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Online
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gregor libkowsky
mmazzurro
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arisia (Gast)
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15.07.2006, 09:48 / 2 x geändert
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Gibraltar
Vater,
Gibraltar wolltes Du sein,
Dem Leben Schutz gewähren,
Trutziger Felsen gegen die Brandung,
Die die Sicherheit bedroht.
Nun stehst Du kahl und nackt
Im Sonnenlicht der Welt,
Ausgelaugt von den Stürmen,
Die auch von innen gegen Dich prallten.
Verletzt vom Unverständnis
Der Dir Anvertrauten,
Die Deine Sicherheit
Nur als Gefängnis sahen.
In guter Absicht hast Du
Viel Unglück gebracht
Über jene
Die den Rest der Welt
Erkunden wollten;
Hast sie erschlagen
An Deinen harten Wänden
Zerschellen lassen.
Weißt Du immer noch nicht,
Daß die Wellen des Meeres
Sich an den Felsen brechen?
Weißt Du immer noch nicht,
Daß die Wellen sich harmlos verlieren
Am offenen Strand?
Ach, Gibraltar,
Schmück Deine Wände mit Efeu und Rosen,
Laß Dich von ihren Wurzeln durchdringen,
Die den Fels sanft doch beharrlich lockern.
Laß Deine Kinder die Meere erkunden,
Deine Weisheit
Ist ein besserer Schutz auf ihrem Weg,
Als Deine Härte.
Steh geschmückt und erwartungsvoll
Im Sonnenlicht der Welt,
Bis sie wiederkehren mit froher,
Manchmal auch schmerzlicher Kunde.
Gibraltar wolltest Du sein,
Dir Schutz gewähren,
Trutziger Felsen, gegen die Brandung
Deines eigenen Schmerzes.
heute morgen im chat darüber gesprochen, daß auch die Väter zu Wort kommen sollten, nun denn, here we go

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Gerd
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Hallo arisia,
Gibraltar erinnert mich an Zeitungsmeldungen - Tragödien, von Vätern, die Schusswaffen zum Schutz der Familie im Haus haben. Diese sind gesichert unter Verschluss und dennoch passiert das Schrecklichste, die eigenen Kinder erschießen sich mit der Waffe des Vaters, ob absichtlich oder bei einem Unfall.
Damit leben ist kaum denkbar - Matzerat, der die Kellertüre offen gelassen hat.
Der schützende Vater als Paradoxon. Er tut alles, um die Seinen zu schützen und verliert dabei das gesunde Maß. Ihr möglicher Schmerz wird zu seinem und am Ende hat er alles verloren. Selbstschutz in dem alles ÜBERVERsichert ist. Der Appell ist mir posthum an den eigenen und präventiv an alle lebenden Väter gerichtet.
Liebe Grüße
Gerd

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arisia (Gast)
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21.07.2006, 08:29 / 2 x geändert
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hi, Gerd,
erstmal danke für deinen Beitrag.
Deine Interpretation hat die richtige Richtung, obwohls so krass nicht war. Aber wir alle, auch meine beiden Geschwister mußten schon zusehen, daß wir draußen in der Welt alleine überlebensfähig wurden, da einerseits durch dieses Sicherheitsbedürfnis arg gegängelt, andererseits aber auch verwöhnt.
Ich habe den Text noch zu Lebzeiten meines Vaters geschrieben, er kannte ihn auch, und hat auch verstanden, was ich ihm sagen wollte. Er hatte sich in den letzten Lebensjahren auf allgemeinen geschwisterlichen Druck hin doch noch gewandelt. Der Text hat ja zum Schluß hin doch auch Versöhnliches, Mitfühlendes für seine Situation
lg
arisia

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Jolante
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Hallo, arisia,
es war sicher nicht einfach, sich an dem trutzigen Felsen "Gibraltar" abzuarbeiten, aber es ist dir -wie ich dem Gedicht entnehme - auf versöhnliche, ja liebevolle Weise gelungen. Den Vätern unserer Generation hat man schon früh eingetrichtert: "Gelobt sei, was hart macht". Sie galten nur als männlich, wenn sie ihre Gefühle sorgsam unter Verschluss hielten. Zum Glück ist das heute doch ganz anders. - Ich habe den Faden Mutter - Vater aufgenommen und als "Eltern" hier eingestellt.
LG Jolante

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arisia (Gast)
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31.07.2006, 14:37 / 1 x geändert
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Hi, Jolante,
ja, so isses, was hat sie denn gelernt, diese Vätergeneration?
"Hart wie Kruppstahl", "am Riemen reißen", "auf die Zähne beißen", u.v.m. solcher Art.
Ich habe jahrzehntelang nachts mit den Zähnen geknirscht, bis ich mal durchschaut hatte, wo das herkam. Hat dann aufgehört, das Zähneknirschen.
Werde zu deinem Gedicht über Eltern noch was schreiben, muß es nochmal sorgfältig lesen, kam die letzte Woche nur zum Überfliegen der Beiträge.
lg
arisia

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