Dein Lächeln von Damals. · Dana · ·


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      Dana



Dein Lächeln von Damals.

   24.09.2006, 22:32 / 2 x geändert



Dein Lächeln von damals.

Heute verankert in dem vergangenem Staub.
starre Augen und das Deckenweiß.
Noch ein mal durchgraben durch den Laub.
Alles schließt sich in einem Kreis.

Der Duft Deines Lächeln auf dem Wiesengrün.
Dein Mut auf den Ruinen, alles neu anzufangen.
Das Nichts hatte seinen Sinn.
Die Normalität war Dein Verlangen.

Er blieb und kehrte nicht mehr zurück.
Auf den Trümmern wuchsen die Kinder.
Dem Feuer in der Kälte lächelte Dein Blick.
Alles war hart, auch der Winter.

Das Rauh bedeckte Deine Hände.
Aber die Tage wurden weich.
Für ein Augenblick kam die Wende.
Dein Atem war wieder in ein Lächeln reich.

Die Pflicht gedeihe in der Liebe.
Du bliebst zurück.
Sie flogen weg in die erwachsenen Triebe.
Dich umarmten die Vergänglichkeitsdiebe.

Heute Verankert in dem vergangenem Staub.
Starre Augen und das Deckenweiß.
Die Einsamkeit vertieft in dem Laub.
Noch ein Atemzug und ….
Alles schließt sich in einem Kreis.

Dana

 
        arisia
        (Gast)

RE: Dein Lächeln von Damals.

   26.09.2006, 14:57



hi, Dana,

ich lese den Text als wehmütiges Gedenken des LI an einen verstorbenen Verwandten, evtl. im Krieg gefallen. Das erwachsene LI erinnert sich noch an das Lächeln, an den Lebensmut, an sein "einfach sein", ausgedrückt für mich in der Zeile,

"Die Normalität war Dein Verlangen",

erinnert sich an raue Hände, die aber durch ihre Anwesenheit den Tag weich machten.

Dann verliere ich mich allerdings in den Worten.
In S3 bliebt derjenige zurück, in S4 ist er wieder da, in S5 wieder ein Zurückbleiben des LD.
Vielleicht kannst du uns ein bißchen aufklären, was du ausdrücken willst?
Die Zeile

"Dein Atem war wieder in ein Lächeln reich"

verstehe ich allerdings überhaußt nicht :)


liebe Grüße
arisia

 

      Dana²



RE: Dein Lächeln von Damals.

   26.09.2006, 23:45 / 1 x geändert



Hallo Arisia,
Zitat:
Heute verankert in dem vergangenem Staub.
starre Augen und das Deckenweiß.
Noch ein mal durchgraben durch den Laub.
Alles schließt sich in einem Kreis
Alte, gebrechliche Menschen,körperlich ausgebrannt und innerlich oft nicht mehr in unserer Realität bleibend. Jeden Tag starren deren Augen die weiße Decke an, wie eine Leinwand. Der Blick ist aber nicht mehr an der Decke fixiert. Er wandert in eine Weite, die uns verborgen bleibt. Einsame Seelen, die der Ausgangstür des Lebens sich nähern,oft auf dem letzten Wegesabschnitt aus ihrem daheim rausgehohlt, und auf anderen fremden Plätzen fixirt, leiden sie, weil sie sonst zu einem Versorgungsproblem wachsen können oder wachsen. Früher hatte jeder in der Familie seine Rolle zugeschrieben und die Beziehungen waren anders. Der alte Mensch wurde zum Weisen. Der Kranke wurde in der Liebe gepfegt. Heute ist es eine Rarität, wenn die gebrechliche Oma oder der kranke Opa in der Familie bleiben darf. Es ist ein trauriges Bild der gesellschaftlichen/ familieren Beziehungen, dass die alten Pflanzen in Namen der Fürsorge oft, viel zu oft ihren Garten verlassen müssen, und in der fremden Weite ihre letzten Tage verbleiben sollen. Was bleibt den Menschen ausser den Erinnerungen übrig ?
Zitat:
Der Duft Deines Lächeln auf dem Wiesengrün.
Dein Lächeln in Deinen jüngen Jahren.
Zitat:
Dein Mut auf den Ruinen, alles neu anzufangen.
Das Nichts hatte seinen Sinn.
Die Normalität war Dein Verlangen.
Dann gab es den Krieg und die schwere Zeit danach. Alles verlohren und es blieb nur das Nichts.
Zitat:
Er blieb und kehrte nicht mehr zurück.
Auf den Trümmern wuchsen die Kinder.
Dem Feuer in der Kälte lächelte Dein Blick.
Alles war hart, auch der Winter.
Die Menschen haben es echt schwer gehabt.

