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arisia (Gast)
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19.07.2006, 10:43 / 2 x geändert
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dem Ethnologen Hans Peter Duerr gewidmet
und seinem Buch: Traumzeit
Die Mittagsfrau
Wenn die Mittagsfrau durch die Wälder weht
Steht mein Herz stille
Sekundenlang bin ich -
Nicht
In schmerzhaftem Stolpern
Erfahre ich meine Existenz -
Ich kann atmen
II
Die Dynamik der Morgendämmerung
Das Verblassen des abendlichen Rot
Beobachtbar, faßbar
Schreibbar, lesbar
V e r s t e h b a r
Wenn die Sonne still steht
Erfaßt es mich
III
In den aufsteigenden Tag
Wandert mein Schritt
Frohgemut zu den Grenzen des Waldes
Betritt, mit höher gleitender Sonne
Die jetzt umrissenen Pfade
Weiter und tiefer
Mit dem Singen der Vögel
Wird die Luft schwerer
Das Gold lastender
Als die schützenden Bäume weichen
Die stille Lichtung vor mir liegt
Bin ich geblendet, begreife nicht
Fühle ein Sehnen
Einen schmerzhaften Griff
Der mir den Atem nimmt
Verharre am Rand
Als die Sonne weiter zieht
Trauere ich
diese drei Gedichte sind zwar in unterschiedlichen Jahren entstanden, gehören aber thematisch so zusammen, daß ich sie nicht trennen möchte
siehe Perlen - zu einer wohl ... im Tagebuch

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ear
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In deinen drei Gedichten sprichst du von der schmerzhaften Trauer, als die "Sonne weiter zieht". Sie bringt dich in ihren Bann und laesst dich kurz verhalten, bevor du klare "Pfade" erkennst.
Doch die Sonne mit ihrem Gold ist "lastender", sodass es dein Geblendetsein bewirkt. Die Magie der Sonne wirkt staerker, je mehr sie im Zenith steht.
Sind es die Nachwehen der "Mittagsfrau", die dich zwar nicht toeten, aber die dich durch Strahlengewalt so beeinflussen, dass dein Atem ins Stocken geraet und sich erst nach einiger Zeit loesen kann? l.G. ear.

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Elise
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Hallo, arisia,
die Mittagsfrau: das ist eine - wie soll ich sagen? - Gestalt gewordene "Qualität" oder Energie? (Ich kenne das Buch von Duerr nicht.) Mir jedenfalls geht es manchmal so, daß ich bestimmte Energien zu Gestalten, Figuren verdichten möchte - ja, oft haben solche auch einen mythologisch-archetypischen Anklang. Deine Mittagsfrau hat in mir eine "Tänzerin" erweckt, sie ist schon fast da: sobald sie fertig ist und ich weiß, in welche Rubrik ich sie stecken soll, bring ich sie hier rein.
Liebe Grüße, Elis.
PS: Bei Teil III - kleine Veränderungen würde ich vielleicht vornehmen, oder jedenfalls noch mal überlegen:
- 'Wandert mein Schritt ..... Betritt ...' --- kann ein Schritt wandern oder betreten?
- 'Als die schützenden Bäume ...' --- wie wäre es mit: 'sobald' oder 'wenn' die sch. Bäume
- 'Als die Sonne ...' --- kann es nicht begründen, aber auch hier gefällt mir das 'als' irgendwie nicht.
Was meinst du?

