Anmerkungen II · arisia · ·


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        arisia
        (Gast)

Anmerkungen II

   30.08.2006, 18:11 / 1 x geändert



Anmerkungen II

Sei dankbar,
Daß das Erscheinen der Morgenröte
Nicht in deiner Hand liegt,
Denn bist du dir sicher,
Daß du deine Neugier zügeln könntest,
Die wissen will, was geschähe,
Wenn du die Morgenröte
An ihrem Erscheinen hindertest?

 

      ear



RE: Anmerkungen II

   30.08.2006, 19:54 / 2 x geändert



Dein Gedicht beginnt mt der Aufforderung"Sei dankbar". Koennte es auch ein Hinweis auf Nietzsches "Morgenroete" sein? Aufforderung ,sich nicht abzukapseln,nicht allein handeln zu wollen, denn unsere Freunde moechten wissen, wo wir sind, was wir tun und wonach wir streben.
Normal gedacht, ist die Morgenroete etwas , das wir erwarten voller Freude wie den "Dawn Chorus" der Voegel. Es ist gut, dass wir keinen Einfluss haben auf die Naturerscheinung der Morgenroete, all unser Streben nach mehr Wissen, unsere Neugier muessen zu einem zu einem Stop kommen.

 
        arisia
        (Gast)

RE: Anmerkungen II

   04.09.2006, 12:16



hi, ear,

nein an Nietzsche hatte ich nicht gedacht.
Es ging mir nur darum aufzuzeigen, daß es ganz gut ist, daß wir nicht an allen Schrauben drehen können. Vermutlich hatte ich mal wieder irgendwelchen Tiraden über das Wetter im Kopf, und wie gut es doch wäre, wenn wir es regeln könnten.
Ich meine mich zu erinnern, daß ich auch gerade einen Artikel bei Science gelesen hatte, der von den Wettermachern in Hubschraubern handelte.
Ich sehe aber nicht, daß wir unser Streben nach Wissen, oder unsere Neugierde zügeln sollen. Wir sollen nur nicht alles machen. Die mittelalterliche Forschung bestand ja eher darin zu forschen um zu wissen, nicht darin um nach diesem Wissen auch zu handeln. Es wird immer ein Zwiespalt sein.

liebe Grüße
arisia

 

      Elise



zur Sprache

   04.09.2006, 14:37



Hallo, arisia,

darf ich eine kleine kritische Anmerkung machen?

Mich stört - das ist jetzt nur aufs Formale bezogen - daß es ein einziger Satz ist, welcher aus mehreren ineinanderverschachtelten Nebensätzen besteht. Dadurch verliert der Text für mein Gefühl an Prägnanz und Aussagekraft. Ich selbst würde versuchen, eher mit Hauptsätzen zu arbeiten bzw. die Häufung von Konjunktionen zu vermeiden.
Beispiel: Punkt nach der 3. Zeile, dann weiter:
"Bist du dir sicher,
du könntest deine Neugierde zügeln ... "

Nur so am Rande bemerkt -
mit Grüßen von Elis.

 
        arisia
        (Gast)

RE: zur Sprache

   05.09.2006, 17:56 / 2 x geändert



hi, Elise,

ich habe nochmal nachgedacht und den Text um und num gewendet. Nichts gefiel mir, außer radikalem Streichen.
Das blieb:

Sei dankbar,
Daß das Erscheinen der Morgenröte
Nicht in deiner Hand liegt!
 


Was meinst du dazu? Diese drei Zeilen müßten eigentlich genügen, um beim Leser/der Leserin eine Reflexion auszulösen.
Die Frage gilt natürlich auch allen anderen, die sich für dieses Thema interessieren. :)

liebe Grüße
arisia

 

      Elise



RE: zur Sprache

   05.09.2006, 19:04



Hallo arisia,

spontan, da ich eben sowieso am PC sitze: ich de mí parte würde die gekürzte Version wählen, denn ich finde diese wenigen Worte in der Tat ausreichend, um eine entsprechende Reflexion des Lesers anzubahnen. Mehr könnte schon zu belehrend wirken.
Eventuell noch ein Schritt:

Sei dankbar, daß nicht
In deiner Hand das Erscheinen
Der Morgenröte liegt!


oder noch:

Sei dankbar, daß nicht
In deine Hand das Erscheinen
Der Morgenröte gelegt ward!


(Versuch, die Dopplung "daß das" zu vermeiden; durch das vorgezogene "in deine Hand" wird der Gedanke des Lesers auch darauf hingelenkt zu fragen "in wessen Hand" und "warum ist das gut so".)

Ein subjektives Statement von Elis, mit Grüßen.




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