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Jolante
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14.09.2006, 12:39 / 1 x geändert
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Vorbei ein Tag mit Dauerregen,
und das am ersten Mai, wo jeder gern ins Freie geht.
Nur ich hab` dösend auf der Couch gelegen,
geträumt von Wiesen, strauchumrankten Wegen
und lauem Wind, der sanft mir um die Beine weht.
Ich träumte auch von dir, wie könnt es anders sein.
Im Geiste sah ich dich flanieren auf der Elysee.
Doch brachte mir die Vorstellung nur Pein,
denn, wie ich wusste, warst du nicht allein,
ich fühlte Eifersucht, die tat so weh.
Der Regen klopfte höhnisch an die Fenster,
und bei Tschaikowski "Nummer eins b-moll"
sah ich statt Blüten Liebeswahngespenster,
die flüsterten im Wind und machten mich ganz toll.
Ich nahm ein Buch, versuchte abzulenken,
las wieder einmal "Madame Bovary".
Die arme Emma gab mir sehr zu denken,
mein Schicksal möcht ich gerne besser lenken,
auch wenn das Glück mich so verlässt wie sie.
Du hast es leicht, mein Freund, du liebst zwei Frauen,
vielleicht noch manche mehr, das ist nicht fair.
Liegt es am Frühling, deinem silbergrauen ?
Oder fehlt es mir an genügend Selbstvertrauen ?
Du nimmst dir alles, und mich machst du leer.

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arisia (Gast)
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hi, Jolante,
hm, ein etwas melncholischer Humor, wie mir scheint.
Aber oft gehören Humor und Melancholie auch zuammen.
Mit Humor schmerzliche Momente zu verarbeiten ist immer eine gute Idee.:)
Ich kann die Stimmung sehr gut nachvollziehen, Regenwetter um einen herum, welches einen sowieso schon in eine trübe Stimmung bringt, dann auch noch der Gedanke, daß ein begehrter Anderer sich gerade in wahrscheinlich sonnigen Gefilden aufhält uns sich amüsiert, während frau nicht weiß, wie sie sich ablenken soll, aus dieser Stimmungslage herauskommen kann.
Sehr schön, diese leichte Ironie in den Zeilen
"Du hast es leicht, mein Freund, du liebst zwei Frauen,
vielleicht noch manche mehr, das ist nicht fair."
Da fällt es mir besonders auf, denn das ganze Gedicht ist von melancholischer Ironie durchzogen.
Auch der Schmerz, den das LI empfindet kommt ganz undramatisch, ganz leise nur rüber:
"ich fühlte Eifersucht, die tat so weh."
Was mich etwas stört, ist die Zeile:
"habe ich dösend auf der Couch gelegen,"
sie holpert, da sie plötzlich mit einer betonten Silbe anfängt.
Geschickter wäre meiner Meinung nach:
ich hab' dösend auf der Couch gelegen,
dann bleibt der Rythmus gewahrt.
und die Zeile:
"Oder fehlt es mir einfach nur an Selbstvertrauen ?"
sie holpert auch, ist zu lang. Wäre besser so:
Oder fehlt es mir an Selbstvertrauen ?
Das ist stark genug, bedarf nicht des "einfach nur".
Schön, daß du deine Gefühle heute so ausdrücken kannst.
liebe Grüße
arisia

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Elise
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Hallo Jolante,
darf ich mich arisias Änderungsvorschlägen anschließen?
Ich würde wohl schreiben:
-- nur ich hab' dösend auf der Couch gelegen --
und
-- oder fehlt es mir nur an genügend Selbstvertrauen --
Ja, ansonsten finde ich es gelungen! Schön auch die Symmetrie 5-5-4-5-5 der Strophenzeilen, schön diese trockene, abwinkende, melancholisch gefärbte(arisia) Ironie: ich glaube, genau da liegt eine Stärke von dir, das solltest du weiter ausbauen und üben!
Die Verbindung "Liegt es am Frühling, deinem silbergrauen" - das ist gut. Schön zusammengeführt.
Nur so kurz mit vielen Grüßen,
Elise (heute ohne Alice unterwegs ... :) )

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Jolante²
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Hallo Arisia + Elise,
was hab ich mich gefreut über eure ermutigenden Kommentare. Die Anregungen habe ich gerne aufgegriffen und auch schon eingearbeitet. So gefällts mir auch besser.
@ arisia: Dank für "immerwährende" Hilfe
@ Elise: Kannst du Gedanken lesen ? Ich hab mir gerade dieses Mal einen Kommentar von dir gewünscht, und prompt ist er da: wunderbar !

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Elise
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Hallo, Jolante, und:
gut, freut mich, was du sagst!
Liebe Grüße von Elise.
(psst, psst, ja, ich kann Gedanken lesen, manchmal, nicht immer - das muß aber unbedingt unter uns bleiben! Ja? :) )

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