mOOOnd: dies & das vom + zum Mond! · Gretchen · ·


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      Gretchen



mOOOnd: dies & das vom + zum Mond!

   10.11.2006, 08:53 / 11 x geändert



Heia, guten Morgen alle!

Bin spät dran, weil: hab mich heut nacht am Mond festgebissen und musste deswegen bisschen länger schlafen. Abba, nee, im Ernst gez:


mOOOnd



Falsche Ode an den Mond


Dich, Silberschläfenmond,
wollt ich schon immer mal bedichten!
Wie Du da oben hängst
und so gelassen scheinst und scheinst!
Ich hock hier unten, glotz
Dich an und schreib Geschichten -
Mond, Du gefällst mir nicht!
(Bloß für den Fall, dass Du das etwa meinst!)

Du bist ein alter Lust-
molch und klebst immer
an meinem Fensterchen!
Fast jede Nacht! Warum?
Nur weil Du sehen willst,
was da passiert in meinem Zimmer
und was ich wie mit wem
so treibe! Siehste, drum

find ich, man sollte Dich
verbieten! Mensch Mond, Du doofer alter Sack, Du regst mich auf
mit Deinem Silberlicht!
Ich zieh den Vorhang zu!
Mach los, hau ab, verpiss
Dich in ein anderes Gedicht, zieh Leine, lauf!
Bei mir gibt’s nichts für Dich
mehr zu bescheinen, Du Erotomantik-Spanner, Du!






Wollte immer schon mal ein Gedicht übern Mond machen, und ich glaube, ab heute morgen bin ich soweit, dass ich das kann. Soll dann, wennet fertig ist, da stehen, wo gez nur "mOOOnd" steht, so fettgedruckt.
Brauch Hilfe, damit es was wird: Bitte, postet als Antwort doch Mondgedichte hier rein. Gibt doch viele, oder? Sucht euch wat aus, so ein richtig Schönes über oder an oder mit Mond, was euch gefällt, Gedicht oder Zitat, ganz egal, was --- und wenn dann da unten das erste Mondgedicht Mondzitat steht, geht hier oben bei mir bestimmt die Inspirationslampe an und es kommt mir: das Gedicht vom Mond, das ich schon immer schreiben wollte.

Mit allerherzlichsten Karos garniert verbleibe ich in der Hoffnung auf Antwort
always yours
Gretchen!

 

      augustine



RE: Mooond

   10.11.2006, 15:21 / 1 x geändert



Gretchen, Du neuerdings MOND-Süchtige: bei goooogle gibt's Mondgedichte (so eingeben) in Fülle!!!
Grüß ihn; er geht ja immer so stille .... augustine

 

      augustine



RE: Mooond

   10.11.2006, 15:24



Hallo, Jolante - schön, dies Gedicht und dass Du's hierher gesetzt hast.
Auf den Johannes Kühn bin ich vor Jahren gestoßen, als sein erster Gedichtband besprochen wurde. Das Vorwort les ich jetzt nicht noch mal. In Erinnerung ist mir etwas, was ich sehr schön fand: es war seine Familie, die die Veröffentlichung betrieben hat - er wollte eigentlich gar nicht.
Liebe Grüße von augustine

 

      ear



RE: Mooond

   10.11.2006, 16:22 / 1 x geändert



Christine Rosetti, Schwester des beruehmten Malers hat wunderbare Gedichte geschrieben. Diese gelten mehr als Sing-Song:

Is the moon tired? She looks so pale
Within her misty veil:
She scales the sky from east to west
And takes no rest.

Before the coming of the night
The moon shows papery white,
Before the dawning of the day
She fades away.


O Lady Moon, your horns point towards the east;
Shine, be increased:
O, Lady Moon, your horns point towards the west;
Wane, be at rest.


Bin gespannt auf dein Vorhaben, l.G.ear

 

      Gretchen²



mOOOnd: wie gemacht?

   13.11.2006, 08:58 / 2 x geändert



Heia,
hier kommt ein Anfang vom mOOOnd!
Und ausserdem: mein Mond wird Y-Chromosomen-Träger sein, keine Lady Moonlight.

Die äußere Struktur soll so sein: drei Strophen mit je acht Zeilen, also 3x8 = 24 = ein ganzer Tag, also iss dann so ne Zyklizität, was ja mondmäßig gut passt.
Die Strophen sollen vom Reimschema so gebaut sein:

----
---a
----
---b
----
---a
----
---b

dat iss: auseinandergezogener Kreuzreim in jeder Strophe und dazwischen reimt sich gaa nix, abba die Zeilen, wo sich gaa nix reimt, die müssen denn immer exakt sechs Silben haben, damit da Ordnung herrscht. So, das iss die Vorgabe, und die ersten zwei Zeilen hab ich auch schon.
Brauch noch mehr Mondgedichte von euch, damit ich weitermachen kann!

Jaaamanno, augustine, dir wollt ich dat noch sagen: googeln kann ich doch auch!
Abba der Witz am Spiel iss doch: ich will Mondgedichte, die wer ausgesucht hat, wo von euch eine/r irgendwie einen Bezug dazu hat, nix anonym Gegoogeltes, sondern so mit Gefühl und Absicht hier in diesen Faden gepostet. Stell ich mir so fett klasse vor, augustine, wenn denn ganz oben einst das fertige Gretchen-Mond-Gedicht thront, und unten lang, zu Füßen, handverlesene Werke der Weltliteratur versammelt (nicht, dass dat gez arrogant klingen soll ... !) - also, manno, augustine, fass dir ans Herz oder ein Herz und poste auch du
mir zu
ein Mondgedicht,
Schuschuuuhhh - !
Greetzes, Grete. Karierter denn je.
(danke im voraus für alle noch kommenden Mondengedingse!)