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arisia (Gast)
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23.07.2006, 11:42 / 2 x geändert
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hi, ear, hi elise,
erst einmal danke für eure beiden Beiträge.
@ear: ich will es mal so ausdrücken
der tägliche Solstitz ist für mich ein ähnlich magischer Moment wie der jährliche, der in den Sonnwendfesten gefeiert wird. Ein Augenblick des Innehaltens, vor allem im Hochsommer, ein Gefühls des aus der Zeit gleitens. Das Bedürfnis des sich Auflösens, sich in den Kosmos homogenisieren, Gasen gleich.
Beide Übergänge, der hinein und auch der wieder heraus sind mit einem Schmerz verbunden, der Schritt hinein ist oft auch Angst besetzt, der hinaus mit Trauer, der Trauer, Abschied nehmen zu müssen von diesem "idealen" Zustand.
@elise
ja, genau elise, dieser mittägliche Augenblick wird zur Lichtfrau, eine vage Verdichtung des Sonnenlichts,wenig genug um noch durchlässig zu sein, genug aber um als sinnliche Präsenz wahrgenommen zu werden, fühlbar immer, und manchmal das Erhaschen einer Kontur, wie etwas aus dem Augenwinkel gesehen und schon wieder weg.
So, "die wandernden Schritte" :)
Ja, mein Schritt wandert, weil ich ist lediglich Beobachterin bis zum Zeitpunkt des Wiedereintritts in die Zeit, deswegen dann auch manchmal die Angst, als Beobachterin habe ich keine Kontrolle, werde lediglich mitgenommen auf einem Weg, von dem "ich" nicht weiß, wo er hinführt.
"als": erzeugt zwei Lesarten, die ich mit wenn oder sobald nicht erziehlen kann, zudem die Gleichzeitigkeit der Ereignisse, nämlich gedacht als: "In dem Moment als,"
Du kannst das erste "als" einmal so lesen
| Zitat: |
Wird die Luft schwerer
Das Gold lastender
Als die schützenden Bäume weichen |
Hier könnte der Text auch ganz anders weitergeführt werden.
oder so:
| Zitat: |
Als die schützenden Bäume weichen
Die stille Lichtung vor mir liegt
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Vielleit wandele ich die folgende Zeile noch um zu: bin ich geblendet, begreife nicht, das sähe dann so aus
| Zitat: |
Als die schützenden Bäume weichen
Die stille Lichtung vor mir liegt
bin ich geblendet, begreife nicht |
das selbe Verfahren gilt für das zweite "als". Ich könnte einfach so aufhören
| Zitat: |
Verharre am Rand
Als die Sonne weiter zieht |
oder so
| Zitat: |
Als die Sonne weiter zieht
Trauere ich |
nur das "als" schafft die Möglichkeit beider Lesarten simultan.
Na, da habe ich mich aber selber überrascht, so viel wollte ich gar nicht schreiben, hoffentlich ist das nicht zu unübersichtlich.
Ich hatte mir zu diesem Gedicht Notitzen gemacht, deshalb konnte ich die damaligen Überlegungen noch mal so genau nachzeichnen. :)
liebe Grüße. es wird grad wieder heiß
arisia
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Elise
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Hallo, arisia,
deine Erklärungen kann ich nachvollziehen.
Bis bald, Elise.

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augustine
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23.07.2006, 19:38 / 1 x geändert
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"Duerrs Bücher sind eher kulturgeschichtlicher Natur, und stark an der Zivilisationstheorie des Soziologen Norbert Elias orientiert. Innerhalb der Ethnologie werden sie nur wenig rezipiert, außerhalb um so stärker wahrgenommen."
Quelle: www.uni-trier.de/uni/tb4/enthno/artikel/ist_da_wer.pdf,
S.4
Die Mühe, solch einen Artikel zu suchen, habe ich mir gemacht, weil es mir Schrecken verursacht, allgemein, aber gerade auch hier, so einen Mix aus diffuser Naturfigurenverehrung zu lesen, als sei das DIE Sache.
Ich bedaure das sehr. Was not tut, ist doch nicht, sich unter die Röcke großer Mütter zu flüchten, sondern AUSZUHALTEN, dass es von da keine Hilfe und auch kein Wohlsein gibt. (Insofern bedaure ich, selbst ein Gedicht ähnlicher Art hier eingestellt zu haben, dessen Schluss aber doch Distanzierung ist.)
augustine

