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arisia (Gast)
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05.08.2006, 18:03 / 2 x geändert
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.... zu tun war, nahm ihren Federkiel auf und schrieb ein Tagebuch.
Heute, am 5. August 2006, 17:29 Uhr, hatte ich die Idee, das Tagebuch
als "Faden" zu gestalten, um nicht für jeden Eintrag einen neuen Thread
aufmachen zu müssen.
Den Haupttitel (Sie, die wußte, was zu tun war, ...) entnahm ich einer Zeile
aus den "Salongeschichten", die acerdoux in seinen ...Perlen erwähnt.
Altes, schon zu früheren Zeiten Geschriebenes wird sich eine Weile mit
Neuem, aktuell Geschriebenem, vertragen müssen.
Sie werden sich schon vertragen, die Geschichten, die Schnipsel
und die Ergüsse :)
... und der erste Eintrag folgt sogleich, hier nur die Ankündigung:
Von Böcken und Gebärmaschinen

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arisia (Gast)
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05.08.2006, 18:15 / 6 x geändert
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11.11.96
von Böcken und Gebärmaschinen
Schafböcke zeigen in freilebenden Herden ein weniger aggressives Sozialverhalten gegeneinander, als sie es bei in Gefangenschaft lebende Herden tun. Die Herde grast, die Schafböcke wittern, nichts, die Herde grast, die Schafböcke wittern, da ist was. Die Herde grast. Schnell ist die Herde nicht. Die Böcke bilden einen Ring um die Herde, bewegen sich im Zick-Zack, erschweren dem Feind die Strategie.
Ist es eine Herde mit Schäfer, dann sind die Böcke eines Großteils ihrer vorbestimmten Aufgabe enthoben, ohne einen angemessenen Ersatz zu bekommen.
Schafböcke in Herden mit Schäfern sind, je nach Ausgleich, einen Touch bis zwei schizophren.
Ich habe da eine Ahnung, daß es den Männern der heutigen Gesellschaft ähnlich ergeht. Staat hat ihre biologisch angelegten Aufgaben des Schutzes von Frauen, Kindern, Schwachen und Kranken übernommen. Das ist als Fakt nicht schlecht, mag jemand einwenden, dann ist Freiraum und Zeitraum für andere Erlebensebenen da. Ja, dann hat Mann mehr Muße für Schöpferisches, Kreatives.
Aber, aber, aber, damit Mann schöpferisch, kreativ sein kann, müssen die Fakten erstmal erkannt und anerkannt werden. Die Ausgangssituation, seine Funktion als biologisches Wesen, nämlich Frauen und Kinder, Schwache und Kranke zu schützen.
Diese Funktion ist Mann aus den Händen geraten, ohne Ersatz.
Das schafft Aggression, die sich ausdrückt im beruflichem Konkurenzkampf, in ein Gegeneinander um die "besten" Posten, statt in einem Miteinander zum Besten der Gemeinschaft aller.
Gerade frage ich mich, wie ich überhaupt zu dieser Gedankenkette kam. Jetzt hab ichs wieder.
Ich las einen Artikel über Gebärmaschinen.
Was wird mit uns Frauen geschehen? In naher Zukunft könnte uns "das Gebären aus den Schenkeln geraten", wenn künstliche Gebärmaschinen in einer Anzahl vorhanden sein werden, so daß wir eine Wahl haben. Was wird dann mit unserer Identität, der der Frauen, geschehen?