 

      ear



RE: Mooond

   13.11.2006, 10:20 / 1 x geändert



Mondenschein

Nacht liegt auf den renden Wegen,
Krankes Herz und muede Glieder;-
Ach, da fliesst , wie stiller Segen,
suesser Mond, dein Licht hernieder.
Suesser Mond, mit deinen Strahlen
scheuchest du das Naecht'ge Grauen;
es zerrinnen meine Qualen'
und die Augen uebertauen.

Heinrich Heine


Mondnacht

Es war, als haett' der Himmel
Die Erde still gekuesst,
Dass sie im Bluetenschimmer
Von ihm nur traeumen muesst.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Aehren wogten sacht,
Es rauschten leis die Waelder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre fluegel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als floege sie nach Haus.

Joseph von Eichendorff

 

      ferdi



RE: Mooond

   13.11.2006, 11:37



Die Frühen Gräber

Willkommen, o silberner Mond,
Schöner, stiller Gefährt der Nacht.
Du entfliehst? Eile nicht, bleib, Gedankenfreund!
Sehet, er bleibt, das Gewölk wallte nur hin.

Des Maies Erwachen ist nur
Schöner noch, wie die Sommernacht,
Wenn ihm Tau, hell wie Licht, aus der Locke träuft
Und zu dem Hügel herauf rötlich er kommt.

Ihr Edeleren, ach, es bewächst
Eure Male schon ernstes Moos.
O, wie war glücklich ich, als ich noch mit euch
Sahe sich röten den Tag, schimmern die Nacht.

(Klopstock)

 

      augustine



RE: Mooond

   13.11.2006, 18:54



Ich begreife erst jetzt, Gretchen, etwas zeitverzögert; also hier ist was, Du liebe Spielrätzin, von augustine

Mondendinge

Dinge gehen vor im Mond,
die das Kalb selbst nicht gewohnt.

Tulemond und Mondamin
liegen heulend auf den Knien.

Heulend fletschen sie die Zähne
auf der schwefligen Hyäne.

Aus den Kratern aber steigt
Schweigen, das sie überschweigt.

Dinge gehen vor im Mond,
die das Kalb selbst nicht gewohnt.

Tulemond und Mondamin
liegen heulend auf den Knien...

(Christian Morgenstern)

 

      windflug



RE: Mooond

   13.11.2006, 19:59



Hallo Gretchen,

Zwar ist in Clemens Brentanos "Singet leise" nicht nur vom Mond die Rede, aber doch auch:

Singet leise, leise, leise,
Singt ein flüsternd Wiegenlied,
Von dem Monde lernt die Weise,
Der so still am Himmel zieht.

Singt ein Lied so süß gelinde,
Wie die Quelle auf den Kieseln,
Wie die Bienen um die Linde
Summen, murmeln, flüstern, rieseln.


Liebe Grüße
windflug

 

      Elise



RE: Mooond

   14.11.2006, 08:28



Hallo, Gretchen und alle!
Eigentlich wollte ich heute morgen den Eichendorff hereinschreiben. Nun ist ear mir zuvorgekommen, mit genau dem, und ich muss mich neu orientieren.
Einstweilen gelte der gute Wille für die gute Tat.
Viele Grüße, Elise.

 

      ear



RE: Mooond

   14.11.2006, 09:13 / 2 x geändert



Hi, Gretchen, kein Hinweis auf ein Gedicht , sondern auf die Oper fuer Jugendliche: Cesar Bresgens "Der Mann im Mond" nach Ludwig Andersen,1960 komponiert. Es ist ein Maerchen mit Boeser Stiefmutter, Prinzessin Prinz, der mondsuechtig ist und durch Nichtbeachtung einer Warnung in den Mond schaut, dorthin verbannt wird, aber mit Klugheit schliesslich zurueckgeholt werden kann. Eine wirklich gelungene Oper und musikalisch mittelschwere stimmliche Anforderungen an die Jugendlichen Darsteller.

Oskar Loerke
Mondfrost

Der gelbe Heilige faehrt langsam droben,
wo unsre Blicke nichts mehr hassen,
Von kuehlster Hoehe Murmeltieren
gefolgt zuerst, nun laengst verlassen.

Du, Kind, warfst eine Asternbluete
hinauf zu ihm- und hast getroffen,
Doch er laesst sie von seiner Wange fallen,
dort oben hat auch Liebe nichts zu hoffen.

 

      Gerd



RE: Mooond

   14.11.2006, 13:43



Liebes Mondgretchen,

ich habe hier eine etwas andere Art von Mondgedicht für Dich

"Die Pflaumenblüte,
Da, nimm und stiehl sie dir",
Meinte das Mondlicht.

(Issa, 1763-1827)

Bin auf das karierte Strahlen Deines Mondgedichts gespannt.

Liebe Grüße von Gerd, der noch nie einen Mondregenbogen gesehen hat

 

      ear



RE: Mooond

   14.11.2006, 18:50



Paul Heyse

Der Mond hat eine schwere Klag erhoben
Und vor dem Herrn die Sache kundgemacht;
Du habest ihn um seinen Glanz gebracht.
Als er zuletzt das Sternenheer gezaehlt,
Da hab es an der vollen Zahl gefehlt;
Zwei von den schoensten habest du entwendet,
Die beiden Augen dort, die mich verblendet.

