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      jonesy



leerer abend

   22.10.2006, 21:31



Kahl

Ein Blick in
Ein leeres Zimmer
Kahl, vergilbt verraucht
Sieht mich die Tapete an.
Ich puste noch eine Rauchwolke
Hinzu,
Sehe den Schlieren nach
Einiges brennt noch in der Lunge.

Blut ist mein Wesen,
Fleisch und Organ bin ich
abgeschlossen und eins,
gelegentliche Interaktion.

Ich erhöhe mich nicht
um Gott zu entdecken.
Ich sehe die Neuronen,
wie sie miteinander
über den Glauben beraten.

 

      ferdi



RE: leerer abend

   23.10.2006, 10:29



Gefällt mir recht gut. " Gelegentliche Interaktion" finde ich nicht so toll, das eine Wort ist fünf Sliben lang, das zweite vier, und noch dazu ein ziemlich inhaltsleeres Fremdwort... Dafür ist der Schluss aber wieder stark.

 
        arisia
        (Gast)

RE: leerer abend

   23.10.2006, 19:27



hi, jonesy,

Ich sehe ein LI, daß den Blick in

"ein leeres Zimmer" an einem
"leeren Abend"

zur Selbstreflexion benutzt, es sieht

"den Schlieren nach",

(für mich = Erinnern an Vergangenes, und das Gegenwärtige Geschehen, Fragen? brennt in der Lunge)
Dann ein Statement:

"Blut ist mein Wesen,
Fleisch und Organ bin ich
abgeschlossen und eins,
gelegentliche Interaktion."

Das LI empfindet sich als ein Ganzes, als die Summe seiner Teile, mit denen es hin und wieder in Kontakt treten kann.

In der letzten Strophe dann die Aussage, daß das LI sich nicht anmaßen will Gott zu entdecken, stattdessen den Diskussionen um den Glauben lauscht, auch den eigenen inneren Diskussionen, wenn "Neuronen" als kleinste Teile des Selbst gelesen werden.

Die Aufteilung der Strophen entspricht der jeweiligen Intension, die erste Strophe als Einleitung, wie das LI zu den Gedanken über das Selbst und Gott kommt, dann das Statement über das Selbst in der zweiten Strophe, und schließlich die Conclusio des Status jetzt, Resultat der Reflexion.

Insgesamt ein Text, der mich anspricht.

liebe Grüße
arisia

 

      sytash



RE: leerer abend

   29.04.2008, 14:04



Hallo Jonesy,

Ich finde dein Gedicht gut.

Bin gänzlich andrer Meinung was die Zeile "Gelegentliche Interaktion" betrifft.
Sie ist noch das einzig lebendige, auch wenn man im ersten Moment vielleicht nur eine Worthülse wahrnimmt.

Diese Worte sind der höchste Punkt einer Welle, die dein Gedicht vollführt.
Du schaffst es auch nach dieser Bündelung, Zuspitzung, den Bogen abzuklingen, abzururunden, einfach die Energie wieder sinken zu lassen ohne dabei gekünstelt zu wirken.

Sorry wenn es zu übergreifend ist, aber ich persönlich würde noch versuchen alle bestimmten und unbestimmten Artikel wegzulassen, vielleicht auch die Ichs.

Aber trotzdem sau geil.

mfg
sytash

 

      jonesy²



RE: leerer abend

   01.05.2008, 06:38



Hey sytash,
ich habe mich super gefreut über die Reaktion auf mein Gedicht! Es ist so ein gutes Gefühl, dass du es gerne gelesen hast. Dass du Kritikpunkte hast, finde ich eher konstruktiv. Es bleibt die Freude, dass du das Gedicht überhaupt gut fandest und mir was dazu geschrieben hast. Ich habe lange auf dieser Seite nichts mehr hochgeladen. Aber ich glaube, ich werde das jetzt wieder machen.
Also, vielen Dank für die Kritik!
lg
Jonesy




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