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gregor libkowsky
mmazzurro
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arisia (Gast)
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01.10.2006, 10:19 / 5 x geändert
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Kein Kuchen
Der Kirschenkuchenduft dich bald entzückt,
denkst du, du wartest schon geraume Weile,
jedoch mich treibt es heute nicht zur Eile,
ich bin in eine and're Welt entrückt.
Dein leises Grummeln: "Bist du jetzt verrückt?""
Es stört mich nicht, denn ich bin weite Meilen
entfernt von hier und hänge in den Zeilen
des Herrn der Ringe, was mich sehr beglückt.
Du Ärmster mußt heut' ohne Kuchen leben,
Weil ich so ganz und gar gefangen bin,
von Gandalf, Frodo und dem wilden Treiben;
der Balrog läßt die Erde heftig beben,
"oh, Gandalf fällt," und niemand weiß wohin.
Ich werde wohl noch eine zeitlang bleiben.
Der farbige Text ist ein Link zu den anderen Sonetten der Folge

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Jolante
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Grüß dich, arisia !
Für dieses bezaubernde Sonett hat es sich gelohnt, dass du deinem Göttergatten ausnahmsweise keinen Kuchen gebacken hast. (Ich gehe mal ganz unprofessionell davon aus, das das Lyrische Ich mit der Verfasserin dieses Gedichts identisch ist.) Du hast hier eine Stimmung gezaubert, die ich vollkommen nachempfinden kann: das völlige Entrücktsein in die Welt des Lesens. Das bringst du auch lautmalerisch sehr schön zum Ausdruck: "entzückt, entrückt, verrrückt, beglückt". Der Alltag ruft, aber das L.I. ist "weite Meilen" davon entfernt und möchte, da die Lektüre gar so spannend ist, auch noch eine zeitlang in den Zeilen des Herrn der Ringe bleiben. Was mir besonders gefällt: Der imaginäre Kirschenkuchen verströmt seinen Duft durch die Zeilen des Gedichts und bleibt in der Nase der Lesenden hängen. - "Ich will jetzt meinen Kuchen !"
Sonntäglich erwartungsfroh grüßt
Jolante :)

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ear
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Schliesse mich der Lobeshymne Jolantes an. Ich habe so gelacht, dass ich das Kneten des Teiges vergass und meine Familie bis heute abend auf etwas Frischgebackenes warten muss.
Buecher und lyrikcommunity-Beitraege sind unsere wirklichen Verfuehrer, ihnen zu widerstehen ist nur schwer moeglich.Noch immer laechelt ear.

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arisia (Gast)
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hallo, Jolanteund ear,
lieben Dank für eurern Kommentar und euer Lob für dieses Sonett.
Ja, Kirschkuchen duftet immer ganz besonders. Hast du noch Kuchen bekommen am Sonntag, Jolante? Und ja, es war schon richtig hier das LI mit der Scheiberin gleichzusetzten.:)
Wenn ich lese, mich so richtig eingelassen habe in ein Buch, dann höre und sehe ich sonst nichts mehr.
Hoffentlich mußte deine Familie nicht zu sehr leiden, ear. :)
Schön, jedenfalls, daß das Gedicht eine Weile Vergnügen bereiten konnte.
liebe Grüße
arisia

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rollerball
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Liebe arisia!
Ich bin ja selbst ein Leckermaul und Kuchentiger, habe aber auch schon in meiner Jugend diesen Herrn in gedruckter Form verschlungen, lange bevor er durch die Filme die Massen bewegte, kann daher gut verstehen, dass der Kuchen mal warten musste - auch die Zeit für das Schreiben des köstlichen Sonetts war sehr gut investiert, es macht mir Appetit auf mehr aus deiner Feder!

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arisia (Gast)
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hi, rollerball,
danke dir für deinen Kommentar. Ich habe das Buch auch schon Anfang der 70iger, noch in englisch, geschenkt bekommen, und habe es die nächsten 25 Jahre jedes Jahr 2x gelesen, - als es in deutsch erschien, abwechselnd einmal in englisch einmal in deutsch. Irgendwie bin ich mit diesem Buch mitgewachsen, habe immer mehr und anderes verstanden, die gleichen Passagen aus andern Blickwinkeln sehen können, und mich allgeimein mit R.R. Tolkien und seinen Beweggründen vertraut gemacht.
So alle zwei Jahre lese ich es immer noch, und durch die Enkel habe ich mir dann auch den Film angeschaut und war übrrascht, wie nah am Buch er blieb. Normalerweise schaue ich mir keine Filme an, wenn ich schon das Buch gelesen habe, weil das meistens zur Enttäuschung führt, da ich durch die Bücher meine eigenen Bilder im Kopf habe, die ich in der Regel im Film nicht wiederfinde, aber im Herrn der Ringe ist die Figur des Gandalf gut gestaltet und kommt nahe an meine Vorstellungen heran. Einziges Manko des Films, für mich jedenfalls, das die Episode im “alten Wald” nicht vorkommt, ich wäre neugierig gewesen, wie die Figur des Tom Bombadil gestaltet gewesen wäre.
Ich empfinde Tom Bombadil als sehr interessanten Archetypus, da er so gar nicht an Macht interessiert ist, sie überhaupt keine Bedeutung für sein Leben hat, für ihn ist alles nur Spiel, vielleicht eine kleiner Hinweis, daß sich Tolkien auch mit der indischen Mythologie beschäftigt hat.
liebe Grüße
arisia

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