Das bucklicht Männlein · augustine · ·


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      augustine



Das bucklicht Männlein

   06.02.2007, 21:03 / 11 x geändert



Manchmal bleiben ganz kurze Begegnungen in der Erinnerung haften, manchmal haben sie Folgen. Ich habe angefangen, einige solche "Augenblicke" aufzuschreiben.
Hier die erste Geschichte:

DAS BUCKLICHT MÄNNLEIN
Ein S-Bahn-Zug fuhr ein, einer mit diesen alten Waggons, die man vom Bahnsteig aus erklimmen musste, schwierig für Behinderte und Mütter mit Kinderwagen und Alte. Mühsam stieg einer ein mit Bechterew-Buckel, noch gar nicht so alt. Er war zudem hässlich. Es gibt selten Menschen, die wirklich hässlich sind. Ich meine solche, deren Gesicht nicht einfach unauffällig ist, sondern wo Proportionen nicht zusammen passen. Dieser erschien mir hässlich, ja. Unter einer schmächtigen Stirn saß auf der Nase eine Brille mit dickem schwarzem Gestell. Zugleich sah der Mann klug aus.
Es war nicht mein Zug, in den er eingestiegen war. Aber ich erklomm noch schnell den Wagen, ehe die Türen sich schlossen, warum, hätte ich in dem Moment nicht sagen können, setzte mich ihm schräg gegenüber und sah ihn an. Er sah mich gleichfalls an, musste dazu den Kopf etwas angestrengt heben, und sprach als erster:
"Warum sind Sie mit eingestiegen? Warum sehen Sie mich so durchdringend an? Dies ist nicht der Zug, mit dem Sie eigentlich fahren wollen. Mir scheint, Sie wollen mich etwas fragen, und wissen nicht, wie Sie's anstellen sollen. So?"
"Nein, doch, bitte verzeihen Sie, wenn ich zudringlich war. Es stimmt, ich fahre Ihretwegen mit diesem Zug. Sie sehen so klug aus. Ich würde Sie gern etwas fragen. Beschäftigen Sie sich mit Philosophie? Religion? Oder: was die Menschen Gott nennen? O, ich sehe: Sie sind Jude."
Er trug einen ganz kleinen Davidstern an einem schmalen Kettchen um den Hals. Das war schon wieder nicht mehr ungefährlich in Deutschland.
"Ja, ich bin Jude. Ich bin zum ersten Mal in Deutschland. Ja, ich werde einen Vortrag halten an der Evangelischen Akademie über das Christentum aus der Sicht eines Juden. Jesus, der Sohn der Mirjam. Ich merke, die Erinnerung an all die: nun ja, Ereignisse, ist hier in Deutschland weitgehend verschwunden, so im allgemeinen. Meine Eltern sind nach Palästina ausgewandert, 1931 schon. Ich bin dort geboren. In der so genannt heiligen Stadt Jerusalem. Ich wünschte, sie wäre das nicht geworden. Hätte es doch so angedauert, wie Josua schreibt: dass die Juden die Jebusiter nicht vertreiben konnten aus dieser ihrer Stadt Jerusalem und dass sie dort zusammen gelebt hätten, weil es anders nicht ging. Seit den Juden das mit dem einen unsichtbaren Gott eingefallen ist, sind sie hochmütig geworden."
"Sie glauben nicht an diesen Gott? Aber Sie tragen den Davidstern!"
"Ich glaube nicht nicht. Aber ich glaube auch nicht. Ich frage. Und will, dass andere auch fragen. – Deshalb muss ich in drei Stationen aussteigen."
"Ich würde Sie gerne fragen. Ich weiß erst seit kurzem, dass eine meiner Großmütter Jüdin war. Ihr Mann hat sich scheiden lassen. Sie hat sich umgebracht, als Sie ein kleiner Junge in Palästina waren."
"Ich fliege übermorgen nach Israel zurück. Besuchen Sie mich in Jerusalem. Hier ist meine Karte. Bereiten Sie sich gut vor. Jerusalem ist schwierig, weil die Jebusiter nicht mehr mit den Juden zusammenleben. Aber die Palästinenser sind da. Und: dürfen sie nicht dort sein? - Kommen Sie unbedingt. Shalom."
"Shalom. Salam. Und danke."
Dieser Gruß. Jener Gruß. Dieses Volk. Jenes Volk. Diese Stadt.
Ich bin geflogen.

