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zuppanova
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Gr.z., im august 2006
- Buecherwaende, Kellerraeume -
liebe ear!
da du so furchtlos bliebst beim besichtigen meiner kellerräume, habe ich kurzerhand beschlossen, dir diesen brief zu schreiben!
er soll dich (und alle, die es gerne lesen wollen) ein wenig genauer informieren darüber, was in meinem waschkeller sich gelegentlich zuträgt.
nun, falls du mehr erfahren möchtest - es wäre so:
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wenn ich sehr grosse wäschestücke, weisse laken und betttücher, gewaschen und ordentlich zum trocknen über die leinen gehängt habe, so geschieht es bisweilen, dass genau in dem moment, da ich mich anschicke, den waschkeller wieder zu verlassen, ein eigentlich gar nicht möglicher leiser wind die laken bewegt: schau, wie sie wehen, hin und her, und ich bleibe stehen, warte ab, was passiert.
nicht lange dauert es, dann tritt zwischen den laken hervor: Franz Lichtenstern ganz leibhaftig! und er sieht aus, wie er eben war damals, als ich ihn kannte. ein stattlicher mann ende fünfzig, fast 1,90 gross, in helle hosen gekleidet, in ein hellblaues oder auch weisses hemd, die braunen schuhe makellos glänzend geputzt, das längliche gesicht ruhig und ausdruckslos, vollkommen weiss das kurz geschnittene dichte haar, die blauen augen sehr wach.
er legt, hier unten im keller erscheinend, seinen blick auf mein gesicht, wie er es tat vor jahren, nachmittags immer, wenn ich - jung, vielleicht siebzehn - bei ihm in seiner bibliothek sass, vor mir ein kleines rundes holztischchen, über und über mit wundersam verschlungenen schnitzereien verziert. Lichtenstern war maschinenbauingenieur, und er reiste damals oft nach Marokko, wo seine firma ein blechwalzwerk aufbauen sollte. das tischchen hatte er mitgebracht aus Taza, damit ich meine teetasse - ohh - sie war aus so durchscheinend dünnem weissem porzellan, ich habe später nie wieder aus einer solchen tasse getrunken, und nie wieder auch solchen tee, goldhonigfarben! es war, erklärte Lichtenstern mir, ein First Flush Darjeeling. „full body and brisking“, so drückte er sich aus - das geschnitzte tischchen also aus Taza, ja, damit ich meine teetasse, feinstes Bone China, abstellen konnte, während ich da bei ihm sass und den getragenen tönen nachhörte, die er aus seinem cello herausstrich. seine linke hand bewegte sich leicht den steg auf und ab, elegant, ausdrucksvoll, graziös. sie tanzte, diese bräunliche hand, und hin und wieder hob er die gewitterhimmelblauen augen, lächelte kurz just a glimpse of time und nickte mir zu, während er spielte.
links von dem sessel, in dem ich zu sitzen pflegte, stand ein grosser antiker globus in einem vierfüssigen gestell aus poliertem walnussholz. der meridian um die erdkugel war aus messing gefertigt und glänzte.
wenn Lichtenstern spielte, gefiel es mir, meinen arm auszustrecken und den globus immer wieder leicht anzustossen, so dass er sich drehte und drehte in seinem meridian. denn ich bildete mir ein, der sich drehende globus dehne die zeit ein wenig, der nachmittag werde länger und satter so, ja, ich war mir vollkommen sicher und glaubte jedesmal, wenn ich dort war, von neuem, dass die magische bewegung der weltkugel die zeit beeinflussen könne, glaubte manchesmal gar, ich könne sie HÖREN, die zeit: als ein breites rauschen oder ein gieriges flirren, eine vibration jedenfalls, die zwischen Lichtensterns cellotöne geflochten eindrang in mich wie ein ziehender schmerz, suchend, flutend, sich endlich in meinem becken findend, verebbend.
Lichtenstern lebte allein in seinem haus, das er geerbt hatte von seinen eltern, so wie er anderes geerbt hatte von den eltern, von tanten und onkeln, denn er war der letzte einer einst vielköpfigen familie, und er selbst hatte keine familie gegründet, keine kinder, er war der punkt. schlusspunkt.
ein jahr lang besuchte ich ihn, wenn er in deutschland war, in seinem grossen stillen atmenden haus. besuchte ihn, wenn er da war, fast jeden nachmittag nach der schule, ohne dass es bemerkt worden wäre von irgendjemandem. durch die grossen fenster der bibliothek schaute ich in den garten, goldenen tee trinkend aus einer weißen Bone China tasse, keine milch keinen zucker neinnein. ich schweigend, lauschend, mit den fingerspitzen sanft jenen globus berührend, magie um mich, und so sah ich alle jahreszeiten draussen in diesem garten vor den fenstern der bibliothek.
dann wurde ich 18, machte mein abitur und zog nach München. Lichtenstern gab mir eine kette aus elfenbeinperlen, und einen aus elfenbein geschnitzten fisch: beides hatte seiner mutter gehört. beides steht mir bis heute sehr gut.
was nun wirklich merkwürdig ist: mein jüngster sohn, es ist der erkenntnissuchende gerätezerleger, der im bastelkeller nebenan residiert, hat grosse gewitterhimmelblaue augen. meine augen sind grün, schilfteichgrün, und die des kindsvaters sind bernsteinfarben. in unseren familien war nie jemand blauäugig, nie! ist das nicht sonderbar?
wenn ich Franz Lichtenstern dort unten zwischen den laken treffe, trägt er mir jedesmal grüsse auf: „an deinen jüngsten“. Lichtenstern weiß natürlich, daß ich meinem sohn seine grüsse nicht sagen kann, denn der junge würde sich wundern und womöglich zweifeln an der eigenen mutter. andererseits: auch ungesagt gebliebene grüsse mögen wirken ...
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nun, liebe ear, ich hoffe, meine kleine keller-enthüllung hat dich nicht verwirrt oder gar erschüttert. aber, siehst du, ich frage mich eben immerzu, wo denn das wirkliche leben gelebt wird - ?
sende dir nun ganz viele grüsse nach England in dein haus mit den bücherwänden!
bis ein ander mal: zuppa.

