H.vanderPursch (Gast)
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Gebe Euch zu wissen,
meine Theueren alle:
Als Wanderpursch bin ich oblegen, mir nunmehro ein Winterquartier zu finden.
Dies ein Geschaff, was Weile brauchet und mich sehr erfüllet. Hab dieserhalben wenig Zeit,
mich auf ein Rätsel zu besinnen. Verhandele mit dies- und jenem Wirte: ob, wie ich bleiben könnt, wie lang, für welchen Pfennig... Bin ich erst wintersicher unter Dach und Fache, gar noch bei einem schönen Weihnachtsbrot, mach ich die Aufwartung erneut bei Euch, so es sich gibt und richten lässet. Doch in der allernächsten Zeit müßt Ihr, ich bitt Vergebung, auf den van der Pursch verzichten!
Gehabt Euch wohl beisamm
und lasset die Wogen
nicht gar zu hoch toben.
Alles ist eitel, oder auch,
wie der Gryphius einmal beginnet:
“Was sind wir Menschen doch! Ein Wohnhaus grimmer Schmerzen,
Ein Ball des falschen Glücks, ein Irrlicht dieser Zeit,
Ein Schauplatz herber Angst, besetzt mit scharfem Leid,
Ein bald verschmelzter Schnee und abgebrannte Kerzen.
Dies Leben fleucht davon wie ein Geschwätz und Scherzen.
Die vor uns abgelegt des schwachen Leibes Kleid
Und in das Toten-Buch der großen Sterblichkeit
Längst eingeschrieben sind, sind uns aus Sinn und Herzen.
Gleich wie ein eitel Traum leicht aus der Acht hinfällt
Und wie ein Strom verscheußt, den keine Macht aufhält,
So muß auch unser Nam, Lob, Ehr und Ruhm verschwinden.
Was speist und Athem holt, muß mit der Luft entfliehn,
Was nach uns kommen wird, wird uns ins Grab nachziehn.
Was sag ich? Wir vergehn wie Rauch von starken Winden.“
Dies mein novemberlicher Gruß an Euch
und Mahnung.
Der Eure,
Johannes van der Pursch.

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