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Jolante
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25.07.2006, 18:20 / 2 x geändert
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Wenn sie
ihm die Schuhe schnürte,
sein Kragenknöpfchen schloss,
die Jacke bürstete,
wenn sie
seine Koffer ins Auto lud,
das Eis von den Scheiben kratzte,
das Frühstücksbrot
ins Handschuhfach legte,
und wenn
er dann losbrauste
ohne Dankeschön,
ohne auf Wiedersehn,
fühlte ich deutlich,
etwas war falsch.
Wenn er
ihr Geld brachte am Ersten,
einen guten Schnitt gemacht hatte,
wenn er
ihr bündelweis Scheine zuwarf,
laut lachte und sich groß tat,
dabei ihre Miene beobachtete,
wenn sie
die Scheine zählte
mit hastigem Blättern
und roten Wangen,
fühlte ich unklar,
alles war richtig.
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erste Fassung:
Wenn er
ihr Geld brachte am Ersten,
einen guten Schnitt gemacht hatte,
wenn er
ihr bündelweis Scheine zuwarf,
.......
.......
wie sie
...........

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arisia (Gast)
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hi, Jolante,
die vielen kleinen Verwirrungen und Verletzungen, die wir als Kind erleben machen in der Summe eine mächtige Prägung.
Nicht alles können wir hinter uns lassen, verarbeiten, umwandeln. Aber wenn wir es schaffen in der Summe zu einem versöhnlichen Bild zu gelangen, dann haben wir schon viel erreicht für uns selbst einmal, und zum anderen zur Weitergabe an unsere Kinder.
Diese Szene, die du in diesem Gedicht zeichnest ist so typisch für kindliches Erleben Eltern gegenüber. Ein unklares Gefühl des "richtig seins" oder nicht "richtig seins", niemand da, mit dem Kind darüber reden könnte, es wüße ja auch nicht wie es formulieren sollte, alles spielt sich noch auf der emotionalen Ebene ab. Aber wie eingebrannt in der Erinnerung sind sie, diese Schlaglichter, die die Erinnerung uns zugesteht.
Ich kann sie mir gut Vorstellen, diese beiden am Küchentisch und die Freude und auch den Stolz deiner Mutter auf ihren Mann.
lg
arisia

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lost
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das hier hole ich herauf, weil es gut angelegt ist.
wenn etwas einfach ist, wenn etwas sich gliedert
(oder zumindest sich anschickt zu gliedern),
dann gefällt es mir in der Regel.
das ly-Ich hier ist ein Kind (listen what arisia says!),
es sagt genau zweimal "ich" in dem Text:
1. These = etwas war falsch
2. Antithese = alles war richtig.
das Gedicht = die Ausarbeitung, Erweiterung,
Verständlichmachung der These und der Antithese
für den Leser, belegt durch eine Erfahrung des ly-Ich.
Konklusion gibt es keine. ev hat "alles war richtig"
doch etwas mehr Gewicht,
weil es am Ende des Textes steht.
bis zur These gut gearbeitet (Anaphern),
was zwischen These und Antithese steht:
ev auch in drei Teile splitten ("wenn er ihr Geld ... " +
"wenn er ihr bündelweis ..." + "wenn sie [statt 'wie sie']
die Scheine ..."), pedantischerweise würde ich das
so machen.
jedoch ist klar: du bist nicht ich und machst es so,
wie du möchtest.
lost.

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Jolante²
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21.10.2006, 22:06 / 1 x geändert
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Danke für deinen positiven Kommentar, lost. Ich habe garnicht mehr damit gerechnet, dass sich noch jemand für das Gedicht interessieren könnte. Deine Anregung finde ich gut, ich habe sie auch gleich umgesetzt.
lost (not least),
ich grüße dich !

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lost
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möchtest du nicht die ursprüngliche
Version unten anfügen, Jolante?
so könnten auch andere sehen, was verändert wurde
und sich etwa dazu äußern.
lost (glad not to be least) -

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Jolante²
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lost + arisia,
es waren ja nur geringfügige Änderungen, aber dennoch wirkungsvoll. Danke !
Froh grüßt Jo

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