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Lucy
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Du
hängst am Haken
in der Luft
ganz ohne Boden
Ich
häng mich ein
an dich ran
mit dir auf
Wir
bluten süffig
berühren sanft
werden sachte

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augustine
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"aus // uns // eins": | "Du // Ich // Wir" :
drei kurze Strophen zu je drei Zeilen - da hat sich jemand Gedanken zur Form gemacht; Du, lucy.
Aber dazwischen Fürchterliches:
* ein Du hat sich aufgehängt (warum, erfahren wir nicht)
* ein Ich hängt sich "ein" (in den Haken?) und "ran" (ist das innovative Sprachgebung, die ja aus innovativen Gedanken kommen müsste?)
* und dann - pardon -, dann bluten sie beide aus wie die geschlachteten Schweine oder Rinder, "süffig" - halte ich für verfehlt: Bier kann süffig sein, süffig ist, was gern gesoffen wird; soll jemand hier Blut saufen?/die Leichname berühren sich "sanft" - so wie sie da am Haken hängen, wo sie sich hingehängt haben?/"werden sachte" 'geht' nicht; es heißt: 'behutsam', 'leise', dann auch wieder 'sanft' - der ganze Sinn dieser dritten Strophe ist mir nicht klar (durchaus habe ich die s-Anlaute gesehen, will sie gar nicht für zufällig halten ..)
Daß "aus uns eins" wird - geht nur im Tod?
augustine - die sich freut, dass Du erkennbar an Deinem Text gearbeitet hast; und erschrocken ist über den Inhalt ...

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Gerd
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29.01.2007, 07:42 / 3 x geändert
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Hallo Lucy,
da mir die Form nicht fern ist, blieb ich selbst hängen, doch finde ich keinen richtigen Zugang.
Die 3 ist in allem vertreten - augenfällig formend, doch hat sich mir die Zahlensymbolik nicht erschlossen.
Eine "normale" Beziehungsentwicklung wäre über das "Ich" zum "Du" ins "Wir", sofern gewollt, liegt hier ein Bruch zum "Normalen".
Sinnbildlich lässt sich für mich das "am Haken hängen" des DU als "an der Angel haben" lesen. Das "ran - mit aufhängen" des ICH erinnert mich jedoch dann wiederum mehr an den letzten Gnadendienst für einen Gehängten, dessen Genick nicht sofort gebrochen ist, um diesen von seinem Leid schnell zu erlösen - ausdrücklich kein gemeinsamer Suizid. Im vereinten Ausbluten kann sich ein schnelles Verlassen des Lebens verklausulieren, für das ICH übertragen, durch das reale des DU. Im Tod liegt dann Ruhe, kein Zappeln mehr. Muss dabei an die Hinrichtungsbilder von Saddam Hussein denken.
Als alternative Lesart finde ich SM-Praktiken.
Beides will mir kein lyrisches Thema sein, darum sind meine Chancen gut recht falsch zu liegen.
Auf Erkenntnis wartende Grüße
Gerd

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Gretchen
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Die Autorin
Es pocht die Pein, es nagt der Schmerz:
schon wieder brichst du mir das Herz!
(du Schlingel abba auch ... )
Am Haken hängen Ich und Du
und guggen uns beim Bluten zu.
(boah, so viiiiiiel, iss dat geil ... )
Das Blut läuft gut, es tröpfelt sacht!
Die Sinne schwinden, gleich wirds Nacht.
(na, dann iss endlich Ruhe, woll ... )
Groß Freud hats nicht gebracht, das Lieben -
doch hab ich ein Gedicht geschrieben!
(voll die lyrische Dröhnung, manno ... )
So war, mein allerliebster Schatz,
die Chose doch nicht für die Katz!
(toll, woll ... )
(Das ungefähr wäre die Gretchen-Version davon.
Natürlich kein besonders gutes Gedicht.
Karierte Grüße ... )

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Gerd
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29.01.2007, 11:04 / 1 x geändert
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ach liebes gutes Gretchen
mein wunderbares Mädchen
wie laut doch grad mein Lachen klang
bei Deinem karo Abgesang
Du virtuose Meisterin
ich bin von Dir ganz weg und hin

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Gretchen
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Gerd, was ist das?
Du kannst begeistern!
Stets war doch, Bester, deine Poesie
ganz ungereimt, bislang noch nie
sah ich Dich so den Paarreim meistern -
wie kommt so was?
(... ausunseins wies dirmir die Richtung,
verlockt dichmich zu Eigendichtung ... )

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Lucy²
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@ augustine
Gibt es eine "Schuld“ an Schreckhaftigkeit? Bei wem? Bei der Person, die Wörter in den Raum wirft, mit ihren eigenen (harmlosen) Gedanken, oder bei der Person, die bei den gleichen Wörtern an etwas anderes denkt, wer formte sie oder ist es gar ein ES, das Böse?
·das DU hing schon, als ich es traf, ich kann nicht wirklich beurteilen wieso, ich kenne es zu wenig
·es hängt einfach in der Luft, es weiß nicht mehr weiter
·es ist ganz ohne Boden
·ein ICH hängt sich ein, das muß nichts ekliges sein. Hast Du dich noch nie eingehängt/eingehakt bei einer Freundin zum Beispiel, während eines gar idyllischen Spaziergangs?
·Dem ICH hat es an dieser Stelle gefallen, es hat sich weiter ran gemacht (dürfte man tatsächlich nur "dran“ oder was auch immer benutzen, entschuldige bitte meine schlechte Bildung) an den armen, ach so süßen Jüngling
·Das DU sinkt in die Bodenlosigkeit und ist dabei so (be)rührend in seinen Aussagen, dass das Ich dazu verführt wird, in die Endzeitstimmung mit einzufallen, sich an den gleichen Haken zu hängen
·WIR bluten nicht wirklich, herrje es ist nur ein wenig Herzblut, welches wir gerne füreinander her geben, ein wenig geteiltes Selbstmitleid, welches dadurch tatsächlich „süffig“ wird, ja meinetwegen wie Bier und auch in der Lage ist, einen entsprechenden "Kater“ zu verursachen
·Warum wir uns in diesem Sinne nicht sanft berühren sollten (ach komm schon, laß mich dich ein wenig trösten), weiß ich nicht, erklärst Du es mir?
·Und das mit dem „sachte“ am besten auch noch, mein Horizont reicht nicht aus ;-)
@ Gerd
Erst ist dir die 3 aufgefallen, dann das Thema Beziehung, dies ist (zumindest in unseren Breitengraden) keine passende Kombination, du hast Recht, es ist nicht ganz normal und dabei kann es durchaus schon mal eine abweichende Entwicklung geben. Den Rest habe ich ja schon zuvor versucht zu erklären
@ Gretchen
Dein Kommentar hat mir am besten gefallen, unehrenhaftes Selbstmitleid der Autorin so amüsant enttarnt ist schon hübsch :-)

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