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Heinz Sch.
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Kommt ein Pfarrer zum Metzger und betritt sein Geschäft.
Sagt der Metzger: Ich habe ganz schöne Zweifel. Ja, ich habe sogar eine ziemlich saftige Kritik...
Sagt der Pfarrer: Ich nehme lieber ein gutes Stück von dem gekochten Schinken.
Sagt der Metzger: Und noch etwas...
Sagt der Pfarrer: Das ist alles.

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Willimox
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24.01.2012, 13:22 / 1 x geändert
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Stellt sich der Pfarrer nach dem Metzgereibesuch auf das mittelmäßig frequentierte Forum einer Kleinstadt, entfaltet ein Plakat mit folgender Aufschrift:
Fine-Tuning
1.Die Dinge und Prozesse im Universum sind unglaublich fein aufeinander abgestimmt, wodurch zum Beispiel erst das Auftreten von Leben und das Auftreten menschlicher Intelligenz möglich wird.
2.Aus rein physikalischer Sicht ist diese Feinabstimmung ein ganz unwahrscheinlicher Zufall.
3.Wirklich überzeugend kann die Feinabstimmung nur erklärt werden, wenn wir annehmen, dass sie das Werk einer vorausschauenden Planung durch eine überragende Intelligenz ist.
4. Der mit überragender Intelligenz ausgestattete vorausschauende Universumsplaner kann nur Gott sein.
Kommt ein hochstirniger Studienrat vorbei: "Das ist ja hochintressant", ruft er. "Meinen Sie wirklich, dass man so argumentieren kann. Ich hätte da einige Anmerkungen."
"Das ist mir Wurst", sagt der Pfarrer, öffnet seine Tüte und beißt in die Wurstsemmel.
Heinz liest die Worte oder Wörter dieser Anekdote, runzelt die Stirne und sagt: "Das war doch gar keine Wurst, das war Schinken."

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Heinz Sch.²
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24.01.2012, 16:08 / 1 x geändert
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Sagt der hochstirnige Studienrat zu dem Schinkenbrötchen kauenden Pfarrer:
Aber Herr Pfarrer, wie können Sie denn hier, wo es um die großen Fragen, um die alles umgreifende Wahrheit der Existenz, um Sein oder Nichtsein, um das Fine-Tuning des Lebens geht...
- der hochstirnige Studienrat ringt nach Luft -
wie können Sie hier einfach in ein auktoriales Wurstbrötchen beißen, nur um dann zu erklären, dass es sich um einen handlungsimmanenten Schinken handelt?!
Sagt der Pfarrer zu dem hochstirnigen Studienrat:
Ja, sehen Sie, mein Lieber, wie wollen Sie an die letzten Fragen von Gottes großer Wirklichkeit herangehen, wenn Sie noch nicht einmal eine Wurst von einem Stück Schinken unterscheiden können? Ist das erkenntnistheoretisch nicht Käse?

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Willimox
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Sagt der Studienrat zum Pfarrer:
"Warum dann dieses: Das ist mir Wurst?"

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Heinz Sch.²
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Sagt der Pfarrer zum hochstirnigen Studienrat:
Das kann ich Ihnen auch nicht erklären. Dieses Wort muss mir eingegeben worden sein...
Aber sehen Sie?
Sehen Sie!
Wir sind nicht einmal Herr über die eigenen Worte! Wie wollen wir dann mit unseren Worten das Geheimnis der Welt ergründen?

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Heinz Sch.²
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24.01.2012, 19:15 / 1 x geändert
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Liebe Elise,
dass Du einen laufenden Gesprächsfaden, der doch eine spannende Frage grundlegender erkenntnis- und verständnistheoretischer Natur behandelt, so einfach in die schwer auffindbare Smalltalk-Nische abschiebst, enttäuscht mich!
Ist denn die offene Kategorienfrage wirklich so entscheidend??
Da entwickeln sich ein Gespräch und eine Handlung, aus der noch alles Mögliche werden könnte! Ich finde das sehr spannend.
Aber so habe ich das Gefühl, dass etwas abgewürgt wird. Eine Zensur findet nicht statt, gell?
Heinz

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Elise
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Hallo Heinz,
sollten das Vergnügen am Behandeln einer spannenden Frage grundlegender erkenntnis- und verständnistheoretischer Natur und die inspirierte Freude am sich entwickelnden Dialog etwa nicht stark genug sein, sich gegen ein Gefühl des Abgewürgtwerdens durchzusetzen?
Elise

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Gretchen Darloni
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jetzt dazwischen quake und es passt vielleicht nicht, aber ich möchte nur kurz was los werden.
Nämlich ... naja, Kurzgeschichte würd' ich datt auch nicht nennen; aber spannend ist es und pfiffig ist es.
Spannend, weil es justament etwas abzubilden scheint, was sich eben hier und jetzt ereignet, auf dem mäßig frequentierten Forum einer Kleinstadt. Man wird direkt ins Geschehen hineingezogen (ich jedenfalls).
Und pfiffig ist, dass dieser Studienrat auftritt, dieser hochgestirnte, der aber dennoch oder gerade deswegen gar arglos ist und unverstellt und, wie mir scheint, aus echtem Interesse an der Sache spricht, so dass die skrupellos rabulistische Wurschtigkeit des Herrn Pfarrers vor dem Hintergrund der geradlinigen Studienratsdirektheit sich erst so richtig entfalten mag; erst so recht sichtbar wird. Für mich.
Joa, so wirkt dieser spritzige Dialog ganz eindrücklich und beeindruckend und plastisch und ich fühle mich irgendwie mit drin. Kann natürlich immer sein, es sind da auch Projektionen von mir im Spiel, die mich beim Lesen parteiisch identifiziert sein lassen. --- Wie auch immer: fein gesponnener Faden allemal.
(Einiges muss ich noch ausgoogeln. Diesen erratischen Emil und so. Nee: auratisch. Auratisch.)
. . . . . . . Kröte grüzzt!
. . . . . . . . . . . . . . .  -> Mach mir den Brei!
Ach so, ja, wegen der Kategorie noch - also, warum kann der Faden denn nicht bei Theater stehen. Oder bei *.TXT?

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