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lost
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28.12.2006, 02:15 / 1 x geändert
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als Rosa einmal sehr verstimmt war, schrieb Paul ihr folgenden Brief:
"Wie dacht' ich mit Wonnen
Im Hafen zu rasten.
Nun stürmt's um die Masten,
Nun mein' ich zu scheitern - "
"Denn je mehr sie mich drum schelten,
Ach, je mehr wächst meine Glut!"
"Cubridme de flores:
Bedeckt mich mit Blumen,
Ich sterbe vor Liebe."
ROSA! LIES!
lies das, ich befehle es dir. wenn du nicht mit mir sprechen willst, dann lies wenigstens.
du bist selbst schuld an allem, verstehst du! ich habe dir doch gesagt: lad sie nicht ein zu diesem Fest, lass es. ich habe dir gesagt, dass ihre Art mich aufregt, dass ich mich nicht beherrschen kann, wenn ich sie sehe. hättest du auf mich gehört und sie NICHT eingeladen, wäre überhaupt nichts passiert. sie bedeutet mir nichts weiter. es ist so: ihre Anwesenheit löst etwas aus in mir - das kann ich dir nicht erklären, und du musst es nicht verstehen, denn es ist wirklich nicht wichtig. es ist ein Reflex, ein Programm, das läuft ab - und vorbei. kann ich etwas dafür, dass du das nicht kennst? sei doch froh -
ich wollte eigentlich ins Badezimmer mit ihr, es geht ja immer sehr schnell, ich hätte die Tür abgesperrt, und danach wären wir einzeln hinunter gegangen. es wäre überhaupt nicht aufgefallen: durch und fertig. aber das Bad war besetzt, und wir konnten nicht mehr länger warten, wir konnten nicht mehr, und deshalb bin ich mit ihr ins Schlafzimmer, ich musste das hinter mich bringen, und wir hatten sowieso nicht vor, das Bett zu benutzen - wir haben das Bett nicht benutzt, hörst du, wir haben uns nicht ausgezogen, wozu auch. sie hat sich gegen die Wand gelehnt, sie macht das sehr gut, du hast es doch selbst gesehen, dass sie gegen die Wand gelehnt war. wir waren fast fertig, als du hereingeplatzt bist - was wolltest du überhaupt? dein Makeup erneuern, dir eine Jacke holen, dich frisch parfümieren? egal, es spielt keine Rolle: weißt du, wenn du sechs - nur sechs! Minuten später nach oben gegangen wärest, du hättest nichts gewusst! mit ihr geht es schnell, sie ist die schnellste Frau, die ich kenne, und hinterher ist sie absolut cool. sie ist so, sie zieht das durch und kippt für eine Sekunde (- du solltest ihre schmalen scharfen Augen sehen in dem Moment, wo sie kippt, du wärest beeindruckt, so wie ich, es sind ihre Augen, ja, der Blick in ihre Augen, wenn sie kippt - das ist es, was mich hinzieht zu ihr -) - aber dann unterhält sie sich weiter. sie steckt das sofort weg. wenn du nicht zufällig heraufgekommen und hereingeplatzt wärst: du wüßtest nichts, und alles wäre wie immer!
warum also, warum ignorierst du die Sache nicht einfach? warum quälst du dich so und mich dazu, wo es doch nur ein Zufall ist, dass du es überhaupt weißt? erklär mir das! sprich mit mir! hast du alles gelesen? also? vergiss es, ja. vergiss es doch einfach, und wir machen weiter als sei nichts gewesen!
ich sitze in diesem verdammten Hotel hier und warte. antworte mir.
ROSA! BITTE! BITTE!
Paul.
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-> Chaiselongue
-> big polis
-> das Überleben der Spezies
-> deep impact: die Bedrohung
-> mermaid
-> Schwarzwasser
-> Podcast (Schwarzwasser und big polis)

