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Littlefoot
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Tausend Fassetten vom Wind geschliffen;
Meer - du gibst und nimmst, wie das Leben, mit eiserner Hand;
trunken vom Gleißen der Sonne,
stehe ich lauschend im Sand.
In mir die Ruhe, um mich das Rauschen;
hätt' ich die Angst nie gekannt!
Angst, wenn der Sturm dich peitscht,
bis dass du tobst und schäumst;
Angst, dass die Wellen verschlingen
das Stück Land, auf dem ich soeben träume.

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augustine
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20.11.2006, 21:35 / 1 x geändert
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Guten Abend, littlefoot!
Jetzt habe ich mich eine ganze Weile, mehrmals, mit Deinem Gedicht beschäftigt. Es ist schön, und ich möchte versuchen, seine Aussage besser zu verstehen.
Das kann ich am einfachsten, wenn ich ein paar Satzzeichen anders setze, als Du es getan hast; daher nehme ich mir die Freiheit, es mit einigen anderen Zeichen nochmals abzuschreiben und dabei auch zu markieren, was mir sonst noch auffiel:
Tausend Facetten, vom Wind geschliffen:
Meer - du gibst und du nimmst, wie das Leben, mit eiserner Hand.
Trunken vom Gleißen der Sonne,
stehe ich lauschend im Sand.
In mir die Ruhe, um mich das Rauschen;
als [?] hätt' ich die Angst nie gekannt!
Die Angst, wenn der Sturm dich peitscht,
bis dass du tobst und schäumst;
Angst, dass die Wellen verschlingen
das Stück, auf dem ich soeben träume.
Z.1/2: die Anrede ans MEER; geschliffen sein können aber doch nur Dünen am Strand
2: das zweite 'du' aus rhythmischen Gründen vorgeschlagen; ist die Metapher 'eisern' fürs Meer passend?
2/4: der Reim hier hat sich zufällig ergeben; auflösen?
6: hier kommt ein neuer Gedanke: zu der Beobachtung eine Erinnerung; macht das "als" das klarer?
die übrigen Unterstreichungen, weil mir die Stellen rhythmisch nicht so recht gefallen.
Im Ganzen verstehe ich erstmal dies: das Ich ist in Sonne und innerer und (relativ am Meer) auch äußerer Ruhe an einen Ort zurückgekehrt, in dem es früher einmal in Sturm und hohem Wogengang (berechtigte) Angst hatte.
Wieso aber am Schluss: "träume"? ~ "mich erinnere"?
Liebe Grüße - bitte fühl Dich nicht bemeckert, sondern sieh den Versuch, Gutes noch zu verbessern.
augustine

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Littlefoot²
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Liebe augustine,
vielen Dank, dass Du Dir soviel Mühe mit meinen Zeilen gemacht hast. Gute Kritik kann nur Gutes bewirken und ich will versuchen, meine Zeilen zu erklären.
In der 1. Zeile ist das Komma wirklich angesagt. Facetten entstehen für mich mit den Wellen, die der Wind bewegt und die das Licht brechen. In der 2. Zeile bin ich mit dem "du nimmst" auch sehr einverstanden. Mit der Angst ist es anders. Die bezieht sich mehr auf Sturm und Wellen, und es ist eher eine Bitte, die Angst nie verspürt zu haben, die mit den Gewalten des Meeres entstanden ist. Daher dann auch die Metapher "eisern" für Gewalt. Andere Satzzeichen wären sicher besser gewesen. Hinter Rauschen einen Punkt. Dann neue Zeile. Das "träume" ist wirklich eine Ferienerinnerung an die Insel Föhr.
Ich erinnere mich noch ganau an den Augenblick, als ich in der Sonne stand, aufs Meer blickte und diese wundersame Ruhe genoss. Sozusagen - die Ruhe vor dem Sturm, der dann die Angst mitbringt.
Ich fühle mich absolut nicht bemeckert. Im Gegenteil! Ich fühle mich geehrt, dassDu Dich mit meinen Zeilen so auseinandegesetzt hast.
Meer
Tausend Facetten, vom Wind geschliffen:
Meer - du gibst und du nimmst, wie das Leben, mit eiserner Hand.
Trunken vom Gleißen der Sonne,
stehe ich lauschend im Sand.
In mir die Ruhe, um mich das Rauschen. -
Hätt' ich die Angst nie gekannt!
Angst - wenn der Sturm dich peitscht,
bis dass du tobst und schäumst,
Angst - dass die Wellen verschlingen,
das Stück Land, auf dem ich soeben träume.
Vielen Dank!
Littlefoot

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