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Werner
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20.08.2006, 22:00 / 1 x geändert
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Das stille Weh
Es brennt in meinem Herzen
ein stilles, wildes Weh,
bis dass ich dich, du Liebste
im Himmel wiederseh.
Der Sturm zerzaust auf Erden
manch schönen, jungen Baum
und jagt ein zitternd Weinen
in manchen Blütentraum.

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arisia (Gast)
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26.08.2006, 23:06 / 7 x geändert
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Hi, Werner,
ein hübsches kleines Gedicht, im Stil der Romantik, das auch formal gefällt. Durchgehende jambische Zeilen mit je 3 Hebungen.
Das LI ist verletzt und trauert um den Tod der Partnerin. Keine großartig neuen Worte, obwohl,
| Zitat: |
ein stilles, wildes Weh
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diese Zeile ist nicht unbedingt gebräuchlich, ich kann sie auch gut nachempfinden, ein Schmerz, schon akzeptiert, aber immer mal wieder ausbrechend, nicht in großartigen Gesten, nur ein eigenartiger Zug am Herzen.
Dieses "stille, wilde Weh" wird lautmalerisch in der gesamten Strophe unterstützt durch die Häufung der hellen "i" und "e" Laute.
S2 ist dann getragener, lebt von "a" und "u" Lauten und deren Abwandlungen, zeugt von einer gewissen Reifung des LI.
Das LI tröstet sich gewissermaßen selbst mit der Erkenntnis, daß Natur so ist wie sie ist, daß auch junge, oder gerade junge Bäume oft vom Sturm zerzaust werden.
Die letzten beiden Zeilen berühren mich sehr
| Zitat: |
und jagt ein zitternd Weinen
in manchen Blütentraum.
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Der Sturm als Symbol für die Unwägbarkeiten des Lebens, der so manchen, grad erst aufblühenden Lebenstraum zerstört. Analog zu den späten Frühjahrsstürmen, die so manchen Schaden an den frühen Blüten anrichten.
Ja, gefällt mir das Gedicht, auch wenn ich es erst unter "Kitsch" abhaken wollte. (Aber das rührt wohl eher aus meiner eigenen Befindlichkeit in Bezug auf "Himmel" und so Sachen). Ist es aber, m.E. nach nicht. Es ist ein in sich stimmiges und in der angesiedelten Form durchaus überzeugendes kleines Werk.
lg
arisia
PS: Ich würde den Haupttitel im Forumsbeitrag ändern, in "Ein stilles Weh". Dieses "Treue und Trauer" ist viel zu schwer für den Text. Wenn du damit einverstanden bist, dann kann ich dir den Titel in der Betreffzeile ändern.
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Werner²
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27.08.2006, 18:06 / 7 x geändert
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Hi arisia,
danke für Deine liebe Textanalyse! Habe mich sehr gefreut. Das ist etwas, was ich gewiß noch nicht beherrsche (habe es auch nie gelernt) - diese sachliche (und doch zugleich gefühlvolle) Analyse eines Gedichtes; mir fehlt einfach die Sprache dazu, die Begriffllichkeit. Und dann die Übung. In der Regel lese und schreibe ich lyrische Texte einfach nur - - und verlasse mich dabei auf die Stimmung, die mich treibt (oder die in mir geweckt wird).
lg
Werner

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