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augustine
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lost, Dein durchgeformter Brief an Rosa (ich verstehe sie als die Vertraute 'Deiner' Seele, die Asyl-Geberin, die Chaiselongue-Besitzerin, bei der man sich regenerieren kann, aber auch als Geliebte, s.u.) soll nicht in die hiesige Unterwelt abtauchen, unkommentiert.
Denn: er stellte sich mir beim ersten Lesen als Sex-Text und sonst nichts dar, sogar pornographie-nah oder meinetwegen sogar: pornographisch.
Da erzählt einer von einem Quickie. Noch dazu einem, das nicht ganz 'gelungen' ist. Da könnte man ja fragen: und was macht's erzählenswert? Gerade, dass es nicht gelungen ist.
Natürlich könnte man ein Quickie beschreiben mit den branchenüblichen Versatzstücken, deren Zahl durchaus endlich ist und die manch einer brilliant beherrscht, manch einer weniger. Das wäre dann nichts als noch ein Fick auf dieser Welt. Ein Könner könnte das Misslungene sogar komisch erzählen, stelle ich mir vor. (Gibt es komische Pornographie? Kann es sie geben? Ist das nicht eine interessante Frage? Was meint Ihr?)
Hier gibt es nicht zwei Personen, sondern drei, von denen die eine an dem 'Akt' nicht beteiligt ist, Rosa, in deren Schlafzimmer situationsbedingt (das Badezimmer ist abgeschlossen) die Sache - beinahe - vor sich geht. Auch das wäre egal, wenn nicht Rosa darüberzu gekommen wäre und sich gewaltig aufgeregt hätte. Sie darf schließlich ihr Schlafzimmer betreten, wann immer sie will.
Sie ist so sehr "verstimmt", dass "Paul" (auch er uns schon vorgestellt) nicht einfach weggehen kann, mit dem Mädchen oder ohne es, sondern sich in einem Hotel in der Nähe einmietet und den Brief schreibt, der die Geschichte erzählt, und um Verzeihung bittet. Denn anhören will sie ihn nicht. Aber dass sie ihn versteht, ist ihm beinahe über die Maßen wichtig. Er hat also zu/mit Rosa ein Verhältnis, das sehr tiefgehend sein muss. Es hat ja auch die Überschrift mit den doppelten Ausrufezeichen produziert: "ROSA!LIES!" - und antworte. Das könnte bedeuten: es geht gar nicht speziell um das Quickie, es geht um Rosa und Paul. Das macht die zweite Lektüre sehr wahrscheinlich.
Auch, wie es zu diesem Schnellfick kam, wird gebrochen erzählt. Paul kennt nämlich seine Eigenart, dass bei ihm, wenn er ein bestimmtes Mädchen sieht, ein Reflex abläuft, den er nicht abbremsen kann: er muss dieses Quickie haben, nein: er muss ihr Gesicht im Augenblick des Orgasmus sehen, "ihre schmalen scharfen Augen [...], wenn sie kippt." Gesichter im Augenblick des Orgamus sind das Nackteste, Vertrauteste, Ausgesetzteste, was es gibt. Weil das zwischen den beiden 'eingespielt' ist, brauchen sie sich nicht einmal weiter als anatomisch nötig auszuziehen, brauchen sie nur die Minuten, bis ihre Augen ...
Paul hat Rosa vorher gesagt, was passieren wird, dass sie ihn nicht einladen solle zu ihrem Fest, um zu vermeiden, was unvermeidbar geschehen werde. Sie kennt es so nicht, mag es so nicht, er wollte sie ihr ersparen, diese seine spezielle Sucht.
Also: die Quickie-Geschichte ist gebrochen erzählt:
Einmal dadurch, dass Paul Rosa vorher sagt, was sein wird, sie ihn aber trotzdem einlädt und auch dieses Mädchen; dann durch den Zufall, dass Rosa den Schluss der Szene - in ihrem Schlafzimmer - miterlebt, zufällig; und noch und vor allem dadurch, dass es zwischen Paul und dem Mädchen (ohne Namen!) nur diese flüchtige, aber öfter wiederholte Szene gibt, dass aber die eigentlich wichtige Beziehung die zwischen Paul und Rosa ist - die sich der Leser allein ausspinnen könnte.
Nun beginnt der Brief mit drei Gedicht-Zitaten; egal, ob von Dir, lost, oder sonst von wem: Ob ich ihren Zusammenhang richtig sehe, weiß ich nicht, aber etwa so:
Rosa ist der "Hafen" für Paul, Zuflucht, die er nicht verlieren will; keineswegs asexuell: ("mit Wonnen") / es wächst "meine Glut" (wer sind die scheltenden "sie" im Plural? bezieht sich die "Glut" als Verlangen auf Rosa oder auf das Mädchen?) / die Vorstellung, vor "Liebe" (!!!) gestorben zu sein (kitschig so, aber vielleicht in einem ursprünglichen Kontext nicht).
danke, lost. augustine