Eine Uebersetzung aus dem Italienischen.

 

      Gretchen²



mOOOnd: Dank!!!

   15.11.2006, 08:16 / 1 x geändert



Ohmannoboar!

Bin schwer beeindruckt, gerührt, überwältigt von der ganzen voll-mondigen Vielfalt, die sich hier so langsam ansammelt. Sehr unterschiedliche Sachen, und Musik iss auch dabei!
Danke, danke euch!
Abba: bin auch bisschen bänglich gez, ob dat gut geht mit mein Mondgedicht! Muss mich ja anstrengen, um dat schön hinzukriegen. Heute gehtet erst mal zwei Zeilen weiter, dann hock ich mich übers Wochenende hin, um ordentlich nachzudenken, wie der Verlauf dann sein soll, um welche Ecke ich mondgedichtmässig biegen kann und so ...
Bitte noch (wer hat und kann) paar Monde zuposten, bloß nicht nachlassen, sonst geht mir die Inspirationsleuchte aus. (Ob ich einen Mond-Regenbogen einbauen sollte, in dat Gedicht ... ? ... mal gucken ...) -

Zierlichst dankend und allerliebst kariert knicksend grüßt
Gretchen, die Frau im Mooond.

 

      ear



RE: Mooond

   15.11.2006, 12:15



Franz Kugler

Staendchen

Der Mond steht ueber dem Berge,
So recht fuer verliebte Leut;
Im Garten rieselt ein Brunnen,
Sonst Stille weit und breit.

Neben der Mauer im Schatten,
Da stehn der Studenten drei,
Mit Floet und Geig und Zither,
Und singen und spielen dabei.

Die Klaenge schleichen der Schoensten
Sacht in den Traum hinein,
Sie schaut den blonden Geliebten
Und lispelt: "Vergiss nicht mein!"

 

      Gerd



RE: Mooond

   16.11.2006, 02:23



Theodor Storm

Mondlicht

Wie liegt im Mondenlichte
Begraben nun die Welt;
Wie selig ist der Friede,
Der sie umfangen hält!

Die Winde müssen schweigen,
So sanft ist dieser Schein;
Sie säuseln nur und weben
Und schlafen endlich ein.

Und was in Tagesgluten
Zur Blüte nicht erwacht,
Es öffnet seine Kelche
Und duftet in die Nacht.

Wie bin ich solchen Friedens
Seit lange nicht gewohnt!
Sei du in meinem Leben
Der liebevolle Mond!

 

      augustine



RE: Mooond

   16.11.2006, 07:56



Immer noch mehr?




Ritt im Mondenschein
Achim von Arnim


Herz zum Herzen ist nicht weit
Unter lichten Sternen,
Und das Aug` vom Tau geweiht,
Blickt zu lieben Fernen;
Unterm Hufschlag klingt die Welt,
Und die Himmel schweigen,
Zwischen beiden mir gesellt,
Will der Mond sich zeigen.

Zeigt sich heut in roter Glut
An dem Erdenrande,
Gleich als ob mit heißem Blut
Er auf Erden lande,
Doch nun flieht er scheu empor,
Glänzt in reinem Lichte,
Und ich scheue mich auch vor
Seinem Angesichte.

 

      ear



RE: Mooond

   16.11.2006, 15:38 / 1 x geändert



Hey diddle diddle
The cat and the fiddle
The cow jumped over the moon,
The little dog laughed to see such sport,
And the dish ran away with the spoon.

Nonsense Rhyme fuer Kinder, aber es war urspruenglich eine Satire.
Cat=Queen Elizabeth I
Dog= Robert Dudley, Earl of Leicester, ihr Schosshund.
Dish=Server at the Royal Courts
Spoon=Taste-Tester.
In seiner "Fellowship of the Ring", Kapitel 9 wird eine Rekonstruktion von R.R. Tolkien benutzt. In seiner Gedichtsammlung "The Adventures of Tom Bomdadie" sind gleich zwei Fassungen:
"The Man in the Moon stayed up too late"
"The Man in the Moon came down too soon". ear

 

      Gretchen²



mOOOnd

   17.11.2006, 08:42 / 1 x geändert



Heia, meine treuen Mond-faden-web-Helfer/innen!

Erste Strophe iss fettich!
Hab lang überlegt, ob ich aufn Mooond auswandern soll, wegen der ganzen negativen Entwicklungen auf der Erde (s. Zaphod-Brief, jaja) und hier in dem virtuellen Mikroklima iss auch teils zu schwül teils zu kalt, wat soll da sonn'n arme Kröte wie ich, komm hau ab, auf den Mond mit dir - so hab ich zu mir selbst gesprochen. A-A-A-ber: der Mond gefällt mir doch nicht so richtig, zum drauf leben (s. Ende 1. Strophe) und es muss hier auf Erden weitergehen, Kleinklimaschwankungen hin oder her!
Gretchen nimmt also ein schönes Fussbad, denkt nach, beruhigt sich und bleibt da.
Habt ihr noch paar Gedichte? Für die 2. Strophe?
Das wird der schönste Mondfaden, den je ein Lyrikforum sah (nicht wegen mein Gedicht ... neenee, wegen denen, die ihr schon geschickt habt und noch schicken werdet!).

