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arisia (Gast)
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01.08.2006, 11:56 / 2 x geändert
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nicht so gemeint
nie wieder krieg
sprach ein land
durch den mund
seiner ersten unter
gleichen und ich
glaubte ihnen ich
war ein kind
nie wieder krieg
soll ausgehen von
diesem land und
ich verstand nie
mehr soldaten aus
deutschland in fremdem
land und nun
sind sie doch
in fremdem land
die soldaten aus
meinem land und
ich lerne auf's
neue daß worte
nicht so gemeint

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juey dai jia ren
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Liebe arisia,
Du bist enttäuscht von einem vernmeintlichen Wortbruch. Doch was wurde denn eigentlich versprochen?
Es wurde versprochen: Nie wieder Krieg soll ausgehen von diesem Land.
Und das Soldaten aus diesem Land nie wieder in fremde Länder einfallen oder sie besetzen werden.
Dass sie nie fremde Länder betreten werden, davon war nicht die Rede. Denn für humane Hilfsleistungen hat man sie ja auch gern aus dem Ausland gerufen.
Was ist nun passiert?
Deutsche Soldaten sind im Ausland. Führen sie dort einen Angriffskrieg? Nein, sie sind dort um weitere Kriege zu verhindern. Wie viele Soldaten aus anderen Ländern auch.
Eine Friedensmission.
Widerspricht das der Aussage "nie wieder krieg soll ausgehen von diesem land" ?
Für mein Verständnis nicht.
Das ist das, was mir an deinem Gedicht auffällt: Du bist grundlos enttäuscht, es wurde ja kein Versprechen gebrochen.
Im Gegenteil. Nie wieder Krieg heisst doch auch, das sinnlose Kämpfen zu verhindern. Das tun die Soldaten. Oder versuchen es zumindest.
Ich kann da keinen Grund erkennen, enttäuscht zu sein.
Gruss
juey dai jia ren

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arisia (Gast)
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hi, juey dai jia ren,
ich bin der Meinung, daß Friedensmissionen auch von friedlichen Organisationen ausgeführt
werden sollten. Z.B. vom THW oder Ähnlichem.
In Afganistan herrscht Krieg, meiner Meinung nach, ich bin überhaupt dagegen, daß wir eine
Bundeswehr haben, ein neutraler Status Deutschlands würde mir eher zusagen.
Soldaten sind meiner Meinung nach nicht dazu geeignet das Kämpfen zu verhindern.
Die Ereignisse der letzten Wochen in Afganistan zeigen ja auch, daß die Soldaten den
Anforderungen nicht gewachsen sind. Wer als Soldat ausgebildet ist, will letztendlich auch
kämpfen, wozu sonst die Ausbildung?
Es ist wieder ein Anfang, und mir graut vor dem. was noch kommt.
lg
arisia

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juey dai jia ren
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Liebe arisia,
ich kann deinen Standpunkt schon verstehen.
Na ja, ich bin kein Pazifist, ich denke manchmal muss Frieden erkämpft werden.
Sicher, ob ausgerechnet die deutsche Bundeswehr da die richtige Lösung ist...
Ich weiss es nicht.
juey dai jia ren

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Lex
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Wer als Soldat ausgebildet ist, will letztendlich auch
kämpfen,
Hmmm das sehe ich nicht unbedingt so.
Ich bin Soldat und werde nächstes Jahr nach Afghanistan gehen um dort meinen Dienst zu leisten.
Dies zu tun macht sicherlich keinen Spaß und noch weniger wird es mir das Gefühl vermitteln *endlich* in einem kriegsähnlichen Zustand zu sein.
Ich verstehe schon, dass Du allgemein gegen das Militär bist doch bitte denke daran, dass nicht alle Soldaten fleischfressende Monster sind sondern auch Familienväter mit Haus und Garten.

