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Gretchen
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06.09.2006, 07:59 / 1 x geändert
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als ich die zeitung nahm
heute morgen
als ich sie aufschlug
und glattstrich
und las
hat mir ein lachen
blutig
die kehle
zerscherbt
wäre ein weinen
doch besser
gewesen?

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Moulin
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06.09.2006, 08:32 / 1 x geändert
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Hallo Gretchen
| Zitat: |
...hat mir ein lachen
blutig
die kehle
zerscherbt...
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super geschrieben, sowas liebe ich!!!
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Gretchen²
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Morgen, Moulin,
freut mich, dein Kurzkommentar!
Danke!
Na, da siehst du, was passiert, wenn der Gips bröckelt:
schon quillt das Blut heraus (oder es laufen die Tränen ... ) -
liegt das an der Wirklichkeit oder am Gretchen!
Grüße unn schönn'n Tach! - G.

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arisia (Gast)
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07.09.2006, 11:17 / 1 x geändert
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hi, Gretchen,
das herauslaufende Blut und die Tränen liegen sowohl an der Wirklichkeit als auch an dem, der Wirklichkeit erfährt.
Oft ist es ja unsere Hilflosigkeit dem Geschehen gegenüber, die Aggression in uns auslöst, oder Furcht, und diese Aggression oder Furcht wird individuell in hilfloses Lachen oder hilfloses Weinen umgesetzt, wenn nicht direkt gehandelt werden kann. Der Körper muß auf den Adrenlinstoß in irgendeiner Form reagieren, damit sich die Gifte nicht festsetzen.
Das nur mal als Antwort auf deinen Beitrag an Moulin.
Der Text selbst spricht mich sehr an, ist inhaltlich und formal schlüssig, wie von Gretchen gewohnt :).
Eine lakonische, unprätensiöse Beschreibung eines alltäglichen Vorgangs, das Öffnen einer Zeitung, in der ersten Strophe, dann das nicht alltäglich Geschehene, das Besondere an dieser Situation in der zweiten Strophe, und schließlich die Reflexion über die eigenen Reaktion in Strophe 3.
Was mir sehr gefällt ist, daß die Inhalte säuberlich getrennt in ihren Strophen stehen, dennoch die Sätze über die ersten beiden Strophen hinübergreifen, die beiden ersten Strophen bestehen aus einem Satz.
Die Strophen selbst sind in 5, 4, 3 Zeilen gebaut, eine absteigende Symetrie, die formal nochmal das eigentlich unfaßbare Gelesene wieder faßbar macht, in ein Form bringt, damit das LI damit umgehen kann, sich nicht in seinen Reaktionen verliert.
Mir geht es mit der 2. Strophe wie Moulin, sie ist sehr stimmig, inhaltlich, da ich solches Lachen, daß die Kehle zerscherbt kenne, nicht nur aus eigenem Erleben.
Ja, Gretchen, mach weiter so. :)
liebe Grüße
arisia

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windflug
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Hallo Gretchen,
ja, so geht es einem manchmal, immer öfter eigentlich, wenn man die Zeitung aufschlägt und einem der blanke Zynismus entgegenschlägt. Das hast du ganz großartig verdichtet. Besonders gut gefällt mir neben dem starken Bild vom Lachen, das blutig die Kehle zerscherbt die Verzögerung in der ersten Strophe - wie die Zeitung ganz langsam aufgeschlagen und glatt gestrichen wird, so als möchte man gar nicht lesen, was heute wieder alles geschehen ist.
Es grüßt die Neue
windflug

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Gretchen²
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Ohh, so schöne, freundliche Kommentare!
Zu so einem kleinen Dingens von Spruch.
Gretchen liest so wat gern, wie Butter, sozusagen!
arisia, du hast mir das mit den Strophen aufgezeigt,
manno, dat stimmt ja!
War mir noch gaa nich aufgefallen!
Ja, blutungsstillend und schmerzlindernd,
sonne Kommentare.
windflug, welcome!

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Gretchen²
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Heia, windflug,
weißt du, was ich gestern vergessen habe: dir ganz speziell zu sagen, daß ich genau das, was du über die 1. Strophe sagst, ausdrücken wollte - so: freut mich sehr, daß du gerade das bemerkt hast!
Liebe Wochenendgrüße, Gretchen!

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