AugenblickeBlickwinkel 3

 

      Jolante



RE: Augenblicke Blickkontakte 1

   09.02.2007, 17:19 / 3 x geändert



Liebe augustine,

es ist eine sehr ungewöhnliche Begegnung, von der du in deiner Kurzgeschichte
in ruhigem Ton, aber dennoch spannend, erzählst. Sowohl der Aufbau als auch die Gestaltung sprechen mich an. Zum Inhalt habe ich noch Fragen: Hast du den Titel "Das bucklicht Männlein" nur wegen des Bechterew-Buckels des Protagonisten gewählt, oder gibt es dafür noch einen anderen Grund ?
Ich assoziiere das bucklichte Männlein, das mir aus der Liedsammlung "Des Knaben Wunderhorn" in der Vertonung von Zemlinsky geläufig ist, vor allem mit Missgeschick im Alltag, auch mit dem ungewollt Bösen, das dieses Männlein symbolisiert. Da fehlt mir allerdings der Bezug zu der Geschichte. Die andere Frage scheint mir dringlicher. Bestätigst du mit dem zwar klug aussehenden, aber hässlichen, buckligen Mann nicht Klischees, die "dem Juden" anhaften ? Ich bin ganz sicher, dass du gerade das Gegenteil beabsichtigst, aber warum dann dieses Etikett ? Hätte das Kettchen mit dem Davidsstern nicht genügt ?
Du hast viel in die kleine Geschichte hineingepackt, Persönliches (das Schicksal der jüdischen Großmutter) wie auch Geschichtlich-Religiöses (die Jebusiter und Juden in Jerusalem). All das hast du geschickt zueinander in Beziehung gesetzt und mit der politischen Aktualität (Israelis/Palästinenser) konfrontiert. Der Jude lädt die Ich-Erzählerin nach Jerusalem ein und gibt ihr auf, sich gut vorzubereiten. Den Schluss finde ich besonders gelungen ("Shalom. Salam. Und danke." Dieser Gruß. Jener Gruß. Dieses Volk. Jenes Volk. Diese Stadt. Ich bin geflogen.")
Ja, die Geschichte ist wunderbar erzählt. Nur das Porträt des Juden finde ich etwas überzeichnet. Aber das sagte ich schon.

Liebe Grüße
Jolante

 

      augustine²



RE: Augenblicke Blickwinkel 1

   09.02.2007, 19:07 / 3 x geändert



Liebe Jolante, jetzt nur Dank für Deine sorgfältige Lektüre. Ich schreibe noch zu Deinen Einwänden. Im Faden ist der Text vom bucklichten Männlein (so kannte ich es bisher; wusste nicht, dass Zemlinsky den Text vertont hat). - Die andere literarische Anspielung ist Kafka, Ein Bericht für eine Akademie; aber leider zu lang zum Einstellen; im PROKEKT GUTENBERG unter: 26 Erzählungen.
Es kommt noch was. Liebe Grüße von augustine

 

      Marcel Frank



RE: Augenblicke Blickkontakte 1

   09.02.2007, 20:59



Bei "bucklicht Männlein" kommt mir diese Assoziation: Buddenbrooks, resp. Hanno. Der knäbliche Hanno dringt in Literatur ein und ihn fasziniert die Figur des "bucklicht Männlein" (in einem Verstext ?). Es ist dort, glaube ich, ein Dekadenzsymbol.

Stereotypische Darstellungen, nicht nur von Juden, sind ja ein mühsames Thema. Im TV-Programm erlebt man sie täglich, als Dauerbrenner (Comedy - mit fast allen Lizenzen). Ich bin mir unsicher, ob "das Jüdische" (essentiell) überhaupt ein Thema sein kann (im Sinne einer Merkmalssemantik). Weiter außerhalb könnte dann eine Perspektive nicht liegen. Aufgemerkt allerdings habe ich beim unsichtbaren Gott und dachte unfreiwillig an den Pascal'schen deus absconditus und christliche Apologie. Ich glaube, über sowas hält heute aber niemand mehr Vorträge (Populärwissenschaft ausgenommen).