Thanx & Greetz oder: gratias! valete! cogitate lunam (???)!
bona puella est: Greta Karotata (Schub von lateinischem Fieber, geht von allein vorbei ...) ...

 

      zuppanova



RE: Mooond

   17.11.2006, 12:48



servus, Gretchen!
tüchtig, tüchtig - so ein latein kann man immer brauchen!
dass dein fieber nicht zu schnell runtergeht, hab ich hier was lateinfiebererhöhendes für dich.
schau: vom Christian Morgenstern!

Lunovis

Lunovis in planitie stat
Cultrumque magn' expectitat.
Lunovis.

Lunovis herba rapta it
In montes, unde cucurrit.
Lunovis.

Lunovis habet somnium:
Se culmen rer' ess' omnium.
Lunovis.

Lunovis mane mortuumst.
Sol ruber atque ips' albumst.
Lunovis.


mit lg an die Greta latinophila von der zuppa pädagogica!

 

      Jolante



RE: Mooond

   17.11.2006, 22:59



Mondenschein

Dein Innres ist ein auserwählt Gelände,
Wo Masken, Bergamasken unter Tanz
Und Lautenspiel lustwandeln - und fast fände
Betrübt man sie bei ihrer Mummenschanz.

Noch während sie, im Lied aus Moll, behaupten
Der Liebe Sieg, das unbeschwerte Sein,
Sehn sie nicht aus als ob sie ihr Glück glaubten,
Und ihr Gesang verschmilzt dem Mondenschein,

Dem stillen Mondenschein, dem traurig schönen,
Der träumen macht die Vögel im Geäst,
Und der die Springbrunnen verzückt erstöhnen,
Schlank aus dem Marmor, jene großen, lässt.

Paul Verlaine
(aus dem Französischen von Hans-J.Weitz)

 

      Gretchen²



Morgensterns Mondschaf

   18.11.2006, 13:20 / 1 x geändert



Heia, zuppa pädagogica! gugg maa, Christian Morgenstern:


Das Mondschaf

Das Mondschaf steht auf weiter Flur.
Es harrt und harrt der großen Schur.
Das Mondschaf.

Das Mondschaf rupft sich einen Halm
Und geht dann heim auf seine Alm.
Das Mondschaf.

Das Mondschaf spricht zu sich im Traum:
»Ich bin des Weltalls dunkler Raum.«
Das Mondschaf.

Das Mondschaf liegt am Morgen tot.
Sein Leib ist weiß, die Sonn' ist rot.
Das Mondschaf.


Hab ich mir in Windeseile zusammengegoogelt (kann dat immer besser), komplett übersetzt dat Lunovis - also: Latein kann so einfach sein. Hätt ich nie gedacht!

Schöne Grüße, Gretchen.
(Bald gehtet weiter, dat meine Gedicht ... )

Freu mich über die Mondgedichte!

 

      juey dai jia ren



RE: Mooond

   18.11.2006, 20:37



An deinen Lippen

Deine Küsse halten mich glühend wach,
Sie gehen wie feurige Sterne ums Dach.
An deinen Lippen wird's Blut mir rot,
Mein Herz springt ins Feuer, mein Auge loht.
Deine Augen wie kleine Monde beim Küssen
Im letzten Himmel verschwinden müssen.

Max Dauthendey

 

      lost



RE: Mooond

   19.11.2006, 14:57



and the moon and the stars and the world:

long walks at
night-
that's what's good
for the
soul:
peeking into windows
watching tired
housewives
trying to fight
off
their beer-maddened
husbands.

(Charles Bukowski)

der Mond nur im Titel. nimmt Atmosphärisches vorweg. prägend.

 

      ear



RE: Mooond

   19.11.2006, 17:14



Zaro Weil

Shadows


Moon
Last evening you
Rolled so loud and silver
Past my window
That the shadows
Woke and wove their dark
Molasses sripes
Over my bed

And
In the criss-cross of
That night-tine
I knew what to do
Breathe soft
Breathe soft
And fold into a quiet silhouette
Until morning

Aus ihrem Gedicht Band "Mud, Moon and Me"

 

      augustine



Eduard Mörike AN GRETCHEN

   19.11.2006, 18:25 / 1 x geändert



[Zum Geburtstag, 10. Juni 1868. Mit der Abbildung eines sogenannten
ewigen Kalenders]
Dieses ist mein permanenter
Oder ewiger Kalender,
Den ich heute lang beschaut
Und mich sehr daran erbaut.
Kunstreich ausgedachter Weise
Zeiget er der Monden Kreise,
Sonnenauf- und Untergaenge,
Dazu Nacht- und Tageslaenge.
Und bei jener goldnen Zehn
Blieb ich lang mit hundert Fragen
An die Zukunft stille stehn;
Doch am Ende konnt ich mir
Selber nur dies _eine_ sagen:
Wie ein Pfeil entfleucht die Zeit,
Immer wechselt Lust und Leid,
Liebe waehrt in Ewigkeit.


eben gefunden; es gibt (Projekt Gutenberg) noch 2 weitere Gedichte von M. an "Gretchen", d.i.seine Ehefrau Gretchenn von Speeth a

 

      ear



Radschashekara,uebers. H. Weller

   19.11.2006, 18:59



Radschashekara , uebersetzt von Hermann Weller

Mondaufgang

Die Erde ist gehuellt in schwarzes Dunkel,
Als laege sie in einem finstern Schacht,
Doch sieh, ein gelblichweisses Lichtgefunkel
Entrinnt sich morgenwaerts der tiefen Nacht!
Schon faerben sich, licht wie die junge Birke,
Mit Mondenschein die oestlichen Bezirke.