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Jolante
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30.12.2006, 18:27 / 6 x geändert
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Hallo lost,
sie ist verdammt gut geschrieben, deine Geschichte, verpackt in einen Brief an Rosa. Sie ist auch nicht pornografisch, nicht mal beim ersten Lesen, denn es wird hier keine Handlung zur sexuellen Stimulation der Leser beschrieben, sondern es spielt sich viel mehr ab, vor allem zwischen den Zeilen. - Wäre ich Rosa, ich wäre nicht nur "sehr verstimmt" sondern auch sehr beunruhigt. Denn was Paul als Entschuldigung vorbringt, ist eher ein Eingeständnis seines heillosen Begehrens dieser namenlosen Frau, bei der er schnell "kommt", aber nicht "ankommt". Was passiert ist in Rosas Schlafzimmer war, wie er schreibt, vorprogrammiert, und Rosa war gewarnt. Insofern weist Paul jede Schuld von sich. Nun geschieht so etwas aber nicht zwangsläufig, denn jeder Mensch (also auch ein Mann) kann sich entscheiden, seinem Begehren nachzugeben oder es zu zügeln, vor allem, wenn es -wie hier- eine Geliebte? gibt. Ihn aber reizt das Verbotene, vor allem reizt ihn diese Frau, die nach dem "Akt" immer so cool ist, die nichts weiter von ihm will als Befriedigung - eben das, was er auch von ihr will. Wenn - ja wenn da nicht dieses "Kippen" beim Höhepunkt in ihren Augen wäre. Da hofft er einen Moment, einen Blick in ihre Seele zu tun. Aber da sieht er nichts, denn die Frau hat ihm nicht mehr zu geben als er ihr: einfach nur Sex. Aber so einfach ist das nicht mit dem "nur". Gerade das "nur" ist oft mehr als man sich eingestehen will. Es ist wohl das Gefahrvolle, das Unvollkommene, ja das Unwillkommene, das Paul reizt. Vom sicheren Hafen träumt er "nur".
Das ist meine Lesart, lost, und ich muss es riskieren, deine Intention zu diesem Brief an Rosa nicht getroffen zu haben. Wenn dem so ist, wirst du mir das nachsehen.
Gruß Jolante