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augustine
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29.08.2006, 13:50 / 2 x geändert
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Zuppa, an mich ist dieser Brief ja primär gar nicht gerichtet, nur habe ich ihn zufällig zuerst gelesen. (Bist Du übrigens als Geist hier? würde ja passen) Du kannst erzählen, Deine Leser mitnehmen in Wunderwelten, die Du aus Deinen Worten erschaffst - ich könnte Dich stundenlang lesen .... Und was Du wohl Deinen Kindern alles erzählt hast und noch erzählst ? Danke! a.

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ear
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30.08.2006, 11:44 / 1 x geändert
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Liebe zuppa, das ist ein wunderbarer Brief, geheimnisvoll, wie deine Gewoelbe. Oh, wie gern wuerde ich mit Pegasus zu dir fliegen, mein Cello haette Platz zwischen den Fluegeln , ich koennte ein paar Worte mit Franz wechseln, ihn beschmeicheln, sein Cello hervorzuzaubern und wir koennte dir ein Duo als Staendchen bringen.Solltest du ein Klavier haben, um so besser, ich wuerde dann von oben durch die offene Tuer begleiten. Er darf gern improvisieren, ich wuerde seinen Stil nachempfinden und dir mit teils melancholischen, teils freudigeren Toenen eure Vergangenheit beschwoeren.
Es ist offensichtlich, dass er gern in deiner Naehe ist. Die duftenden Waeschestuecke locken ihn, zu dir zu eilen, er will teilhaben an deinem Leben. Seine Ausstrahlung und sein Charakter, gespiegelt in seinem Gesicht mit den "gewitterhimmelblauen" Augen. Er will da sein, wie damals. Du in seiner Bibliothek, am geschnitzten Tisch sitzend, deinen First Flush Darjeeling geniessend aus zarter Porzellantasse. Seine schmelzend gleitenden Laeufe beim Spiel und immer wieder diese Augen! Er wiegte dich in Musik, sodass das Drehen des Globuses eine Rhythmus- und Takt Untermalung wurde, welche Zeit zu dehnen verstand und hoerbar ward. Ich sehe ihn, den Schlusspunkt einer Ahnenreihe, oder waeren die Musik und die Elfenbein- Kostbarkeiten seine kuenftige magische Familie? Dein Juengster, suchend wie Franz, mit gleichen Augen, liebevoll bewacht vom Hausgeist : eure magische Verbindung ueber Zeitraeume hinweg? Segensreich fuer dich, fuer ihn, fuer Euch. Dank und lieben Gruss, ear.