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juey dai jia ren
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06.12.2006, 20:53 / 2 x geändert
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Lieber Lex,
es gibt viele Menschen, die leben wie wir hier in Deutschland, in einer Insel der Glückseligkeit, die kennen keine Gewalt und keinen Krieg.
Da kann man sich natürlich kuschelig vor den Kamin setzen, mit einem Glas Chateau Neuf de Pape in der Hand und über Gewaltlosigkeit schwadronieren, oder dass Gewalt nur wieder Gewalt hervorbringt zum Besten geben.
Wenn diese Menschen aber mal im Kongo - oder in Bosnien - erlebt hätten, wie Väter oder Brüder gezwungen werden, ihre Töchter oder Schwestern zu vergewaltigen, mit der Drohung, die Mädchen zu erschiessen, wenn sie es nicht tun, wer erlebt hat, wie alle dann - selbst wenn sie es taten - bestialisch abgeschlachtet wurden, ja, wenn diese Menschen da mal dabei gewesen wären, dann hätten sie sicher nicht nach dem Technischen Hilfswerk gerufen.
Da hätten sie sich mehr über ein paar Soldaten gefreut, die dieser Tortur ein Ende gemacht hätten.
Wenn diese Pazifisten mal in einer psychiatrischen Klinik erlebt hätten, was aus den Opfern geworden ist, ja dann hätten sie vielleicht eine etwas andere Einstellung zum Militär und zu Gewalt.
Deutsche Soldaten?
Dem vergewaltigten Mädchen das zusieht, wie seine Familie erschossen wird, wäre es keine Diskussion wert gewesen, ob ausgerechnet deutsche Soldaten sie und ihre Angehörigen gerettet hätten.
Aber die Pazifisten erleben sowas ja nicht. Die machen es sich lieber vor dem Kamin mit einem Gläschen Rotwein gemütlich und fühlen sich wie die besseren Menschen.
Dass sie dabei über Leichen gehen, stört sie nicht.
Man nennt das Heuchelei. Oder unterlassene Hilfeleistung. Oder einfach bescheuert.
juey

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Phaidros
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Hallo Arisia, Lex und juey,
Sehr interessante Kontroverse! Die Worte deiner Argumentation, juey, hallen als ‚meine eigenen’ gegen unklare Widerstände. Die Begründung ist stichhaltig und doch…? Aus welcher Haltung argumentierst du so logisch? Wütend aus der hilflosen Opferperspektive? Verzeih die Direktheit, doch ich frage mich nachdenklich, ob aus solchen Beweggründen echte Veränderung möglich ist oder ob es nur zur Gewaltspirale beiträgt, auch wenn ein revanchemotive nur hintergründig?
Was motiviert der Bundeswehr beizutreten, Lex?
Interessierte und nachdenkliche Grüße von Phaidros!

