"Wenn Bischöfe in Gemeinschaft mit dem Römischen Bischof lehren, sind sie von allen als Zeugen der göttlichen und katholischen Wahrheit zu verehren; die Gläubigen aber müssen mit einer im Namen Christi vorgetragenen Entscheidung ihres Bischofs über den Glauben und die Sitten übereinkommen und ihr mit dem religiösen Gehorsam ihres Herzens anhangen. Dieser religiöse Gehorsam des Willens und des Verstandes ist aber in besonderer Weise dem authentischen Lehramt des Römischen Bischofs zu leisten, auch wenn er nicht ex cathedra spricht ...
Auch wenn die einzelnen Vorsteher nicht über den Vorzug der Unfehlbarkeit verfügen, so verkünden sie dennoch, immer wenn sie ... authentisch Sachen des Glaubens und der Sitten lehren und dabei auf eine Aussage als endgültig verbindliche übereinkommen, die Lehre Christi auf unfehlbare Weise ...
Diese Unfehlbarkeit aber, mit der der göttliche Erlöser seine Kirche bei der Bestimmung einer Lehre über den Glauben oder die Sitten ausgestattet sehen wollte, reicht so weit, wie die Hinterlassenschaft der göttlichen Offenbarung reicht, die unantastbar bewahrt und getreulich ausgelegt werden muss. Dieser Unfehlbarkeit jedoch erfreut sich der Römische Bischof, der Haupt des Kollegiums der Bischöfe, kraft seines Amtes, wenn er als oberster Hirt und Lehrer aller Christgläubigen, der seine Brüder im Glauben stärkt, eine Lehre über den Glauben oder die Sitten in einem endgültigen Akt verkündet. Daher heißen seine Bestimmungen zu Recht aus sich und nicht aus der Zustimmung der Kirche heraus unveränderlich, da sie ja unter dem Beistand des Heiligen Geistes, der ihm im seligen Petrus verheißen wurde, vorgebracht sind, und deshalb keiner Bestätigung durch andere bedürfen noch irgendeine Berufung an ein anderes Urteil zulassen. In diesem Fall trägt nämlich der Römische Bischof seine Entscheidung nicht als Privatperson vor, sondern legt als oberster Lehrer der gesamten Kirche, dem auf einzigartige Weise die Gnadengabe der Unfehlbarkeit der Kirche selbst innewohnt, die Lehre des katholischen Glaubens aus und schützt sie. Die der Kirche verheißene Unfehlbarkeit wohnt auch der Körperschaft der Bischöfe inne, wenn sie das oberste Lehramt zusammen mit dem Nachfolger des Petrus ausübt ..."
aus: http://www.theologe.de/theologe18.htm
Also, wie man ja sehen kann, eines der jüngsten Dogmen der katholischen Kirche, so bekräftigt im 2. Vatikanischen Konzil (1962-1965), auf das soviel Hoffnung gesetzt worden war.
Dogmen, könnte man auch sagen, seien festgehaltene Setzungen, mit denen sich die katholische Kirche auch selber bindet.
Bezüglich des Schreibers, der sich Heinz Sch. nennt, bekräftigt sein "Aphorismus", dass er wohl sich katholisch stylt. Den Fehler, die Religion in Dogmen zu zwingen, haben jedenfalls die Protestanten nicht gemacht. Und wieso sollte einer ausgerechnet zum erzkatholischen Begriff Dogma was schreiben, wenn er nicht...
Aber: Bernhard Welte, der christliche Religionsphilosoph, ist, sieh da, in seiner forumseigentümlichen Wesensart, auch wieder hier. Fröhliche Auferstehung wünsch ich.
Dogmen binden, beschränken den weiten Blick, verengen den Horizont.
Dogmen sind starre Setzungen. Unabänderlich. Unflexibel. Freudlos. Petrifiziertes Leben.
Dogmen drohen. Dogmen ver-unmündig-en. Dogmen repräsentieren und festigen Diskursmacht.
Dogmen behindern/hemmen individuelle, gesellschaftliche, soziokulturelle Entwicklung.
These 2
Und Leute gibz, die agieren eng, die gebn sich
beschränkt als wärn sie nen
fleischgewordenes Dogma.
