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ferdi
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31.12.2006, 12:15 / 2 x geändert
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Silvester-Sestine
Schon bald beschließen wir das alte Jahr!
Raketenschwärme tauchen dann die Nacht
In glitzerhelles, farbenfrohes Licht,
das bald verlischt, verweht vom kühlen Wind.
Für kurze Zeit befreit von allem Leid
umarmt man sich und lacht und wünscht sich Glück.
Und man zieht auch Bilanz. Wieviel an Glück,
wieviel an Schmerzen brachte dieses Jahr?
Denn es gab beides, Freude und auch Leid:
Im strengen Wechselgang, wie Tag und Nacht,
mal dies, mal das, so launisch wie der Wind,
und eins im andern: Nachts der Kerzen Licht,
doch auch den Schattenwurf im Sonnenlicht.
Wer dies Durchdringen sieht, wer weiß, dass Glück
und Leid zwei Brüder sind wie Sturm und Wind,
der blickt mit Gleichmut auf das alte Jahr,
versöhnt in sich im Trubel dieser Nacht
erlebtes Glück und ausgestandnes Leid.
Das neue Jahr beginnt mit neuem Leid:
Wie Nadeln sticht der Morgensonne Licht
ins Hirn, erinnert an die lange Nacht,
und fern scheint nun der lauten Feier Glück.
Wie stets, so hilft auch dieses Jahr
dagegen frische Luft und kühler Wind.
Drum geh hinaus und halte in den Wind
den Kopf, und Stechen, Schmerz und Leid
vergehen, sind schon fort; Das neue Jahr
erstrahlt in seines ersten Morgens Licht,
nach erstem Leid erfährst du erstes Glück
und gibst dich in das Spiel von Tag und Nacht.
Doch liegst du wach in dieser nächsten Nacht
und lauschst dem unheilvollen Ton im Wind,
und zweifelst an des neuen Jahres Glück,
und fürchtest dich vor neuem, schweren Leid -
so zünd ich gern mit diesem Wunsch ein Licht
dir an zum Trost: Es soll im neuen Jahr
der Wind dir sanft, die Nacht dir still, das Licht
dir warm und hell, und groß das Glück im Leid
und klein das Leid im Glück sein. Prosit Neujahr!
Nun war ich ja ein paar Wochen nicht hier, aber einen Neujahrsgruß an alle Forumsmitglieder möchte ich dann doch loswerden. Allen ein glückliches Jahr 2007 :)

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Jolante
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Lieber Ferdi,
dein Gedicht zum Jahreswechsel ist dir gut gelungen. Es ist kein Gedicht, das man liest und sofort wieder vergisst. Nein, man kann es mitnehmen in den Tag und über den Tag hinaus. Es bietet Feinsinniges und Nachdenkliches ohne Kitsch und Sentimentalität, es ist: ......ein Gedicht !
Beste Wünsche für das Neue Jahr
von Jolante

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arisia (Gast)
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31.12.2006, 13:40 / 1 x geändert
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hi, ferdi,
schön, daß du wieder da bist. Da ich in Zeitdruck bin und wieder eine lange Nacht
hinter mir habe, schließe ich mich Jolantes Worten an, mir gefällt auch die Form der
Sestine sehr gut, da steckt viel Arbeit drin, Respekt.
liebe Grüße und ein gutes neues Jahr
arisia

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windflug
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Hallo ferdi,
erst einmal wünsche ich dir ein gutes Neues Jahr! Ich bin ganz beeindruckt von deiner Silvester-Sestine, die mir schon beim ersten Lesen gut gefiel und nun beim Nachvollziehen des Aufbaus wirklich Respekt abnötigt. Durch dich lerne ich immer neue Strophenformen kennen und freue mich auf mehr in diesem jungen Jahr.
Liebe Grüße
windflug

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ear
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Guten Abend, ferdi, es war so lange nichts von dir im Forum, um so mehr freue ich mich, dass du wieder heimgekehrt bist. Deine Sestine ist wirklich gut gelungen. Entschuldige bitte die Kuerze, aber ich habe weiterhin Familienverpflichtungen und Gaeste zu versorgen. Alles Gute im Neuen Jahr, ear.

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ferdi²
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Vielen Dank für eure guten Wünsche (und die freundlichen Worte über das Gedicht). Den allerersten Tag habe ich gut hinter mich gebracht. Ihr hoffentlich auch - auf in den Rest ;)

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augustine
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05.01.2007, 10:46 / 1 x geändert
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Hallo Ferdi, ich musste erstmal nachsehen, wie denn die formalen Erfordernisse für diese Gedichtform sind, die Du so elegant UND inhaltsreich handhabst.
Sestinen (und ein Sonett) so dicht beieinander und das nach alledem, was zuletzt hier war: fast schien es mir märchenhaft, unglaublich; jedenfalls wunderschön.
Danke, augustine

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