Nun spruehn des Mondes Strahlenmyriaden
Gleichwie aus einem Schimmerkelch hervor,
Staubfaedenbueschel blond und glanzbeladen,
Und leuchtend steigt er Grad um Grad empor,
Bis er , in runder Fuelle aufgegangen,
Die Welt verklaert mit seines Lichtes Prangen.


Aus “Lyrik des Ostens”

 

      Gretchen²



mOOOnd

   20.11.2006, 14:26 / 1 x geändert



Hei!

Fussbäder helfen. Gedichte-postings helfen. Die zweite Strophe ist schon halb gekommen.

Hab gaa nicht gewusst, wie viele Bezüge mein Name (Gretchen) hat (Gretchen von Speeth. Danke, augustine!).

Hoffentlich geht es gut weiter, mit meinem Mondgedicht.

Viele Grüße, Greta Luna.

 

      ear



R. Dehmel nach Verlaine, Weich kuesst

   20.11.2006, 14:50



Richard Dehmel

Weich kuesst die Zweige der Mond,
Ein Fluestern wohnt im Laub, als neige,
als schweige sich der Hain zur Ruh:
Geliebte du-

Der Weiher ruht und
die Weide schimmert.
Ihr Schatten flimmert
in seiner Flut, und
der Wind weint in den Baeumen:
Wir traeumen-traeumen

Die Weite leuchtet-
Beruhigung
Die Niederung
hebt bleich den feuchten
Schleier hin zum Himmelssaum:
o hin-o Traum-


Nachdichtung von Verlaines “La lune blanche”

 

      Gerd



Ringelnatz

   21.11.2006, 00:19



"Oh!" rief ein Glas Burgunder,
"Oh, Mond, du göttliches Wunder!
Du gießt aus silberner Schale
Das liebestaumelnde, fahle,
Trunkene Licht wie sengende Glut
Hin über das nachtigallige Land -"

Da rief der Mond, indem er verschwand:

"Ich weiß! Ich weiß! Schon gut! Schon gut!"

 

      windflug



Noch einmal Morgenstern

   21.11.2006, 19:16



Drei Hasen
Eine groteske Ballade

Drei Hasen tanzen im Mondschein
im Wiesenwinkel am See;
Der eine ist ein Löwe,
der andre eine Möwe,
der dritte ist ein Reh.

Wer fragt, der ist gerichtet,
hier wird nicht kommentiert,
hier wird an sich gedichtet;
doch fühlst du dich verpflichtet,
erheb sie ins Geviert
und füge dazu den Purzel
von einem Purzelbaum
und zieh aus dem Ganzen die Wurzel
und träum den Extrakt als Traum.

Dann wirst du die Hasen sehen
im Wiesenwinkel am See,
wie sie auf silbernen Zehen
im Mond sich wunderlich drehen
als Löwe, Möwe und Reh.


Christian Morgenstern

(Was wäre die Welt ohne die Karierten?)

 

      Latenta



M O N D

   21.11.2006, 19:48



Der Begriff Mond (von indogermanisch mê[d] schreiten, messen: 'Wanderer') bezeichnet:

* allgemein einen Himmelskörper, der einen Planeten umkreist, siehe Satellit (Astronomie)
* speziell den Erdmond
* die Abkürzung für Modifizierte Newtonsche Dynamik
* eine Karte im Tarot, siehe Tarotblatt, sowie im Tarock.
* eine japanische Manga-Serie, siehe Sailor Moon
* den sichtbaren halbmondförmigen Teil der Matrix von Finger- oder Zehennagel (Lunula)
* Der Mond ist eine Oper von Carl Orff, basierend auf dem gleichnamigen Märchen der ^
Gebrüder Grimm
* veraltete Bezeichnung für Monat
* Personen mit dem Familiennamen Mond:
o Ludwig Mond (1839-1909), deutsch-englischer Chemiker und Industrieller jüdischer
Abstammung

http://de.wikipedia.org.

 

      zuppanova



RE: Noch einmal Morgenstern

   21.11.2006, 20:05 / 1 x geändert



servus Latenta, windflug, Gerd, Gretchen,
juey, ear, augustine, arisia, Jolante, ferdi,
Elise, lost - jessasnaa, hoffentlich hab ich keine/n vergessen!
entschuldigung, ich platz hier so rein, aber mir gefällt dieser
mOOOnd-faden immer besser, und bin zu einer spontan-
reimung inspiriert, es liegt vor allem an Gerd's Ringelnatz
und windflug's Morgenstern, passt's auf:

Erstens:
Ringelnatz und Morgenstern
mag die zuppa sak'risch gern!
Zweitens ...
wär' noch anzumerken:
ihr g'fallen auch die and'ren Werken!
Drittens:
Prosit, Vivat, Hoch dem Mond,
dessen KarOs so schön rOOOnd!

(für eine zuppa wie mich, die noch nie in ihrem leben was
zusammengereimt hat, ist das doch gar nicht so schlecht,
gell?!!!) - lg an alle!

 

      ear



Th. Hardy, At a Lunar Eclipse

   21.11.2006, 20:55



Hi, zuppa, leider fand ich weder Ringelnatz noch Morgenstern, aber der Hardy gefaellt mir trotzdem:

Thomas Hardy

At a Lunar Eclipse

Thy shadow, Earth from Pole to Central Sea,
Now steals along upon the Moon’s meek shine
In even monochrome and curving line
Of imperturbable serenity.