Mal den Finger in die Wunde gehalten: Wenn der Typ Türke gewesen wäre, hätte der Text dann noch das, wie soll man es nennen, "Bedeutsame" ? Der Bereich des Nicht-Gesagten überwiegt den Bereich des Gesagten in diesem Text eindeutig. Alles ist voller Zeichen.

 

      Gretchen



RE: Augenblicke Blickwinkel 1

   12.02.2007, 18:29




"Überblicke ich meine Entwicklung und ihr bisheriges Ziel, so klage ich weder, noch bin ich zufrieden."


"Ich glaube nicht nicht. Aber ich glaube auch nicht."


Hei, augustine,

mit dieser Geschichte tu ich mich sehr schwer: ich verstehe nicht, was ausgesagt werden soll, worum es denn nun eigentlich geht.
Es kommen für mich zu viele Sachen zusammen. Nämlich das Bucklichte, das Abweichen von der Norm, dann die religiöse Komponente, die Erfindung des unsichtbaren Gottes, dann Geschichte des Judentums, dazu aktuelles Zeitgeschehen, und schließlich noch eine persönliche Komponente, nämlich die jüdische Großmutter der Ich-Erzählerin.
Boah. Uff.
Wie krieg ich das bloß alles zusammen unter einen Hut, und das in der S-Bahn, mal so kurz zwischen zwei Stationen, weil er ja gleich wieder aussteigen muss - nee, vor lauter abzweigenden Wegen und Pfaden seh ich die Kreuzung, die Schnittstelle selber nicht mehr.

Und was für mein Gefühl denne zu kurz kommt, ist die Begegnung zwischen den beiden Protagonisten, der Blickkontakt selbst, die wechselseitige Wahrnehmung, der Augenblick sich zu erkennen (und darum, dachte ich mir wegen des Titels, sollte es doch gehen - oder?): das ist mir zu dünn, zu peripher geschildert, da funkt nix bzw. ich als Leserin spürs nicht.
Wenn du selbst noch mehr dazu sagtest, da wär ich froh.
Den Bericht für die Akademie kannt ich noch nicht, hab den mal oben reingelinkt (Zitat anklicken) - habb den eben gelesen, und bin froh, dass du mich sozusagen da hin geführt hast. Danke.

Freundlich greetzt das Gretchen.

 