Erläuterungen
(a) augustine schreibt:
>> Bezüglich des Schreibers, der sich Heinz Sch. nennt, bekräftigt sein "Aphorismus", dass er wohl sich katholisch stylt. Den Fehler, die Religion in Dogmen zu zwingen, haben jedenfalls die Protestanten nicht gemacht. <<
Ach! Schau genau, augustine: Wer lesen kann und will, mag bemerken, dass jener von Dir erwähnte Aphorismus (LINK) des Heinz Sch. durchaus zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema Dogma einlädt (vgl. Libkowskys differenzierten Kommentar). Also - wozu diese unsinnig kränkenden Galligkeiten und Be-/Verurteilungen wieder?
(b) augustine schreibt:
>> Und wieso sollte einer ausgerechnet zum erzkatholischen Begriff Dogma was schreiben, wenn er nicht... <<
Wie? Meinen? Bitte? Was treibt denn eigentlich DICH, augustine, dazu, AUSGERECHNET etwas zum erzkatholischen Begriff Dogma zu schreiben? Du bist doch nicht... oder? Etwa doch? Heimlich? Wie wäre es sonst zu erklären, dass ausgerechnet DU zum erzkatholischen Begriff Dogma usw.usf. ...
(c) augustine schreibt:
>> Bernhard Welte, der christliche Religionsphilosoph, ist, sieh da, in seiner forumseigentümlichen Wesensart, auch wieder hier. <<
Spricht etwas GEGEN Ha-Be Weltes Hiersein? Nachvollziehbare ARGUMENTE zur Hand, die gegen sein Hiersein sprächen? Ist wohl eher ein privataugustinisches UNFEHLBARKEITSDOGMA, das dem Welte mit der Bannbulle zu Leibe rücken möchte ... (ich hoffe, HBW lässt sich nicht beeindrucken von dem inquisiten Gerassel; oder vielleicht ist da ja gar kein Gerassel und ich höre Gepenster, mag auch sein und dann soll es gut sein).
Ach, Gretchen, kannst die spitze Feder weglegen, hättest sie gar nicht rauszuholen brauchen.
Das lange Zitat zum Dogma aller Dogmen, das damit doch auch alle früheren nochmal extra festzurrt, ist
1) ERNST gemeint; ist ja ein Konzils-Original-Zitat
2) steht es in einem eigenen Faden, damit vielleicht der Herr Pfarrer was dazu sagt (dachte ich mir...); damit jede/r, der/die wollte, was ERNSTES schreiben könnte und das nicht im Wörter-Faden müsste
3) solche Fäden haben eine eigene Daseinsberechtigung
Dem Welte habe ich eine fröhliche Auferstehung gewünscht - das ist gespottet gewesen, sicher, aber kein Anlass zu deinen Vermutungen.
Dogmen binden, beschränken den weiten Blick, verengen den Horizont.
Dogmen sind starre Setzungen. Unabänderlich. Unflexibel. Freudlos. Petrifiziertes Leben.
Dogmen drohen. Dogmen ver-unmündig-en. Dogmen repräsentieren und festigen Diskursmacht.
Dogmen behindern/hemmen individuelle, gesellschaftliche, soziokulturelle Entwicklung.
These 2
Und Leute gibz, die agieren eng, die gebn sich
beschränkt als wärn sie nen
fleischgewordenes Dogma.
Was ich da schrieb, das war und ist alles ganz ERNST gemeint und ERNST zu nehmen zum Thema, augustine (schade, dass Du nicht verstehst), Wort für Wort. Der Rest, den ich nicht noch einmal extra zitiere: ebenso. Ernst, ERNST gemeint. ERNST zu nehmen.
Was die spitze Feder angeht (von der manche/r gern gekitzelt werden möchte, ja, ich weiß schon): Nein, die war und ist hier bei Deinem Dogma gar nicht in Gebrauch. Die steckt und steckte brav im Futteral.
Warum? Kein Impuls, sie für Dich hervorzuholen.
Du inspirierst mich nicht. Amen.
da ich hier in gewisser Weise selbst zum Thema gemacht wurde, begebe ich mich einmal - der Einladung folgend - in diesen Gesprächsfaden.
Zur Grundausbildung der Pfarrer gehört es, sich auf das jeweilige Gegenüber einstellen zu können.
