gedicht. (Beides Naturmetaphern, freilich, ja.)
augustine

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ear
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Salve, augustine,
Ich verstehe nicht, warum du Gerd, der das Gedicht schrieb, eine Antwort vorwegnimmst. Nur er als Author sollte unsere Antworten bejahen, uebergehen, oder ablehnen. Ansichten ueber 'Liebe' und wie sie sich aeussert, sind halt verschieden.ear

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augustine
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Liebe ear, das haben wir über lange Zeit anders gehalten, und ich wüsste auch nicht, warum das nicht weiterhin so sein sollte. Für mich gehört es zum lebendigen Austausch dieses Forums.
Sei gegrüßt, zurück aus Rom und sicher übervoll mit Eindrücken. augustine

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arisia (Gast)
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hi, augustine,
vor längerer Zeit warfst du mir mal vor, sehr autoritär in meiner Interpretationsweise
zu sein. Ich konnte das nicht so ganz nachvollziehen, frage mich aber, was du
gerade tust. Interpretationen können von ganz verschiedenen Ansätzen her gestaltet
werden, hast du 10 Leute, hast du evtl. 10 unterschiedliche Interpretationen.
“Natürlich stammt erotisch-sexuelle Metaphorik aus der Natur. Aber das wissen wir doch alle.”
Da wir ja anscheinend alle alles wissen, könnten wir ja auch zu den Gedichten schweigen,
aber darum geht es ja wohl nicht, oder?
Es ist auch eine Form der Interpretation, das Gesagte in eigene Worte zu fassen, um dem
Text näher zu kommen, siehe MarceL Franks Beitrag in der Rubrik Gedichte:
“Fragen, die man an Gedichte stellen kann”
Grüße
arisia

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rollerball
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Wunderbare Bilder, die meine Fantasie anregen, subtil verschlüsselte Metaphern - die zarteste Versuchung, weitere Gedichte von dir zu lesen!

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