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arisia (Gast)
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21.10.2006, 15:10 / 3 x geändert
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Bretagne VII
Côte Granit Rosé
Spätnachmittag im Oktober
Die Unruhe vor mir zeigt sich oliv
Die Stunden hinter der Gegenwart eingegraben
Die Wellen brechen sich immer näher
Die weißen Kronen glitzern nicht
Über mir grautöniger Himmel
Am Horizont mit dem Wasser verwoben
Beschwören die Möwen Hexengeschrei
Auf dem roten Stein bin ich wortlos verloren
Bretagne I ~ Bretagne VIII

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ear
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21.10.2006, 16:37 / 1 x geändert
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Hi, arisia, koennte mit der “Unruhe” nicht nur eine Stoerung, oder ein Aufruhr gemeint sein, sondern die Unruhe einer Uhr? Das Herz einer Uhr, wie ein Pendel, das nicht nur einen ganzen Tag lang, sondern viele Jahre lang unaufhoerlich weiterschlaegt? Die Uhr zaehlt Zeit, sie wird zeit-los und koennte eine Beschichtung ins “Olive” erhalten. Zeit wird (wie eine Muschel , wie ein Stein am Strande) vom Sand begraben, wenn die Flut auflaeuft. Wellen, rasch vom Wind getrieben, duerften das Klitzern weisser Kronen verlieren.
Moewen lieben es, sich bei starkem Wind und “grautoenigem Himmel” die Beute abzujagen. Ihre Rufe klingen klagend, kreischend oder lachend, sodass man, wie hier das LI, gern an Hexengeschei erinnert werden koennte. Auch werden Moewen wie Hexen, relativ gesehen mit bis zu 30 Jahren, recht alt. Du hast in acht Zeilen Vieles ausgedrueckt.

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arisia (Gast)
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22.10.2006, 12:02 / 1 x geändert
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hi, ear,
eine interessante Idee, die das Bild der Unruhe dir vermittelt.
Interessant und verblüffend für mich, da tatsächlich die "Unruh" der Uhr auch mitverantwortlich für das Entstehen des Gedichtes war.
Ich saß auf einem roten, eher rosa Stein, wie er für die Côte Granite Rosé typisch ist, sah auf das Wasser und die Gedanken flossen. Sie flossen von Meer zu Zeit zu Uhr, zur Uhr, die ich vor der Abreise in Reperatur gegeben hatte, von der Uhr als Ganzem zu ihrem einzelnen, eben zur Unruh, von da zu der Unruhe in mir, wieder der Blick aufs Meer, die Unruhe vor mir, und das Gedichtes war geboren. Da ich immer Papier und Bleistift bei mir habe, konnte ich es direkt in einem Zug schreiben.
Ear, es verblüfft mich immer wieder, was du alles weißt. Mir war nicht bewußt, daß Möwen so alt werden, mich hat nur ihr Geschrei inspiriert, welches ich auch in meheren Gedichten, die sich um die Bretagne drehen, verarbeitet habe. War damals für mich ein ständig auftauchendes Motiv.
liebe Grüße und danke für deinen verständnisinnigen Kommentar,
arisia

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ear
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22.10.2006, 13:03 / 1 x geändert
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hi, arisia, da ich als Zwoelfjaehrige bereits Mitglied des Bundes fuer Vogelschutz wurde, habe ich das fuer solches Alter typisch selektive Aufspeichern sehr wenig interessanter Dinge durchlaufen. Kleinigkeiten scheinen gelegentlich mal interessant zu werden, wie in deinem Gedicht das erreichbare Alter eines Vogels. Ich war damals beeindruckt davon, dass eine Amsel oder Drossel 15 Jahre alt werden kann. L. G. ear

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