tretmühle · arisia · ·


Konkrete Poesie · Forum für Literatur & Germanistik
 

 
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        arisia
        (Gast)

tretmühle

   21.12.2006, 21:36





tretmühle
tretmühle  tretmühle
tretmühle         tretmühle
tretmühle                 tretmühle
tretmühle                         tretmühle
tretmühle                               tretmühle
tretmühle            Ausgang            tretmühle
tretmühle                               tretmühle
tretmühle                         tretmühle
tretmühle                 tretmühle
tretmühle         tretmühle
tretmühle  tretmühle
tretmühle


 

      ear



RE: tretmühle

   21.12.2006, 23:23



In sehr ansprechender Form, arisia, hast du hier die Tretmuehle graphisch dargestellt.
Wie ein Gefaengnis umschliesst sie das ersehnte Wort, welches unerreichbar bleibt: den "Ausgang".
Man weiss, ein Ausgang ist theoretisch da, aber praktisch wird er verwehrt.
Ich denke an Hausarbeit, das Dasein als Hausfrau: staendig gleichbleibend, ohne jede Anerkennung, als Selbstverstaendlichkeit von der Familie hingenommen.ear.

 

      Gretchen



RE: tretmühle

   22.12.2006, 06:44



Hei, arisia und ear!

Tretmühlen gibt es vielerlei.
Das "Gute" an dieser hier: man schaut nur eine Sekunde lang hin
und weiß Bescheid - no way.
Hamsterrad.
Wenn ich länger hinschau und die Augen so bisschen
zukneife: dann kann ichs dreidimensional sehen.
Ja, gefällt mir, arisia.

Schöne kurzkarierte tretmühlengewickelte Grüße
vom Gretchen.

 

      augustine



RE: tretmühle

   22.12.2006, 09:39



Hast Du den neuen Conrady, arisia? Deins ist ein schönes Beispiel für Konkrete Poesie; dort liest man mehrere dafür, dass das im Barock auch schon mal Mode war. LG a.

 

      ear



RE: tretmühle

   22.12.2006, 10:13



Nur eine kleine Erinnerung, die durch deinen Hinweis, augustine, bei mir ausgeloest wurde: Als ich meinen Onkel auf der kleinen Quadra Island in Canada besuchte, entdeckte ich in dem einzigen Troedelladen der Insel ( auf der es nur ein paar Haeuser gab) 'An Anthology of Concrete Poetry' edited by Emmett Williams in 1967 in der Something Else Press, Inc.,New York.
Ich fand das Buch dort 1975 und war total fasziniert, habe aber nie selbst etwas Derartiges schaffen koennen.Lieben Gruss, ear.

 

      Jolante



RE: tretmühle

   22.12.2006, 12:13



Hallo, arisia,

sehr interessant, deine "tretmühle". Ich bin glücklcher Weise noch nie hineingeraten, habe aber viele Menschen erlebt, die ihr nicht entkommen sind. Ich rätsele noch über den Ausgang, der wie von Gefängnismauern umschlossen ist (ear). Für mich stellt es sich so dar, dass man ihn findet, wenn man in den "Innenhof" geht, ins Innere. Der Ausgang oder Ausweg liegt immer in uns selbst, meine ich. Von daher gibt es ein Entkommen aus der Tretmühle, wenn man sich vom Außen nach Innen wendet. Ob das deiner Intention entspricht ? Da bin ich mir nun garnicht sicher.

LG Jolante

 

      Klaus



RE: tretmühle

   22.12.2006, 17:45



Hallo arisia,

auch ich habe das Bild "wirken" lassen. Dann sah ich
plötzlich: der Ausgang ist auch Eingang - das Ewige
ist immer da, die Tretmühle sind reine Worte - sie
lösen sich von selbst auf...dann ist alles klar, was
jetzt und immer klar ist und war. Ein leeres Blatt...

 

      Elise



RE: tretmühle

   22.12.2006, 20:55



Hallo arisia,

was Jolante und Klaus beschreiben - das wäre so etwa auch mein Blickwinkel.
Ich will damit sagen, dass Auswege, die dann auch wirklich welche sind, immer in oder durch die eigene Mitte führen. An den Tretmühlenmauern kann man sich wundstoßen, ohne auch nur einen einzigen Stein herauszubrechen.
So als konkrete Poesie gefällt es mir auch gut.
Konkrete Poesie im Barock? Darüber möchte ich ja gern mehr erfahren - kannst du dazu noch etwas schreiben, augustine?

Mit Grüßen an alle, Elise.