      augustine²



RE: Augenblicke Blickwinkel 1

   14.02.2007, 18:24



Dank an Jolante, Marcel und Gretchen für Kommentare!
Zunächst einmal: die Geschichte ist erfunden. Aber wie wohl in vielen erfundenen Geschichten finden sich Bruchstücke von wirklich Erlebtem zusammen.
Das bucklicht Männlein ist natürlich nicht erlebt. Dass es in Buddenbrooks auch vorkommt, hatte ich vergessen. (Danke, Marcel!; im 3. Kapitel des 8.Teils; der noch sehr kleine Hanno, retardiert im Laufen- und im Sprechenlernen, aber nach seiner Mutter musikalisch begabt, bezeichnet den "Verfall einer Familie" in der direkten Linie; aufrecht im Bett stehend, aber schlafend, stammelt er vom bucklicht Männlein. Es sei der "pavor", sagt seine Pflegerin, nächtliche Angst.) Das Lied aus "Des Knaben Wunderhorn" bezeichnet eben auch solche nächtliche Angst. Wenn das Kind aber für es betet, gewinnt es Macht über das Männlein. Ich glaube, dass da der psychologische Sinn dieses Volkslieds liegt.- Hier ist es, jedenfalls habe ich es so gemeint, aus der Phantasie in die Wirklichkeit geholt.
Dieser kleine, hässliche Mann fällt auf, macht aber keine Angst, sondern - Neugier, spontane Neugier. Deshalb steige ich mit in die S-Bahn, die noch gar nicht meine ist. (Die Szene hätte es fast gegeben; in Wirklichkeit bin ich nicht mit eingestiegen; aber wir haben uns tatsächlich angesehen, so kurz, so intensiv, dass ich diesen Augen-Blick nie vergessen habe.) Ein paar (mehr als zwei müssen es ja hier sein) Stationen S-Bahn-Gespräch mitten in eine Mitte hin hinein: doch, Gretchen, ich hab's erlebt, mehrfach sogar, auch ein vergleichbar kurzes Gespräch auf einer Bank, auch an einem Grab... Zutiefst erstaunlich finde ich es auch. - Den Hinweis auf Kafka nehme ich gleich raus, Gretchen, den Satz mit dem Affen. Ausgelöst hat ihn das Cover der Schallplatte, die ich noch immer habe: Klaus Kammer (kennt ihn noch jemand?) spricht diesen Akademie-Text, umwerfend eindrucksvoll; so ist er auch aufgetreten, so war er geschminkt, halb äffisch, halb menschlich. - Wer nun so ähnlich aussieht, weiß es ja. Und Aggression (ag-gredi=herangehen) ist eine gute Vorwärtsverteidigung, jedenfalls eine wirksame; übrigens eine, die oft, wohl, ohne dass sie es kontrollieren können, von Depressiven verwendet wird; auch selbst erlebt, später erst verstanden, in einem Auto-Zusammenhang. - Schade, von da aus wollte ich den Übergang zur Akademie kriegen ... [Mal sehen; ich werde unsicher. - Vielleicht hat jemand von Euch eine Idee???]
Jude (auch da gibt's einen Hintergrund, mehrere sogar): ja, ich wollte auf Jerusalem kommen, diese Stadt, in der wie in keiner anderen aufeinanderprallt, was Jan Assmann die "mosaische Unterscheidung" nennt: die Wahrheitsbehauptungen dreier Religionen, ihre Ansprüche auf genau dieses Stück Erde. Mich treibt das um, diese Wahrheitsansprüche, die doch nur widersprüchlich zueinander sein können. Es hilft leider gar nichts, dass ich sie für mich nicht mehr gelten lasse, d.h. den christlichen nicht, in dem ich aufgewachsen bin und der diese Geltung ja von mir gefordert hat. Es ist vielleicht verständlich, wenn ich sage: solche Loslösung ist nicht leicht und dauert Jahre, und das Thema als religionswissenschaftliches wird mich wohl nie loslassen.- (Klaus: hier habe ich Dein Wort vom Fragen aufgegriffen; fragen - ich glaube nicht, dass es Antworten gibt - außer denen, die einzelne Menschen durch ihr Leben geben, und das ist auch nichts, was den Rückschluss auf so etwas wie Wahrheit zuließe.)
Noch zu Jerusalem: vor einigen Jahren habe ich zum Jahreswechsel Städtekalender verschenkt, Fotos und Texte (einmal waren es Engel, Jolante). Ich habe von beidem viel, das Aussuchen macht große Freude, Jerusalem sollte vorkommen - und mir wird klar: es ist nicht möglich, NUR ein Bild von, z.B., der Klagemauer zu nehmen, oder NUR ein Bild vom Felsendom, oder NUR ein Bild vom Garten Gethsemane: was also? zwei, ein jüdisches, ein muslimisches; und wer hat darüber ein Gedicht geschrieben? über BEIDE?? Dann habe ich die Konkordanz durchgesehen mit dem Stichwort Jerusalem, und so bin ich auf die Jebusiterstelle gestoßen, und die habe ich dann unter zwei Fotos geschrieben. In ferner Vergangenheit war das einmal möglich (alles ist immer eine Machtfrage!!), dass Angehörige zweier Völker in dieser Stadt gemeinsam wohnten. (Und WIE aktuell das Thema wieder ist, Gretchen, lasen wir und werden's weiter lesen anlässlich der Grabungen in der Nähe der Western Wall ...) -
Ich habe keine jüdische Großmutter. Das erzählende Ich kann damit aber signalisieren: es ist nicht ahnungslos in Fragen jüdischer Verfolgung. (Und ich, die Person, die Ihr ein bisschen kennt, habe eine jüdische Überlebensgeschichte aufgeschrieben.) -
Und noch: es steckt der Besuch Paul Celans in Jerusalem darin, schon "zerheilt", wie er das genannt hat, wenige Monate vor seinem Selbstmord. (Lest, wenn Euch der Mann oder das Thema interessiert, den Briefwechsel mit Ilana Shmueli.) Er hat dort, schon nach der Trennung von seiner Frau, seine letzte Liebe erlebt und die Stadt und alle Fragen des eigenen Jüdischseins, das ja seine Lebensfrage war, wie durch ein Brennglas gebündelt - und ist doch früher wieder weggeflogen, als er es vorgehabt hatte.