How shall I link such sun-cast symmetry
With the tom troubled from I know as thine,
That profile, placid as a brow divine,
With continent of moil and misery?

And can immense Mortality but throw
So small a shade, and Heaven’s high human scheme
Behemmed within the coasts yon arc implies?

Is such the stellar gauge of earthly show,
Nation at war with nation , brains that teem,
Heroes, and women fairer than the skies?

 

      ear



Joseph von Eichendorff

   23.11.2006, 07:03



Joseph von Eichendorff

Fruehlingsnacht

Uebern Garten durch die Luefte
Hoert ich Wandervoegel ziehn,
Das bedeutet Fruehlingsduefte,
Unten faengts schon an zu bluehn.

Jauchzen moecht ich, moechte wissen,
Ist mirs doch als koennts nicht sein,
Alte Wunder wieder scheinen
Mit dem Mondesglanz herein.

Und der Mond, die Sterne sagens,
Und in Traeumen rauschts der Hain,
Und die Nachtigallen schlagens:
Sie ist deine, sie ist dein!

 

      Gretchen²



mOOOnd

   23.11.2006, 08:23 / 1 x geändert



Heia, Leute!

Der Mond hat weiter zugenommen:
zweite Strophe iss fettich!
Oben maa lesen!

Bin übrigens verzückt entrückt beglückt
über die vielen Mondengedingse, die es
so gibt auf der Welt, und freu mich über
jedes und auch über die anderen Mond-
Aspekte von Latenta und staune wie der
Mond in jedem Gedicht so ganz anders
rauskommt.

Mondbestrahlte Grüße
von Gretchen.

 

      luna



mOOnd

   23.11.2006, 16:12 / 1 x geändert



Ich wiege mich im Vollmondgrab
und singe zitternd die Welt,
mondenbleich...

Tina

 

      Gretchen²



mOOnd: Sprung in die dritte Strophe

   24.11.2006, 09:05



Hei!

Das wär aber auch richtig komisch gewesen, wenn du, luna / Tina, mit dem nick, hier nichts reingeschrieben hättest!
Hmm ... Grab, zitternd, bleich --- was tat der (Voll)Mond dir?
Jedenfalls helfen deine Zeilen, das Enjambement in die dritte Strophe zu kriegen:
siehe oben.
Morgenhell grüßt Grete Karo.

 

      luna



RE: mOOnd: Sprung in die dritte Strophe

   24.11.2006, 14:26



seit wann ist das lyrische ich
der dichter selbst?

 

      Gretchen²



RE: mOOnd: Sprung in die dritte Strophe

   24.11.2006, 15:47 / 1 x geändert



Heia luna!


"Hmm ... Grab, zitternd, bleich --- was tat der (Voll)Mond dir?"

"seit wann ist das lyrische ich
der dichter selbst?"

Wie kommst du denn auf die Idee,
ich hätte mit meiner Frage "den Dichter" angesprochen?

Das lyrICH hab ich angesprochen,
das da in seiner Vollmondgrabwiege
so mondenbleich zitternd die Welt singt.
So lyrisch hab ich dat lyrICH angesprochen á la
"was hat man dir, du armes Kind, getan?",
so á la Goethe, á la Mignon ...
denn das kam mir just inn'n Sinn,
dieses lyrICH mal anzusprechen,
fordert einen ja direkt auf dazu,
also mich wenigstens ...
so spielerisch mal, so von einem lyrischen Ich
zum anderen gesprochen: ... wat'n los mit dir, hei?
... alles inn'n grünen Bereich da bei dir?

Hätt ich besser nix sagen sollen?
Ja, wahrscheinlich.

BuntKariert: Gretchen das Ichchen.

 

      ear



RE: mOOnd: Sprung in die dritte Strophe

   24.11.2006, 21:16



Matthias Claudius

Der Mond ist aufgegangen


Der Mond ist aufgegangen
Die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar,
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget der weisse Nebel wunderbar.

Wie ist die Welt so stille und in der Daemmrung Huelle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schoen.
So sind gar manche Sachen, die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.

Wir stolzen Menschenkinder
Sind eitel arme Suender und wissen gar nicht viel;
Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Kuenste
Und kommen weiter von dem Ziel.

Gott lass dein Heil uns schauen
Auf nichts Vergaenglichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun!
Lasst uns einfaelltig werden und von dir hier auf Erden
Wie Kinder fromm und froehlich sein.

Wollt endlich sonder Graemen
Aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod,
Und wenn du uns genommen, lass uns in Himmel kommen,
Du unser Herr und unser Gott.

So legt euch denn ihr Brueder
In Gottes Namen nieder; kalt weht der Abendhauch.
Verschon uns Gott mit Strafen und lasst uns ruhig schlafen
Und unsern kranken Nachbarn auch.

 

      luna



   25.11.2006, 12:05



das lyrischICH ist zerbrechlich und im bleichen monden-
licht noch viel transparenter als wenn es durch die sonne
schatten wirft...
die dichterin ist kein poet und nicht im entferntesten eine
mondenfrau...

liebe grüße

 

      ear



re mooon

   26.11.2006, 11:31



Christina Rossetti

A Wintry Sonnet

A Robin said: the Spring will never come,
And I shall nevercare to build again.
A Rosebush said:These frosts are wearisome,
My sap will never stir for sun or rain.
The half Moon said: These nights are fogged and slow,
I neither care to wax nor care to wane.
The Ocean said: I thirst from long ago,
Because earth's rivers cannot fill the main.-
When Springtime came, red Robin built a nest,
and thrilled a lover's song in sheer delight.
Grey hoarfrost vanished, and the Rose with might
Clothed her in leaves and buds of crimson core.
The dim Moon brightened. Ocean sunned his crest,
Dimpled his blue, yet thirsted evermore.

