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gregor libkowsky
mmazzurro
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arisia (Gast)
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19.08.2006, 18:23 / 1 x geändert
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Reise
Die Reise zum Fluß
Neigt sich langsam ihrem Ende entgegen
Die Melancholie des Abschieds
Hängt schon spürbar im frühen Nebel
Die letzten Tage ziehen mit der geflügelten Sonne
Verweilen hier und da
Kostbare Augenblicke
Aufschub
Doch immer wieder tänzeln die Schritte
Leicht über den moosigen Boden
Die Sicht klärt sich im lichter werdenden Wald
Das Wasser schickt schon seine Boten
Geruch von Frische, Bewegung und Vogelflug
Der Schritt aus dem Wald
Zum Ufer
Verharrt
Leuchtende Augen folgen dem glänzenden Band
Verdunkeln sich in der Erinnerung
Fast ohne Mühe zum Scheidepunkt gelangt
Hinterläßt die Reise doch ihre Spuren
Die Haut ist gebräunt, die Augen aufmerksam
Der Schritt leicht und sicher im Umgang
Mit Hindernissen des Weges
Berge haben wir keine bezwungen
Und auch keinen Dschungel
Ein langer, angenehmer Spaziergang
Zu den Wassern
Flußaufwärts
Flußabwärts
Warum tut das Herz dann so weh?

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Gretchen
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24.08.2006, 08:29 / 1 x geändert
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Heia, arisia,
möchte diese Reise nochmal "vorholen", weil sie mir gefiel: ich lese den Reisebericht eigentlich ganz stark als LEBENS-Reise-Bericht eines lyichs, das schon eine ganze Strecke "verlebt" hat, viel dabei gewonnen, ruhiger geworden.
Mir gefällt, daß die Entwicklung oder Veränderung des lyi an Naturbildern gespiegelt wird, dadurch kommt eine Ruhe in den Text. Es sind Bilder, die ich als Leserin aufnehmen und weiterspinnen könnte, der Fluß, der Wald --- besonders gut gefällt mir die Frage am Schluß - "warum .... ". Da komprimiert sich der Text noch einmal.
Soviel. Das ist kurz und nicht besonders sorgfältig, aber vielleicht kommentieren andere noch!
Viele Grüße, arisia, vom ausgebeult gebeutelten Gretchen.
(Ich reise zur Zeit durch Wüstengebiete ... you know ... abba dat wird schon wieda!)
Ach ja, noch ein edit! Was mir auffiel: warum wechselst du ins "wir" zum Schluß? Gut, ich kann das interpretieren, das lyi ist nicht allein auf dem Lebensweg, da "geht jemand mit", so würde ich sagen - aber ich weiß nicht, ob es für das Gedicht gut ist, ein "wir" einzuführen? Was meinst du, arisia, und andere?

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arisia (Gast)
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27.08.2006, 12:20 / 1 x geändert
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hi, Gretchen,
danke für deine lobenden Worte zu der Reise.
Nun, das "Wir" ist schon von Anfang an da, wird zum erstenmal sichtbar in den Zeilen:
| Zitat: |
Die Melancholie des Abschieds
Hängt schon spürbar im frühen Nebel
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dann wieder in der Zeile
| Zitat: |
Fast ohne Mühe zum Scheidepunkt gelangt
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"Die Reise" ist zwar als reale Reise dargestellt, ist aber eher eine Allegorie auf die innere Reise einer Beziehung, in diesem Fall einer eher undramatischen Beziehung und eines undramatischen Endes. Die LW's hatten Spaß, haben voneinander gelernt, aber schon früh in dem Bewußtsein gelebt, daß das Ziel der Reise der Fluß ist, hier als Symbol für die Freiheit der Wahl, es gibt 2 Richtungen, die Wege trennen sich, undramatisch, die Rückschau hat schon vor Erreichen des Flußes stattgefunden. Eine Lebenszeitabschnitt ist vergangen, jeder macht sich auf zu neuen Zielen. Dennoch bleibt ein Schmerz.
So hatte ich mir das gedacht.
liebe Grüße
arisia
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Jolante
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nun hast du, arisia, alles schon schön erklärt, worüber ich noch am Nachdenken war. Da gibt es eigentlich nix mehr zu analysieren und zu kommentieren. Doch soviel immerhin: Dieses Gedicht hat mir große Freude bereitet wegen der so behutsam beschriebenen Melancholie des Abschieds und der aufkeimenden Lust an der Freiheit: "Geruch von Frische, Bewegung und Vogelflug". Auch die verstörende Frage am Schluss: "Warum tut das Herz dann so weh ?" macht betroffen, weil das Gedicht eben kein triviales Herz-Schmerz-Gedicht ist, wie es in den letzten Tagen im Forum manchmal anzutreffen ist.
LG Jolante

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