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juey dai jia ren
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08.12.2006, 22:05 / 2 x geändert
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| Zitat: |
Wütend aus der hilflosen Opferperspektive? Verzeih die Direktheit, doch ich frage mich nachdenklich, ob aus solchen Beweggründen echte Veränderung möglich ist oder ob es nur zur Gewaltspirale beiträgt, auch wenn ein revanchemotive nur hintergründig?
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Lieber Phaidros,
Opferperspektive? Nun, ich bin kein Opfer. Oder sehe ich aus wie ein Opfer?
Aber ich kenne die Opfer. Ich hatte wegen kleinerer Unpässlichkeiten einige Aufenthalte in Kliniken wo die Türen keine Klinken haben. Und da hab ich die Opfer kennengelernt. Junge Mädchen, die schrien sobald nachts das Licht ausging, die nicht nur vergewaltigt wurden sondern das auch noch von den dazu gezwungenen Vätern oder Brüdern. Die man dann erschoss, nein, nicht dann, während der Vergewaltigung erschoss. Mädchen, die - sensible Naturen sollten hier nicht weiterlesen - keine Vorderzähne mehr hatten, weil man die ihnen ausgebrochen und ausgeschlagen hat, damit sie ihren Peinigern besser einen blasen konnten. Um die unappetitliche Blutung zu stoppen, die beim Zähnerausbrechen entsteht, hat man ihnen netterweise in den Mund gepinkelt.
Das waren Mädchen aus Bosnien.
Eine erzählte mir mal, wie sie von von einer Staffel combat aircrafts gerettet wurde, die die marodierenden Truppen mit Splitterbomben vertrieben. Sie wurde nicht vergewaltigt, aber sie hat soviel gesehen, dass sie nie wieder so sein wird wie davor. Von ihr habe ich die Begeisterung für die damaligen combat aircrafts übernommen und daraufhin mein berühmtes, umstrittenes Gedicht SEPECAT JAGUAR geschrieben.
Nun redest du davon ob der Einsatz von Militär echte Veränderungen ermöglicht.
Ja, für dieses Mädchen schon, denn sie hat überlebt und ihre Familie auch.
Gewaltspirale, echte Veränderungen - ja, frag mal die bosnischen Mädchen in der Psychiatrie, wie die das sehen und erkläre ihnen mal, warum deutsche Soldaten sie lieber nicht retten sollten. Oder Soldaten überhaupt. Wegen der Gewaltspirale....
Erklär denen das mal....
juey
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arisia (Gast)
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hi, Lex, juey und phaidros,
mir ist die Zwiespältigkeit des Themas schon bewußt. Enttäuscht bin ich aber nicht von "dem Soldaten" an sich, sondern von unserer Regierung, die eine Bundeswehr überhaupt installiert hat. Probleme lassen sich in der Regel nicht auf der Ebene der Entstehung lösen, sondern die Ebene muß gewechselt werden. Ich hätte mir Deutschland als Vorreiter (gerade wegen seiner Geschichte) in der Rolle der friedlichen und helfenden Rolle gewünscht, und das können auch andere Dienste leisten als die Bundeswehr. Der "Bürger in Uniform" ist ja auch schon nicht mehr wahr, da die "Kräfte der inneren Führung" anscheinend nicht in der Lage sind, weder im Inneren (es gibt immer noch "Schleifer") noch nach auußen hin (siehe Totenköpfe), die innere Moral der Truppe zu beeinflussen.
@lex,
klar gibt es treusorgende Famielienväter bei der Bundeswehr. Und? Was heißt das?
Die gibt es auch bei der Mafia und gab es auch bei der SS, was sie nicht davon abhält und abhielt zu morden und zu quälen.
@juey,
ich bin weder Pazifistin noch Bourgoise, noch trinke ich Rotwein (eher Weißwein, :)), aber die Probleme dieser Welt lassen sich nicht durch Militär lösen, sondern durch Aufhebung des Hungers in der Welt. Da sind die Wirtschaft und die Regierungen gefragt ein anderes Wirtschaftssystem zu installieren und zu etablieren als den jetzt weltweit vorherrschenden Kapitalismus.
Träume? Ja! Aber wie Sitting Bull schon sagte, sinngemäß:
'Irgendwer muß die Welt doch träumen.'
juey, ich weiß, was in Bosnien passiert ist, ich war mit an der Kammpagne beteiligt, daß Vergewaltigung als Kriegsverbrechen in die Genfer Konvention aufgenommen wird. Ich lebe nicht im luftleeren Raum.
@phaidros,
ja, echte Veränderung ist nur möglich, wenn die Ebene gewechselt wird. Und das beginnt mit der Sprache. Wenn wir unsere Alltagssprache mal durchforsten, werden wir feststellen, daß in allen möglichen Bereichen die Sprache der Gewalt benutzt wird. Es ist ein Unterschied, ob ich mich friedlich für etwas einsetze, oder ob ich um etwas kämpfe.
Allein der Ausspruch: "Kampf für den Frieden" ist schon unsinnig.
Wir sind was wir sprechen. Mit der Sprache also, könnte schon eine Veränderung beginnen, leider ist diese Tatsache zu wenigen Politkern bekannt, da Psychologen, Philosophen (wenn sie nicht schon ausgestorben sind) und Psychotherapeuten, egal wie berühmt sie sind, doch immer eher belächelt als ernstgenommen werden.
So, mehr bekomme ich heute nicht mehr hin.
Bis die Tage
arisia

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juey dai jia ren
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Liebe arisia,
ich kenne mich mit Wein nicht so aus (ausser die zwei Liter Flaschen Lambrusco), aber ich hatte ja auch nicht explizit dich gemeint.
Was du in deinem Kommentar ansprichst sind Ziele, Wünsche oder Kritiken an politischen Entscheidungen der Vergangenheit.
Aber ich sehe da nichts, was betroffenen Menschen in einem Kriegsgebiet jetzt helfen würde.
Ein paar Fragen:
1. Was hilft dem von Vergewaltigung und Tod bedrohten Mädchen, dem von Folter und Erschiessung bedrohten Bruder die "Aufhebung des Hungers in der Welt" JETZT ?
2. In welchem Krieg hat die Genfer Konvention ernsthaft eine der kämpfenden Seiten interessiert?
3. Was willst du denn betroffenen Menschen erklären, dass sie sich erstmal umbringen lassen sollen, weil erst mal die Ebene gewechselt werden muss, sich die Probleme dieser Welt nicht militärisch lösen lassen und "Kampf für den Frieden" unsinnig ist?
4. Hilft es den Walen, wenn ich mir einen Aufkleber "Rettet die Wale" ans Auto mache?
Deine Ziele in der Zukunft allen Ehren aber in der Gegenwart lässt du tatsächlich Menschen lieber sterben, als ihnen Soldaten zu Hilfe zu schicken.
juey

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