 

      zuppanova



TRAKL / Die Ratten

   28.11.2006, 21:38



servus, Gretchen!
hab noch was gefunden, mehr so von der nachtseite des mondes, sozusagen ...
also, was ist? packmers? gehts bald wieder weiter?
aufgehts, sagi.
lg, zuppa.


Die Ratten

Im Hof scheint weiß der herbstliche Mond.
Vom Dachrand fallen phantastische Schatten.
Ein Schweigen in leeren Fenstern wohnt;
Da tauchen leise herauf die Ratten
Und huschen pfeifend hier und dort
Und ein gräulicher Dunsthauch wittert
Ihnen nach aus dem Abort,
Den geisterhaft der Mondschein durchzittert
Und sie keifen vor Gier wie toll
Und erfüllen Haus und Scheunen,
Die von Korn und Früchten voll.
Eisige Winde im Dunkel greinen.

(Georg Trakl)

 

      augustine



Goethe, AN DEN MOND

   28.11.2006, 22:54 / 1 x geändert



An den Mond

Füllest wieder Busch und Tal
Still mit Nebelglanz,
Lösest endlich auch einmal
Meine Seele ganz;
Breitest über mein Gefild
Lindernd deinen Blick,
Wie des Freundes Auge mild
Über mein Geschick.
Jeden Nachklang fühlt mein Herz
Froh und trüber Zeit
Wandle zwischen Freud und Schmerz
In der Einsamkeit.
Fließe, fließe, lieber Fluß!
Nimmer werd ich froh,
So verrauschte Scherz und Kuß,
Und die Treue so.
Ich besaß es doch einmal,
Was so köstlich ist!
Daß man doch zu seiner Qual
Nimmer es vergißt!
Rausche, Fluß, das Tal entlang,
Ohne Rast und Ruh,
Rausche, flüstre meinem Sang
Melodien zu.
Wenn du in der Winternacht
Wütend überschwillst,
Oder um die Frühlingspracht
Junger Knospen quillst.
Selig, wer sich vor der Welt
Ohne Haß verschließt,
Einen Freund am Busen hält
Und mit dem genießt
Was, von Menschen nicht gewußt
Oder nicht bedacht,
Durch das Labyrinth der Brust
Wandelt in der Nacht.


Greta luna, haste vielleicht sogar mal in der Schule gelernt?! Ist trotzdem gut! Liebe Grüße von augustine (hängt die Länge vom Mondgedicht von der des hier geposteten 'Materials' ab???)

 

      Gretchen²



mOOOnd: die 3. Strophe

   01.12.2006, 08:03



Heiahei!

Mal wieder mOOOnd am Morgen! Irgendwie muss dat zum Schluss kommen mit dem Mond, woll.
Dritte Strophe iss weitergerückt. Bisschen wat fehlt noch. Gibbet noch Gedichte vom Mond - oder sind alle verbraten?
augustine, die Länge vom Gretaluna-Gedicht hängt nicht vom geposteten Material ab: hab ja gaaanz weit oben die Form schon festgelegt: 3 Strophen á 8 Zeilen.
Das gepostete Material dient der Illustration, der Inspiration, und weil ich dat maaag.
Alles. Von Goethe an.

Schöne Greetz von Greta cara.

 

      Elise



SAPPHO (the moon has set)

   04.12.2006, 08:14



Hallo!
Hier noch etwas Mondiges mit Grüßen von Elis (ich habe nur eine englische Fassung des Sappho-Gedichtes zur Hand, von Mary Barnard):



tonight I've watched
the moon and then
the Pleidades
go down

the night is now
half-gone; youth
goes; I am

in bed alone

 

      augustine



RE: SAPPHO (the moon has set)

   04.12.2006, 09:36 / 1 x geändert



Ich hab' eine deutsche Übersetzung gefunden (Joachim Schickel, it 309):

"Hinabgetaucht ist der Mond und
mit ihm die Plejaden; Mitte
der Nächte, vergeht die Stunde;
doch ich lieg allein danieder."

augustine

 

      ear



RE: mooon

   04.12.2006, 10:42



Walter de la Mare

As I lay awake in the white moon light,
I heard a faint singing in the wood,
“Out of bed,
Sleepy Head,
Put your white foot now,
Here are we,
Neath the tree,
Singing round the root now.”

I looked out of the window,
In which the white moon light,
The trees were like snow in the wood-
“Come away,
child to play,
Light with the gnomes;
In a mound,
Green and round,
That’s where their home is.
Honey sweet,
Curds to eat,
Cream and frumenty,
Shells and beads,
Poppy seeds,
You shall have plenty.”
But soon as I stooped in the dim moon light
To put on my stockings and my shoes,
The sweet sweet singing died sadly away,
And the light of the morning peeped through:
Then instead of the gnomies there came a red robin
To sing of the buttercups and the dew.
(Walter de la Mare hat mehrere Mondgedichte geschrieben.)

 

      Gretchen²



RE: SAPPHO (the moon has set)

   07.12.2006, 08:50



Heiala!

Dat mOOOnd iss fettich gez: siehe ganz oben.