Zitat:
Das Rauh bedeckte Deine Hände.
Aber die Tage wurden weich.
Für ein Augenblick kam die Wende.
Dein Atem war wieder in ein Lächeln reich.
Wer kennt nicht die Trümmerfrauen??
Von der schweren Arbeit wurden die Hände rauh.
Aber irgendwann aus dem Nichts wächst eine neue Realität, und die Normalität beginnt zu existieren.
Es gibt keine Ruinen mehr, und die Tage sind wie früher, wie damals vor dem Krieg.
Zitat:
Die Pflicht gedeihe in der Liebe.
Du bliebst zurück.
Sie flogen weg in die erwachsenen Triebe.
Dich umarmten die Vergänglichkeitsdiebe.
Irgendwann werden auch die Kinder groß und verlasen das Haus. Sie werfen sich in die Viren der Existenz und langsam entfernen sich von der Mutter. Die Arbeit, eigene Sorgen und Pflichten gegenüber eigenen Kindern, und die Zeit für sich selbst schaffen die Entfernung noch mehr zu vergrüssern. Die Mutter bleibt oft alleine zurückgeblieben. Natürlich es existieren oft weiter die familiäre Bindungen, aber deren Intensität lässt oft sehr nach. Heute Verankert in dem vergangenen Staub.
Zitat:
Starre Augen und das Deckenweiß.
Die Einsamkeit vertieft in dem Laub.
Noch ein Atemzug und ….
Alles schließt sich in einem Kreis.
Noch ein Atemzug, und der Mensch stirbt.
Na ja, gut. Der Mensch beginnt seinen Sterbeprozess schon ab dem ersten Tag seiner Geburt.
Alles schließt sich in einem Kreis.
Der Mensch kommt von irgendwoher und geht in irgendwohin. Er erlebt die Triumpfe und Niederlagen, blüht auf, schafft seine Nachfolger zum Leben zu rufen, und stirbt. Er selber ist auch einer von den Nachfolgern , und seine Nachfolger werden den selben Weg erleben dürfen und werden auf das selbe Ende treffen.
Und das erlebe ich jeden Tag aus der unvermittelbaren Nähe.
Dana

 
        arisia
        (Gast)

RE: Dein Lächeln von Damals.

   28.09.2006, 09:26



hi, Dana,

ja, jetzt sehe ich was du meinst.
Es ist nur so, du hast soviel Unterschiedliches in das Gedicht hineingepackt, ohne aber die Teile mit Information, die dem Leser hilft, zu verbinden. Rein aus dem Text heraus läßt sich so für den Leser/die Leserin deine Intension nicht erschließen. Gedichte können ja immer nur auf dem Boden von Informationen, die auch der/die Leser/in hat erschlossen werden.

liebe Grüße
edorre

 

      zuppanova



RE: Dein Lächeln von Damals.