Machen wir also den hier geforderten Heinz-Test: Falls dieser darin bestehen sollte, das lateinische Bibelzitat nachzuweisen, dann bitte ich, im Buch der Sprüche 16,9 nachzuschlagen. Was die Brecht-Stelle anbetrifft, räume ich gern meine Bildungslücke ein und hoffe auf einen ersten echten Lernerfolg durch Information seitens der Fachleute.
Der Umgang mit Fremden ist ja oft nicht einfach, und Pfarrer dienen besonders gern als Projektionsfläche für alle möglichen eigenen Phantasien und Bestrebungen. Insofern wundere ich mich nicht zu sehr über Eure Reaktionen. Manchmal nimmt das auch skurile Züge an. Man muß kein katholischer Pfarrer sein, um über Dogmen zu reden, ebensowenig wie man Meteorologe sein muss, um sich zum Wetter zu äußern.
Ich bin evangelischer Pfarrer und - wie schon geschrieben - als einer, der das Wort schätzt, am Gespräch mit Vertretern der Literaturwissenschaft interessiert. Doch zum Gespräch gehören wenigstens zwei.
Nun sind solche Gespräche in Internetforen nicht ganz einfach, weil man sein Gegenüber nicht kennt. Es könnte in der Tat ein Troll sein. Falls allerdings das Auftauchen eines Fremden schon unter diesen Anfangsverdacht gestellt wird, hat das Gespräch kaum eine Chance. Am besten ist es, wenn beide Seiten in ihren Kommentarbeiträgen der goldenen Regel folgen und vorrangig die Verständigung mit dem Gegenüber und nicht die eigene Selbstdarstellung im Blick haben.
Das mag manchmal etwas anstrengender sein, als einfach die Beine auf des anderen Desktop zu legen; langweiliger ist es mit Sicherheit nicht.
Des Willimoxens Troll-Sensoren schlagen Alarm - berechtigt? Ist der pastorale Tonfall des Theologen nicht etwas zu salbungsvoll?
Augustine hat sich sicherlich gründlich mit der abendländischen Kulturgeschichte auseinandergesetzt und sich ihre Meinung zum prägenden Beitrag des Christentums gebildet. Ich kann darin keine Selbstdarstellung erkennen. Auch die allein-seligmachende Wirkung der zitierten "Goldenen Regel" mag im Kontext der Theologie ja gegeben sein, wo sich doch erst kürzlich wieder die Anhänger der zerstrittenen christlichen Sekten in der Geburtskirche zu Bethlehem mit Besenstielen verprügelten; "Verständigung mit dem Gegenüber" jedoch ist im Umgang mit Kultisten des Irrationalen nur bedingt möglich.
Verständigen können wir uns hier zum Beispiel nicht über die unangebrachte Umdeutung des Dogmenbegiffes zu allgemeinen "Grundannahmen" oder gesellschaftlichen Konventionen, ohne die der Mensch nicht existieren könne, um dem Wort so positive Aspekte abzuzwingen, die es in seiner eigentlichen Bedeutung nicht inne hat. Die Vorstellung, dass man an Dogmen "weiterbauen" könne, führt nun den Begriff völlig ad absurdum, ist doch das Dogma per definitionem eine unabänderliche Wahrheit. Es sind ja die christlichen Sekten seit Jahrhunderten bemüht, einen eben solchen Weiter- oder Umbau zu verhindern. Hugenottischer Beifall erklingt aus dem Purgatorium.
Fazit: theologisch-rhetorische Schaumschlägerei ist alles, was ich hier lese - man nehme diese Bemerkung mit christlicher Nachsicht. Doch die negativen Konnotationen des Wortes "Dogma" haben durchaus ihre Berechtigung in der heutigen Zeit - und eine Predigt besteht zu allermeist aus Wörtern, nicht aus Worten.
Schließlich noch - und sei es nur damit der Troll-Alarm kein blinder bleiben möge - eine aktuell im Internet zirkulierende Zusammenfassung christlicher Glaubensdogmen:
Zitat:
Christentum: Der Glaube daran das ein kosmischer jüdischer Zombie dich für ewig leben lassen kann, wenn du symbolisch sein Fleisch isst und ihm telepathisch mitteilst dass du ihn als deinen Meister akzeptierst, so dass er einen Fluch von deiner Seele nehmen kann, der in der Menschheit präsent ist, weil eine Rippen-Frau von einer sprechenden Schlange dazu überredet wurde, von einem magischen Baum zu essen.