Danke an alle, die so freundlich waren, den mOOOnd-
Faden hier mitzugestalten! Ohne euch wäre das
Gretchen-mOOOnd-Gedicht nicht zustande gekommen.
Wer will, darf es auch noch kommentieren:
ohweia, ich hoffe, es iss keine
Antiklimax geworden!

Vielfarbig karierte Gretchen-Grüße
mit tiefem Knicks
in die Runde!
(Kann sein, ich mach die nächste Zeit
eine kleine Pause ... schön Greetz!)

 

      Jolante



RE: mOOOnd: dies & das vom + zum Mond!

   07.12.2006, 20:51 / 2 x geändert



Hallo, Gretaluna,

so liebe ich deine Gedichte: Geist gepaart mit Witz und gewürzt mit feiner Ironie ! Das sind auch wieder die Markenzeichen deiner "Falschen Ode an den Mond". Eigenwillige Wortschöpfungen (sie beginnen beim Silberschläfenmond und gipfeln im Erotomantik-Spanner), kleine erotische Anspielungen und nicht zuletzt eine deftige Ansprache an den "doofen alten Sack" geben dem Gedicht seinen besonderen Charakter, jenseits von kitschiger Mondscheinromantik. Köstlich auch die jugendsprachliche Aufforderung des lyr. Ichs an den Mond, sich "in ein anderes Gedicht zu verpissen".
Ich habe viel Freude an deinem Gedicht, Gretchen, und ich finds auch toll, dass du uns Forumsschreiberlinge dazu angeregt hast, Mondgedichte hier einzustellen. Das war echt kommunikationsstiftend.

Sail along silvery moon,
wünscht Jolante

 

      augustine



RE: mOOOnd: dies & das vom + zum Mond!

   07.12.2006, 21:33



Hier, Mondengretchen, schließe ich mich ganz und gar an Jolantes Würdigung und Dank an: denn der Erotik fehlt der Geist nicht und dem Geist nicht die Erotik. Wer's kann, kann's!
EIN Mondstrählchen darf aber ins Zimmerchen sehen, nicht? Wenn's was zu äugeln gäbe: der Mann im Mond wär' sicher gern näher. Aber er ist ja da oben irgendwo wandelnd...
Die Freude heute war's für mich (auch). augustine,

die auch glaubt, dass Du schon wieder was Neues ausspinnst ...

 

      ear



RE: mOOOnd: dies & das vom + zum Mond!

   08.12.2006, 15:39 / 2 x geändert



Heute morgen las ich in der Times, es waere Wahnsinn, den Mond zu ignorieren. Obwohl wir seit 1969 wissen dass er aus Steinen und Staub besteht, ist er (wie Gretchens “Falsche Ode an den Mond” beweist) noch Teil unserer Traeume, oder unseres Aergers und unserer Aengste. Noch immer beeinflusst er die Tiden und den Monatszyklus einer Frau; und er wurde verehrt , was manche Hexenverbrennung brachte Man hat viele Bezeichnungen fuer den Mond, waehrend solche bei der Sonne fehlen. Bei den Nursery Rhymes gibt es “Jack and Jill went up the hill” ,was sich auf die alten Hyicka und Bil of North in den nordischen Mythen bezieht und eigentlich symbolhaft das Ab-und Zunehmen des Mondes darstellt.
Mir gefaellt die Aeusserung von John Heywood, 1546 , der in seinen “Proverbs” sagt:
” The moon is made of greene cheese” (bedeutet greene=freshly made). Wir mussten lange warten, bis sein Satz widerlegt werden konnte.
Wenn nun aber Nasa die Absicht hat, bis 2020 eine staendige Basis auf dem Mond zu errichten, muessen noch einige Huerden beseitigt werden wie Sauerstoff, Wasserstoff und Wasser. Der Mond wird uns weiter beschaeftigen.

 

      Jolante



RE: mOOOnd: dies & das vom + zum Mond!

   08.12.2006, 21:52



Hallo, Gretchen,

hier ein kleiner Nachtrag, ergänzend zu meinem Kommentar. Es soll ein Haiku sein, und ich hab das Gefühl, du kennst dich da aus. Hann ich das rischtisch gemacht ?

Hell, als kenne er
seine Schattenseiten nicht,
scheint der Mond.



Gruß Jo

 

      Elise



RE: mOOOnd: dies & das vom + zum Mond!

   10.12.2006, 09:32



Guten Morgen, Gretchen!

Dein mOOOnd-Gedicht hast du gut zu Ende gebracht. Auch ein Abgesang, nicht wahr?
Mit Sprache kannst du umgehen, dein Gedicht ist sauber gearbeitet, finde ich.
Und eine kleine Auswahl Mondgedichte ist zudem gesammelt.
Ein langer Faden ist es geworden.
Auch ich freue mich schon auf dein nächstes Projekt.

Liebe Grüße, Elise.

 

      Gretchen²



Schluss mit mOOOnd!

   09.01.2007, 08:37



So, der mOOOndfaden ist hier mal zu Ende,
schön lang geworden, ja,
und vielleicht ist die Zeit reif für was Neues.

Nur das noch:

Hell, als kenne er
seine Schattenseiten nicht,
scheint der FrühlingsMond.

Das fiel mir für dich noch ein, Jolante.
Wegen fünf Silben, Jahreszeit, und so ...
ausserdem wird's bald Frühling.

Bis bald. 11000 Grußkaros.
Gretchen.




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