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lost²
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07.01.2007, 02:14 / 1 x geändert
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ahhh, hier ist lost: krank, bettlägerig seit Tagen, entkräftet.
wohnt in einem kaputtgelebten Körper, hustet, fiebert
und folgt fernmündlichen Anweisungen, die sie, welche
hier Rosa genannt wird, ihm gibt zur Genesung.
warum wird man alt? warum muss man miterleben,
wie man alt wird und kraftlos? dieser verdammte Körper,
dieser Zerfall! gosh darn it!
augustine, Jolante, das ist gut, ihr habt verstanden.
und: es freut mich, augustine, dass "die Beschäftigung
sich gelohnt hat". dein ausführlicher Kommentar - weckt
meine müden, krankheitsbetäubten Lebensgeister, in der Tat!
die Zitate: "Spanisches Liederbuch", Geibel und Heyse.
ear, meine ich, erwähnte dieses
Spanische Liederbuch einmal, so wurde ich inspiriert.
sobald ich bei Kräften bin, suche ich die Gedichte heraus
und stelle sie ein. die Zitate sind der Kontrapunkt zum
übrigen Text. Versuch einer Art von ... Montage. das erste Zitat
spricht Paul. das zweite ist die Stimme des Mädchens (die Gesellschaft, 'man'
schilt eine Frau, welche 'Glut' zeigt), das dritte Zitat könnten beide, Paul
und das Mädchen, im Munde führen, dort in Rosas Schlafzimmer:
sterben sie nicht beide? oder möchten doch immerhin sterben -
für einen Moment? vor Liebe?
bedankt, Jolante, augustine, für euer Lesen und Schreiben.
lost (not poised to do anything at all, out of balance ...) -

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ear
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Lieber lost, es tut mir leid, dass du so elend bist. Koennte eines der grossartigen Gedichte von Geibel/Heyse deine Lebensgeister wecken? Ich stelle es nur ein, damit du dich schnell erholen kannst....
Gruss und gute Besserung, ear.
Bedeckt mich mit Blumen,
Ich sterbe vor Liebe.
Dass die Luft mit leisem Wehen
Nicht den suessen Duft mir entfuehre,
Bedeckt mich!
Ist ja alles doch dasselbe,
Liebesodem oder Duefte
Von Blumen.
Von Jasmin und weissen Lilien
Sollt ihr hier mein Grab bereiten,
Ich sterbe.
Und fragt ihr mich: Woran?
Sag ich: Unter suessen Qualen
Vor Liebe.
Spanisches Liederbuch, 1852 veroeffentlicht. Von E. Geibel und P.Heyse uebersetzt nach spanischen Gedichten und Volksliedern aus dem 16./17. Jahrhundert. Hugo Wolf vertonte 10 geistliche und 34 weltliche Lieder mit unglaublichem Sprachgefuehl und einer Klavierbegleitung, die jeder Nuance des Textes nachspuehrt.

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lost²
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du hast,
ear,
das Gedicht, aus welchem das dritte Zitat stammt, bereits eingestellt:
Cubridme de flores (Anonym, übersetzt von Emanuel Geibel), die Nummer XIV. danke!
nun folgt das Gedicht zu dem zweiten Zitat, die Stimme des Mädchens oder der Frau ohne Namen.
es ist die Nummer XLVII.
Decidle que me venga a ver (Anonym, übersetzt von Paul Heyse)
Sagt ihm, daß er zu mir komme,
Denn je mehr sie mich drum schelten,
Ach, je mehr wächst meine Glut!
O zum Wanken
Bringt die Liebe nichts auf Erden;
Durch ihr Zanken
Wird sie nur gedoppelt werden.
Sie gefährden
Mag nicht aller Neider Muth;
Denn je mehr sie mich drum schelten,
Ach, je mehr wächst meine Glut!
Eingeschlossen
Haben sie mich lange Tage,
Unverdrossen
Mich gestraft mit schlimmer Plage.
Doch ich trage
Jede Pein mit Liebesmuth,
Und je mehr sie mich schelten,
Ach, je mehr wächst meine Glut!
Meine Peiniger
Sagen oft, ich soll dich lassen,
Doch nur einiger
Woll'n wir uns ins Herze fassen.
Muß ich drum erblassen,
Tod um Liebe lieblich thut,
Und je mehr sie mich drum schelten,
Ach, je mehr wächst meine Glut!
btw: Dank für gute Wünsche, die mich erreichten!
baaah, eine Kehlkopfentzündung, das ist so scheußlich, und:
Sucht, baaah, das ist, wenn man trotzdem weiterraucht.
schlagen sollte man mich, schlagen, nicht wahr,
für solchen Unverstand?!
lost. weak.

