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Heinz Sch.
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In manchem noblen Projekt stecken vornehmlich Projektionen.

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augustine
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Klar, dafür spricht immer viel.
Aber welches ist das Projekt, um das es geht?
fragt augustine

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Gretchen Darloni
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augustine:
| Zitat: |
Klar, dafür spricht immer viel.
Aber welches ist das Projekt, um das es geht?
fragt augustine |
Fragst Du das allen Ernstes, augustine, oder scherzest Du?
Es geht nicht um ein bestimmtes konkretes Projekt. Vielmehr hat man es hier mit der aphoristisch verallgemeinerten bzw. zugespitzten Darstellung gemachter Erfahrungen bzw. getätigter Beobachtungen zu tun, paraphrasiert etwa lautend:
"Ja, in der Tat, es gibt von Zeit zu Zeit Projekte oder Vorhaben (solche, solche oder andere noch), die sind oder scheinen zum Scheitern verurteilt, denn sie werden nicht so sehr getragen von realistischer Einschätzung der Zusammenhänge, Möglichkeiten und Ziele, sondern stecken vor allem voller ... "
Die Pointe hier steckt im semantischen Spiel:
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Projekt - Projektionen
. . . . . . . Es grüßt Gretchen
. . . . . . . . . . . . . aka -> Mary Poppins
. . . . . . . . . . . . . aka -> Margret von dem Güldenmund
. . . . . . . . . . . . . aka -> Heidrun Xirzenbach
. . . . . . . . . . . . . aka -> Pegamund
. . . . . . . . . . . . . aka -> Hexi 18
. . . . . . . . . . . . . aka -> Moonlightqueen
@Heinz: Bitte zu bedenken und zu akzeptieren, dass dies ein Garten ist, ein Biotop, in dem manch sonderlich Kräutlein Heimat hat, auch allerhand seltene Tiere, bisweilen schillernd und der Sprache die eigensten Töne entlockend.
Siehe => http://www.literature-online.de/thema1434.htm
Mit grünem Knicks und holdem Wink,
das Krötengretchen
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zuppanova
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Guten Morgen!
Würde sagen, in einem "Forum für Literatur und Germanistik" stecken schon allerhand Projektionen. Es ist, nobel oder nicht, geradezu der Ultra Definition-OLED-Bildschirm unter den Projektionsflächen. Und weiter: Literatur, literarische Texte funktionieren über die Projektionen der Leserschaft. Und mehr: Ich frage mich, ob ohne eine gehörige Portion Projektion jemals irgendein Projekt zustande käme, ob es denn möglich ist, irgendetwas zu tun ohne eine gewisse Beimengung von Projektionen, ob es möglich ist, ohne Projektionen zu existieren. Das Subjekt ist immer anwesend, und immerzu projiziert es. Vielleicht sind die "Projektionen" ähnlich zwiegesichtig wie die andernorts diskutierten "Dogmen"?
. . . . . . . . . . .Schönen Montag wünscht: zuppa

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Heinz Sch.²
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23.01.2012, 11:32 / 2 x geändert
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So isses, liebe zuppanova! Projektionen sind immer im Spiel.
Es bleibt aber die Frage der Nobilität der Projekte und der Vornehmlichkeit der Projektionen, die man sich ja auch einmal analytisch vornehmen und somit selbstkritisch realativieren (sic!) kann, offen. Wir sind unseren Projektionen nicht blind ausgeliefert und zu ihren bloßen Vollzugsorganen entmündigt - oder doch?
Heißt Schönen Montag nun, dass es ein schöner Montag ist oder dass es ein schöner Montag werden soll, oder dass man an dem Montag selbst schön sein möge?
However, freundliche Grüße
Heinz