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arisia (Gast)
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hi, zuppa,
was für eine wünderschöne Weltkugel. Globen haben mich auch schon immer fasziniert, in allen Spielarten. Ich habe gerade den Zufallsavatar gesehen und dachte mir, der kann nur von dir sein. Ich will auch in deinen Keller, am liebsten sofort. Durch viele Umzüge habe ich leider keinen mehr, heute tut es mir um viele Sachen leid, die ich abgeben mußte. In so einem Keller wie dem deinen, könnte ich Tage verbringen.:)
In unserer Apotheke ist als Dekoration ein großer aufblasbarer Globus ausgestellt, mit farbiger Ländereintragung, aber die Apothekerin weiß nicht, wo ihr Dekorateur den her hat, ich hätte ihn gerne für die Enkel, und hergeben will sie ihn auch nicht. Ich bringe immer mal wieder das Gespräch darauf, ist aber nix zu machen. :)
Ich habe einen langen Flur, da hängt eine Kinder-Weltkarte, aber die Länder sind nicht klar abgegrenzt; für die größeren Enkel habe ich eine große Karte vom Sonnensystem hängen.
Ja, und du kannst wunderbar erzählen, aus diesem Text könntest du auch eine schöne eigenstänige Geschichte zaubern.
liebe Grüße
arisia

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Elise
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Dieser Text gefällt mir auch. Das Thema: die Abgründe der (Menschen trennenden) Zeit. Kernsatz des Textes:
"... ein breites rauschen oder ein gieriges flirren, eine vibration jedenfalls, die zwischen Lichtensterns cellotöne geflochten eindrang in mich wie ein ziehender schmerz, suchend, flutend, sich endlich in meinem becken findend, verebbend."
In diesem Satz ist die (erotische) Beziehung der beiden Protagonisten verdichtet, Mann und Frau, er sie suchend, sie ihn aufnehmend.
Darum herum wie (Schutz-?)Hüllen verschiedene Ebenen: das Ambiente, in welchem die Protagonisten sich begegnen - Lichtensterns Haus, die Bibliothek (= gesammelte Vergangenheit? er ist "Schlußpunkt"...). Symbolhafte Details, welche indirekt den Mann und das Mädchen und die Verbindung zwischen beiden beschreiben. Besonders hervorgehoben: der sich drehende Globus, die dahingehenden Tage, jede Drehung der Erdkugel ein Tag - und die Tage sind gezählt, die Trennung schwingt bei jedem Beisammensein mit. Dann die feine, fragile Teetasse, der goldene Tee, das besondere Tischchen: sie unterstreichen das ganz Eigene, Köstliche, nie Wiederholbare dieser Verbindung. Die Cellotöne: ich denke, sie drücken etwas aus, was vielleicht mit "ganz im Augenblick aufgehen" umschrieben werden könnte - jetzt sind die Töne da, hörbar, dann nicht mehr. Der Augenblick ist flüchtig. Sei wach, höre, nimm jetzt!
Aber das ganze Lichtenstern-Ambiente ist ja nur Erinnerung: da existiert eine weitere Ebene, die Alltagsebene der Frau eben, die sich erinnert. Und wo tut sie das? Im Keller, im "Unten", Un/Unterbewußten ist die Erinnerung aufbewahrt und wird wachgerufen --- durch Bettlaken, die sich bewegen, obwohl das eigentlich gar nicht geht. Das ist ja allerhand! Ganz schön trächtig!
Dann eine weitere Hülle: die ganze Kellergeschichte steckt ja in einem Brief an eine andere Frau, welche, weit entfernt lebend, Nachrichten aus dem "Keller", aus dem üblicherweise unter der "Alltags"-Wäsche verborgenen Erinnerungs-Innen der Protagonistin erhalten soll.
Am Schluß des Briefes wird eine Brücke gebaut über den Zeitabgrund. Lichtenstern ist gleichsam wiedergeboren im jüngsten Sohn der Briefschreiberin (ein Märchenmotiv scheint hier auf: der Jüngste ist oft durch besondere Gaben ausgezeichnet).
Und - Dreingabe, nochmal eins draufgesetzt mit der Frage: wo wird denn das wirkliche Leben gelebt?
Ja, so habe ich es gelesen. Viele Böden. Was ist Zeit? Was ist Wirklichkeit? Nicht schlecht. Leicht und schwer. Finde ich.
Es grüßt Elise.