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arisia (Gast)
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08.08.2006, 15:22 / 5 x geändert
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8.8.2006
de re PC
Liebes Tagebuch
immer noch kommt mir das Datum futuristisch vor. Als ich begann SF zu lesen 1961, da spielten viele der Geschichten um die 2000der Jahre herum. Immer wieder bin ich verblüfft, daß ich jetzt im Jahre 2006 lebe. Viel des damalig Beschriebenen ist ja auch schon Realiät geworden. Vor allem die Entwicklung des PC.
immer wieder verblüfft bin ich aber auch, daß die Leute es immer wieder tun, nämlich nicht genug Zwischenspeichern, nicht nur hier im Forum; nach 6 Minuten Inaktivität, - und Schreiben ohne in die Vorschau zu gehen ist für den PC Inaktivität, er ist leider immer noch so dumm, :) - fliegt ihr raus.
Das kann doch nicht so schwer sein. Oder im kleinen Editor oder email Programm vorschreiben und dann reinkopieren und auch erstmal zwischen speichern.
Es gibt einen "erweiterten Editor", der kann im eigenen Profil eingeschaltet werden, da der mich beim PN schreiben aber stört, mache ich es folgendermaßen, meisten jedenfalls:
text in meinem Editor schreiben, oder schon Vorhandenen kopieren, in Beitrag schmeißen und direkt auf "Beitrag erstellen" gehen, dann wieder auf "bearbeiten", dann erscheint unter dem Text in der Leiste ein Button, "erweiterter Editor", auch wenn er nicht im Profil eingeschaltet ist. Auf Button drücken, dann kommt noch mal ein Bild, bestätigen oder auch nicht, ist egal, und schon könnt ihr formatieren. Aber auch hierbei immer schön nach einer Weile in die Vorschau gehen, denn dieser "erweiterte Editor" spinnt manchmal ein bißchen bei der "BACK-SPACE-TASTE. Aber zumindest ist der Text dann da.
Aber auch im Zimmer neben mir ist immer mal wieder ein Aufschrei zu hören, weil ein Programm abgestürzt ist, oder der Rechner sich aufgehängt hat, und die nicht gespeicherten "Kunstwerke", in die oft etliche Stunden Arbeit investiert wurde, in den Weiten der Festplatte verschwunden sind.
Leider passiert es mir auch manchmal noch, da will ich eigentlich eine kurze PN schreiben, dann wird sie länglich, und rums ....
Aber nur noch sehr sehr selten :)))))))))))))
armes Tagebuch, aber das mußte ich mal loswerden,
bis dann

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arisia (Gast)
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28.08.2006, 14:14 / 1 x geändert
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September 2005 in der Kurklinik
der schreck
treppenfluchten
zum ausgang hin
menschin vor mir
was hat sie
im sinn?
zusammenstoß
determiniert?
ich spring zur Seite
mein herz springt
mit mir
es stolpert das Herz
ich falle fast um
nur andere Kleider
trag' ich
ich zog mich doch um!

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Jolante
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Hi arisia + alle:
ich glaube, es handelt sich hier um ein letztes August-Rätsel, weil ich zunächst nicht kapierte, was das lyr.I. in diesem Gedicht erlebt. Dann kam plötzlich Licht in das Dunkel der letzten Strophe. Ich will aber nichts verraten, vielleicht möchten sich noch andere daran versuchen ? Bin mal gespannt.
LG Jolante

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zuppanova
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ja servus,
so kurz im vorbeiflug würd ich nur sagen:
Spieglein, Spieglein
an der
Wand ...
und zuppa wegbini.
(hoffentlich war das nicht zuuu kurz!)

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arisia (Gast)
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hi, Zuppa, hi Jolante,
Dank für eure Beiträge. Zuppa hat ja schon die Katze aus dem Sack gelassen. Ja, es waren die großen verglasten Türen, in denen ich sah, wie eine mir völlig fremde Frau, sehr forschen Schritts, genau auf mich zukam. Ich kann gar nicht recht beschreiben, was in mir vorging. Jedenfalls habe ich so laut geschrien, daß sogar aus dem dritten Stock Leute angelaufen kamen, dann bin ich infolge des Schrecks und dann des Lachens auf dem Boden gelandet, alle waren total verwirrt, wollten einen Arzt rufen.
Als ich dann fähig war zu erklären was passiert ist, löste sich alles in Gelächter auf.
Nun, wir liefen den ganzen Tag dort in Bademänteln rum, von einer Anwendung zur anderen. An besagtem Abend wollte ich ausnahmsweise mal in die Stadt gehen, hatte mich etwas gestylt, ja, und dann habe ich mich tatsächlich im ersten Moment nicht erkannt. Ich habe das Gedicht noch dort geschrieben und im Gästebuch verewigt. In die Stadt bin ich an dem Abend nicht mehr, ich war einfach zu wackelig auf den Beine, bin dann mit anderen Gästen ins Kur-Café und die Geschichte machte den ganzen Abend die Runde.
lg
arisia

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zuppanova
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jamei, da hast eine mildere form der Ich-Dissoziation erlitten --- und das in der kurklinik!
tut mir leid, hab die katze vllt. ein wenig zu bald ausm sack gelassen ... aber das tier tat mir so leid ... und schwupps, wars drauss! :)
lg, zuppa.