 

      augustine



RE: tretmühle

   23.12.2006, 02:39 / 2 x geändert



Kaum was, elis; ich kannte das selbst nicht: Konkrete Poesie so früh; bis auf Gedichte in der Form des Kreuzes, die kannte ich. Überhaupt die Tendenz, sich das Verehrte geradezu einver - leib- en zu wollen, was dann zu schier unerträglichen verbalen Erotisierungen führen kann (z.B. in: Dietrich Buxtehude, membra Jesu nostri, einer hinreißend schönen Musik).
Du findest aber anscheinend ziemlich viel unter: Konkrete Poesie UND Barock; die Erlanger Liste ( www.erlangerliste.de/barock</a> habe ich angesehen; da sind auch einige graphische Beispiele).

Ich bin traurig, dass Du vorläufig nicht schreiben willst/kannst... Grüße, herzlich. augustine

 
        arisia
        (Gast)

RE: tretmühle

   23.12.2006, 13:03 / 1 x geändert



hi, ihr Lieben,

das freut mich aber sehr, daß die "tretmühle" soviel Aufmerksamkeit bekommt. Ich spreche jetzt nicht jeden einzelnen an, will nur mal ein bißchen erzählen, wie es dazu gekommen ist.

Ich saß und sann so vor mich hin, die Gedanken hängten sich am Wort Sinnen auf, liefen zu Sinn, zu Sinnlosigkeit, zur Raumfahrt, zum Mond. Auf dem Mond gibt es Wasser (respektive Eis), weiß man seit ein paar Jahren, jetzt soll eine Mondstation errichtet werden, das Eis reicht dafür aus, vom Eis zur Antarktis ging es weiter, wenn sie abschmelzen sollte, wenn wir es nicht schaffen, die allg. Temperaturerhöhung weltweit unter 3 Grad C zu halten, dann reißt der Golfstrom ab, und es wird richtig kalt werden bei uns in Europa.
Europa, Mond des Jupiter, hat ein Meer, hatte ich gerade im Raumfahrer Newsletter gelesen. Er hat eine Wärmequelle im Meer, dort könnte biologisches Leben existieren. Toll.
Paralles dazu liefen noch Gedanken, Eis, Wasser, Wale, die Rettung von 2 Walen durch Captain Kirk und Mr. Spock, und damit die Rettung der Erde. :) e.t.c.
Ich saß aber immer noch in meinem Sessel, wie sollte ich all diese Gedanken, - es waren noch mehr, aber sie kamen und gingen viel zu schnell, als daß ich alle fassen konnte, - zu Papier bringen, faßbar machen, wie es mir damit ging?
Ich hörte auf dem Strom der Gedanken zu folgen, fokussierte eher auf einen Punkt, ließ meine Vorstellung darüber, was an dieser Stelle erscheinen mochte offen, und, -
die "tretmühle" erschien, umfaßte alles, wurde immer enger.

Ja, ich sehe es so, daß der Augang aus einer Situation im eigenen Inneren liegt, im Paradigmenwechsel, im Quantensprung.
Ich beschäftige mich erst seit ein paar Monaten mit der konkreten Poesie, hat mich früher nicht so interessiert.
Inzwischen habe ich gemerkt, daß so ganz viel Information verpackt werden kann, quasi wie in einer komprimierten Datei, die man anders einfach nicht in für andere verständliche Worte rüberbringen könnte. So können die eigenen Assoziationsketten des Schauenden angesprochen werden, ein für jeden individuelles Buch, doch immer gleich in der äußeren Form.

liebe Grüße
arisia

 

      Elise



RE: tretmühle

   25.12.2006, 21:27



Hola!

Das geht ja wild zu bei dir in deinem Gedankengehäus (Taubenschlag, Bienenstock ...), arisia, und in die Tretmühle hast du also offenbar ganz schön was hinein-ver-dichtet!

Danke dir, augustine, für die Barock-Anregung, werde sehen, wie ich mehr dazu in Erfahrung bringen kann. Das mit dem "Einverleiben" des Verehrten, Geliebten: oh, wow, ein Riesenthema (atavistisch, und, ja, erotisch - ) ...

Viele Grüße, Elis.

 
        arisia
        (Gast)

RE: tretmühle

   26.12.2006, 11:02 / 1 x geändert



hi, Elise,

ja, manchmal schäumen die Gedanken wie die Gischt an den Strand. Dann muß die
Ausdrucksform nach außen verknappt werden, um die Summe darzustellen, da das
Darstellen der Einzelteile nicht möglich ist.
Manche schreiben Romane, andere verdichten Erlebtes, zu Gedichten eben.
Gerade kam mir eine Anfangsidee, wie ich so etwas graphisch darstellen könnte.
Mal schauen, was bei rauskommt.

liebe Grüße
arisia

PS:
Idee verwiklicht
hier:
Trichter




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