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augustine
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lost, Du unglücklich Darniederliegender und wahrscheinlich trotzdem Weiterrauchender: Natürlich wünsche ich Dir auch, dass Du nun bald wieder hochkommst!
Eins möchte ich 'korrigieren': Ich hab' Dir nicht geschrieben, dass es sich gelohnt habe, mich mit Deiner Geschichte zu beschäftigen, sondern: dass sie die Beschäftigung belohnt hat. Das ist viel, viel mehr und sollte es auch sein.
Grüße - und auch an 'Rosa' - augustine

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lost²
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14.01.2007, 15:49 / 1 x geändert
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hier das Gedicht zum ersten Zitat (dem Paul zuzuordnen),
die Nummer LV der Spanischen Lieder.
A la orilla del agua (Anonym, übersetzt von Paul Heyse)
Am Ufer des Meeres
Mein' ich zu scheitern
Mit meinen Gedanken,
Dem schwanken Schifflein.
Lind hat die Liebe
Windstille geheuchelt,
Dem Herzen geschmeichelt,
Als wenn sie bliebe.
Im Wogengetriebe
Mein' ich zu scheitern
Mit meinen Gedanken,
Dem schwanken Schifflein.
Mit Sorgen und Hasten
Den Klippen entronnen,
Wie dacht' ich mit Wonnen
Im Hafen zu rasten.
Nun stürmt's um die Masten,
Nun mein' ich zu scheitern
Mit meinen Gedanken,
Den schwanken Schifflein.
augustine, du hast recht.
so hatte ich dich gelesen und auch genau verstanden.
unpräzise aber gewesen im Ausdruck, im Schreiben.
meine Stimme kehrt zurück.
das Fieber ist gefallen.
lost.

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Gretchen
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Hei, lost!
Wollte zu deinem Brief an Rosa eigentlich schon viel eher mal wat schreiben, na ja: besser überhaupt als nie!
Ich habe mir vorgestellt, dass Paul und Rosa ein Paar sind, eine Ehepaar, und zwar kam diese Vorstellung gleich beim ersten Durchlesen in mein Hirn. Deshalb finde ich, es geht in deinem Text doch um das Thema "Treue". Jaaa, schwierige Geschichte.
So, abba eigentlich will ich dich was fragen:
ich finde nämlich, dass es doch genial wär, wenn man mal wüsste, was Rosa dem Paul so antwortet.
Also, wenn du nichts dagegen hättest, könnten doch alle, die lustig dazu sind, mal eine Antwort entwerfen, sonn'ne Antwort von Rosa an Paul. Was hältst du davon, lost? Und die anderen?
Jaaa, und dann muss ich noch zugeben, dass ich sonn'ne Antwort schon fix und fertig im Kopf hätte - also, watt iss? Statements dazu?
Viel Grüße schickt maa wieder dat
Gretchen.

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lost²
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indeed, this is a good idea, Gretchen!
eine gute Gretchen-Idee.
wer inspiriert dazu ist, wem etwas einfällt, der
schreibe nieder, was Rosa womöglich könnte
geantwortet haben auf diesen Brief von Paul.
ich bitte darum!
es wäre mir ein Vergnügen, so etwas zu lesen!
best regards, lost.

