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Dana
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30.08.2006, 22:36 / 1 x geändert
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Das vaterlose Haar
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Das vaterlose Haar
Kein Wort,
kein Lächeln mehr
erreicht die Sterne.
Die Hand von der Leere vertrieben
nimmt nichts mehr wahr.
Verstarrt bleibt die Ferne.

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ear
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Lieben Gruss, Dana. Schon der Titel, der gleichzeitig deine erste Verszeile ist, "Das vaterlose Haar" hat etwas Aufruettelndes. Vergangenes im Neu-Erleben und in Transformation zu bewaeltigen, praegt dein Leben.
Mut spricht aus jedem Wort. Trotz aller Trauer und Verzweiflung gelingt es dir eindringlich, diesen Tatbestand mit Worten auszudruecken. Worte sind der Neubeginn deines Lebens, das dir gelingen wird. ear

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arisia (Gast)
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01.09.2006, 09:43 / 3 x geändert
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hi, Dana,
Das ist ein bewegender kleiner Text über den Verlust des Vaters.
Mit wenigen, skizzenhaften Worten zeichnet das LI das Bild des Verlustes
| Zitat: |
Das vaterlose Haar
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Mit dieser Zeile springt das LI förmlich in die Situation, fast könnte diese Zeile alleine stehen. Die Situation ist mit diesen drei Worten schon genau beschrieben.
Die anderen Zeilen erzählen davon, wie es dem LI mit der Vaterlosigkeit ergeht. Niemand erzählt mehr Märchen, die bis zu den Sternen reichen, keine väterliche Hand berührt mehr das LI, und das LI wagt es nicht mehr weiterzuschauen als bis zu den nächsten Sekunden, Minuten,
| Zitat: |
Verstarrt bleibt die Ferne.
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da alles was weiter in der Zukunft oder in der Ferne liegt, schmerzhaft an den Vater erinnern würde, so bleibt sie erst mal undurchdringlich.
Sehr berührend dieser Text
liebe Grüße
arisia
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Dana²
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05.09.2006, 08:28 / 1 x geändert
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Hallo Ear und Arisia,
Danke für Eure Resonanz.
In jüngen Jahren lernte ich, dass in einem Strich die ganze Welt vorhanden sein kann. Es wurde mir aber gleichzeitig in alle Sinnesorgane gestopft, dass der Strich brotlos ist und man schubste mich in eine Wüste des Gewöhlichen.
Eine Ewigkeit stand ich auf der Wüste und der Sandsturm wehte mir ins Gesicht.
Erst nach vielen Jahren wurde mir mein Schicksal gnädig und die Beine trugen mich durch die Dünen in die weite Ferne. Unterwegs traf ich verschiedene Gestalten, deren Skelette in einem blendenden Glanz der Äußerlichkeit die Sonne imitieren wollten, oder deren Mäntel von der Verwitterung der künstlichen Regel angegriffen wurde und seine Körper halb angefressen hatte.
Eines Tages traf ich auf der Wüste einen Menschen, der zum Sinai pilgerte.
Er nahm mich auf die Hand und wurde zu meinem Vater und Lehrer.
Auf dem Rand des Weges traf ich auch einen abgemagerten Bettler. Seine Erzählungen über Verfolgung und Wunden der Welt, die er mittrug, nahmen mich in eine Welt des tiefen Mitgefühls und ich umhüllte ihn mit meinem Mantel der Geborgenheit und Wärme. Ich war glücklich, weil er sich da wohl fühlte. Nun, eines Tages, als er wieder zu Kräften kam probierte er sich in mir ganz ausbreiten. Er wollte plötzlich ich werden. Er probierte meine Ohren, Augen und mein Mund mit seinem selbstgewebten Gewand verhüllen. Er probierte mir seine eigenen Muster der Realität einprägen, und drückte dabei meine Kehle zusammen und schubste mich in eine enge Ecke, ohne Ausgang. Als ich Nein schrie, steinigte er mich.
Verletzt verließ ich den Bettler, der zu einem Tyrannen wuchs.
Der Schritt hat mich die Welt gekostet.
Die präzise gestrickte Rache des Bettlers nahm mir den Vater und Lehrer weg.
Seit dem ist mein Vertrauen hinter einer dicken Mauer versteckt, und der trauende Gedanke der Berührungsgrenze oft glüht.
So, das ist die Erklärung zu den paar Versen oben.

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