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augustine
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28.07.2006, 19:08 / 2 x geändert
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Du da
uff dein torkelijen Turm,
weeste det noch,
du hast da jesichert den antifaschistischen Schutzwall
durch fernjlasige Blicke.
Hätt ja könn eener die Staatsgrenze
verletzen. Haste jejloobt, nich?
Wat haste denn jesehn
außer Mauertouristen,
Sprayern und Über-Sprayern
und Straßenbahnjleisen,
westlich und östlich?
Nich befahrn warn die seit Jahrzehnten.
jing ja nich:
det Bauwerk da,
zwischen uns beede,
dieser Schutzwall,
der hatse zerschnittn.
Abjehaun sind die Leute anderswo,
in Ungarn, in Prag.
Haste dir nich komisch jefundn,
wie de befehlsjemäß nach drüben jejlotzt hast?
Ick fand mir sehr komisch,
wie ick nach dir jestarrt hab
durch det Objektiv von meene Kamera.
Biste jetz arbeitslos
und wünschst dir de Mauer zurück?

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ear
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30.07.2006, 08:53 / 1 x geändert
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Eine wertvolle Bereicherung sind die Dialekt-Gedichte, sie haben so etwas Erdiges, Natuerliches, koennen mehr ausdruecken als das Hochdeutsche.
Erinnerungen an DDR-Kontrolltuerme besetzt von jungen Menschen, die ihren Dienst taten, egal ob sie daran glaubten etwas Nuetzliches zu erreichen, oder nicht. Trotz des Fernglasses war der Ausblick mehr als "begrenzt", der "Schutzwall", der die Menschen fernhielt, der es unmoeglich machte, ueber die Grenze zueinanderzufinden. Menschliche Gefuehle waren da-, auf beiden Seiten,- aber sie wurden als peinlich empfunden, "befehlsgemaess" ausgefuehrt, wie du es so treffend nanntest. Und dann dein scharf-schneidendes Fragen nach Arbeitslosigkeit, Ernuechterung, enttaeuschter Hoffnung, bedingt durch den Fall der Mauer.Uwe Johnson haette bestimmt zum Mauernfall geschrieben, doch sein frueher Tod (auf der kleinen englischen Halbinsel Sheerness on Sea, voellig vereinsamt) verhinderte es.
Was hat die Wiedervereinigung letztlich "gebracht"?L. G. ear.

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zuppanova
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.... kryptisch klingender fremddialekte gar nicht so einfach für bayuwarisch getriggerte forenteilnehmerinnnen!
hab vor wenigen minuten flashartig erleuchtet begriffen, dass
Jlotzen
kein ort ist (mein hirn fieberte schon, wo Jlotzen liegt, was es mit der mauer zu tun hat usw.), sonder dass das
Glotzen
heisst. also, erst mal: fein, dass du mit "dialekt" angefangen hast, augustine, auch wenns für unserein hartes brot ist, und danke, ear, auch für deinen beitrag dazu.
lg, zuppa.

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augustine²
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Zuppa, liebe Bayerin,
lass' uns doch mal was original Bayrisches hören!
Lg a.

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Moulin
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Wissta was?
Ich sach dat jetz ma´aus meiner Sicht!
Hier vom Revier sieht dat ja alles ganz anders aus.
Als die angefangen ham die Mauer aufzumachen, bin ich gelich inne Karre gestiegen und hab´ ´ne kleine Tour inne DDR gemacht.
Da kam ich rein, in Eisenach, bin über drei Gleiche gefah´n, hab Karl Mai besucht auf´m Friedhoff, in Dresden im Zwinger rumgelatscht, und als ich da alles geseh´n hab´, bin ich ab wie Schmidt´s Katze nache Hauptstadt hochgefahn.
Da stand ich nu, mitten drinn.
Ich guckte mich um und dachte: Jetzt bin ick auch ein Berlina!
Aber dat war mir da zu stressig am Kuhdamm und ich bin wieder schnell wechgefahn bis ich wieder Kopfsteinpflaster unter de Füße hatte.
Bis oben nache Ostsee.
Ich hatte mich noch nie so frei gefühlt wie bei de Ossis hinterm Zaun!
Und was ich da gelernt hab im "Drüben":
Freiheit hat nix mitt ´en Anderen zu tun.
Freiheit hat nur mit mir zu tun.

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