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arisia (Gast)
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04.09.2006, 11:52 / 5 x geändert
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Die Polizei, die Helle
Ja, schnell kam sie, die Polizei, im Januar '98. Um halb zehn Uhr morgens schrillt die Türklingel.
"Ja, bitte?"
Durch die Sprechanlage erhasche ich ein Räuspern, dann ertönt das Wort: "Polizei!"
"Ach, um was geht es bitte?" Einer gewissen Schnippichkeit kann ich mich nicht enthalten.
"Vor ihrer Türe, zu nahe an der Ecke, regelwidrig, steht ein Trabbi, der soll Ihnen gehören".
"Ich komme runter".
Ich suche nach dem Schlüssel für den Trabbi. Mein Mann hatte kurz zuvor das Haus verlassen, eventuell hat er den Schlüssel mitgenommen. Nun, ich finde den Schlüssel nicht. Also gehe ich ohne Schlüssel nach unten, um erst mal zu erfahren, was eigentlich los ist.
Ein LKW will von einer Seitenstraße in die Ebersteinstraße einbiegen. Er kann nicht, der Trabbi steht wirklich eine Klitzekleinigkeit im Weg. Der Abschleppdienst soll geholt werden. Ich laufe noch einmal nach oben, um nach dem Schlüssel zu suchen. Ich finde ihn auch, ausnahmsweise hängt er an dem Platz, an dem er hängen soll; da hatte ich vorher nicht hingeschaut, warum auch, meistens hängt er nicht dort. Ich laufe wieder nach unten. Als ich den Schlüssel ins Schloß des Trabbis stecken will, stoße ich auf Widerstand.
Vereist. Jetzt ist mir auch klar, warum einige andere Leute in der Straße so seltsam hektisch an den Schlössern ihrer Autos rumfuchteln. Auch diese sind vereist.
Am Schloß des Trabbis ist nichts zu machen. Eisspray habe ich keins, mein Feuerzeug ist in der Wohnung, die Polizisten und der LKW-Fahrer sind Nichtraucher. Das Thema "Abschleppdienst" kommt wieder auf. Jetzt hetze ich nach oben, finde auch gleich mein Feuerzeug, renne nach unten und erwärme den Schlüssel mit dem Feuerzeug, um das Eis im Schloß zum Schmelzen zu bringen. Vergeblich. Die Umgebungstemperatur berägt mindestens -15° Celsius.
Die Polizisten reden schon wieder vom Abschleppdienst. Ich versuche ihnen anschaulich darzustellen, was für ein Bild das abgäbe:
Sooooooo ein kleiner Trabbi, und soooooo ein großer Abschleppwagen.
Mein Vorschlag geht dahin, den Trabbi am Heck etwas anzuheben und auf den Bürgersteig zu hieven. Das Gewicht eines Trabbis übersteigt ja nicht die Kräfte von drei Männern. Dachte ich mir so.
Weit gefehlt. Der LKW-Fahrer "hatte es im Kreuz", die Polizisten beriefen sich auf ihren Beamten-Status, was immer sie in dieser Situation auch damit meinten. Also schritt ich laut schimpfend zur Selbsthilfe.
"Also was ist jetzt, ich bin z.Z. krank, klein, auch eine Frau. Ich werde den Trabbi jetzt selbst auf den Bordstein heben, würde mir freundlicherweise einer von euch Männern helfen?"
Zögerlich nähern sie sich dem Trabbi. Einer versucht sich, indem er den Trabbi an der Stoßstange packt um ihn anzuheben. Die Stoßstange gibt nach. Mein Kommentar dazu: "Männer und Technik, ist ja nicht zu fassen. Ihr müßt schon am Chassis anpacken."
Mitgerissen von den Aktivitäten kommt nun auch der zweite Polizist hinzu, und zu dritt schaffen wir es dann, den Trabbi die paar Zentimeter auf den Bordstein zu heben. Der Weg für den LKW ist frei. Einer der Polizisten kommt auf mich zu und zeigt mir seine Hand.
"Sehen Sie, ich blute!" Tatsächlich weist die Hand ein mini-kleine Schnittwunde auf.
Ich raffe mich zu meiner ganzen Größe von 1,60 m auf, stemme die Hände in die Hüften, und frage:
"Soll die Mama mal pusten?"
Nach einigen Sekunden betretenen Schweigens bedanke ich mich lieb für ihre Hilfe, und lobe ihre Mitarbeit. Ein Dammbruch, schon beginnen sich sich gegenseitig zu loben, wie gut sie ihre Sache doch gemacht hätten.
Der LKW-Fahrer, der inzwischen den Wagen so um die Ecke gefahren hatte, daß er sicher war weiterzukommen, steigt nochmal aus (es ist keine sehr belebte Straße), und gesellt sich zu den Polizisten. Ich verabschiede mich und gehe zurück in meine Wohnung. Als ich von meinem Fenster herunter auf die Straße schaue, stehen sie immer noch da und beweihräuchern ihre Hilfeleistung. Ich schüttele nur den Kopf und überlege, bei welcher Tätigkeit ich denn nur war, bevor die Türklingel mich unterbrach.

