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Online
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gregor libkowsky
mmazzurro
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Jolante
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19.02.2007, 13:04 / 1 x geändert
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Es krokusst gelb in meinem Garten,
die Silberkätzchen müssen warten.
Die Luft ist kühl und fächelt kaum,
noch träumen Veilchen keinen Traum.
Von fern ein leiser Harfenton ?
Nein, Wäscheberge rufen schon.
Darunter hab ich froh erkannt
mein olles blaues Seidenband.
Ich lass es flattern auf der Leine.
Du, Frühling, komm
und mach mir Beine !

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augustine
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Hallo, Jolante! Grüß Dich zur Fast-Nacht (hat elis heute Morgen geschrieben). Eine kleine Gabe hast Du uns da serviert, die Wortwitz, Mörike-Anspielungen und leise Melancholie und ein Angehen gegen sie, dazu noch Deine Reim-Begabung doch beinahe fröhlich verbindet. War schön zu lesen!
Liebe Grüße von augustine

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ear
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19.02.2007, 13:38 / 1 x geändert
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Ein sehr gekonnt humorvolles Erinnern an Moerikes Gedichte, einer, dem kurzen Fruehling gleichend, schnell wieder entschwindenden Liebe, oder wie in der Lorelei (Heine), fuer Schiffer Gefahren bringend. Die traeumenden Veilchen, ein leiser Harfenton und das von Moerike beschworene blaue Band, welches zum ‘ollen’ blauen, bereits verwaschenen, aber noch geliebten Band wurde.
Und doch wird der Vor-Fruehling geahnt, gesucht, erwartet, damit er neue Energie bringt, auch wenn er einen Berg von Waesche im Fruehlingswind lediglich 'faechelt', statt lustig zu wehen. ear

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zuppanova
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grüss euch alle! und -
mir gefällt es auch, Jolante: ein auf 2007 und weiblich sozialisiert
getrimmter Mörike, sozusagen. (und ich wär nicht zuppa, wenn
der ruf von wäschebergen mich nicht lockte ...). es ist fein gemacht,
dein gedicht.
auf die assoziation zur fastnacht wär ich von selber vielleicht gar nicht gekommen, passt aber, natürlich:
vorfrühling, naturgeister wachen auf, werden geweckt.
zwar leb ich nun schon lange da, wo man die fastnacht "faaaaa~sching"
nennt, aufgewachsen bin ich aber hinter hügeln, tälern und
wieder hügeln fernab in einer "fasnet"-gegend:
mit glocken, schellen, rätschen, rasseln, ruten, saublasen, scherenzangen
bewaffnet zogen um diese jahreszeit schwer vermummte gruppen
(die männliche jugend in saft und kraft war es natürlich!) durchs dorf und
auch durch die wälder, wiesen, äcker drumrum, stampfend, lärmend, laut und kehlig singend
(die texte jener gesänge möchte ich hier nicht wiedergeben, den dialekt verstünde ohnehin niemand)
weithin wahrnehmbar, revier markierend, ein mummenschanz zum fürchten, aber auch zum freuen,
authentisch lebendig jedenfalls, wenn auch alkoholexzesse nie ausgeschlossen werden konnten:
ein alles in allem ganz sozialverträgliches loswerden von überschüssigen kräften,
mal so über die stränge schlagen, die sau rauslassen, sich alle machen, ohne dass was kaputt geht -
und ein hauch von ganz altvergangenem geisterglauben war auch dabei -
später brannten dann die grossen funken auf den feldern:
magische feuer, riesige holzstösse, nur in gemeinschaft aufzurichten,
winterverbrennung, aufräumen, neubeginn -
"sich selbst und der natur beine machen".
ein funken war immer ein ereignis von starker anziehungskraft,
auch eine art barocker sozialer magie.
ich schreibe das, weil es noch so wach ist in mir.
lange her, und doch trennt mich nur eine hauchdünne
membrane von dieser zeit.
lg an alle, danke für dein gedicht, Jolante, und -
fröhliche FAST NACHT noch ...
zuppa.

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arisia (Gast)
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hi, Jolante,
dieses kleine Vorfrühlingsgedicht kommt mir heute gerade recht, befinde ich mich ja selbst so etwas wie in “Auferstehung”.
Es dauert zwar noch etwas, bis zum 19 Mai, bis ich mich an einem eigenen Garten erfreuen kann, dafür rufen auch mich ausnahmsweise einmal die Wäscheberge, die sich, während meiner diesmal lange währenden Abwendheit am Alltagsgeschehen, angehäuft haben.
Verzeih, daß ich heute mal weniger auf Struktur und solche Dinge eingehe, dein Gedicht gefällt mir einfach und hellt meine Stimmung auf, es macht mir sozusagen Beine, und ich geh mir jetzt ein Primelchen für die Fensterbank kaufen.
liebe Grüße
arisia

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