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zuppanova²
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meiomei, ear,
where are you? now, come on, read this: here I am, most delighted - in raptures at s.th. just delivered by todays post - you know what I mean?!
I love it. thanks!
bist du einverstanden, ear, wenn ich versuche, einen link zu basteln, mit dem alle neugierigen sehen können, was du mir geschickt hast? bin voller freude, so etwas habe ich noch nie bekommen! danke dir + fühle mich geehrt! (und wie schnell du das gezaubert hast!)
und augustine und arisia und Elise, euch danke ich sehr für die ermutigenden rückmeldungen (Elise, du hast da ja mehr rausgelesen als ich reingeschrieben hab!) und ich sage euch: gut, nur gut, dass ihr auch briefe lest, die ursprünglich nicht direkt an euch gerichtet sind! - bitte so beibehalten!
ganz lg, zuppa.
(@augustine: ja, meistens bin ich als geist hier - das passt schon für eine wie mich ... )

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ear
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Hi, zuppa,ja, so schnell etwa war es, ich sah dein Photo, nur fuer Sekunden, dann war alles ratzekahl verschwunden, aber gerade genug fuer meine Zwecke. Franz schaut dich an beim Drehen des Globuses, er hat noch nicht angefangen mit seinem Cellospiel, der Bogen liegt locker auf den Saiten. Das besonders geschnitzte Tischchen ist sehr primitv geraten, aber das macht wohl nicht so viel aus. Es sollte halt ein lieber Gruss sein,ear

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zuppanova²
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08.09.2006, 13:43 / 2 x geändert
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servus!
die ear hat etwas gemacht für mich, etwas schönes, was wunderbar passt zu dem brief hier. damit alle neugierigen nun ihre neugierde stillen können, hab ich auch was gemacht:
snip-di-snip + klick-di-klick
da auf den link(oben) gehen
und ruck-zuck
ist das ear-werk zu sehen. (hoff ich ...)
lg an dich ganz besonders, ear,
und an alle,
zuppa.

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Gretchen
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Hab maa den Link ausprobiert.
Et funzt, woll.
Ich möchte so was auch können.
Gefällt mir sehr, ear. Wie lerntest du dat?
LG, Gretchen.
(Ja, fühl dich mal ruhig sehr geehrt, zuppa, und freu dich!)

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ear
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Hi Gretchen,Scherenschnitte sind eine wunderbar oekonomische, kuenstlerische Darstellung, welche lediglich geringe geldliche Auslagen erfordert. Gute Ideen, schwarzgummiertes Spezialpapier, eine Scherenschnitt -Schere und weisse Boegen Papier sind alles, was man dazu braucht..Es ist eine Form kuenstlerischen Ausdrucks, welche aus der Goethezeit erhalten blieb.
Einer der hervorragendsten Kuenstler, Jan Pienkowski lebt in London. Er veroeffentlichte zwei Buecher zum Thema “Weihnachten” und “Ostern.” Letztes Jahr kam ein “Weihnachtskarussel” heraus und naechstes Jahr im Herbst wird Einiges aus “1001 Nacht” veroeffentlicht werden. Heutzutage wird Laser eingesetzt zum Nachschneiden und Vieles am Computer erstellt, man arbeitet jetzt meistens mit Stanley Knives und verschiedenen Staerken, aber die Schere war der Ausgang.
Jeder Kuenstler hat eine individuelle Vorstellung von dem, was er schneiden will. Raeumlichkeit ist schwieriger darzustellen, Scherenschnitte sind am besten in einflaechiger Darstellung.
Sinnbild fuer Schutz und Segen ist der Lebensbaum; Baeume sind Symbole fuer Leben und Fruchtbarkeit. Aehnliches gilt fuer Blumen und Straeusse als Zeichen der Zuneigung. Pflanzen, Tiere, Menschen geben immer neue Anregungen. Musik, Musiker, Instrumente zeigen Beschaeftigungen. Ein Kuenstler muss selbst in dem bescheidenen Rahmen eines Scherenschnittes versuchen, nach neuen Ausdrucksformen zu suchen. Das Schoenste daran ist das schnelle fertige Ergebnis und die Freude, es einem anderen zu schenken.
PS “Labbe” hat solche Sachen wie ScherenschnittPapier und –Scheren. Mein Sohn fand es im Internet und bestellte fuer mich, liebe Gruesse, ear.