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Jolante
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20.01.2007, 20:58 / 5 x geändert
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WAS willst du von mir, Paul, die Absolution ? - einen Freibrief für Seitensprünge, die dir manchmal eben so passieren, ungewollt, wie du mir weismachen willst -, weil ein Mann tut, was ein Mann eben tun muss ? Die Natur, der Trieb ist stärker, du bist das unschuldige Opfer deiner und ihrer Leidenschaft, ja soll ich dich bedauern ? Und nun bin sogar ich schuld, weil du mich gewarnt hast und ich diese Schlampe trotzdem eingeladen habe. Alles halb so schlimm, es passiert halt einfach mit ihr und es wäre ganz unwichtig, wenn ich es nicht bemerkt hätte ?
PAUL, es macht mich wahnsinnig, wenn du schreibst, dass mit ihr immer alles ganz schnell geht, dass ihr nicht warten könnt, usw. Und was du von ihren Augen sagst, wenn sie für einen Moment kippt, das soll mich beruhigen ? Du begehrst sie, du bist rasend vor Leidenschaft, wenn du mit ihr zusammentriffst, du Scheißkerl, wann warst du das letzte Mal so scharf auf mich ? Willst du mich wirklich glauben machen, dass nur die geistige Treue zählt ? Diesen Quatsch kannst du vergessen.
Tja, wenn ich ganz ehrlich bin, so könnte ich mir auch manchmal vorstellen, mit einem anderen Mann zu schlafen, mit dir ist es in letzter Zeit verdammt langweilig geworden. Aber ich tue es nicht, vielleicht ein Fehler ! Ich liebe dich halt immer noch.....,- du mich vielleicht auch ? Wir haben uns aneinander gewöhnt, wir kennen uns, wir sind fast wie Geschwister. Verdammt, ich will keinen Bruder, ich will einen Liebhaber ! O, Mist, was du mir zu bieten hast, ist mir einfach nicht genug. --- Obwohl......., nun ja, es ist besser als nichts.
Glaub bloß nicht, dass ich dir verzeihe, Paul, aber: Komm heim !

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ear
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Lieber Paul, ja, ich habe Deinen Brief gelesen, mehrere Male und meine Trauer hat sich inzwischen gewandelt. Ich glaube, Dich besser verstehen zu lernen.
Du bist sehr geschickt in der Wahl Deiner Worte, der Poesie, den gescheiten Hinweisen auf das Spanische Liederbuch, welches wir so gerne zusammen musiziert haben. Wieviele unserer Gefuehle gingen ein in die Interpretation jedes der Lieder. Erinnerst Du Dich? Unsere Diskussionen ueber Atemboegen und wie stark der Klavierpart herauszuarbeiten sei. Ich hoere Deine Kommentare. Erinnerst Du Dich an den kleinen Ueberaum, der uns zum ersten Male Liebeshort wurde? Die duennen Waende liessen das Ueben von Pianisten Geigern und Cellisten aus den Nebenraeumen herueberdringen zu einer Musik, die uns um so mehr berauschte.
Erinnerungen vergangener Jahre.
Muss ich mich jetzt nur noch mit der Gesamt-Aufnahme von E.Schwarzkopf und D. Fischer-Dieskau begnuegen? Nein, bei allen Himmeln , nein. Ich muss weiter mit Dir an Liedern arbeiten, wir muessen weiterhin unsere Liederabende vorbereiten.
“.Unsere Liebe wird ewig bestehen ”, erinnere Dich an die wunderbar gesetzten Hemiolen in dem Brahmslied? Deinem Lieblingslied, das Deinem Bariton so entsprach!
Ich sage bewusst ‘Liebe’, denn das war mehr als Befriedigung unseres heissen Begehrens.
Ich weiss, Du hast es ja geschrieben, es war mein Fehler das Maedchen einzuladen. Es wurde ein Test, der fehlschlug. Es bestuerzte mich zu sehen, wie schnell die Versuchung kam.
Und doch: Dein langer Brief, der Dir und mir viel Angst und Kummer brachte, gab Dir auch die Einsicht, dass uns mehr verbindet. Jeder Satz Deines Briefes zeigt mir, Deine Liebe ist da, sie war verschuettet, aber ist da. Dieses Erlebnis hat unsere Liebe gestaerkt!
Ich liebe Dich, so wie Du bist. Komm bald, Deine Rosa.

