Im Arbeitsamtfoyer · Lex · ·


Soziales · Forum für Literatur & Germanistik
 

Neue Beiträge   |   Registrierung   |   Lesungen Literatur auf YouTube - Gedichte - Forum für Literatur und Germanistik  |   dradio   |   Archiv   |   l o g i n

 
~ Startseite
kafkaesk
~ Neue Beiträge
~ Beiträge suchen
Literatur
~ Prosa
~ Gedichte
~ Diskussionen
~ Literaturwissenschaft
Literatur
~ Leseliste
~ Forenliste
~ Gäste-Chat
Literatur
~ Impressum

  Online
gregor libkowsky

  Lesungen

  Piep, piep, piep...

  Aktuelle Themen

Dichte Reime

welt

Zwei Gedichte

Enjambements in Heyms Berlin III

G7sus4 (12-string) --> für chantal

Reise durch lit-on

Vatnajökull (prisma)

Achrad (6)

Trahisa (5)

Letzte Nacht

Straße

Glück ^^ Meine schönsten Aporismen !!!!!!!

Feierabendland

Mein Buchhändler

Ein Dogma

Distanz

in die nacht

Jahrestage

Der Musik Laden Faden II

Hausarbeit


 

      Lex



Im Arbeitsamtfoyer

   02.12.2006, 19:23



Im Arbeitsamtfoyer

Lex

Der Beton ist weich gesessen,
auf der Treppe vor dem Block.
Man sieht sie sitzen wie besessen,
vom ersten bis zum letzten Stock.

Jugend ist hier schnell passee’,
sie sprintet eine kurze Zeit,
bis ins Arbeitsamtfoyer,
dort wartet schon die Ewigkeit.

Warten wird zum Folterspiel,
und alle Freunde spielen mit.
In der Gesellschaft trinkt man viel,
und wer nicht trinkt hält keinen Schritt.

Aussicht ist hier losgelassen,
verliert sich zwischen Schorn und Stein.
Wo die Hoffnungen verblassen,
um Erinnerung zu sein.

Zu viel Arbeit das macht krank,
Arbeitslosigkeit macht Tote.
Arbeit, Arbeit vielen Dank,
für die hohe Leidensquote.

 

      ear



RE: Im Arbeitsamtfoyer

   04.12.2006, 21:58 / 3 x geändert



Beton ist kuenstliches Gestein, welches bei hohem Druck ein Austrocknen erfaehrt und sich unter Belastung verformen kann.
Selbst der Beton des Arbeitsamtes in dem Gedicht hat der Belastung durch Arbeitssuchende, Arbeitslose ncht standhalten koennen. Er ist “weich gesessen” , ist geschrumpft und verformt worden.
So wie der Beton sich verhaeltnismaessig schnell verformte,ist auch jede Jugend schnell “passee”, verliert das Elastische und sieht das Foyer des Arbeitsamtes wie eine Vorhalle des Lebensendes.
Warten wird zur Folter, man kann sie nicht umgehen, doch, um es ertraeglicher zu machen muessen alle mitmachen. Das Spiel heisst Trinken, Vernebeln der Wirklichkeit.
Es gibt keine wirkliche Aussicht, es bleibt nur ein satirisches Spiel mit Wort-Zerlegung wie “Schorn und Stein”, um die Verbitterung zu zeigen, wo jede Hoffnung verblasst ist und sich in Nebel verfluechtet hat.
Das LI fordert ein normales Mass an Arbeit, denn ein Zuviel wuerde eine zu “hohe Leidensquote” bedeuten und manchen fatalen Ausgang haben.
Ich werde erinnert an die Verbindung des Wortes Arbeit mit Frei –Sein, wie es damals als Motto an KZs angebracht wurde: “Arbeit macht frei”.
Lex du hast ein bildhaftes Gedicht geschrieben, welches sehr nachdenklich macht.




Views heute: 5.629 | Views gestern: 4.482 | Views gesamt: 5.487.670