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zuppanova
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>> Es bleibt aber die Frage der Nobilität der Projekte und der Vornehmlichkeit der Projektionen, die man sich ja auch einmal analytisch vornehmen und somit selbstkritisch realativieren (sic!) kann, offen. Wir sind unseren Projektionen nicht blind ausgeliefert und zu ihren bloßen Vollzugsorganen entmündigt - oder doch? <<
Hm, ja, manch schöne Projektion wird zwischen den Mühlsteinen der sog. Realität abgewetzt und zerrieben ("realativiert"); notgedrungen lässt man Projektionen eintrocknen, weil sie in gegebene Lebensrähmchen nicht (mehr) passen, oder sie (die Projektionen) werden weich gespült und abgeschliffen im handfesten, herzhaften Kontakt mit Gesprächs- und anderen PartnerInnen; Projektionen tauen auf in der frühlingshaften Sonne einer wovon wie auch immer katalysierten selbstkritischen Erkenntnis (es braucht aber, denke ich, oft nicht nur einen Anlass oder "Anstoß", sondern teils langfristige Begleitung, bis "wir" selbstkritisch sehend werden); die in tiefen Schattenzonen der Psyche liegenden P. halten sich bisweilen hartnäckig wie Firnschnee auf der Berghöh‘.
Fragen noch: Die "Nobilität" eines Projektes - liegt im Auge des Betrachters? Welche Kriterien legst Du an, Heinz, um ein Projekt auf der Nobilitätsskala zu verorten? Und wie erlangt der interessierte Beobachter Erkenntnis darüber, ob in einem Projekt nun "vornehmlich" Projektionen stecken oder nicht? Und: Ab welcher Projektionsbeimengungsdichte entstehen Nachteile für das Projekt? Ist man verpflichtet zu intervenieren, so man erkannt hat, dass mehr Projektion im Projekt als letzterem gut tut? --- Du siehst, Heinz, Dein wortumspielender Aphorismus weckt Fragen ... ;)
Howsoever, ein vielschichtiges Thema; jedes Projekt, jeder Fall, jeder Mensch, jede Biografie folgt eigenen Projektionsstrukturen und -gesetzmäßigkeiten. (Und das alles ist ein wenig unscharf hingeschrieben, denn der Begriff "Projektion" wurde gar nicht ordentlich eingekreist.)
>> Heißt Schönen Montag nun, dass es ein schöner Montag ist oder dass es ein schöner Montag werden soll, oder dass man an dem Montag selbst schön sein möge? <<
Da habe ich wohl mit meinem schön gewünschten Montag eine Unbestimmtheitsstelle erzeugt, eine Leerstelle - die mag sich jede/r mit einer Projektion seiner Wahl überschreiben.
. . . . . . . . . . .Beste Grüße und schönen Dienstag dann, zuppa

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Bananenfisch
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24.01.2012, 00:01 / 1 x geändert
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"In manchem noblen Projekt stecken vornehmlich Projektionen."
Das Augenmerk ist hier auf das "vornehmlich" zu richten, dann bekommt der Satz eine gewisse Sprengkraft. In der Wissenschaftstheorie ist allgemein anerkannt, dass vor der Ausbildung der Hypothese, die Idee in Form einer Poiesis (hier im Sinne einer "Erschaffung aus dem Nichts") steht (Karl Popper). Krass ausgedrückt, ist der Naturwissenschaftler nichts anderes als ein Poet, der zuerst eine hirnrissige Idee hat (meist rein nach triebgesteuerten undoder ästhetischen Kriterien vor|ausgedacht) und diese dann einer Anpassungsprozedur unterzieht, bis sie sich als Hypothese mit Methoden "greifbar", zu einer Theorie mausern kann. Damit erübrigt sich die Frage nach der Nobilität - es gibt sie schlichtweg nicht als Motiv. Das Ganze jetzt für den religionsbewegten Menschen umgemünzt, müsste man nur die "Erschaffung aus dem Nichts" mit dem göttlichen Ursprung (Funken) Plausibilisieren (gibts das Wort überhaupt?), dann bekommt die Nobilität wiederum ihren (göttlichen) Sinn.
beste Grüße
Bananenfisch

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zuppanova
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Die Nobilität interessiert mich, aber nicht "als Motiv", sondern überhaupt: als Kriterium, Eigenschaft usw., die Heinz einem "Projekt" offenbar zuschreibt oder nicht. Also muss sie doch dingfest zu machen sein, beschreibbar sein, wenn sie ein "Projekt" marquiert, markiert, marmoriert.
Und die Sache mit dem göttlichen Funken, der plausibilisierend urknallt oder urzündet und die Welt aus dem Nichts wirft, hm, ja, das ist sehr elegant und in gewisser Weise bestechend, andererseits doch recht kosmisch, also sehr weit oben in den Sternen, ich meine, ich bin ein bayrisch-schwäbischer Fleckerlteppich, der in den Sümpfen alltäglicher Praxis liegt und sich zu winden und zu wenden hat, also kein fliegender Teppich, ächz, solche Höhenflüge, und spät ist es auch - alsdann: gute Nacht jetzt und nobelste Träume, direkt aus dem dritten Auge Gottes gesendet, gesandt. ;)

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Heinz Sch.²
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24.01.2012, 10:13 / 4 x geändert
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Kennt ihr den? KLICK
Aber ernste Fragen verdienen eine ernste Antwort.
Also mit urknallenden Funken und poppernden Plausibilitätstheoretikern kann ich als kleines Lichtlein leider nicht viel anfangen, und halte es da lieber mit dem Heiligen Sokrates, der zu sagen pflegte, dass er wisse, dass er nichts wisse.
Doch was zuppas Frage nach der Nobilität angeht, will ich eine einfache Antwort wagen. Ich sehe sie nicht primär als Eigenschaft, die einem Projekt als solchem zu eigen ist, sondern eher als Auszeichnung der Motive seinber Träger.
Und plötzlich war es Dienstag. Ich muss mich sputen und noch etwas Gutes tun!
Heinz

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