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Moulin
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Da ist es wieder, seit Bruno Frank und 1930 bekannt.
Der berühmte 'Sturm im Wasserglas'.
Aus wenig machen wir viel, weil wir Menschen die-
se Verkettung verschiedener Umstände so mögen,
die zu Sensationen führen.
Eine Geschichte wie sie täglich an jeder Ecke stattfindet.
(Auch ein Grund für meine eigene Stadtflucht!)

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Moulin
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2. Mal gelesen, konkretisiert
Oben: Frau, "klein", Tagesablauf im Kopf geregelt.
Unten: Männer, "Helden" (Uniform)
Oben: Frau - Schuldgefühle (assoziiert)
Unten: Männer - Macht (LKW/Autorität)
Dazwischen Problem
Oben: Frau regelt alles (In gewohnter Selbstverständlichkeit)
Unten: Männer erschweren durch "Regeln" (in gewohnter Selbstverständlichkeit)
Oben: Frau geht ohne weiteres zum Tagesablauf über
Unten: Männer loben "ihre" Taten

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Jolante
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07.09.2006, 13:13 / 1 x geändert
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Diese Geschichte ist einfach köstlich, so richtig aus dem Leben und voller Situationskomik. Heinz Becker (das verstehen vermutlich nur SaarländerInnen), würde sich nach dieser Story vermutlich die Finger lecken, um sie in Szene zu setzen. Ich bewundere immer wieder deine Vielseitigkeit, arisia, und hoffe, noch viele persiflierende Texte von dir lesen zu können.
Angeregte Grüße
Jolante

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arisia (Gast)
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27.09.2006, 10:58 / 1 x geändert
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25.9.2006
glauben.
Immer wieder taucht dieses Wort auf.
Mal glaubt jemand, daß die Straßenbahn gleich kommt,
mal glaubt jemand nicht an die Politik,
mal glaubt jemand an Gott.
Manch einer sagt: "Ich glaub' ich spinn'."
Selbstversuch:
Eine Woche lang sprechen, denken, schreiben, ohne das Wort "glauben" zu benutzen.
Ersetzugen finden, z. B. annehmen, vermuten, nicht wissen, ... . Es ist zu schaffen. Wieso wird dieses Wort dann so häufig benutzt?
"glauben" in der Alltagssprache
"glauben" in Bezug auf Religion
Wird im religiösen Bezug Glaube = Wahrheit verinnerlicht?
Wie verquickt sich diese Verinnerlichung, daß Glaube = Wahrheit ist, mit dem Glauben daran, daß die Straßenbahn gleich kommt?
Wieviel Stress- und Frustrationsfaktor enststeht dadurch, daß wir Glaube = Wahrheit setzen (auf einer emotionalen Ebene zumindest), wenn die Straßenbahn nicht kommt?
Kommt es uns nicht manchmal wie Verrat an unserer Glaubensfähigkeit vor, wenn die Straßenbahn nicht kommt?
Warum sonst reagieren Menschen "beleidigt" darauf, daß die Straßenbahn nicht kommt? (Beobachtung)
siehe auch: Kontrete Poesie: ga ga