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Klaus
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21.01.2007, 11:40 / 3 x geändert
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Hallo Paul,
danke für das Vertrauen, welches du mir mit der Zusendung
der Kopie des Briefes an Rosa geschenkt hast. Du bittest
mich um Vermittlung?
Leider zeigt er mir, dass jetzt offene Worte fällig sind.
Von Mann zu Mann, dein Selbstideal und deine menschliche
Entwicklung ist sehr renovierungsbedürftig. Der feinsinnige
Poet, der kräftige Zupacker, der scharfe Beobachter - und
der Umgarner, der Schmeichler, der verdeckt Machthungrige?
Rosa ist für dich zu vertrauensvoll, sogar naiv?
Sie liebt dich und du sprichst von Schuld?
Dann darf das Ego doch wohl etwas im Selbstbedienungs-
laden des Lebens und der Frauen spielen, oder nicht?
Sie wollen es ja...und befehlen darfst du noch obendrein?!
Und verstanden werden, dazu hast du doch auch ein Recht-
oder? Und das du Rosa liebst, dass ist doch offensichtlich...
Da gibt es einige Selbstbilder aufzulösen, bist du dazu in
der Lage? Ob du es mit mir oder mit einem anderen an-
schauen möchtest - tu es! Diese ewigen Verletzungen,
diese intellektuellen und emotionalen Spielchen können dir
auf Dauer doch nicht gefallen. So hoffe ich wenigstens...
für Rosa und für dich.
Mit nachdenklichen und wachen Grüßen
Klaus

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zuppanova
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Oh Paul,
stelle dir doch, bitte!, einmal
eine andere Rollenverteilung vor: die Frau, die mit hochgeschobenem Kleid an der Wand lehnt, wäre ICH, Rosa - der Mann, der ihr beiwohnt (ha! ist das nicht eine wundervolle Formulierung?), wäre ... nun, meinetwegen lost, oder irgendein anderer, es spielt keine Rolle - und die Person, die unverhofft das Schlafzimmer betritt und die beiden "stört": das, Paul, wärest du! Gefiele dir wohl, was du siehst? Was würdest du tun?
Ich vermute, du hättest auf der Stelle eine Schlägerei begonnen mit deinem Rivalen. Ich vermute, du hättest ihm das Gesicht zu Brei gedroschen und im übrigen demoliert, was auch immer dir in die Hände gefallen wäre. Du hättest dich später so elend gefühlt, so betrogen, angewichst, abgezogen, hintergangen, verarscht, verachtet, niedergeschmettert, fertiggemacht wie nur irgendein Mann sich fühlen kann.
Aber von mir forderst du Antwort!
Hör zu, natürlich hast du recht, mein Lieber: das Dilemma entsteht nicht durch den Akt als solchen, sondern allein dadurch, dass ich dummerweise um diesen Akt weiß. Wüßte ich nichts: mich grämte nichts. Dein Verhalten mir gegenüber wäre ja wie immer, mir wurde nichts genommen von dir, nichts, durch diesen Akt. Es ist einzig mein zufällig erlangtes Wissen darum, was dir/mir nun diese Schwierigkeiten bereitet. Was tun ...? Ich habe keine Lösung. Ich frage mich wirklich, was Treue ist.
Meine Verwirrung ist groß, so groß, dass ich heute morgen in zwei veschiedenen Schuhen aus dem Haus gegangen bin, ohne es zu bemerken. Es fiel mir erst auf, als ich vorhin zurückkam und die Schuhe mir auszog. Verstehst du?
Bleib mir doch erst einmal vom Leib. Bleib im Hotel und lass mich in Ruhe. Irgendwann werde ich in mir wissen, ob du nun untreu warst oder nicht. Dann weiß ich auch, ob du wieder zurückkommen kannst. Ich werde dir Nachricht geben.
Rosa,
carefully thinking about it ...

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Gretchen
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Hei lost!
Rosa hat ja schon eine Stimme gekriegt, nämlich von Jolante, ear und zuppanova,
und geantwortet, und einen männlichen Fürsprecher hat sie obendrein, den Klaus.
So, ich will Rosa auch antworten lassen, und dafür hab ich einen
Faden hier
aufgemacht, da kommt denne meine Rosa-Antwort rein, wollja.
Schönste Grüße an alle, Gretchen.

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