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ear
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10.03.2007, 09:34 / 1 x geändert
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Am fuenfzehnten Vierten gibt’s einen Tusch
Auf unseren Dichter, den Wilhelm Busch,
Die ‘Fromme Helene’ und ‘Alphabet’
Die Saat fuer so manches Werk hat gesaet.
Der ‘Fliegende Frosch’ und der ‘Wankelmut’,
Sie gaben uns Lachen und taten so gut.
Der ‘Vetter Franz auf dem Esel’ gar
Ein ‘Muster der Schnelligkeit’ stellte er dar.
‘Innerer Wert’, ‘Wankelmut’ und die ‘Romanze’
Kamen bei ‘Max und Moritz’ aufs Ganze.
‘Kritik des Herzens’, ‘Zu guter Letzt’
Uns in manch schoene Stimmung versetzt.
‘Der Schmetterling und des ‘Eduards Traum’
Sind wenig bekannt, man glaubt es kaum.
Gemaelde, Zeichnungen , viele der Skizzen
Zeigen beruehmte Menschen im Sitzen.
Wichtige Briefe und Bildhauerei,
Ihm war das Kleinste nicht einerlei.
Endlich noch’Enten’ und ‘Osterhas’,
Er gab uns Menschen so viel Spass!

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Jolante
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Hallo, ear,
mit deinem Gedicht hast du eine originelle Art gewählt, uns anlässlich seines nahenden Geburtstages an Wilhelm Busch zu erinnern. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich außer der Frommen Helene sowie Max und Moritz nichts von ihm in Erinnerung behalten habe. Du hast nun meine Neugierde geweckt, mich mal wieder mit seinem Werk zu befassen. Dankeschön :)!
Es grüßt dich
Jolante!

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zuppanova
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ja, ear, dass du an Wilhelm Busch erinnerst!
das wirft mich gleich in einen kindheitserinnerungsstrom hinein.
es war nämlich so: da, wo ich aufgewachsen bin, in meinem elternhaus (und die grossmutter lebte auch mit in der familie), sehr abseits aller weltläufigkeit, da gab es - von den gesangbüchern, katechismen, heiligenlegenden und dickeren oder dünneren bibelausgaben einmal abgesehen - genau ZWEI bücher;
eine ziemlich zerlesene ausgabe von Grimms Märchen und einen dickdicken sammelband Wilhelm Busch mit sehr vielen bildern, unkoloriert. mit fünf oder sechs jahren habe ich begonnen, nach und nach sorgfältigst die bildchen im Wilhelm-Busch-buch auszumalen, mit dünnen, immerzu abbrechenden farbstiften, die ich teilweise nass leckte mit der zungenspitze, um den farben mehr dichtigkeit und glanz zu verleihen. diese selbstgestellte aufgabe befriedigte sehr, bot sie doch eine möglichkeit, mich herauszuziehen aus dem familiengetriebe und beim malen ungestört und unentdeckt die gedanken spazieren zu lassen, wohin auch immer diese wollten.
sobald ich annähernd lesen konnte (auch so mit fünf jahren etwa), waren die Grimms und der Busch meine tägliche lektüre, manches las ich mir selbst laut vor, vieles verstand ich nicht.
besonders interessiert haben mich die märchen "Jorinde und Joringel" (oh, so wunderbare namen!), "Das singende, springende Löweneckerchen" (was denn nur ist ein Löweneckerchen?!), „Allerleirauh“, "Märchen von einem, der auszog das Fürchten zu lernen", "Die weiße Schlange", ach, und viele andere mehr, und bei Busch die "Fromme Helene" samt Vetter Franz ---> die strahlten so etwas ominös-reizvoll-geheimnisvoll-verbotenes ab, die beiden, das gefiel dem sonderbaren kind.
also, ear, danke dir für das einstellen dieses textes! von zeit zu zeit wandere ich gerne zurück in die fossilen schluchten der kindheit, und diesmal hast du es mir ermöglicht!
lg, zuppa.

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ear²
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Hallo Jolante, Danke fuer deinen Beitrag. Vielleicht erinnerst du dich an das koestliche Geschehen mit Fritz und Ferdinand, welche gemeinsam dem Nachbarsmaedchen eine Birne klauen wollen; Fritz kann mit der Birne entwischen aber Schramm schlaegt mit dem Stock auf Ferdinand ein. Zuletzt wird die Freundschaft der Beiden sehr strapaziert, denn:
“Die Kaethe hat den Fritz gekuesst, Worauf sie eine Birne isst “.
Hallo zuppa, ich freue mich ueber deine Kindheitserinnerungen. Grosse Busch -Alben gab es auch in unserer Familie und zitiert wurde gern, auch bei uns. Mich faszinierten die genial hingelegten Skizzen, das dramatische Geschehen, welches so fast hoerbar und riechbar auf den Seiten erschien., dass ich erst einmal genauestens die Bilderfolge betrachtete, bevor ich auch den Text las. Manche Satire begriff ich erst spaeter, aber der Reiz des Ungewoehnlichen war eben da.
Auswendiglernen machte grossen Spass.
(Die Kuenstlerin Heike Franz-Lammers fand in der ‘Frommen Helene’ eine Nische fuer eigenes Theater und am 11. Februar 2007 fand die Urauffuehrung einer Oper zur ‘Frommen Helene’ mit Musik von Eduard Rushton statt. )
Deine Schilderung, wie du die Szenen ausmaltest mit staendig broeckelnden Buntstiften und dem Anfeuchten , um eine tiefere Farbe zu erreichen, ist einmalig getroffen, vielen Dank dafuer. Moege Wilhelm Busch die diesjaehrigen 175 Jahre seines Geburtstages gut ueberstehen, denn naechstes Jahr wird es bestimmt wegen seines Todesjahres Gedenk-Feiern geben. Wilhelm Busch gilt als Erfinder des Comic Strips.

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