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arisia (Gast)
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24.07.2006, 09:12 / 7 x geändert
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hi, augustine,
Schade, daß du von dem Text so erschreckt bist, statt ihn zu genießen, wie wir ja auch Kuchen und Wein genießen, schade auch, daß du bedauerst
| Zitat: |
"ein Gedicht ähnlicher Art hier eingestellt zu haben"
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.
Statt dir die Mühe zu machen
| Zitat: |
Die Mühe, solch einen Artikel zu suchen, die ich mir gemacht
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einen Artikel rauszusuchen, der die Intension der Gedichte im Grunde eher bestätigt, hätte ich mir gewünscht, daß du einen Kommentar zu nah-ost schreibst. Ein Thema, daß uns dieser Tage wohl alle bewegt, unverständlich daher für mich deine Aussage unter dem Kaddisch:
| Zitat: |
die Friedlosigkeit des Nahen Ostens denkend, gerade aktuell. - Falls eine Diskussion anfängt, werde ich mich möglicherweise nicht anschließen.)
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wie sieht es da mit dem Aushalten, mit dem Standhalten aus, mit dem "den Dingen ins Gesicht sehen", gerade dann, wenn wir konkret in der Situation nichts tun können? Den Schmerzen anderer hilflos zusehen zu müssen ist immer eine starke Belastung, wovor läufst du da davon?
"Solange wir auf Distanz bleiben, kommen wir weder hindurch, noch können wir los-lassen"
alte Ur-EinwohnerInnen-Weisheit
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Habe den Artikel inzwischen gefunden und festgestellt, daß ich ihn schon kenne, da ich mich eine ganze Weile, sehr ausführlich mit diesem Themenkreis beschäftigte.
Ich weiß jetzt aber nicht, was du speziell auf diese drei Gedichte hin mit diesem Artikel sagen willst.
Die Mittagsfrau steht in der Rubrik: Surrealismus, nicht ohne Grund.
Du kannst doch nicht im Ernst annehmen, daß ich
| Zitat: |
so einen Mix aus diffuser Naturfigurenverehrung zu lesen, als sei das DIE Sache.
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einer Naturfigurenverehrung anhänge. Für mich gibt es Dinge, die ich weiß und Dinge, die ich nicht weiß, ich brauche nichts zu glauben, ich bin vollauf einverstanden damit einiges nicht zu wissen, oder von einigem nicht zu wissen. Ist alles eine Frage der Zeit. :)
Ich sehe die Dinge im allgemeinen eher so wie Richard Dawkins,
der die Existenz Gottes mit einer „Teekanne in der Umlaufbahn des Mars“ vergleicht:
| Zitat: |
Nicht zu beweisen, aber auch schwer zu widerlegen
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Im Besonderen arbeite ich mit Fokusierung um bestimmte Lebensperioden zu bewältigen. Wenn ich ein Bein gebrochen habe, brauche ich eine Krücke, solange bis es heil ist.
Wenn die Psyche leidet, warum auch immer, dann braucht auch sie Krücken, bis sie wieder heil ist. Es gibt bestimmte Formen der Fokusierung, Meditation, Kartenlegen, Visionsreisen, Motorrad fahren und vieles mehr, für fast jede und jeden nach ihrem oder seinem Geschmack.
Manchmal braucht es auch nur ein Buch, oder den Frisör. (Es geht doch nur darum, die eigenen Kräfte zu mobilisieren)
Der Punkt ist es, die Krücke auch wieder zu lassen, nicht sie nicht zu benutzen, aus was auch immer für Überlegungen heraus. Über die Krücke um das Bein zu stützen wird auch nicht diskutiert, obwohl so eine materielle Krücke genauso "suchterzeugend" sein kann, sag ich mal, oder Gewohnheiten schaffend sein kann, - ich spreche aus meiner Erfahrung als Krankengymnastin in diesem Falle, - wie es psychische Krücken sein können. Kein Grund aber sie nicht zu Nutzen, wenn eine Not gewendet werden soll.
Ich bin noch nie vor etwas geflüchtet, ich gehe eher in die Sache hinein und im Aushalten (heute eher im Zustand "heiterer Gelassenheit". überwiegend) könnte ich Kurse geben, habe ich auch schon getan, fällt mir grad ein.
Außerdem hat es auch noch etwas mit Spaß und Spiel zu tun.
Noch mal zu Duerr
ja sicher sind seine Bücher kulturgeschichtlicher Natur. In seinem Buch Traumzeit sind seine Themen Schamanen, Hexen, Astrologen. Er beschäftigt sich mit der Frage, was wir Menschen der westlichen Zivilisation von alten Traditionen lernen können, und er verarbeitet Erfahrungen, die er selbst beim Umgang mit fremden Kulturen gesammelt hat.
Sein Hauptwerk
Der Mythos vom Zivilisationsprozess, (5 Bände, zw 1988 und 2002 entstanden, habe gerade keinen ISBN parat.)
bezieht sich in soweit auf Norbert Elias, als es um eine Widerlegung dessen Zivilisationstheorie (1939 in seinem Hauptwerk "Über den Prozess der Zivilisation") geht.
In seinem Artikel: "Können Hexen fliegen" http://www.oobe.ch/duerr01.htm beschreibt Duerr genau, worum es ihm geht.
Ich sehe gerade daß der Link so auch nicht funktioniert, keine Ahnung warum, auch nicht, wenn ich ihn in den Browser eingebe. Aber über Wikipedia, duerr,dann der letzte Link unter Weblinks # Können Hexen fliegen? wenn er dann als Bookmark gespeichert wird funktionierts. (Die unendlichen Geheimnisse des Netzes) Bei mir funktioniert er jetzt doch, vielleicht weil ich das Bookmark gespeichert habe.
I am not amused
lg
arisia
@elise: Ich habe die letzte Zeile der ersten Strophe geändert
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Jolante
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Salü, arisia,
mir gefällt die "Mittagsfrau" gut, ohne dass ich damit einer sogenannten Naturfigurenverehrung huldige. Wenn die Sonne im Zenith steht, ist sie ein ungeheures Kraftfeld, das hier durch die Mittagsfrau in mich ansprechender Weise personifiziert wird und eine besondere Magie entfaltet. Das "lastende Gold" weckt Assoziationen bei mir, die keineswegs dem schönen Schein verhaftet sind. Aber bei allem Elend in der Welt, das in der Tat "auszuhalten" ist, brauchen wir auch die Zeit für den Tanz, den Rausch, die Magie. - Sollte mir jemand widersprechen wollen, nur zu !!! Ich habe die Füße im Wasser, was dem Kopf ganz gut bekommt.
LG Jolante

