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arisia (Gast)
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10.11.2006, 10:13 / 2 x geändert
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Mondlicht
Mondlicht in deinem Zimmer,
Der feine Strahl bricht sich im Fensterglas,
Baut eine Brücke für die Träume,
Bewacht verläßlich deinen Schlaf.
Mondlicht in deinem Zimmer,
Die alten Möbel lauschen deinem Traum,
Begleiten ihn mit dunklem Raunen,
Hinauf zum Mond, zurück in deinen Raum.
Mondlicht in deinem Zimmer,
Verblaßt gemächlich, wenn der Morgen naht,
Nimmt mit die Brücke, auch die Träume,
Schenkt dir einen neuen Tag.
Flug der Träume

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ear
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10.11.2006, 18:07 / 1 x geändert
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Hi, arisia, dein Gedicht klingt wie ein Kinderlied, es koennte von der Mutter fuer ihr einschlafendes Kind gesprochen oder gesungen werden, denn die erste Zeile aller drei Strophen wuerde sich einem Kind ganz schnell einpraegen.
Traeume, Bewachtsein, Alte Moebel , die mit menschlichen Gefuehlen beseelt erscheinen, eine Bruecke zum Mond, gehoeren zum kindlichen Denken. Mit dem Verblassen des Mondlichtes kommt der neu geschenkte Morgen, waehrend das Mondlicht Bruecke und Traum bewahrt bis zum naechsten Mal. Schlicht in einpraegsamen Bildern.

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juey dai jia ren
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Ein schönes, romantisches Gedicht voller Kohärenz und stabiler Zärtlichkeit.
Wie das Mondlicht selbst eben.
Die Idee, dass das Mondlicht den Schlaf bewacht ist innovativ und gelungen.
Kompliment.
juey

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Jolante
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11.11.2006, 19:36 / 2 x geändert
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Hallo arisia,
dein "Mondlicht" hat für mich etwas erhellend Tröstliches. Für marcel frank, evt. auch für andere, mag es zu "heil" sein für diese Welt, in der Romantik kaum noch eine Rolle spielt. Auch wenn es die "heile Welt" nicht gibt und auch nie gab, die Sehnsucht nach ihr ist legitim und dieses kleine romantische Mondgedicht vermag vielleicht mancher unruhigen Seele etwas Frieden zu geben.
LG Jolante

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Littlefoot
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Hallo arisia,
in deinem Gedicht "Mondlicht" erkenne ich im Rückblick auf meine Kindheit auch gewisse Ängste. Sie wurden mir beim Lesen der letzten Zeile noch einmal bewusst.
Ich war als Kind auch immer froh, wenn ich wieder aufstehen durfte und diese lange, dunkle Nacht zu Ende war.
Warum muss der Schlaf eigentlich bewacht werden? Man liest es immer und immer wieder.
Ich empfinde, wie der Schlafende aufwacht, sich die Augen reibt und lächelt!
Dazu fällt mir das Gedicht von Mathias Claudius ein: "Der Mond ist aufgegangen"
Gruß
Littlefoot

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arisia (Gast)
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hi, ihr vier,
lieben Dank für Kommentar und Lob.
Ich habe diesen Text in der Tat für eine meiner Enkelinnen geschrieben, und es ihr immer vor
dem Schlafengehen erzählt, wenn sie bei uns schlief. Es gefiel ihr, daß der Mond über sie
wacht und quasi garantiert, daß ein neuer Morgen kommt, daß sie wieder aufstehen darf. Sie i
ist ein sehr aktives Kind, und daß sie im Schlaf sich wenigsten noch im Traum bewegen kann,
bis hinauf zum Mond, beruhigte sie ungemein.
Allerdings hatte ich noch etwas anderes im Sinn, etwas, das unter dem Text liegt, was ich im
Moment selbst nicht finde.
In S3, Z2 schreibe ich
"als der Morgen naht", statt "wenn der Morgen naht"
das Wort "als" impliziert durch seine Gleichzeitigkeit eine andere, beschreibende Präsenz im
Zimmer, oder so, als wenn die letzte Strophe erst im Morgengrauen erzählt würde. Keine
Ahnung, ist mir irgendwie entglitten. Vielleicht sollte ich "wenn" statt "als" schreiben. Muß
nochmal in Ruhe drüber nachdenken.
liebe Grüße
arisia

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ferdi
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Gefällt auch mir ausnehmend!
"wenn" statt "als" leuchtet mir ein - ich wäre dafür...
Die vorletzte Zeile empfinde ich als etwas hölzern.
"Nimmt die Brücke mit und auch die Träume,"
wäre fließender; oder wenn schon eine Zäsur in der Mitte, dann vielleicht mit umgestelltem zweiten Teil, das macht die Pause weniger hart, finde ich:
Nimmt mit die Brücke, die Träume auch,
und schenkt dir einen neuen Tag.
Aber das ist nur mein Eindruck; du hast sicher Gründe gehabt für deine Wahl, die mir, es sein nochmal betont, gut gefällt.

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arisia (Gast)
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hi, ferdi,
danke für deine Rückmeldung, werde "als" zu "wenn" verändern.
Die Zeile:
" Nimmt mit die Brücke, auch die Träume,"
möchte ich allerdings so stehen lassen.
Ich wollte erst schreiben
" Nimmt mit die Brücke und die Träume,"
das war mir aber zu schwach, es sollte schon betont werden, daß auch die Träume
mitgenommen werden, denn falls es doch zu Alpträumen kommt, wollte die Kleine
sicher sein, daß sie am Morgen verschwunden sind. Deshalb die Betonung.
liebe Grüße
arisia

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