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        Littlefoot
        (Gast)

Liebe

   11.11.2006, 18:51



Liebesgedicht

In Deinen Augen meine Sehnsucht erkennen,
meinen Duft um Deine Nase streichen lassen,
meine Wünsche von Deinen Lippen trinken,
Deine Stimme flüstert an meinem Ohr -
und wir spüren uns!
Gibt es einen tieferen Sinn als die Liebe?

 

      ear



RE: Liebe

   11.11.2006, 20:40



Ein dehr persoenliches Gedicht, vollendet in seinen sechs Zeilen. Man koennte sich nichts Harmonischeres wuenschen.

 

      augustine



RE: Liebe

   11.11.2006, 21:32



Mit "vollendet" oder dgl. fange ich gar nichts an.
Aber hier kann man was zur 'Machart' sagen: vielleicht es eine besondere Weise von Chiasmus (Über-Kreuz-Aussagen): das 'Du' ist zugleich (Sehnsucht aller Liebenden) ein Stück vom Ich; wirklich gut ist das hier nach meiner Meinung im 1. und 3. Vers, unklar im 2., nicht durchgeführt im 4. Die 5. und 6. Zeile sind unklare Allgemeinplätze.
Littlefoot: bitte nicht übelnehmen, sondern vielleicht als Anlass für Überarbeitung. Und wirklich: Komm wieder.

Und, ear: was sagt denn Dein Kommentar????
augustine

 

      lost



RE: Liebe

   12.11.2006, 01:30



wenn ich mir eine Anmerkung erlauben darf?

es ist kurz. es ist durschaubar. es will diese intime Situation beschreiben, körperliche und psychisch/seelische Facetten (as ear supposed yet) zugleich umfassend: das ist in Ordnung.
die Spiegelung der beiden beteiligten Protagonisten: „ich“ und „du“, die Ineinanderverflechtung (mich will ich in dir erkennen ...) --- das wird verständlich.
über das „ich“ und „du“ gelangt der Text zu einem „wir“ und schließt ab mit einer „allgemeingültigen“ Erkenntnis, welche Sprecher/in den Lesenden „ans Herz legen“ möchte: als (rhethorische?) Frage.
so ungefähr das Gerüst.
erste und dritte Zeile gut, die zweite Zeile (following augustine) würde ich ev. komplett streichen, auf jeden Fall aber umarbeiten: es lauert die Komik, die ungewollte (attention!), denn man kann niemandem den eigenen Duft um die Nase streichen lassen. so man einen eigenen Duft besitzt und der/die andere fähig zu riechen ist, wird der Duft wahrgenommen werden, wenn man sich so nahe kommt. das kann man nicht an- oder abschalten, das Gerochenwerden (man kann ein Wort sprechen, also den anderen hören LASSEN, oder beschließen, zu schweigen; ein Duft aber läßt sich nicht steuern). mir ist klar, dass du die Intimität ausdrücken willst mit dieser Duftsache, aber ich sage dir: lass es, das riecht schlecht. wähle etwas anderes, sage meinetwegen:
- dir meine Zunge zu schmecken geben -
oder
- mich in deinen Duft betten - - mich in deinem Duft finden - oder ähnlich -
etwas in der Art, das wäre besser.
ach ja, und noch dieses:
nimm mir die Kritik nicht übel und mach weiter!
ja?

regards, lost.

 

      augustine



RE: Liebe

   12.11.2006, 01:44



Hallo, lost, jetzt hast Du Dich auch entschuldigt für konstruktive Kritik, wie ich zuvor auch. Aber: ist es denn nicht so, dass gerade eine konstruktive Kritik das Zweitbeste ist, was hier erlangt werden kann? Das Erstbeste ist natürlich ein gutes Gedicht.
Und ein Gedicht, das überhaupt ermuntert, zu kritisieren, sich mit ihm zu beschäftigen also zuvor - ist das nicht schon ein mindestens erfreuliches Gedicht?
Zwischendurch habe ich diese Anmerkungen in einer pn verstecken wollen. Aber sie sind nicht off-topic. Sie sagen nichts zu diesem einen Gedicht, aber zu dem, was wir hier wollen.
Und ich wenigstens (aber ich denke: andere auch) lese/läse gern ein Gedicht wieder, das bearbeitet ist und erneut der Kritik ausgesetzt wird.
Nächtliche Grüße - augustine

 
        Littlefoot
        (Gast)

RE: Liebe

   12.11.2006, 14:29



Ich danke Euch für die "gute Kritik", die einen ja auch immer ein Stück in einen Reifungsprozess schubst.
Mit dem Riechen oder GEROCHENWERDEN wollte ich die sich immer mehr verlierende körperliche Distanz ausdrücken.

Eine Frage an Euch: ist es überhaupt üblich, dass man seine eigenen Verse erklärt?
Ich möchte keine Regeln brechen.

Gruß
Littlefoot

 

      augustine



RE: Liebe

   12.11.2006, 17:55



Ja, littlefoot, unbedingt solltest Du auch Deine eigenen Texte erklären. Was dann etwa eine "Wahrheit" sei, bestimmt niemand: Du nicht (jeder Schreiber nicht), weil er zu nah dran ist; die sich in Erläuterungen Versuchenden nicht, weil sie zu fern sind; aber aus einiger (nicht zu großer) Entfernung sieht man manchmal mehr, nicht?
Mit Grüßen augustine

 

      zuppanova



RE: Liebe

   12.11.2006, 18:05



servus Littlefoot und alle!
hab ein liebesgedicht von SAID im kopf, ein meistergedicht, das etwa so funktioniert wie du es in deinem gedicht anstrebst, Littlefoot. wenn ich nachher noch zeit hab, such ich es her und stell es herein, als beiklang, zum gegenchecken der ich+du-verflechtungen.

was deine frage nach den regeln angeht:
wenn ich das bedürfnis hätt, zu einem text von mir was zu erklären --- tät ichs tun!
aber das sag nur ich aus mir heraus... und ich bin keine regelwerkauslegungsberatungs-fachundsachverständige, sondern mehr ein fliegender bayrischer fleckerlteppich weiblichen geschlechts (wenns sowas gibt ...).
lg, die zuppa.

 

      Littlefoot



RE: Liebe

   15.11.2006, 17:55



Liebesgedicht (überarbeitet)

In Deinen Augen meine Sehnsucht erkennen,
meinen Duft in Deinen Atem betten,
meine Wünsche von Deinen Lippen trinken,
Deine Stimme flüstert an meinem Ohr -
und wir spüren uns!
Gibt es einen tieferen Sinn als die Liebe?


Gefällt mir so auch besser!
Danke für Euren Schubs! :)

Littlefoot




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