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Online
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gregor libkowsky
mmazzurro
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augustine
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21.08.2006, 15:50 / 3 x geändert
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"EIN ZIMMER FÜR MICH ALLEIN"
liebesnest und vergewaltigungsbude
war es
geilheit und tändelei
sah es
unschickliches vertrauen entbehrlichen verrat
nun mir überlassen
verändert für mich
gelbes gelass
sonnig und ich-trächtig
besinnungsort und fechtplatz
schreibklause und gesprächsinsel
zerfallende bücher verfallener zeiten
sie sind geblieben
sehen wird mein zimmer auch
was ich nicht mehr wissen werde

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arisia (Gast)
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22.08.2006, 11:07 / 3 x geändert
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Hi, augustine,
ein kurzes Resümee des LI über Teile seines Lebens, festgemacht an Geschichten, die ein Zimmer erzählen könnte als Einleitung.
Dann im Mittelteil, die Umwandlung des Zimmers in den "eigen Raum",
| Zitat: |
sonnig und ich-trächtig
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neue Farben, neues Glas, veränderte Atmosphäre.
"ich-trächtig" ist ein starkes Bild, ein Zimmer, das mit dem LI schwanger geht und ihm evtl. zu neuer Geburt verhilft.
Auch die Gegenüberstellung der Worte
| Zitat: |
schreibklause und gesprächsinsel
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gefällt mir sehr gut, da sie auf der einen Seite das Schreiben, das Getrennt sein von Welt mit dem Wir der Gesprächsinsel verbinden, auf der anderen Seite auch einen Kontrast hervorrufen zw. dem eher ältertümlichen Wort: Schreibklause und dem eher modernern Wort: Gesprächsinsel.
Ich bezeichne Gesprächsinsel als moderner, da mir vom Lautmalerischen des Wortes her sofort die Assaziation zu Verkehrsinsel kommt.
Dieses Gegensatzpaar korrespondiert mit der ersten Zeile des Gedichtes
| Zitat: |
liebesnest und vergewaltigungsbude
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Auch hier stehen sich ein eher altertümliches Wort und ein modernes Gegenüber, damit ist der Rahmen der Veränderung gezeichnet. Die beiden Gegesatzpaar bilden gewissermaßen den Rahmen der stattfindenden Veränderung.
Im dritten Teil wird dann erzählt, was noch geblieben ist aus den alten Tagen, was mitdurfte;
| Zitat: |
zerfallende bücher verfallener zeiten
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gleichzeitig wird das Vergehen der Zeit eingeführt, das dann zur Schlußzeile leitet, die Zukunft des Zimmers angedeutet, das noch viele Veränderungen erleben wird,
| Zitat: |
| sehen wird mein zimmer auch |
im Gegensatz zum LI
| Zitat: |
was ich nicht mehr wissen werde
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das lapidar das Wissen um die eigene Vergänglichkeit als Tatsache in den Raum stellt, ohne Pathos, ohne Bedauern, Fakt.
Ein lyrischer Text über alltägliche Begebenheiten, der trotz seiner Kürze einen weit gespannten Raum des Lebens des LI erfaßt. Gefällt mir sehr gut.
Liebe Grüße
arisia
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