@Gretchen, nun hast du hier mal jemanden, der wirklich predigt - womöglich gar den missionarische Hintergedanken hat, die in Worten verlorenen Germanistenschäfchen zum WORT zurückzuführen - da versteh ich die deinerdingsige Samtpfötigkeit nu eher nüsch.
Nun, da Heinz eine "Bildungslücke" beim zugegebenermaßen nicht humorfreien Trolltest einräumt, eben eine andere Fassung für Liebhaber von Worten und Wörtern:
Augustus plant, Augustine entscheidet.
Der Mensch denkt, dass Gott lenkt.
Des Menschen Herz denkt sich einen Weg aus,
aber der HERR lenkt seine Schritte.
Nam homo proponit, sed deus disponit.
Homo enim cogitat, sed DEUS ordinat.
Der Mensch nümpt im für, aber der allmechtig ordnets und schaffts nach seinem Willen.
Also: Theologe, Pfarrer. Nun dann: den Gott, an den du glaubst, zum Gruße.
Es muss ja aber ein Theologe nicht Pfarrer sein. Ich kenne zwei (Pfarrer) ganz gut: Für Spielereien wie die, in Foren einen Gedichttext ein- und auszustellen und sich dann ausführlich übers eigene Produzierte auszutauschen, hätten die ganz einfach keine freie Minute, weil ihnen die Arbeit immer bis zum Beffchen steht.
Auch daher meine Skepsis.
Dein erstes coming out las sich so:
Zitat:
als Theologe habe ich viel mit Wörtern und "dem Wort" zu tun. Das ist eine spannende Geschichte. Mit Worten liefern wir uns aus, und keiner weiß vorher, was danach auf uns zukommt.
Als Nichtgermanist finde ich es interessant, mit den Wortprofis dieser Zunft ins Gespräch zu kommen. Hören wir mal hin..
Und dein "Sonett" endet:
Zitat:
Der Worte Wahrheit ist wo möglich Scheinen
:Könnte ja so zu lesen sein, dass du den Worten, die du als Wahrheit verkünde(s)t (hast), nicht mehr traust?
Ich stelle also meine Frage nach deinem Projekt noch einmal anders: auf welches zielen deine Projektionen, die doch irgendwie deine Ideen und dieses Forum zusammenbringen müssten -?
Ich stelle also meine Frage nach deinem Projekt noch einmal anders: auf welches zielen deine Projektionen, die doch irgendwie deine Ideen und dieses Forum zusammenbringen müssten -?
Kommt einer rein, wedelt mit seinem Amtsmantel, weiß ja sicher, dass das in den maskierten Forumswelten nicht üblich ist, aber albert rum. Blöd ist mir das.
ich registriere, dass Dich meine Antwort nicht befriedigt.
Aber erlaube mir bitte noch eine Frage: Hört eine Antwort, die nicht als Antwort erkannt oder als unbefriedigend empfunden wird, auf, eine Antwort zu sein?
Du hast doch gefragt, was "(m)eine Ideen und dieses Forum zusammenbringen" würde.
Darauf habe ich noch einmal mit meinem schon anfangs bekundeten Interesse am Gespräch über die Wörter und Worte geantwortet.
Das mag ja verrückt klingen, aber so ist es nun mal.
Jedenfalls hast du hier mehr Resonanz bekommen als da,
und viele hier vergnügt das; dich auch, wie ich sehe. So hast du dich aber nicht eingeführt, sondern mit einem - nun gut: nur scheinbar ernst gemeinten - Anliegen.
Und ich sehe, dass du genügend Zeit zur Verfügung hast für all dies.
Auf meine diesbezügliche (im Zitat enthaltene) Frage hast du nicht geantwortet:
Zitat:
Ich kenne zwei (Pfarrer) ganz gut: Für Spielereien wie die, in Foren einen Gedichttext ein- und auszustellen und sich dann ausführlich übers eigene Produzierte auszutauschen, hätten die ganz einfach keine freie Minute, weil ihnen die Arbeit immer bis zum Beffchen steht.