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Jolante
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Liebe zuppa,
dein magischer Keller hat auch mich verzaubert. Ja du kannst mit Worten zaubern, es lohnt sich immer, auf deine Texte zu warten, sie sind jedesmal ein Geschenk. Und nun hat auch ear gezaubert. Dank an euch beide für die kleinen Kostbarkeiten.
Jolante
im Spätnebel

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zuppanova²
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servus, Jolante, ja, die zeit ...
... ist mein henker, immer mir auf den fersen ...
- dankschön also für die geduld!
und ear: zuppa find ich,
dass du so einen kleinen einblick in die scherenschnittkunst hier gibst.
bin da mindestens so ahnungslos wie Gretchen
(du bist da doch auch ahnungslos, Gretchen, gell, oder?)!
ich glaube, ich könnts nicht, das scherenschneiden,
und wenn ich auf dem papier und den messerchen schlafen tät
(also, anspielung auf so gewisse lernmethoden ... ).
ich bewundere es!
könnt noch mehr drüber hören von dir, ear!
lg an alle, zuppa.

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ear
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12.09.2006, 23:06 / 1 x geändert
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Scherenschnittkunst=Psaligraphie
Hi, zuppa,1960 habe ich angefangen, Scherenschnitte regelmaessig zu schneiden, wenn ich abends nach Hause kam und aus der Erinnerung meine Professoren an der Musikhochschule, in typischen Haltungen, mit der Schere festhielt. Auf diese Weise habe ich viele interessante Autographen gesammelt . Zu der Zeit war es schwierig, eine Kopie zu erhalten. Ich musste immer erst zum Photographen gehen und ein Negativ anfertigen lassen, von dem dann ein normaler Abzug gemacht werden konnte. Heute ist es durch Photokopieren sehr viel einfacher geworden.
Drei umfangreiche Alben, meist mit Originalen habe ich fuer meine Kinder zusammengestellt. Ich bin als Freelance bei der Kultur-Zeitschrift “Lichtwarkheft”.
Neben Scherenschnitten wurden frueher oft auch Federzeichnungen gemacht, Profile als Schatten auf Grund einer Lichtquelle aufgezeichnet und dann geschnitten, oder neuerdings von Profil-Photos erstellt: das sind fuer mich nur Randerscheinungen.
Scherenschnitte sind oft Filigranarbeit, man kann das Alphabet reich verzieren, Fabeltiere erfinden,
symmetrische Faltschnitte erstellen durch mehrere Faltungen des Papieres. Wenn man den Faltschnitt oeffnet, erscheint das ganze zarte Gebilde.
Es soll in Deutschland ein Scherenschnitt-Museum in Vreden geben.
Es gibt einen Weissschnitt von Jean Huber, betitelt ”Voltaire besteigt den Pegasus”. Es gibt Allegorische Darstellungen, z.b. von R.W. Hus “Vogelpredigt des heiligen Franz”(1953/54), Religioese Darstellungen und Wappen. Das Deckblatt einer Monatszeitschrift “Der Buecherwurm” (es gab schon frueher Philie und Manie, zuppa!),bei dem DonQuichotte auf seinem Pferd losreitet, von Emil Preetorius gezeichnet (1913).L. G,ear

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Gretchen
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Morgen, ear!
Hei, ich lese auch gerne, was du über Scherenschnitte schreibst. Weißt du, ich hab mal für sonn'n Adventsmarkt ann'er Schule Krippenszenen geschnitten aus schwarzem Papier und dat hinterklebt mit farbigem Seidenpapier, zum ins Fenster hängen, waren so kleine Bildchen. Gez denk ich: manno, Gretchen, dat waren Scherenschnitte, genaugenommen.
Vielleicht sollte ich verschärft anfangen damit, jetzt, denn wie man bei dir sieht: Übung macht den Meister.
Schöne Grüße vom Gretchen.
@ zuppa: Ich bin noch viel ahnungsloser als du dir vorstellen kannst! Und einen Lichtenstern hab ICH auch nie gekannt! Schönn'n Griess!

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ear
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13.09.2006, 08:41 / 1 x geändert
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Lieben Gruss, Gretchen, du bist ja schon auf dem Wege: Krippenszenen , Transparente fuer Fenster sind sehr geeignet fuer Advents-Weihnachtszeit, eigentlich das ganze Jahr moeglich mit entsprechenden Motiven. Viel Glueck beim Schneiden, es macht Freude, ear

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zuppanova²
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servus, Gretchen,
ich schlag vor, wir treffen uns amal: zum ahnungslosigkeits-contest.
warum erwähnst denn den Lichtenstern? von dem musst DU doch nixn wissen, reicht ja, dass ich ihn gekannt hab!
zuppa wars.

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Gretchen
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Manno, zuppa,
den Lichtenstern hab ich doch erwähnt, um den Bogen zurück "zur Quelle" zu schlagen, damit wir nicht gegen die Spielregeln verstoßen (viel zu viel offtopic) und die rote Karte kriegen.
Gretel.

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