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Elise
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tanz
am abend schweigen
im herzen des waldes
die farne. unter dem moos
tut sich ein tor auf.
du folgst einer leucht spur
hinaus aus der zeit:
zu dem tanzplatz
wo der urwilde rauschgott
den pochenden boden
mit wein tränkt.
alles ist wahr.
du findest dich wieder
auf einer lichtung am morgen:
jung und zugleich sehr alt.
immer noch tanzend.

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Jolante
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Hallo Elise,
das Gedicht besänftigt mich durch seine Magie und beglückt mich durch seine Sinnlichkeit. Indem ich es lese, habe ich das Gefühl, mich im Einklang mit meinem Denken und Fühlen zu befinden. Kurz zusammengefasst: Es tut mir gut !
Liebe Grüße
Jolante

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augustine
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21.07.2006, 20:54 / 1 x geändert
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Zwischen dem mitteleuropäischen "abend" und dem südeuropäischen dionysischen Nacht der Bacchantinnen gibt es unter "farn" und "moos" eine Verbindung, eine "leucht spur", der Du folgst und die Dich zu Zeitlosem führt: dem "tanzplatz", wo man im Rausch meinen kann, die Wahrheit zu wissen (als gäbe es sie). Mit 'gefällt' gut, dass Du in DEINER Zeitreise Dich nicht ins ekstatische Dich-Verlieren träumst, sondern von einer Wiederkehr in eine Wald- "lichtung" am Morgen, in der das Erlebnis der Nacht nicht vergessen ist.

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arisia (Gast)
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21.07.2006, 21:47 / 1 x geändert
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hi, elise
wau, total understanding,
nur wie soll ich das mit dürren prosaischen Worten interpretieren?
Außer dem "urwilden rauschgott" keine ausgefallenen Wörter, aber die Kombination der allgemeinen ist so leicht, dennoch magnetisch, eher magisch, denn du merkst nicht wie du gezogen wirst, bist da, und die Frage, ob du wieder gehen willst existiert nicht in diesem Raum.
Dieses "hinaus aus der Zeit" hat auch in etlichen meiner Gedichte eine herausgehobene Stellung, Ort der Erholung des Staunens ob all dem neuem im alten, keine Schmerzen in "Anders Welt", du schreibst du bist
"jung und zugleich sehr alt",
das ermöglicht dieses Erstaunen, das tiefer geht als das Staunen der Kinder, denn du staunst wie ein Kind ob der Veränderung, dieser sich schräg neigenden, drehenden, nur mit dem Magen wahrnehbar, daß sie geschieht, und du weißt um das Geschehen "sehr alt" und kannst dein eigenes Staunen genießen.
Holla, ich könnte jetzt ewig so weiterschreiben, manchmal kostet es einige Kraft "Anders Welt" zu verlassen.
Tanz, Meditation und Gebet, alles kommt aus derselben Quelle, durchtränkt und reinigt.
Nun aber genug, ehe du in Worten ertrinkst
liebe Grüße zum Tanzplatz
arisia
PS: sehe gerade, daß dieses Gedicht unter Liebe steht, ja, es gibt keinen besseren Ort dafür

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ear
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Tanz, Musik, Shakespeares ( oder Sir Henry Nevilles) "Midsummer Night's Dream" in Rendlesham Forest, wenn die Nebel brauen und die Fledermaeuse jagen und Schwaerme von Insekten sich auf viel ungeschuetzte Haut stuerzen,wo Shakespeares Verse nach Picknicks und Weingelagen, Spiel und Vergnuegen der Juengsten mit Verkleidungen, die Alten wie die Jungen annimieren: das waere eine aehnlich tolle Nacht, wie Du sie so voller Freude und Tanzrhythmus beschrieben hast. Auch hier die Nachwirkung eine besonderen Erlebnisses. Grossartig, ear.

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Gretchen
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Hei, das ist ja ein richtiger Frauen-Reigen hier, da will ich auch mitmachen!
'Alles ist wahr.' Der Satz ist gut! Denn die Ekstase ist genauso wahr wie die Lichtung im Wald, wo man zu sich kommt. 'Du findest dich .... immer noch tanzend': da gehen beide Ebenen zusammen, oder? Hoffnungsvoller Abschluß.
Daß du, ear, den Vergleich zum Sommernachtstraum bringst, finde ich auch gut: ich hab schon gedacht, alle diese verzauberten Shakespeare-Gestalten sind doch nichts anderes als Aspekte einer einzigen Psyche. Deshalb, um hierher zum tanz zurückzukommen, überlege ich jetzt, warum du, Elise, das Gedicht nicht unter "Psyche" reingestellt hast? Das hätte doch ebenso, oder vielleicht sogar besser gepaßt?
So ein Gedicht könnte ich nicht schreiben, es ist schon gut gemacht, obwohl ich immer überlege - Entschuldigung, Elise, aber ich muß das mal sagen - ob es nicht kitschig ist, so ein Gedicht zu schreiben. Ich denke immer ganz ernsthaft über Kitsch nach, wo er anfängt und was das eigentlich ist. Tut das noch jemand außer mir?
So, das wollte ich gezz einfach mal schreiben. Grüße vom Gretchen.

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Elise²
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Jolante, augustine, arisia, ear, Gretchen, für eure Kommentare!
Jede antwortet aus ihrer "Realität" heraus, und ich nehme alle eure Antworten "wahr", freue mich, wenn ihr angeregt werdet, und: über Kitsch, Gretchen, denke ich auch nach.
Bei "Zeitreisen", ja, ist es wichtig, die Anbindung an eine Hauptebene nicht zu verlieren. Ich glaube aber, keine von uns würde untergehen. ear, an dich noch: wie im Sommernachtstraum fühl ich mich bisweilen - echt!
Liebe Abendgrüße, Elise.

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