| |
|
Phaidros
|
02.11.2006, 13:15 / 2 x geändert
|
|
Der ganz persönliche Bezug
zerkannt als feierlicher Selbstbetrug…
zerredet in Regelmäßigkeit -
und von Wirklichkeit befreit!
Es kippt wieder an der Schwelle, bemerkt weil Rerationales das Gemüt bestimmt. Entscheidungen zueinander gequält an dessen Einfluss lang geträumt… und doch nur - vom Dampf ihrer - den Säften nach…
Dann greift die Hand, das Auge blickt!
Der Mund...
geschlossen… und die Glocken läuten!
wie jedes Jahr!
zu dieser Zeit…

|  |
Gretchen
|
Heia, Phaidros,
sitz hier und les dein Text und werd und werd nicht schlau dabei ...
also, steht bei Einsamkeit, und ich lese so was anklagend Anmutendes, so von Selbstbetrug bei wem (?), da ist auch was zerkannt worden und zerredet und von Wirklichkeit befreit, und das scheint dem/der Sprecher/in des Textes nicht zu gefallen. Das sind die ersten vier Zeilen, zwei Paarreime.
Dann kommt der zweite Teil, so prosaartig hingeschrieben, und da versteh ich gez noch weniger: was ist Rerationales? Klingt auch nicht wie was Wünschenswertes, bestimmt aber das Gemüt??? --- was ist denn: vom Dampf ihrer? So zerstückelt, weiss gar nicht, wie ich da was zueinander kriegen soll ... weiter: Hand, Auge, Mund tun irgendwie nicht das Richtige? (oder doch?), und abschließend läuten die Glocken! Wie jedes Jahr zu dieser Zeit - na, da hab ich endlich eine handfeste Assoziation: nämlich Weihnachten, und das ist dat einzige, was mir einfällt: dass es um die Falschheit rund um Weihnachten geht.
Tja, mehr weiss ich nicht. Hilf mal, Phaidros, sag was - oder wer anderes, damit ich mal auch vom Licht der Erkenntnis durchstrahlt werde.
Grüße vom ratlos an der Tastatur nagenden + sich dat Blondhaar raufenden Gretchen.

|  |
Phaidros²
|
Hallo Gretchen,
kann deine Kritik verstehen, denn so wirklich homogen fühlt sich das Stück für mich auch nicht an.
Zum Versuch einer Erläuterung so viel, dass es mir um vermeindliche Ambivalenzen ging, z. B. über di des Gefühls von Einsamkeint in Beziehungen.
Über Wahrheit hatten wir's ja schon mal kurz, falls du dich noch erinnerst, und ich interessiere mich hier für die wirklichen Möglichkeiten der Beziehung.
Dass du mit den Glocken die "Wahrhaftigkeit" an Weihnachten assoziierst, finde ich sehr spannend...
Viele Grüße,
Phaidros

|  |
arisia (Gast)
|
hi, Phaidros,
die ersten vier Zeilen beschreiben exakt die Haltung des LI zu Beziehung. Daher ist ihm auch ein formal strenger Aufbau des Textes möglich, Paarreim, und jede Zeile hat 4 Hebungen.
Dann zerfleddert diese Haltung wieder
"Es kippt wieder an der Schwelle,"
was sich auch formal ausdrückt, der Text gleitet eher in lyrische Prosa (Das Rerationale ist mir auch nicht ganz klar).
Das LI fängt sich aber wieder, die Gedanken werden klarer, der Text erscheint nun als Prosa-Gedicht, im Inneren findet eine Conclusio statt und eine Erkenntnis, daß sich nichts verändert hat, ausgedrückt durch die Zeilen:
"und die Glocken läuten!
wie jedes Jahr!
zu dieser Zeit…"
Wobei der Lesende aber im Unklaren darüber gelassen wird, um welche Zeit es sich handelt, denn auch zu Ostern oder anderen hohen kirchlichen Feiertagen läuten die Glocken zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Die Form dieses Gedichtes erinnert an Autoren der 60iger und 70iger Jahre, gefällt mir persönlich ganz gut, es ist eine klare drei-Teilung des Textes zu erkennen, wobei jeder Teil unterschiedliche Erkenntnisinhalte, Bedeutungsinhalte trägt.
Der Text lädt mich jedenfalls zum Nachdenken ein.
liebe Grüße
arisia

|  |
Latenta
|
mit werkzeug in der hand die gedanken zerlegt und übrig bleibt der sinn
lauscht dem inhalt des erlebten
und fühlt den Haushalt des verlebten
das gedicht wirkt wie eine sternschnuppe, kurz wahrgenommen und dem Moment eigene gedanken geschenkt
schön
l

|  |
|
|