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augustine
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26.07.2006, 16:01 / 1 x geändert
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Hallo, arisia,
danke für die viele Mühe, die Du Dir mit einer Antwort gemacht hast. Leider habe ich nicht bemerkt, dass Du Dein Gedicht unter "Surrerealismus" eingestellt hattest; dann hätten wir darunter (also S.) zwar auch Unterschiedliches verstanden, aber ich hätte vermutlich einfach nur bei mir registriert, dass der Duerr mehr populärwissenschaftlich rezipiert worden ist, denn in seiner wissenschaftlichen Zunft anerkannt. (Wegen der Widmung habe ich nachgelesen, wie der so geschätzt wird.)
Wichtiger ist mir das Nahost-Thema. Ich habe mich über Jahrzehnte damit beschäftigt, habe auch eine jüdische Überlebensgeschichte aufgeschrieben und veröffentlicht. Gerade bei den Themen, in denen man sich einigermaßen auszukennen meint, ist es doch so, dass man weiß, dass man nichts weiß. Für mich ist das eine Erfahrung, die ich zuerst am Ende meines Geschichtsstudiums machte und die sich seither immer wieder bestätigt hat. Die Leichtigkeit/Leichtfertigkeit habe ich daher nicht, zum Nahost-Thema ein Gedicht zu schreiben und eben auch nicht die, auf eins zu antworten.
Lg augustine