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Jolante
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Liebe arisia,
ich habe zuerst gezögert, mich auf diese unsichere Ebene zu begeben, will aber doch ein paar Gedankensplitter (schrecklich vereinfacht und ganz und gar unwissenschaftlich) einbringen.
Meine Theorie: Glauben = vermutete Wahrheit/unbewiesene Wahrheit
1.Beispiel Straßenbahn:
Straßenbahn kommt in der Regel fahrplanmäßig, so die Erfahrung, man kann sich also normaler Weise darauf verlassen, dass sie kommt. Durch höhere Gewalt, menschliches oder technisches Versagen ist es aber möglich, dass sie eventuell nicht kommt. Man sollte vielleicht besser sagen, ich rechne damit, dass sie kommt. Wahrheit würde bedeuten: Ich weiß, dass sie kommt. Da aber hier die Erfahrung sagt, dass sie in der Regel kommt, kann man auch glauben, dass sie kommt (=vermutete Wahrheit).
2) Beispiel Gott:
Das Bedürfnis an Gott als das dem Menschen übergeordnete Wesen zu glauben, entspringt dem Wunsch des Menschen nach Unsterblichkeit. So lange nicht bewiesen werden kann, dass er nicht existiert, kann als vermutete Wahrheit gelten, dass er existiert (= Glaube)
Im übrigen wird das Verb glauben oft gedankenlos gebraucht und man könnte es durchaus durch viele andere, treffendere Verben ersetzen. Ich (glaube) denke, dass eine Diskussion über dieses Thema im Forum ein Fass ohne Boden aufmachen würde.
LG Jolante

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arisia (Gast)
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28.09.2006, 09:56 / 2 x geändert
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hi, Jolante,
ja, überwiegend geht es mir darum, daß das Wort "glauben" ständig zweckentfremdet benutzt wird. Dadurch kommt es unweigerlich zu emotionalen Verquickungen in unseren neuronalen Netzen, da Sprache, vor allem die eigene, selbstgebrauchte, konditioniert, so nach der Art: ich bin, was ich spreche, ich fühle was ich denke.
Es gibt eine Therapieform, NLP (neurolinguistische Programmierung), die versucht verhärtete Sprachmuster aufzubrechen.
Wenn ich bei jedem Schritt denke: oh, wie hektisch, oh wie schrecklich, sonstwas, dann geht es uns so, obwohl diese Gedanken oder Worte oft nur Angewohnheiten sind und mit der realen Situation nichts zu tun haben, dennoch bringen uns genau solche Sätze dann in die Hektik hinein.
Beim Sinnieren über diesen Tatbestand viel mir dann auf, wie häufig wir das Wort "glauben" verwenden, wo doch "annehmen, vermuten, sich denken" nur als Beispiele, viel sinnvoller wären. Durch diese Verquickung kommt es dann auch zu Fehlentscheidungen auf der Handlungsebene, und wir wundern uns nur, was schiefgelaufen ist.
hm, da hat sich die Tastatur ein bißchen selbstständig gemacht, soviel wollte ich eigentlich gar nicht schreiben.
Nun gut.
liebe Grüße
arisa

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augustine
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Umzüge sind schwierig und schwer, ja. Also ist es entlastend, davon mitzuteilen. Mehr noch entlastend wär' ja ein Helfer oder einige ... Oder, wenn ich könnte, würd' ich den Büchern Flügel anzaubern, dass sie selbst flögen, sich aufstellten und friedlich da stünden, einfach so ...
augustine

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arisia (Gast)
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12.05.2007, 23:52 / 2 x geändert
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ja, wie gut, daß es die Tagebücher und Fäden für Keller,
Wäsche und Umzüge gibt.:)
Ein “Pan Tau” wäre jetz auch nicht schlecht. Einmal mit
dem Finger um den Zylinder herum, und schon ist alles
fertig.
Ich habe tschechiche KInderfilme immer sehr gemocht.
arisia
leise seufzend, dennoch amüsiert

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augustine
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also, ich hatte mir eine ganze Reihe von Möglichkeiten zur Verschiebung der Bücher ausgedacht; darunter auch die, sie zu vermindern; da aber nun kleine grüne Männchen ins Spiel kommen - arisia, weißt Du denn nicht, dass man sie mit Spinnenbrei anfüttern muss? Sie fliegen schon überall herum und sind nicht nur in Heilbronn (so heißt die Stadt; und Säulen sind natürlich steinerne Repliken von Bäumen, daher die Verjüngung oben). Wieso ist es Dir nicht eingefallen, sie dienstbar zu machen? Dir würden sie doch aus der Hand fressen. Und im Nu stünden die Bücher im Regal und wären ganz friedlich ... augustine

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