   28.09.2006, 09:53



servus Dana!

lese eben den letzten beitrag von arisia zu deinem text
und möchte mich dem anschliessen, was sie sagt. mir ging/geht es ganz ähnlich
mit deinen gedichten: ich kann sie nicht lesen,
nicht verstehen, finde keinen hebelpunkt, um reinzukommen.
bislang zögerte ich, das auszusprechen,
denn ich möchte dich ja keinesfalls davon abhalten, weiter zu schreiben.
mit hilfe deiner erklärungen verstehe ich nun auch besser,
was du ausdrücken willst. denke nun und hoffe, diese rückmeldungen
sind hilfreich für dich, weiter zu arbeiten
und unterstützen dich bei der erstellung neuer texte.
du hast eine sehr eigene innensprache, vielleicht wäre es gut, beim schreiben
bewußter (oder: noch bewußter) zu reflektieren, was genau du mitteilen möchtest, und wie du es dann
chiffrierst, um lesern die chance zu geben, es auch entschlüsseln zu können.
wie gesagt, ich hoffe sehr, dass du diese anmerkung
nicht entmutigend oder destruktiv empfindest!

mit ganz lieben grüssen, zuppa.

 

      Dana²



RE: Dein Lächeln von Damals.

   29.09.2006, 07:06 / 1 x geändert



Hallo Arisia und Zuppanova,

meine Sprache ist hauptsächlich die Farbe, die in Strichen und Flächen zu Worten wird,
und nichts ist mir so nah wie sie.
Zwischen den Regentropfen tanze ich in ihr zu der ewigen Weite, in der die Wahrheit mit der allgemein angenommenen Realität in eine Konfrontation tritt, um die Spiegelbrüche des Welten, die uns zeigen wie was sind, und was wir sein könnten, zu betrachten.
Den letzten Ring ( wie der Rilke in einem Gedicht schrieb) werde ich in meiner Welt auch nicht erreichen, aber versuchen werde ich ihn ( so wie er es probiert hat).
Das Wort selbst ist mir sehr fremd, und ich habe nie richtig gelernt mit seiner Hilfe mich auszudrücken.
Mit der deutschen Sprache war ich in meiner Kindheit konfrontiert. Nun, da ich nicht hier geboren bin, konnte ich sie nicht zu einem Diamanten schleifen. Erst jetzt habe ich die Chance bekommen, in der geteilten Muttersprache gehen zu lernen.
Trotzdem weiß ich, dass ich nie so gut in der Sprache fechten werde, wie die die hier geboren sind.
Ich dichte (?) ( glaube ich es zumindest) nicht zum Spaß, sondern nur dann wenn das Etwas plötzlich in mir klopfen anfängt und es will raus. Es drängt zur Tür und fließt raus ohne mich zu fragen.
Zuppanova,
Bei Bemerkungen von Menschen mit hohem Niveau, ärgere ich mich nie. Und das Forum hier ist ein Ort, in dem solche Menschen sich befinden.
Ich nehme jede Kritik hier mit einer großen Dankbarkeit.
Da ich auch keine Wattebauschspiele mag, ist mir eine strenge Kritik lieber, weil nur die mich weiter bringen kann.
Ich bedanke mich für Eure Ehrlichkeit und hoffe auf Eure weitere Offenheit.
Danke.
Dana

 

      zuppanova



RE: Dein Lächeln von Damals.

   29.09.2006, 09:22



so, das les ich
natürlich gern!
und hab es auf anhieb verstanden, Dana!

lg, zuppa.

 
        arisia
        (Gast)

RE: Dein Lächeln von Damals.

   29.09.2006, 10:47 / 1 x geändert



Hi, Dana,

ja, so kann ich deine Texte besser verstehen, eher nicht für Publikum geschrieben, sondern aus einem tiefen Bedürfnis heraus, Erkanntes, Erahntes in Worte zu fassen, und die Verfasserin weiß ja um was es geht.
Dennoch, dein Sprachduktus ist wunderschön, wenn es auch manchmal an Kleinigkeiten hapert, aber eben nur an Kleinigkeiten, denn das Wesentliche kommt in wunderbaren Bildern schon an.

Liebe Grüße
arisia




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