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augustine
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26.07.2006, 16:12 / 2 x geändert
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Noch was vergessen:
Das Zitat vom Vergleich der Existenz Gottes mit einer "Teekanne in der Umlaufbahn des Mars" haben wir sicher aus demselben Artikel in der SZ vom 22./23. Juli 2006 von Sonja Zekri: "LOB DER GOTTLOSIGKEIT". "Plötzlich wollen alle wieder glauben. Als sei Religion jemals ein angemessenes Mittel gewesen, die Welt besser zu machen." Die Sache mit der Teekanne kommentiert SIE als "Nicht zu beweisen, aber auch schwer zu widerlegen." - Den Artikel selbst hätte ich gern hier eingestellt, aber er sprengt ja leider die Kategorie "Lange Zitate" bei Weitem.
a.

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arisia (Gast)
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27.07.2006, 09:51 / 2 x geändert
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hi, augustine,
lieben Dank für deine Antwort auf meinen etwas länglichen Beitrag.
Meine Beschäftigung mit Duerr resultiert daher, daß ich mich jahrelang damit beschäftigt habe Konzepte für ein alternative Form der Psychotherapie zu finden, oder Alternatives in das Bekannte einzubinden, bin eigentlich durch Malinowski und Margaret Mead zu ihm gekommen. Es ist für manche Menschen eine gute Form mit Inkarnationen von Energien zu arbeiten, das ist oft, zumindest emotional verständlicher. Und in der Therapie muß oft auf einer emotionalen Ebene verstanden werden, bevor der Intellekt verstehen kann, da die Schädigungen ja in einer Phase entstehen, (Klein-Kind bis Kind), in der ein intellektuelles Erleben noch nicht da ist.
Erst wenn diese kindliche Ebene die erlittene Situation sinnlich begreifen kann, kann Heilung entstehen, erst dann kann der Intellekt weitermachen.
Alle Religionen sind ja letztendlich daraus entstanden, die Welt für die jeweils zu einer bestimmten Zeit Lebenden einmal erklärbar zu machen, zum anderen aus dem Bedürfnis heraus, wichtige Überlebensstrategien (der Zeit angemessen, z.B. Hygiene-Vorschriften) zu vermitteln. Und Religion war eher individuell. Erst mit Konstantin ist ja der politische Machtfaktor in der westlichen Welt ins Spiel gekommen, und die Dinge begannen fürchterlich schief zu laufen. (Aber das Thema ist zu weit, um hier jetzt weiterzuschreiben).
jau, das mit dem Zitat ist mir durcheinandergeraten, hatte es mir rauskopiert, aber anscheinend nicht genügend Text, und hab dann die zu Zitierenden durcheinander gebracht. :)
Noch zu Nah-ost. Ich mußte gerade deswegen schreiben, weil auch mir das Thema durch Menschen, die ich kenne, auf der einen Seite und durch intensive Beschäftigung mit der Geschichte von Hitler-Deutschland sehr nahe geht. Es ist wie alles auf der Welt ein sehr komplexes Thema, mit vielen Facetten, die alle WAHR sind, aber manchmal packt mich der sog. "heilige Zorn", dem muß ich dann Ausdruck geben, bevor ich platze.
Werde die Tage noch zu deinen anderen Beiträgen, was schreiben, muß noch Nachdenken und auch mein PC ist durch Enkel etwas belagert, und ich durch Enkel. Hitze und Enkel treiben korrektes Denken im Moment gegen 0.
liebe Grüße
arisia

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