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Gerd
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schon
trägt dich
die kurze Flut
in nächtliches Schweigen
ich halte den Rest deiner Hand
als Versprechen an den Tag
hast du geflüstert
bis morgen

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augustine
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14.01.2006, 02:51 / 3 x geändert
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Metro: banal U-Bahn? oder so etwas wie "Mitte" (das Gedicht hat in der Mitte ein Leerzeile -Zäsur -) zwischen 2x2 Zeilen
missglückte Liebesbegegnung? es war nicht weiter, nur eine ephemere "Flut", nicht genossen, vielleicht erzwungen, dann Schweigen: oft das Problerm der Frauen
zweite Zeilengruppe:
"ich halte den Rest deiner Hand/als Versprechen an den Tag"/hast du geflüstert,/bis morgen". Wenn ich so gliedernde Verständnishilfen einlegte (nehme mir die Freíheit), dann ist wiederum nicht alles missglückt, denn es wird einen anderen Tag geben.
Was/Wer "Ich" ist, wechselt. Spricht 'sie' beide Strophen, dann hätte 'er' noch vor dem Verfallen ins Schweigen "bis morgen" geflüstert und Weiteres/für bald angekündigt. Oder umgekehrt.
Vertrackt.
Was ist der "Rest deiner Hand"? ziemlich ruppig ausgedrückt; so eine schon fast entzogene Hand zu halten - klingt mir verächtlich(?)
Andererseits habe ich vielleicht manches nicht gesehen, was vielleicht andere hier noch wahrnehmen?
Gruß! a.
(nur Tippfehlerkorrektur; mitternachts - sine vino - funktioniert die Auto-Korrektur schlechter ...)

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Elise
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Hallo, augustine, Gerd, alle:
hab (Spekulationen von mir) "Metro" als Schnappschuß gelesen, Festhalten eines flüchtigen Augenblicks, der Moment wo man sich verabschiedet/trennt, sie ist grad in die Bahn gestiegen, welche sie nun fortträgt, er bleibt zurück mit seiner Sehnsucht, da tut das Verliebtsein weh.... Also auch: erwünschte Beziehung, Hoffnung aufs Wiedersehen. Trennung ist schwer. Sprecher wäre durchgehend er.
Aber über den "Rest" der Hand bin ich gestolpert (hoppsala, grad wieder). Vermute mal, Gerd, du wolltest so was ausdrücken wie: die Wärme deiner Hand (sie haben beim Warten auf die Bahn des Mädchens natürlich Händchen gehalten) ist noch in der meinen zu spüren, also Nähe.... nein, das geht mit dem "Rest" nicht, klingt so als wäre ihr beim Einsteigen ein Finger abgerissen worden, den er dann aufgehoben hat....
So kurz grüßt alle Elis aus Samstags-Geschäftigkeit

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Gerd²
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16.01.2006, 02:04 / 1 x geändert
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Hallo augustine, hallo Elise,
Metro/U-Bahn – nicht oberflächlich – tiefer gehend. „Mitte“ stimmt fast, treffender ist „dazwischen“, auf dem Weg aber noch nicht gemeinsam angekommen.
Es ist passiert – für einen Moment lang eins, nicht erzwungen nicht missglückt, aber Sprachlosigkeit, kein Platz für Worte.
Leerzeile = Trennung
"hast du" lässt sich als Feststellung sowie als Frage lesen – Unsicherheit – hat sie nun geflüstert "bis morgen" oder wollte dies nur gerne gehört werden. Wenn Sie es denn geflüstert hat, stellt sich die zerstörerische Frage, ob es auch so gemeint war.
Rest – der Trennungsschmerz wird durch Ungewissheit ob und wenn, in welcher Form es ein Morgen gibt, potenziert und somit unerträglich. Kein romantisches Seufzen ob des Gefühls, der eben noch gehaltenen Hand - wäre zu einfach, das Ruppige soll verstören. Das Herz droht zwischen Hoffen und Bangen zu bersten. Keine Verachtung, nur brutale nackte Angst/Schmerz vor möglichem Verlust des so ersehnten.
Der zugrunde liegende Schnappschuss ist sehr treffend wiedergegeben. Ich liebe Bilder/Augenblicke, die mir den Raum für weitere Ebenen bieten.
So viel Erfassen und Nachfühlen bin ich bei meinem wirren Zeug nicht gewohnt. Ich danke Euch sehr.
Herzliche Grüße
Gerd

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