| |
|
arisia (Gast)
|
03.09.2006, 10:54 / 1 x geändert
|
|
Im Zaubergarten
Im Zaubergarten riechen die Rosen blühender
Im Zaubergarten fliegen die Vögel zwitschernder
Im Zaubergarten schmeckt das Brüllen des Löwen nach Sicherheit
Der Raum der Zeit steht offen
Vor Deinen erstaunten Gefühlen
Träumt den Schwindel aus Deinem Kopf
So daß Du bewußt
Und mit entspanntem Körper
Den Fall in alle Seiten
Genießen kannst
Im Zaubergarten blühen die Menschen Dir entgegen
Im Zaubergarten tanzt Dir die Furcht davon
Im Zaubergarten erfühlst Du freudig das Leben
heute ist hier bei uns ein so garstiger herbstiger Tag, daß ich mich noch etwas erfreuen mußte, und jetzt schnell in diesen Garten eintauche.

|  |
Marcel Frank
|
das kleingedruckte
das kleingedruckte riecht surreal
das kleingedruckte zwitschernder
das kleingedruckte brüllt des löwen sicherheit
"in einen garten eintauchen" oder ... ihn beschwören. ist ein dativ entspannend ? ist dieses hängemattengefühl zu lax ? was ist, wenn im zaubergarten ein mensch mit schlagring darauf wartet, den schwindel wieder hineinzuboxieren ? a bubble, ein luftschloß ? man muss ein bekenntnis ablegen ("an das gedicht glauben"). was ist mit denen, die es nicht können ? wählt das gedicht seinen leserkreis ? das tut jeder text. der zaubergarten: glasklar. don't know, what fragen. menschen, die blühen, surreal. in der menschheitsdämmerung gibt es ebf. beispiele (keine frohnaturen).
ein gedicht
mit freund
lichem ge
sicht
m

|  |
arisia (Gast)
|
08.09.2006, 09:13 / 2 x geändert
|
|
hi, m,
wenn ich gezz Gretchen wär, dann könnt ich ja viel lustiger schreiben, daß ich nix versteh von deinem Kommentar, na nix ist übertrieben. Ich glaube mal verstanden zu haben, daß der Text in der richtigen Rubrik steht. hm
Wie meinst du das mit der Menschheitsdämmerung? Als Morgen- oder als Abenddämmerung? Und wenn Morgendämmerung, wieso keine Frohnaturen? Eden spielt schon mit rein, aber nur am Rande.
Nein, der Garten ist für mich eine Meditationserfahrung, ein Abtauchen in die Ruhe, ein Gleiten in eine andere Ebene, und da kommen keine Leute mit Schlagringen hin, auch nicht wenn die ganze Mannschaft vom Geistelblitz auf den Garten loslassen werden sollte. Hat nix mit "Glauben an", oder "Bekennen zu" zu tun, nur einfach mit TUN, MACHEN, ZULASSEN.
Du schreibst:
| Zitat: |
| wählt das gedicht seinen leserkreis ? |
Da hast du mich aber auf eine Idee gebracht. So hab ich das noch nie gesehen. Natürlich (fällt mir wie Schuppen aus den Haaren), wählen Texte gleich welcher Art ihren Leserkreis. So sind sie, die Texte. Ich kenne einige Leute im weiten Universum, die dazu jetzt einiges sagen könnten, über das Verhalten und die Vorlieben und die Neigungen von Texten, und auch was sie gerne essen, aber das würd jetzt den Rahmen hier sprengen. :)
Ich muß auch noch einen Spürhund auf den Dativ ansetzen, ich find ihn einfach nicht.
Nichts desto trotziger, ganz lieben Dank für deine Kommentar
grüßt
arisa, leicht verwirrt :)
|  |
zuppanova
|
menschheitsdämmerung, zaubergarten -
paradies, Adam & Eva,
das war im ansatz ganz gut,
hat aber dann irgendwie doch nicht geklappt,
weil die Eva lust auf was verbotenes hatte,
da wars vorbei mit dem ganzen zauber
garten und
im schweisse ihres angesichts,
unfroh,
bis heute, jamei.
bin am vorbeiflug, kann nicht anhalten, der prestolitto ist so temperamentvoll heut, er will an den herd, unbedingt, mittagessen und so,
ich komm später nochmal
wiiiiee -
deee -
rrrr -
(zuppa. weg)

|  |
arisia (Gast)
|
12.09.2006, 13:16 / 2 x geändert
|
|
hi, Zuppa,
nein, ich glaube inzwischen, daß Marcel sich eher auf eine Gedichte-Anthologie aus der Zeit des Expressionismus bezieht.
Der Titel dieser Anthologie ist "Menschheitsdämmerung".
Dieser Bewegung ging es um
"Aufhebung des Egoismus des Einzelnen, der Völker und Staaten, brüderliche Vereinigung aller, in einer begeisterten, die ganz Menscheit umfassenden Sympathie ..."
aus: Kleines Lehrbuch der Literaturgeschichte
Prof. Dr. Heinz Stolte
Das Büchlein fiel mir vor ein paar Tagen beim Stöbern wieder in die Hände, ich hatte schon ganz vergessen, daß ich es habe.
Ich habe mir mal das Autorenverzeichnis der Anthologie angeschaut, ja, das kommt hin, man kann sie nicht unbedingt als Frohnaturen bezeichnen. Das sind Leute, die die Welt verändern wollen selten. Deswegen bin ich heutzutage auch fröhlicher als in jüngeren Jahren, da tendierte ich auch noch sehr dazu, die Welt, notfalls von Hand, umzugraben. :)
Aus dieser Perspektive heraus wollte ich das Gedicht aber nicht verstanden wissen, sondern als Meditationsraum, als Zeit der Entspannung, wie ich schon in meinem Beitrag zuvor beschrieben habe.
liebe Grüße
arisia

|  |
ear
|
Hi,arisia, dass du den Garten in deiner eigenen Umgebung hast und nicht an der Amalfi-Kueste, wie ehemals Wagner, der dort seine Inspiration fuer Klingsors Garten bekam und dass es dir gelingt einen "garstigen herbstlichen" Tag in neuem Sinne zu geniessen, zeigt, wie wichtig grosse Phantasie sein kann.
Deine Phantasie verwandelt deinen Garten, befreit dich und laesst dich den Herbsttag mit "Fruitfulness " und Vergaenglichkeit sehen. Du ertraegst nicht nur diese Beidsetigkeit, du siehst es positiv. Der Kassandra-Ruf verhallt, denn Vernunft laess uns positiv denken. L.G.ear

|  |
zuppanova
|
servus arisia,
ja, das klingt plausibel mit der anthologie.
trifft bestimmt zu als literaturwissenschaftlich fundierte interpretation eines mit sicherheit literaturassoziierten kommentares. da hat dieser geheimnisvolle "zufall", frau kennt ihn, dich auf die spur geführt beim stöbern!
das motto der "menschheitsdämmerer", das du zitierst, wär mir persönlich a priori zu heftig - so grosse würfe machen mich gleich immer misstrauisch. das klingt verdächtig nach "wir haben das patentrezept" oder halt nach "folgt uns ins paradies auf erden" ... ohmei, jetzta bin ich im kreis getappt!!!
(hängt das am end damit zusammen, dass ER grad bei uns ist, hier in BY? - das kanalisiert die gedanken, scheints, bei mir ...)
ganz lg, die zuppa.

|  |
|
|