Ich habe diese Antwort lange mit mir herumgetragen. Sie ist so lang geworden, wie ich befürchtet hatte. Seht es mir nach und seid gegrüßt von augustine

 

      zuppanova



RE: Augenblicke Blickwinkel 1

   14.02.2007, 23:29



grüss dich, augustine,

möchte noch eine anmerkung machen zu deinem text.
bin für meine person sehr an dem motiv vom 'Bucklicht Männlein' hängengeblieben, das (in unterschiedlichsten erscheinungsformen) immer wieder auftaucht in der literatur.
bei den textauszügen
hab ich dazu noch etwas eingestellt (Walter Benjamin, BERL. KINDHEIT).

im Bucklicht Männlein repräsentiert sich wohl auch das unter/unbewusste, der schatten (vgl. Jung’sche Archtypen), die nachtseite, das abgespaltene, nichtgelebte oder auch nichtintegrierte einer persönlichkeit: das, was man nicht sehen möchte, was man aber auch nicht los wird, was einem aller bemühung zum trotz doch immer wieder dazwischen kommt und die routine stört. insofern wage ich diese zeile »Liebes Kindlein, ach, ich bitt, / Bet fürs bucklicht Männlein mit«
als aufruf zur versöhnung zu lesen -->
re-integration des abgespaltenen, de-ettikettierung.

so viel nur, verkürzt, zu einer weitläufigen thematik.
lg, zuppa.

 

      Marcel Frank



RE: Augenblicke Blickwinkel 1

   15.02.2007, 22:48



Um mich kurz zu fassen: Begegnungen in öffentlichen Verkehrsmitteln waren bereits ein konstitutives Moment in augustine'schen Kurzgeschichten. Ich glaube, das vor allem dieser Modus ausbaufähig ist: In puncto "Öffentlichkeit" (will heißen das szenische Potential der antipodischen Plattformen "Anonymität" und "Kontakt") und "Erzählraum" (will heißen die unverbindliche Verbindlichkeit der urbanen Flüchtigkeit von Rede, d.i. von "öffentlichem" [wie vor] Zwiegespräch). Man könnte diesen Parametern (freilich, ich habe sie einfach "behauptet") mehr Kontrast verleihen: Wären gewölbte Handflächen, darin das Wasser sei gegossen (ja, genau diese schwurbelig-verklausulierte Inhalt-Form-Unterscheidung).

 

      augustine²



RE: Augenblicke Blickwinkel 1

   25.02.2007, 19:55



Nochmal an Gretchen, jetzt nach den, Deinem und meinem, Kommentaren zu "AugenblickeBlickwinkel 2":
Hier ist es Jerusalem, die Stadt, die den drei monotheistischen Religionen "heilig" ist. Wie kann denn etwas einfach sein, wenn dreierlei Wahrheiten behauptet werden.
Wenn Du magst, lies mal das Buch Josua, das die Landnahme der Hebräer in Kanaan beschreibt nach dem Auszug aus Ägypten, wohin sie sich vor einer Hungersnot gerettet hatten. (Geht vielleicht ohne Kommentar, weil ganz viele Aufzählungen drin sind - die natürlich 'Rechte' festschreiben sollten, die man aber überspringen kann.) 'Meine' Stelle ist Jos 15,63:
"Nur die Jebusiter, die in Jerusalem wohnten, konnten die Judäer [Subjekt] nicht vertreiben und so wohnen die Jebusiter bis zum heutigen Tag mit den Judäern zusammen."
Nicht aus Einsicht, nur die militärische Macht reichte nicht. Und heute? Es werden Selbstmordattente gemacht und Mauern gebaut. Die Jebusiter stehen für die Palästinenser (gröbstens; dies ist keine historische Abhandlung). Aus jedem Blickwinkel sieht die Sache anders aus. Einfache Wahrheiten gibt es nicht.
Winkend - augustine




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